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	<title>DDR &#8211; André Scheer</title>
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		<title>Power von der Eastside</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 May 2024 17:45:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Radiogeschichte(n)]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendradio DT 64]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Pfingsten 1964: Hunderttausende Jugendliche aus allen Teilen der DDR und einige zehntausend aus Westdeutschland kamen in Berlin zusammen und feierten[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Pfingsten 1964: Hunderttausende Jugendliche aus allen Teilen der DDR und einige zehntausend aus Westdeutschland kamen in Berlin zusammen und feierten das dritte – und letzte – Deutschlandtreffen der Jugend. Auf der Karl-Marx-Allee wurde getanzt, Bands spielten, Schriftsteller lasen –, und auf dem Alexanderplatz stand ein gläserner Pavillon. Das war das <em>Jugendstudio Deutschlandtreffen</em>, kurz <em>DT 64</em>. Gerhart Eisler, der Chef des staatlichen Rundfunkkomitees, gab am 15. Mai 1964, dem Vorabend des Treffens, den Startschuss und wünschte im Namen aller Mitarbeiter des Rundfunks und Fernsehens der DDR einen »herzlichen Empfang über die Ätherwellen eures Senders – <em>DT 64</em>!« Die Redakteure und Reporter lieferten den Soundtrack zum Festival, berichteten von den Kundgebungen und Demonstrationen, vermittelten Übernachtungsgelegenheiten.</p>
<p>Ursprünglich sollte das Festivalprogramm nach 99 Stunden Geschichte sein, doch der Erfolg war so groß, dass der Ruf nach einer Fortsetzung laut wurde. Der <em>Berliner Rundfunk</em> machte Platz in seinem Programm, so dass das <em>Jugendstudio DT 64</em> ab dem 29. Juni 1964 täglich mehrere Stunden lang auf Mittelwelle und UKW zu hören war. Am 7. März 1986 folgte dann der nächste Schritt – aus dem <em>Jugendstudio</em> wurde das <em>Jugendradio</em> mit eigener Senderkette und einem Programm von vier bis 24 Uhr. Während in den westdeutschen öffentlich-rechtlichen Anstalten peinlich genau darauf geachtet wurde, dass die Moderatoren regelmäßig in die Lieder reinquatschten, um im Interesse der Schallplattenkonzerne Mitschnitte zu ruinieren, sendete <em>DT 64</em> »Musik für den Rekorder« – komplette Alben, gerne von westlichen Bands, ohne Gerede dazwischen.</p>
<p>Nicht jedem in den Machtzentralen der DDR gefiel, was da an Musik und Sprüchen über den Sender ging. Auf die Aneinanderreihung von Titeln wichtiger Persönlichkeiten und protokollarische Hofberichterstattung, wie sie bei <em>Radio DDR</em> Standard war, wurde auf <em>DT 64</em> weitgehend verzichtet. Man stand treu zur Republik und zur Partei, aber formulierte das anders – lockerer, prägnanter, frecher. Und man spielte Punk und Rock, gerne laut und schräg, antifaschistisch und rebellisch. In den Protokollen diverser Gremien finden sich zwar immer wieder Beschwerden von Erich Honecker, aus dem Zentralrat der FDJ oder von anderen. An eine Abschaltung jedoch dachte niemand.</p>
<p>Die kam erst, als sich der goldene Westen der Brüder und Schwestern annahm. Am 7. September 1990, wenige Wochen vor der »Wiedervereinigung«, war auf den Frequenzen des <em>Jugendradios</em> plötzlich der <em>RIAS</em> aus Westberlin zu hören. Der geschäftsführende Generalintendant des DDR-Rundfunks, Christoph Singelnstein, stotterte eine Erklärung in die Mikrofone, nach der die Journalisten des <em>RIAS</em> ihren Kollegen in der DDR die Hand reichten, »um beim Aufbau eines demokratischen und pluralistischen Rundfunks zu helfen«. Am besten durch Abschalten: »<em>RIAS</em>, dessen Programm ab sofort auf einigen Frequenzen von <em>Jugendradio</em> ausgestrahlt wird, baut mit Journalisten und Redakteuren von <em>Radio DDR</em> Arbeitsgruppen auf, die insbesondere die spezifischen Probleme der Bevölkerung auf dem Gebiet der DDR aufarbeiten.« Wäre es nach Singelnstein gegangen, wäre <em>DT 64</em> nur noch ein Berliner Lokalsender mit unsicherer Zukunftsperspektive gewesen.</p>
<p>Die <em>Junge Welt</em> (damals noch mit großem J) meldete den Piratenakt mit der Schlagzeile »Skandal: <em>DT 64</em> von <em>RIAS</em> gekillt!« Eine Redakteurin des Senders wurde zitiert: »Für mich ist das Verrat an unseren Hörern.« Viele von denen sahen das auch so. Spontan demonstrierten Tausende vor allem junge Menschen für ihren Sender. In Dresden blockierten 2.000 Jugendliche die Ernst-Thälmann-Straße nahe dem Kulturpalast. Hörer versammelten sich mit Kerzen vor Sendetürmen, am Sitz von DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière versammelten sich einige zu einem Hungerstreik, Hunderte belagerten die Studios in der Nalepastraße. Sie hatten Erfolg. 24 Stunden nach der Abschaltung, am 8. September 1990 um Punkt 20 Uhr war auf den vorübergehend vom <em>RIAS</em> gekaperten Wellen wieder der markante Jingle »Power von der Eastside« zu hören. Reporter Lutz Deckwerth meldete sich aus Dresden: »Das kann man nicht beschreiben, hier knallen die Sektkorken, und die Leute freuen sich, die Leute freuen sich einfach. Es wird angestoßen auf die Wiedergeburt von <em>Jugendradio</em>!« Aus dem spontanen Protest entstanden festere Strukturen, es bildeten sich Freundeskreise des Jugendradios, die sich für ihr Programm engagierten. Und das blieb nötig, denn im Einigungsvertrag zwischen BRD und DDR war festgelegt worden, dass die Programme des DDR-Rundfunks spätestens zum 31. Dezember 1991 abgeschaltet werden müssten, um Platz für neue öffentlich-rechtliche Anstalten und Kommerzkanäle zu machen. Für ein überregionales Jugendradio fehlte den Regierenden der größer gewordenen Bundesrepublik die Phantasie.</p>
