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	<title>Südafrika &#8211; André Scheer</title>
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		<title>Lügen aus Johannesburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2020 12:18:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Radiogeschichte(n)]]></category>
		<category><![CDATA[Apartheid]]></category>
		<category><![CDATA[Radio RSA]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Radiogeräte noch serienmäßig über ein Kurzwellenteil verfügten, erschien in der Programmzeitschrift Hörzu regelmäßig eine Kolumne mit Hinweisen auf empfangbare[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Radiogeräte noch serienmäßig über ein Kurzwellenteil verfügten, erschien in der Programmzeitschrift <em>Hörzu</em> regelmäßig eine Kolumne mit Hinweisen auf empfangbare Sender aus fernen Ländern. Ihr Autor, der 1993 verstorbene Fachjournalist Hermann Jäger, machte darin keinen Hehl aus seiner Vorliebe für <em>Radio RSA</em>, das sich selbst als »Stimme Südafrikas« bezeichnete. Während in dem Land am Kap der Widerstand gegen die Apartheid immer stärker wurde und sich immer mehr Menschen weltweit mit dem Freiheitskampf solidarisierten, fand sich in dem Springer-Blatt kein kritisches Wort über den Sender aus Johannesburg – dafür um so mehr Hinweise auf die Frequenzen, auf denen man <em>Radio RSA</em> am besten hören konnte.<span id="more-4592"></span></p>
<p>Der Kurzwellendienst war 1965 gegründet worden, um der angeblich falschen Darstellung der südafrikanischen Regierungspolitik im Ausland die eigene Sichtweise entgegenzustellen. Zur Verfügung standen <em>Radio RSA</em> dafür bis zu 500 Kilowatt starke Kurzwellensender, die in Europa problemlos zu empfangen waren. In zwölf Sprachen, unter anderem in Deutsch, präsentierte sich Südafrika so als »Bollwerk der westlichen Zivilisation« gegen Kommunisten und schwarze Nationalisten. Die Befreiungsbewegung ANC (­African National Congress) wurde als Terrororganisation verleumdet, man rühmte sich eigener Wohltaten für Südafrika und das besetzte Namibia, das nur als »Südwestafrika« bezeichnet wurde.</p>
<p>In Europa stießen solche Lügen auf offene Ohren. Stolz verlasen die Redakteure des deutschen Programms in Hörerpostsendungen die unter anderem aus der Bundesrepublik zahlreich eintreffenden Briefe, in denen die Politik des Apartheidregimes gelobt wurde. Die Hörer pflegten schon damals eifrig ihr eigenes Weltbild: War der Empfang mal schlecht – was auf Kurzwelle unvermeidlich vorkommt –, mussten natürlich die »Kommunisten« schuld gewesen sein, die »mal wieder einen Störsenderwettbewerb« gegen <em>Radio RSA</em> gefahren hätten. Das mussten sogar die Redakteure dementieren, denn gezieltes »Jamming« der Sendungen aus Johannesburg gab es nicht. Es blieb bei einzelnen Versuchen, innerhalb der Szene von Kurzwellenhörern zu einem Boykott der »Stimme der Apartheid« aufzurufen. Sie blieben weitgehend erfolglos, im Unterschied zu den Solidaritätskampagnen für <em>Radio Freedom</em>, den Sender des ANC (siehe <em>jW</em> vom 10. Oktober 2019).</p>
<p>Das Ende des Rassistensenders kam mit dem Ende der Apartheid. Die letzte deutschsprachige Sendung ging am 30. April 1990 über den Äther, am 30. September 1992 wurde <em>Radio RSA</em> endgültig geschlossen. Als Nachfolger nahm einen Tag später <em>Channel Africa</em> als Auslandsprogramm der Südafrikanischen Rundfunkgesellschaft <em>SABC</em> den Betrieb auf. Heute sendet man auf Kurzwelle, via Satellit und im Internet in sechs Sprachen: Chichewa, Silozi, Kisuaheli, Englisch, Französisch und Portugiesisch.</p>
<p>Erschienen am 3. September 2020 in der <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/385633.rassistenproaganda-lügen-aus-johannesburg.html" target="_blank" rel="noopener">Tageszeitung junge Welt</a></p>
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		<title>Mit Alphaville für »Radio Mandela«</title>