<p><em>DT 64</em> probte den Ernstfall. Am 13. September 1991 wurde den verdutzten Hörern mitgeteilt, dass »Teile der Belegschaft« der Abschaltung zum Jahreswechsel getrotzt hätten und nun auf der Flucht vor den Peilwagen der Post seien. Man sendete angeblich wechselnd aus Schwerin, Dresden, Berlin und Leipzig – das »vielleicht längste Hörspiel der Rundfunkgeschichte«, wie es Chefredakteur Michael Schiwack nannte. Gegen 18 Uhr endete das »illegale« Treiben abrupt. Zu hören war nur noch ein schriller Testton, dann eine amtlich klingende Stimme: »1. Januar 1992. Dieser Sender ist abgeschaltet.«</p>
<p>Der anhaltende Protest sorgte für eine Gnadenfrist. Der <em>Mitteldeutsche Rundfunk</em> (<em>MDR</em>) erklärte sich bereit, <em>DT 64</em> zunächst für ein halbes Jahr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiterfunken zu lassen. In Berlin und Brandenburg musste sich <em>DT 64</em> die Frequenzen mit dem neu gegründeten – und letztlich nur kurzlebigen – <em>Rockradio B</em> teilen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde dem <em>Jugendradio</em> der Saft komplett abgedreht, als sich der <em>NDR</em> am 1. Januar 1992 das nördliche Bundesland als Sendegebiet einverleibte. Doch es kam noch schlimmer. Im Juni 1992 entschied der <em>MDR</em>, <em>DT 64</em> auf die Mittelwelle zu verbannen, um die UKW-Frequenzen kommerziellen Privatsendern zur Verfügung zu stellen. Vier Tage später nahm <em>DT 64</em> die Umstellung vorweg und strahlte zwölf Stunden lang eine Parodie unter dem Namen <em>Superradio 2000 O</em> aus: Dudelfunk, hektische Talks, kurze Nachrichtenblöcke, gesponserte Zeitansagen (»Meine Prolex-Uhr zeigt jetzt …«) und Werbespots: »Probieren Sie Aknesil Ultra Pickelcreme, mit 32 noch Akne wie mit 14!«</p>
<p>Ab Juli 1992 war <em>DT 64</em> noch ein Jahr lang über die Mittelwelle zu hören, später dann nur noch über Satellit – unter dem neuen Namen <em>MDR Sputnik</em>. Diesen Sender gibt es bis heute, zu hören inzwischen auch im Kabel, Internet, via App usw. Doch der rebellische Geist, die Power von der Eastside ist auf der Strecke geblieben. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Sender, der dazwischenfunkte. Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag, <em>DT 64</em>!</p>
<p>Erschienen am 15. Mai 2024 in der <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/475354.60-geburtstag-dt-64-power-von-der-eastside.html" target="_blank" rel="noopener">Tageszeitung junge Welt</a></p>
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		<title>Auftrag: Antikommunismus</title>
		<link>https://www.andre-scheer.de/auftrag-antikommunismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Aug 2023 15:22:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Serie: Klassenkampf im Äther – 100 Jahre Rundfunk in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Kalter Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Serie: Klassenkampf im Äther – 100 Jahre Rundfunk in Deutschland. Teil 8: Im Kalten Krieg funkten die Westsender in die[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Serie: Klassenkampf im Äther – 100 Jahre Rundfunk in Deutschland. Teil 8: Im Kalten Krieg funkten die Westsender in die »Zone«. Die DDR sendete zurück</strong></p>
<p>Am 16. November 1946 erschien eine kleine Notiz in der <em>Berliner Zeitung.</em> Unter der Überschrift »Rundfunk contra Rundfunk« wurde angekündigt, dass sich die Mitarbeiter des <em>Berliner Rundfunks</em> am Sonnabend um 14.30 Uhr mit den Kollegen des <em>Rundfunks im amerikanischen Sektor</em> messen würden, und zwar als Fußballmannschaften. »Die lustige Note wird auch diesmal vorherrschend sein«, versicherte das Blatt.¹ Wie das Spiel ausging, wurde leider nicht übermittelt.</p>
<p>Kein Jahr später wäre ein solcher fröhlicher Wettstreit kaum noch vorstellbar gewesen. Gab es im April 1947 im <em>Neuen Deutschland</em> noch eine wohlwollende Rezension eines vom <em>RIAS</em> veranstalteten Konzerts US-amerikanischer Komponisten², nahmen in den folgenden Monaten die Spitzen gegen den Westsender zu. So beschwerte sich am 30. Juli 1947 eine Glosse im SED-Zentralorgan über die verstärkte Sendeleistung des <em>RIAS</em>: »Der Erfolg ist durchschlagend. Wer keinen Super hat, hört bei allen Sendern im Hintergrund schräge Musik oder die <em>Stimme Amerikas</em> murmeln, wenn Herr Zimmermann uns zu überzeugen versucht, wie gut man es mit uns meine und was für Dickköpfe wir doch seien.«³ Oder wenige Tage später nach einer antikommunistisch geprägten Nachrichtensendung: »Angeblich ist der <em>RIAS</em>-Sender kürzlich verstärkt worden, um ehemalige Nazis besser zur Demokratie erziehen zu können. Auf diese Weise bewirkt er das Gegenteil: eine Renazifizierung.«⁴</p>
<h3>»Freie Stimme der freien Welt«</h3>
<p>Schon die Gründung des <em>RIAS</em> war eine Reaktion auf die sich zuspitzenden Gegensätze zwischen den Siegermächten gewesen. Unmittelbar nach der Einnahme Berlins im Mai 1945 hatte die Sowjetunion begonnen, den Rundfunkbetrieb in der Stadt wieder aufzunehmen. Als die Westalliierten im Sommer 1945 entsprechend den Beschlüssen der Konferenzen von Jalta und Potsdam die Kontrolle über ihre Sektoren übernahmen, strahlte der <em>Berliner Rundfunk</em> bereits ein Vollprogramm über den einzigen funktionsfähigen Sender der Hauptstadt aus. Ebenso hatten die Briten unmittelbar nach der Befreiung der Hansestadt den örtlichen Sender als <em>Radio Hamburg</em> wieder in Betrieb genommen. An einem gemeinsamen Rundfunkprogramm für ganz Deutschland hatten die westlichen Alliierten 1945 kein besonderes Interesse, auch wenn diese Frage bei den Sitzungen der gemeinsamen Verwaltungsgremien der Alliierten regelmäßig auf der Tagesordnung stand. Insbesondere Frankreich verfolgte die politische Linie, gesamtdeutsche Institutionen nach Möglichkeit zu verhindern.⁵ Von daher greift die in der heutigen Literatur meist anzutreffende Darstellung zu kurz, die Gründung des <em>RIAS</em> sei eine Reaktion auf die Weigerung der Sowjets gewesen, den <em>Berliner Rundfunk</em> für die Westmächte zu öffnen, zumal etwa die Briten auch nicht auf die Idee kamen, der Sowjetunion Zugriff auf den Hamburger Sender zu gewähren, und die USA Programme aus Moskau weder in München noch in Bremen zuließen.</p>