		<link>https://www.andre-scheer.de/mit-alphaville-fuer-radio-mandela/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2019 10:02:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Radiogeschichte(n)]]></category>
		<category><![CDATA[ANC]]></category>
		<category><![CDATA[Apartheid]]></category>
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		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Sisulu]]></category>
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					<description><![CDATA[Man hörte das Knattern von Maschinengewehren, dann Rufe und schließlich Gesang: »Amandla! Ngawethu!« – Alle Macht dem Volk! Radio Freedom[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man hörte das Knattern von Maschinengewehren, dann Rufe und schließlich Gesang: »Amandla! Ngawethu!« – Alle Macht dem Volk! <em>Radio Freedom</em> war auf Sendung, die Stimme der südafrikanischen Befreiungsbewegung ANC (Afrikanischer Nationalkongress).<span id="more-4474"></span></p>
<p>Zum ersten Mal hatte sich der Sender 1963 zu Wort gemeldet, kurz nach der Verhaftung Nelson Mandelas. Am Mikrofon rief sein enger Mitstreiter Walter Sisulu zum Widerstand auf: »Unser Haus steht in Flammen!« Der Sender war auf einer Farm bei Johannesburg versteckt, auf der auch der gerade gegründete bewaffnete Arm des ANC, Umkhonto we Sizwe (Speer des Volkes), seinen Stützpunkt hatte. Das blieb nur kurze Zeit unentdeckt, dann ließ das Rassistenregime die Farm stürmen. Fast alle führenden Mitglieder des ANC wurden verhaftet und im »Rivonia-Prozess« 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. Wer entkommen konnte, ging ins Exil.</p>
<p>Auch <em>Radio Freedom</em> schwieg – bis Ende der 60er Jahre. Dann war der Sender wieder zu hören und blieb es bis 1991. Möglich machten das die unabhängig gewordenen Nachbarstaaten. Vor allem Sambia, in dessen Hauptstadt Lusaka die Zentrale des Senders eingerichtet wurde. Auch Tansania, Angola, Äthiopien und Madagaskar stellten dem ANC Sendezeiten zur Verfügung.</p>
<p>Wer in Südafrika <em>Radio Freedom</em> hörte, lebte gefährlich. Schon für das Einschalten drohten acht Jahre Haft. Noch höher war das Risiko für die Aktivisten, die per Kassetten Aufnahmen der Sendungen ins Land schmuggelten und in den Townships, den Ghettos der Schwarzen, verbreiteten. Doch auch die Moderatoren im Ausland waren nicht in Sicherheit. 1988 wurde ein Mitglied der Exilleitung des ANC in Lusaka durch eine Autobombe getötet, ein Jahr zuvor waren fünf Menschen beim Überfall auf ein Ausbildungslager in Sambia ermordet worden.</p>
<p>Vor allem in den 80er Jahren nahm die internationale Solidarität mit dem Widerstand in Südafrika zu. Eine immer breiter werdende Bewegung forderte, das Apartheidregime zu isolieren und zu boykottieren. In der Bundesrepublik initiierte die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) die Kampagne »Radio Mandela« – mit großem Erfolg. 1987 konnte der Sprecher der Jugendsendung von <em>Radio Freedom</em> ein besonderes Programm ansagen: »Bevor wir mit unserer heutigen Sendung beginnen, möchten wir die Musik einer westdeutschen Gruppe namens Alphaville spielen …« Es folgte eine Aufnahme, auf der sich die Mitglieder der auch in Südafrika durch Hits wie »Big in Japan« und »For­ever Young« bekannten Band mit dem Kampf des ANC solidarisierten: Alphaville hatten sich entschieden, die Einnahmen aus den Schallplattenverkäufen in Südafrika dem ANC zur Verfügung zu stellen. Die vier goldenen Schallplatten, die sie in Südafrika erhalten hatten, wurden versteigert – wer am meisten Spenden für »Radio Mandela« sammelte, sollte eine bekommen, berichtete das SDAJ-Magazin <em>Elan</em> im September 1987.</p>
<p>Erschienen am 10. Oktober 2019 in der <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/364478.amandla-ngawethu-mit-alphaville-für-radio-mandela.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tageszeitung junge Welt</a></p>
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