<p>In Berlin hatten die USA bereits im November 1945 den Aufbau eines eigenen Senders für ihre Zone angeordnet. Da es an funktionierenden Anlagen noch fehlte, wich man zunächst auf das Telefonnetz aus und verbreitete ab Februar 1946 ein Drahtfunkprogramm. Am 5. September 1946 wurde dann als Provisorium ein fahrbarer Mittelwellensender in Betrieb genommen, den man aus Wehrmachtsbeständen erbeutet hatte. Das war die eigentliche Geburtsstunde des <em>Rundfunks im amerikanischen Sektor</em>. Die Kontrolle übernahm die Information Control Division der US-Militärregierung. Die Briten ihrerseits setzten am 17. August 1946 einen eigenen Mittelwellensender in Berlin in Betrieb, der das um Regionalsendungen ergänzte Programm des <em>Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR)</em> aus Hamburg übernahm.</p>
<p>Der <em>NWDR</em> hatte in den ersten Monaten seiner Existenz gerne auf linke, progressive, auch kommunistische Redakteure und Sprecher zurückgegriffen, schon weil die antifaschistische Einstellung zunächst das zentrale Kriterium für eine Anstellung im Rundfunk war. Diese Offenheit war jedoch nicht von langer Dauer. Bereits Anfang 1947 kam es im <em>NWDR</em> zu einer Welle von Entlassungen. So wurde im Kölner Funkhaus der Intendant Max Burghardt entlassen, nachdem die CDU und ihr Vorsitzender Konrad Adenauer eine wütende Kampagne gegen ihn entfesselt hatten. Der spätere Bundeskanzler hatte Anstoß an einer Erklärung Burghardts genommen. Der hatte geschrieben, man selbst werde wohl keine philosophischen Systeme mehr aufbauen, aber vielleicht »die großen Gedanken der Vergangenheit endlich einmal realisieren«. Das Lebensprinzip werde dann »die Verwirklichung der Ideen Goethes, Herders, Kants, Hegels und Marx’ sein«.⁶ Adenauer wütete, dass der <em>NWDR</em>-Intendant Gott und Jesus nicht erwähnt habe. In der Folge wurde Burghardt von den britischen Besatzungsbehörden »nahegelegt«, auf sein Amt zu verzichten. Daraufhin erklärte er Anfang 1947 seinen Rücktritt und bewarb sich zugleich beim nordrhein-westfälischen Kultusministerium um eine andere Anstellung. Erst als dies erfolglos blieb, folgte er einem Angebot aus Berlin, die Leitung der Neues Schauspielhaus GmbH zu übernehmen und leitete später u. a. erfolgreich die Leipziger Bühnen.⁷</p>
<p>Weitere führende Journalisten des <em>NWDR</em>, die in dieser Zeit ihre Posten räumen mussten, waren der Leiter der Politikabteilung Karl-Eduard von Schnitzler – dem der britische <em>NWDR</em>-Chef Hugh Carleton Greene bescheinigte, ein talentierter Journalist zu sein, den er ungern verlieren wollte – sowie die Kommentatoren Karl Georg Egel und Günther Cwojdrak. Sie wechselten nach ihrem Rauswurf in Köln zum <em>Berliner Rundfunk</em>, wo durch gezielte Abwerbung seitens des <em>RIAS</em> Stellen frei geworden waren. An die Spitze des <em>NWDR</em> gelangte dafür im Februar 1949 als »kommissarischer Intendant« der ehemalige Nazi Herbert Blank, der seine neue Macht gleich dazu nutzte, 51 Mitarbeiter »aus Etatgründen« zu entlassen – woraufhin zahlreiche weitere liberale Journalisten aus Protest ebenfalls ihre Kündigung einreichten, unter ihnen so prominente Namen wie Axel Eggebrecht.⁸ Die politische »Säuberung« erfasste auch die anderen Rundfunkstationen in Westdeutschland. Bei <em>Radio Stuttgart</em> etwa wurde der KPD ab 1947 der Platz für Wahlwerbung verweigert, der allen anderen Parteien zur Verfügung stand.⁹</p>
<p>Während der ersten Berlin-Krise 1948, als die Sowjetunion als Reaktion auf die Währungsreform in den Westsektoren die Verkehrswege in die westliche Exklave blockierte, setzte die französische Besatzungsmacht sogar Sprengstoff gegen den <em>Berliner Rundfunk</em> ein. Dieser hatte noch immer die Sendeanlagen in Tegel genutzt, die inzwischen im französischen Sektor lagen. Auf Befehl von Stadtkommandant Jean Ganevals sprengten französische Militärpolizisten am Morgen des 16. Dezember 1948 die Tegeler Sendetürme. Begründet wurde das von den französischen Militärbehörden mit der »Gewährleistung der Luftsicherheit« angesichts eines stark erhöhten Luftverkehrs – gemeint war die »Luftbrücke« zur Versorgung Westberlins. Der <em>Berliner Rundfunk</em> musste auf einen schwachen Potsdamer Sender sowie den Sender Leipzig ausweichen, was seine Ausbreitung vor allem in Berlin für Monate stark einschränkte.¹⁰</p>
<h3>Die Grenzen der Freiheit</h3>
<p>Beim <em>RIAS</em> endete derweil die Freiheit der »freien Stimme der freien Welt«, wenn die Journalisten den US-amerikanischen Aufsehern nicht scharf genug antikommunistisch auftraten. So wurden im Januar 1948 <em>RIAS</em>-Leiterin Ruth Norden und Kontrolloffizier Harry Freman abberufen. Ziel der Operation war es, den <em>RIAS</em> auf kompromisslosen Antikommunismus zu trimmen. Damit beauftragte US-General Lucius D. Clay seinen Geheimdienstchef William Heimlich. Man müsse »die Samthandschuhe ausziehen und den Russen endlich resoluter begegnen«. Der <em>SWR</em> zitierte Clay in einem Feature mit den Worten: »Ab jetzt wird zurückgesendet! (…) Vergleichen Sie es mit einem Sonderkommando in einem Kampfeinsatz.«¹¹ Die Sendezeiten wurden ausgedehnt, die Leistung der Strahler erhöht, neue Sender in Hof und München sorgten dafür, dass der <em>RIAS</em> in der gesamten Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR zu empfangen war. Und man gab sogar militanten Organisationen wie der »Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit« Sendezeit. Diese antikommunistische Gruppierung, die bis 1958 Anschläge und Sabotageakte in der DDR verübte, war von den Westalliierten offiziell als Verein zugelassen worden und wurde vom US-Auslandsgeheimdienst CIA kontrolliert und finanziert.¹²</p>
<p>Wenn es gegen die Kommunisten ging, war es auch bei den anderen westdeutschen Rundfunksendern mit der behaupteten Unabhängigkeit von der Regierung nicht weit her. Das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen unter Jakob Kaiser nahm gezielt und ganz offen Einfluss auf die Programme der öffentlich-rechtlichen Anstalten, die bereits ab Ende der 1940er Jahre begonnen hatten, für die »Ostzone« bestimmte Sendungen auszustrahlen. Im Sommer 1950 verlangte Minister Kaiser einen »politischen und moralischen Feldzug gegen den Kommunismus«.¹³ Dazu sollten alle westdeutschen und Westberliner Rundfunkanstalten im Vorfeld der am 15. Oktober 1950 in der DDR stattfindenden Volkskammerwahlen täglich gemeinsame Sendungen für die Bevölkerung in Ostdeutschland ausstrahlen, um »der Bevölkerung in der sowjetischen Besatzungszone möglichst klare und einheitliche Richtlinien für ihr Verhalten bei der Wahl zu geben«. Tatsächlich wurde ab September 1950 unter dem Titel »Hier spricht Deutschland« täglich eine abwechselnd von allen Anstalten produzierte Sendung über Kurzwelle in die »Zone« gesendet. Formell blieben die öffentlich-rechtlichen Sender selbst für die Inhalte verantwortlich, doch das Ministerium richtete für das Programm ein zentrales Nachrichtenbüro in Bonn ein, das die Sender mit dem zu verwendenden Material versorgte.¹⁴</p>
<p>Auch der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte seine Finger im Spiel, wie aus Dokumenten hervorgeht, die auf der Grundlage des »Freedom of Information Act« der Öffentlichkeit freigegeben wurden. So heißt es in einem Schreiben eines Generalmajors R. C. Partridge an CIA-Chef Allen Dulles vom 3. August 1953: »Es ist eine bekannte Tatsache, dass die US-Regierung außerordentlich, geheimdienstlich, von den Aktivitäten des <em>RIAS</em> und dem Ansehen, das er unter der Bevölkerung der Sowjetzone gewonnen hat, profitiert. Die Direktoren des <em>RIAS</em> haben eine sehr kooperative Haltung gegenüber den in Berlin operierenden US-Nachrichtendiensten an den Tag gelegt (…)«¹⁵</p>
<h3>Der <em>RIAS</em> und der 17. Juni</h3>
<p>Anlass des Schreibens war Kritik aus den USA am Verhalten des <em>RIAS</em> während der Unruhen in der DDR am 17. Juni 1953. In seinem antikommunistischen Eifer wollte US-Senator Joseph R. McCarthy <em>RIAS</em>-Chef Gordon A. Ewing vor das »Komitee für unamerikanische Umtriebe« zitieren, weil er ihm unterstellte, den Aufstand nicht genügend unterstützt zu haben. Das sorgte für Bestürzung und Empörung unter anderem in Westberlin, dessen Bürgermeister Ernst Reuter sogar anbot, in einem offenen Brief die antikommunistische Haltung Ewings zu bezeugen.¹⁶ Letztlich entging Ewing dem vor allem für die US-Administration peinlichen Ansinnen McCarthys. Eine Anhörung hätte letztlich nur ergeben können, dass es den »Volksaufstand« in der DDR ohne den <em>RIAS</em> so nie gegeben hätte. Das räumten Jahrzehnte später auch führende Mitarbeiter wie der damalige Chefkommentator Egon Bahr ein.</p>
<p>Bereits am 15. Juni 1953 hatte der <em>RIAS</em> als erster und zunächst einziger Rundfunksender begonnen, über Proteste auf Baustellen in Ostberlin zu berichten. Die Informationen darüber habe man telefonisch erhalten, hieß es später. Am folgenden Tag berichtete der Sender ausführlich über den Streik der Bauarbeiter in der Stalinallee und über deren Demonstration zum Haus der Ministerien. Die Reporter machten keinen Hehl aus ihrer Begeisterung für die Aktionen und verbreiteten immer wieder, dass sich die Forderungen der Demonstranten nicht mehr auf den Protest gegen die bereits zurückgenommenen Normerhöhungen beschränkten, sondern inzwischen Rufe nach dem Rücktritt der SED-Regierung und freien Wahlen laut geworden seien. Außerdem meldete der <em>RIAS</em>, dass am Nachmittag eine dreiköpfige Delegation der Demonstranten im Sender erschienen sei und um die Verbreitung ihrer Forderungen gebeten habe. Was der <em>RIAS</em> damals nicht mitteilte war, dass diese Forderungen überhaupt erst im Studio des Senders mit Hilfe der Redakteure formuliert wurden. Egon Bahr berichtete Jahrzehnte später im Gespräch mit dem <em>Deutschlandfunk</em>: »Und dann haben wir uns hingesetzt, ich habe gefragt: Nun sagen Sie doch erst mal Ihre Forderungen. Und dann sprudelte eine Reihe von Forderungen. Dann haben wir uns hingesetzt und haben diese Forderungen in ein vernünftiges Deutsch gebracht, in eine Reihenfolge gebracht und dann haben wir das gesendet. Punkt. Aus. Schluss.«¹⁷</p>
<p>Ab dem Nachmittag des 16. Juni konzentrierte sich das Programm des <em>RIAS</em> vollständig auf die Entwicklungen in der DDR. Mehrfach wurde ein Aufruf von Programmdirektor Eberhard Schütz an die Bevölkerung in der »Sowjetzone« ausgestrahlt: »Macht euch die Ungewissheit, die Unsicherheit der Funktionäre zunutze. Verlangt das Mögliche – wer von uns in Westberlin wäre bereit, heute zu sagen, dass das, was vor acht Tagen noch unmöglich schien, heute nicht möglich wäre.« Stündlich wurde in den Nachrichten kaum verklausuliert der Treffpunkt für den kommenden Tag verbreitet: »Arbeiter aller Industriezweige forderten in den Abendstunden besonders nachdrücklich, dass die Ostberliner sich am Mittwoch früh um sieben Uhr am Strausberger Platz zu einer gemeinsamen Demonstration versammeln sollen.« Es folgten Aufrufe der »Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit« und des ebenfalls von der CIA gegründeten und finanzierten »Untersuchungsausschusses freiheitlicher Juristen«. Der Schriftsteller Erich Loest, der die Ereignisse damals in der DDR am Rundfunkgerät verfolgte, war von der entscheidenden Wirkung dieser Sendungen überzeugt: »Wenn der <em>RIAS</em> nicht vom Nachmittag des 16. Juni an stündlich von den Ereignissen im Ostteil Berlins berichtet hätte, wenn nicht vom bevorstehenden Generalstreik die Rede gewesen wäre und von einem Aufruf, den Arbeiter aller Industriezweige angeblich an die Ostberliner gerichtet haben sollten, sich am 17. Juni um sieben Uhr auf dem Strausberger Platz zu versammeln, wäre die Kunde nicht über die DDR hinausgeflogen. Ohne den <em>RIAS</em>, das war keine Frage, wäre es in Magdeburg und Leipzig, Halle und Görlitz still geblieben.«¹⁸</p>
<p>Die Mobilisierung lief weiter, bis man das Programm um 13.44 Uhr mit der Sondermeldung unterbrach, dass die sowjetische Militäradministration den Ausnahmezustand verhängt habe. Von jetzt an verbreitete der <em>RIAS</em> den »dringenden Hinweis, sich jeder Handlung gegen die sowjetische Besatzungsmacht zu enthalten« und konnte im folgenden nur noch über die Niederschlagung der Rebellion berichten.¹⁹</p>
<p>Im Rundfunk der DDR hatte man die Ereignisse bis dahin weitgehend ignoriert, im Radio lief das in den Programmzeitschriften ausgedruckte Programm, und auch die Nachrichten verschwiegen die Proteste in der Hauptstadt. Ab 13 Uhr wurde dann wiederholt über die Verhängung des Ausnahmezustands informiert und weiter Musik gesendet, um 14 Uhr folgt die erste öffentliche Bekanntmachung von Ministerpräsident Otto Grotewohl, in der die Bevölkerung zur Wiederherstellung der Ordnung, der Wiederaufnahme der Arbeit in den Betrieben und zur Ergreifung von Provokateuren aufgerufen wurde. Die Unruhen seien das Werk von »Provokateuren und faschistischen Agenten ausländischer Mächte und ihrer Helfershelfer aus westdeutschen kapitalistischen Monopolen gewesen«. Es folgte ein Kommentar von Karl-Eduard von Schnitzler, der unter der Überschrift »Saboteure am Werk!« betonte, dass die demonstrierenden Bauarbeiter nichts mit den »Westberliner Brandstiftern« gemein hätten, von denen die Unruhen angefacht worden seien.²⁰</p>
<p>Am folgenden Tag erklärte er in einem weiteren Kommentar: »Es ging nicht um Normen, nicht um freie Wahlen, nicht um die Verbesserung des Lebensstandards, nicht um eine – wie immer geartete – Freiheit; sondern unter Missbrauch des guten Glaubens eines Teils der Berliner Arbeiter und Angestellten, gegen grobe Fehler bei der Normerhöhung mit Arbeitsniederlegung und Demonstrationen antworten zu müssen, wurde von bezahlten Provokateuren, vom gekauften Abschaum der Westberliner Unterwelt ein Anschlag auf die Freiheit, ein Anschlag auf die Existenz, auf die Arbeitsplätze, auf die Familien unserer Werktätigen versucht. (…)«²¹</p>
<h3>Die CIA sendet</h3>
<p>Die Rolle des <em>RIAS</em> war für die US-Administration Vorbild für weitere Propagandasender, die sich gegen das sozialistische Lager wendeten. Von München aus sendete seit 1950 <em>Radio Free Europe</em> (<em>RFE</em>) in den Sprachen der zum »Ostblock« gezählten Länder Mittel- und Osteuropas, 1953 folgte das gegen die Sowjetunion gerichtete <em>Radio Liberation</em>, das sich später in <em>Radio Liberty</em> (<em>RL</em>) umbenannte. Die bundesdeutschen Behörden hatten bei der Einrichtung der beiden Sender aufgrund des Besatzungsstatuts nichts zu melden gehabt. Erst 1955 erteilten sie die entsprechende Lizenz. Formell ist das überraschend, denn Privatsender waren damals in der Bundesrepublik nicht zugelassen, doch <em>RFE</em> und <em>RL</em> beriefen sich darauf, von US-amerikanischen Nichtregierungsorganisationen betrieben zu werden. Hinter <em>RFE</em> etwa stand offiziell die Vereinigung »Kreuzzug für die Freiheit«, der 26 Millionen US-Bürger angehört haben sollen. »Es ist eine finanziell gut fundierte Organisation, die dem Weltkommunismus entgegenwirken will«, behauptete die Hamburger Wochenzeitung <em>Die Zeit</em> 1956 in einem Artikel, in dem es um die Einflussnahme des Senders auf die Unruhen in Ungarn ging.²²</p>
<p>Erst Anfang der 1970er Jahre räumte Washington ein, dass <em>RFE</em> und <em>RL</em> von Anfang an vor allem von der CIA finanziert worden waren und private Spenden nie mehr als einen Bruchteil der Einnahmen ausmachten. Der US-Senat entzog dem Geheimdienst daraufhin die Zuständigkeit für beide Sender. Von nun an kam das Geld direkt vom Kongress. An der Einmischung in Osteuropa änderte das nichts.</p>
<p>Die DDR ihrerseits hatte bereits 1948 begonnen, gezielt Sendungen für Westberlin und die Westzonen auszustrahlen. Insbesondere der im Oktober 1948 über die instandgesetzten Anlagen in Königs Wusterhausen in Betrieb genommene <em>Deutschlandsender</em> richtete sich ganz offiziell auch an Hörer in Westdeutschland. 1959 kam mit der <em>Berliner Welle</em> ein Programm hinzu, das sich über UKW und Mittelwelle speziell an die Menschen in Westberlin wandte. Die eigenen Sendungen wie »Von Berlin – für Berlin« oder »Rund um den Ku-Damm« wurden nur am Nachmittag und Abend ausgestrahlt, zu den übrigen Zeiten übernahm man das Programm des <em>Berliner Rundfunks</em>.</p>
<p>Am 26. August 1961, knapp zwei Wochen nach der Schließung der Grenzen in Berlin, überraschte die <em>Berliner Welle</em> spätabends um 23.45 Uhr mit ungewohnten Klängen. Zu hören waren Hits aus US-amerikanischer Produktion, und in englischer Sprache richteten »Bob« und »Barbara« Grüße an die GIs aus, die an der seit dem 13. August abgeriegelten Grenze zu patrouillieren hatten. Dabei wurden die nordamerikanischen Soldaten manchmal sogar mit Name und Dienstgrad angesprochen und aufgefordert, die sie begleitenden »Westberliner Polypen« doch mal zu fragen, »was sie im letzten Krieg gemacht haben«.</p>
<p>Das Programm nannte sich OPS und war in den folgenden Monaten täglich rund 30 Minuten auf UKW und Mittelwelle in Berlin zu hören. Nicht nur die Musik glich der des US-Soldatensenders <em>AFN</em>, auch der Slogan war dem gegnerischen Kanal nachempfunden. Meldete sich dieser als »Stimme der Information und Bildung«, nahm OPS für sich in Anspruch, die »echte Stimme« zu sein. Als Erkennungszeichen nutzte man bewusst ironisch einen alten Song von Cole Porter: »Don’t Fence Me In« – Zäune mich nicht ein. Und den Hörern wurde ein »schöner Preis« versprochen, wenn sie errieten, wofür das Kürzel OPS stehen könnte.</p>
<p>Die Auflösung war »Out Post Station«, was man mit »Außenposten« übersetzen könnte. Und auch die Antwort auf die Frage, warum die Moderatoren ihre erhofften Hörer namentlich begrüßen konnten, stellte sich als recht einfach heraus, wie der <em>Spiegel</em> im Januar 1962 schrieb: Die US-Soldaten trugen ihren Namen deutlich lesbar an der Uniform, und »Volkspolizisten an der Friedrichstraße bekämpften ihre Langeweile gelegentlich damit, die Namen der US-Besatzung am Checkpoint Charlie mit Feldstechern auszuspähen und an den Soldatensender weiterzuleiten«.²³</p>
<p>OPS blieb nur wenige Monate auf Sendung, und das Echo unter den US-Soldaten blieb offenbar verhalten. Mit anderen Sendern hatte die DDR deutlich mehr Erfolg.</p>
<p><strong>Anmerkungen</strong></p>
<p>1 <em>Berliner Zeitung</em>, 16. November 1946, S. 4</p>
<p>2 <em>Neues Deutschland</em>, 24. April 1947, S. 3</p>
<p>3 <em>Neues Deutschland</em>, 30. Juli 1947, S. 2</p>
<p>4 <em>Neues Deutschland</em>, 8. August 1947, S. 2</p>
<p>5 Wilfried Rogasch: Ätherkrieg über Berlin; in: Deutsches Historisches Museum: Deutschland im Kalten Krieg, 1945 bis 1963; <a href="http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/kalter_krieg/aet_03.htm" target="_blank" rel="noopener">www.dhm.de/archiv/ausstellungen/kalter_krieg/aet_03.htm</a></p>
<p>6 Zit. nach: WDR Profil; <a href="http://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/profil/chronik/max-burghardt-102.html" target="_blank" rel="noopener">www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/profil/chronik/max-burghardt-102.htm</a></p>
<p>7 Bundesarchiv: Nachlass Max Burghardt; BA NY 4199/98</p>
<p>8 Robert Heinze: Radio Stuttgart, 1945-47 – Ein Rundfunk im Aufbau. Konstanz 2004, S. 60</p>
<p>9 Ebenda, S. 93</p>
<p>10 Wilfried Rogasch, a. a. O., <a href="http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/kalter_krieg/aet_05.htm" target="_blank" rel="noopener">www.dhm.de/archiv/ausstellungen/kalter_krieg/aet_05.htm</a></p>
<p>11 Thomas Gaevert: Kalter Krieg im Radio; Sendung am 30. Oktober 2019 auf <em>SWR 2</em>; Manuskript: <a href="http://www.swr.de/swr2/doku-und-feature/swr2-feature-2019-10-30-104.pdf" target="_blank" rel="noopener">www.swr.de/swr2/doku-und-feature/swr2-feature-2019-10-30-104.pdf</a></p>
<p>12 Vgl. <em>Spiegel online</em>: CIA finanzierte Sabotage und Anschläge in der DDR; <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/ddr-cia-finanzierte-sabotage-und-anschlaege-a-1019554.html" target="_blank" rel="noopener">www.spiegel.de/politik/ausland/ddr-cia-finanzierte-sabotage-und-anschlaege-a-1019554.html</a></p>
<p>13 Bundesminister Kaiser, Deutscher Bundestag — 85. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 14. September 1950, S. 3185; <a href="http://dserver.bundestag.de/btp/01/01085.pdf" target="_blank" rel="noopener">dserver.bundestag.de/btp/01/01085.pdf</a></p>
<p>14 Sina Rosenkranz und Sarah Renner: »Sie stehen nicht allein da in der Zone«; in: <em>Rundfunk und Geschichte</em> Nr. 1–2/2007, S. 15 ff.; <a href="http://rundfunkundgeschichte.de/assets/RuG_2007_1-2.pdf" target="_blank" rel="noopener">rundfunkundgeschichte.de/assets/RuG_2007_1-2.pdf</a></p>
<p>15 Schreiben von Generalmajor R. C. Partridge an Alen Dulles, 3. August 1953; <a href="http://www.cia.gov/readingroom/docs/CIA-RDP80R01731R000800130014-9.pdf" target="_blank" rel="noopener">www.cia.gov/readingroom/docs/CIA-RDP80R01731R000800130014-9.pdf</a></p>
<p>16 Stefanie Eisenhuth, Scott H. Krause: Inventing the »Outpost of Freedom «; in: <em>Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History</em> 11 (2014), S. 205 f.; <a href="http://zeithistorische-forschungen.de/2-2014/5093" target="_blank" rel="noopener">zeithistorische-forschungen.de/2-2014/5093</a></p>
<p>17 <em>Deutschlandfunk Kultur</em>: Bahr: <em>RIAS</em> war Katalysator des Aufstandes (9. Januar 2006); <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/bahr-rias-war-katalysator-des-aufstandes-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/bahr-rias-war-katalysator-des-aufstandes-100.html</a></p>
<p>18 Wilfried Rogasch, a. a. O., <a href="http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/kalter_krieg/aet_06.htm" target="_blank" rel="noopener">www.dhm.de/archiv/ausstellungen/kalter_krieg/aet_06.htm</a></p>
<p>19 Vgl. ebd.</p>
<p>20 Ingrid Pietrzynski: »Eine Republikparteischule, noch dazu eine schlechte …«; in: <em>Rundfunk und Geschichte</em>, Nr. 1/2/2003, S. 21; <a href="http://rundfunkundgeschichte.de/assets/RuG_2003_1-2.pdf" target="_blank" rel="noopener">rundfunkundgeschichte.de/assets/RuG_2003_1-2.pdf</a></p>
<p>21 Karl Eduard von Schnitzler: Der Anschlag auf den Frieden ist gescheitert (DDR-Rundfunk, 18.6.1953); <a href="http://www.17juni53.de/chronik/530618/doc_4.html" target="_blank" rel="noopener">www.17juni53.de/chronik/530618/doc_4.html</a></p>
<p>22 Was tat <em>Radio Free Europe</em>?; in: <em>Die Zeit</em> Nr. 48/1956; <a href="http://www.zeit.de/1956/48/was-tat-radio-fee-europe/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener">www.zeit.de/1956/48/was-tat-radio-fee-europe/komplettansicht</a></p>
<p>23 Don’t Fence Me In; in: <em>Der Spiegel</em> Nr. 4/1962; <a href="http://www.spiegel.de/politik/dont-fence-me-in-a-48e87747-0002-0001-0000-000045138058" target="_blank" rel="noopener">www.spiegel.de/politik/dont-fence-me-in-a-48e87747-0002-0001-0000-000045138058</a></p>
<p>Erschienen am 5. August 2023 in der <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/456280.rundfunkgeschichte-auftrag-antikommunismus.html" target="_blank" rel="noopener">Tageszeitung junge Welt</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>News für den Klassenfeind</title>
		<link>https://www.andre-scheer.de/news-fuer-den-klassenfeind/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2020 12:15:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Radiogeschichte(n)]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Soldatensender]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 1. Oktober 1960 meldete sich auf Mittelwelle 935 Kilohertz (kHz) zum ersten Mal der Deutsche Soldatensender (DSS) zu Wort.[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. Oktober 1960 meldete sich auf Mittelwelle 935 Kilohertz (kHz) zum ersten Mal der <em>Deutsche Soldatensender</em> (<em>DSS</em>) zu Wort. Er richtete sich an die Uniformierten der Bundeswehr, wurde jedoch von der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR betrieben. Mit dem erst im Juni 1960 beschlossenen Start kam der Nationale Verteidigungsrat der DDR seinen westlichen Gegnern zuvor: Im Jahr zuvor hatte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) angeordnet, regelmäßige Rundfunksendungen zu starten, die sich an die Soldaten der NVA wenden sollten. Als Termin dafür hatte »FJS« gerade jenen 1. Oktober 1960 angepeilt und am 4. November 1959 in Rengsdorf im Westerwald die »Radiokompanie 993« aufstellen lassen. Im September 1960 wurde diese mit einem 20 Kilowatt starken Mittelwellensender der Firma Telefunken ausgestattet. Doch der von Strauß erhoffte Propagandasender blieb in den Anfängen stecken. Nur 1962 und 1963 gab es offenbar einige nächtliche Rundfunksendungen, mit denen versucht wurde, auf die Uniformierten der NVA einzuwirken.<span id="more-4590"></span></p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt hatte der aus der DDR funkende <em>Deutsche Soldatensender</em> schon eine treue Hörergemeinde gewinnen können. 1965 schrieb der <em>Spiegel</em> unter Berufung auf Gewährsleute im Bundesverteidigungsministerium, dass nicht weniger als 86 Prozent der Bundeswehr-Soldaten morgens vor Dienstbeginn den <em>Soldatensender</em> einschalteten. Die Radiomacher richteten ihre Studios im früheren Funkhaus Berlin-Grünau ein. Gegenüber ihrer westlichen Konkurrenz verfügten sie über einen vielleicht entscheidenden Vorteil: Bereits seit 1956 wurde in der DDR der <em>Deutsche Freiheitssender 904</em> betrieben. Er hatte sich zum ersten Mal unmittelbar nach dem Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands gemeldet, als »einziger Sender der Bundesrepublik, der nicht unter Regierungskontrolle steht« (siehe <em>jW</em> vom 16. Januar 2020). Er erfreute sich gerade bei Soldaten der Bundeswehr großer Beliebtheit, woran die NVA-Station anknüpfen sollte.</p>
<p>Beide Stationen teilten sich dieselbe, Medienberichten zufolge 250 Kilowatt starke Sendeanlage in Burg bei Magdeburg. Der <em>Soldatensender</em> meldete sich fünfmal täglich, um 6.15, 12.30, 18.00, 20.15 und 23.30 Uhr. Für die dazwischenliegenden Sendungen des <em>Freiheitssenders</em> mussten Techniker die Antenne auf dessen Frequenz umschalten. Wohl auch deshalb lagen der <em>Freiheitssender</em> auf 904 kHz und der <em>Soldatensender</em> auf 935 kHz eng nebeneinander auf der Skala – und vielen Hörern war es sowieso gleich, welchen von beiden sie gerade empfingen. Beide fesselten ihr meist junges Publikum mit aktueller Tanzmusik, die auch in den öffentlich-rechtlichen Westsendern kaum zu hören war. Jahrzehnte später erzählten Beteiligte schmunzelnd, wie sie in Westberliner Geschäften die neuesten Platten erworben oder auf kommerziellen Sendern wie <em>Radio Luxemburg</em> mitgeschnitten hatten.</p>
<p>Die Hörer in Uniform interessierten außerdem die vom <em>Soldatensender</em> verbreiteten und erstaunlich oft zutreffenden Informationen über angesetzte Nachtübungen, Schikanen von Vorgesetzten oder auch schlüpfrigen Details um Vorgänge in den Kasernen. So berichtete <em>DSS</em> einmal, wie sich die Soldaten der Luftlandeschule Altenstadt mit der Tochter des Wirts vergnügten: »Wenn wir schon nicht die Kantinenpreise drücken können, dann wenigstens das Maskottchen«. Über den Sender gingen auch Kontaktanzeigen junger Frauen, die sich »Brieffreunde« wünschten, sowie Geburtstagsglückwünsche an Wehrpflichtige. Für solche Anliegen nannte der <em>Soldatensender</em> die Adresse Werner Schütz, Postfach 116, Berlin W 8. Das stand für das Hauptpostamt W 8 in der Französischen Straße 9–12 – in der Hauptstadt der DDR. Im <em>Soldatensender</em> nahm man aber gern in Kauf, dass die Adresse nach Westberlin klang.</p>
<p>Zu einem Ritual wurde offenbar auch, die häufigen Abstürze der berüchtigten »Starfighter«-Kampfjets der Luftwaffe zu zelebrieren: Wenn wieder ein Pilot ums Leben gekommen war, wurde auf 935 das Soldatenlied »Ich hatt’ einen Kameraden« gespielt.</p>
<p>Noch 1971 bescheinigte der damalige Leiter des Presse- und Informationszentrums des Bundesverteidigungsministeriums, Brigadegeneral Carl-Gero von Ilsemann, gegenüber dem <em>Spiegel</em> den Funkern aus dem Osten, diese hätten zu Beginn noch geklungen wie die Landser im Zweiten Weltkrieg, das habe sich aber bald geändert: »Mittlerweile haben sie sich eingeschossen.«</p>
<p>Wenige Monate später war Schluss: Im Sommer 1972 verschwand der <em>Deutsche Soldatensender</em> aus dem Äther. In der letzten Sendung, die am 1. Juli gelaufen sein soll, kündigte das Moderatorenpaar »Kathrin« und »Martin« nur an, dass der Sender »aus technischen Gründen« für einige Tage pausieren werde. Tatsächlich war die Einstellung eine Folge der unter Bundeskanzler Willy Brandt eingeleiteten Entspannungspolitik zwischen Ost und West. Wie der <em>Spiegel</em> damals berichtete, hatten sich die Unterhändler Egon Bahr (BRD) und Michael Kohl (DDR) auf ein »Tauschgeschäft« geeinigt: Die Bundeswehr hörte auf, Luftballons mit Propagandamaterial über die Grenze in die DDR zu schicken, dafür schaltete die NVA ihren Sender ab.</p>
<p>Erschienen am 1. Oktober 2020 in der <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/387535.mediales-störfeuer-news-für-den-klassenfeind.html" target="_blank" rel="noopener">Tageszeitung junge Welt</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>»Don’t fence me in«</title>
		<link>https://www.andre-scheer.de/dont-fence-me-in/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2020 17:44:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Radiogeschichte(n)]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Welle]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
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					<description><![CDATA[In den 1960er Jahren strahlte der Rundfunk der DDR zwei Programme aus, die sich auch an Hörer im Westen wandten:[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den 1960er Jahren strahlte der Rundfunk der DDR zwei Programme aus, die sich auch an Hörer im Westen wandten: das des <em>Deutschlandsenders</em> und das der <em>Berliner Welle</em>. Die letztere war – wie es in einer offiziellen Selbstdarstellung hieß – »mit ihrem Sendeanliegen vor allem an die Bürger in Westberlin« gerichtet, mit Themen »die den politischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Belangen der besonderen politischen Einheit Westberlin entsprechen«.<span id="more-4581"></span></p>
<p>Werktags war die <em>Berliner Welle</em> nur nachmittags und abends zu hören, ansonsten wurde das Programm des <em>Berliner Rundfunks</em> übernommen, der in den Wochen nach der Abriegelung Westberlins am 13. August 1961 rund um die Uhr sendete. Am 26. August 1961 überraschte die <em>Berliner Welle</em> dann um 23.45 Uhr mit ungewohnten Klängen. Zu hören waren – ansonsten im DDR-Rundfunk verpönte – Hits aus US-amerikanischer Produktion, und in englischer Sprache richteten »Bob« und »Barbara« Grüße an die GIs aus, die an der zwei Wochen zuvor geschlossenen Systemgrenze patrouillieren mussten. Dabei wurden die nordamerikanischen Soldaten manchmal sogar mit Nennung ihres Namens und Dienstgrades aufgefordert, die sie begleitenden »Westberliner Polypen« doch mal zu fragen, »was sie im letzten Krieg gemacht haben«.</p>
<p>Das Programm nannte sich <em>OPS</em> und war in den folgenden Monaten täglich rund 30 Minuten auf UKW und Mittelwelle in Berlin zu hören. Nicht nur die Musik glich der des US-Soldatensenders <em>AFN</em>, auch der Slogan war dem gegnerischen Kanal nachempfunden. Meldete sich dieser als »Stimme der Information und Bildung«, nahm <em>OPS</em> für sich in Anspruch, die »echte Stimme« zu sein. Und den Hörern wurde ein »schöner Preis« versprochen, wenn sie errieten, wofür das Kürzel OPS stehen könnte.</p>
<p>Die Auflösung war »Out Post Station«, was man mit »Außenposten« übersetzen könnte. Und auch die Antwort auf die Frage, warum die Moderatoren ihre erhofften Hörer namentlich begrüßen konnten, stellte sich als recht einfach heraus, wie der <em>Spiegel</em> im Januar 1962 schrieb: Die US-Soldaten trugen ihren Namen deutlich lesbar an der Uniform, und »Volkspolizisten an der Friedrichstraße bekämpften ihre Langeweile gelegentlich damit, die Namen der Besatzung des US-Checkpoints Charlie mit Feldstechern auszuspähen und an den Soldatensender weiterzuleiten«.</p>
<p>In Erinnerung blieb, mit welchem Signal sich <em>OPS</em> täglich meldete. Die Sendungen begannen und endeten mit einem alten Song von Cole Porter: »Don’t Fence Me In« – Zäune mich nicht ein.</p>
<p>Erschienen am 23. Juli 2020 in der <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/382804.außenposten-don-t-fence-me-in.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tageszeitung junge Welt</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Kohlemax auf Mittelwelle</title>
		<link>https://www.andre-scheer.de/kohlemax-auf-mittelwelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jan 2020 12:59:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Radiogeschichte(n)]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Freiheitssender 904]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Soldatensender]]></category>
		<category><![CDATA[KPD]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Hamburger Abendblatt jubelte: »Alle KP-Büros ohne Widerstand geschlossen«. In den größeren Städten der Bundesrepublik habe die Polizei die Gebäude[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das <em>Hamburger Abendblatt</em> jubelte: »Alle KP-Büros ohne Widerstand geschlossen«. In den größeren Städten der Bundesrepublik habe die Polizei die Gebäude der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und ihrer Zeitungen und Druckereien besetzt, schrieb die Springer-Zeitung am 18. August 1956. Einen Tag zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht die KPD verboten, die Kommunisten sollten mundtot gemacht werden. Doch das misslang. In einer Randnotiz teilte das <em>Hamburger Abendblatt</em> mit: »Ein sogenannter <em>Deutscher Freiheitssender</em> nahm seine Tätigkeit auf.«<span id="more-4551"></span></p>
<p>Über Mittelwelle meldete sich von nun an mehrfach täglich der <em>Deutsche Freiheitssender 904</em>. Zwei seiner Mitarbeiter, Hans Canjé und Achim Becker, erinnerten sich 2006 in einem Beitrag für <em>junge Welt</em> an die erste Sendung nur wenige Stunden nach dem Urteil des obersten westdeutschen Gerichts: »Über die Anfangstakte von Beethovens ›Freude schöner Götterfunke‹ verkündet eine unpathetische, aber sich Aufmerksamkeit verschaffende Stimme: ›Hier ist der <em>Deutsche Freiheitssender 904</em> – der einzige Sender der Bundesrepublik, der nicht unter Regierungskontrolle steht.‹ (…) Verlesen wurde in dieser ersten Sendung eine Erklärung des Parteivorstandes der KPD zu der am Vormittag verkündeten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe über das von der Adenauer-Regierung im November 1951 beantragte Verbot der Partei. Dann ging es in der Sendung recht martialisch weiter: Die Namen der für das Verbot Verantwortlichen wurden genannt und hinter jedem Namen folgte, von uns eingefügt, ein Tonausschnitt aus der Urteilsverkündung im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess aus dem Jahr 1946: ›… zum Tode durch den Strang‹.«</p>
<p>Die illegale Stimme der KPD sorgte für Aufregung und Spekulationen, zumal man besonders in der Anfangszeit einige Mühe darauf verwendete, sich als Untergrundsender auszugeben, der von irgendwo in der Bundesrepublik aus betrieben wurde. Sendungen wurden immer wieder kurz unterbrochen, weil Peilwagen der Bundespost oder die Polizei gefährlich nahe gekommen seien, oder man entschuldigte sich für Probleme, »weil wir unter schwierigsten Bedingungen senden müssen«. Im November 1956 zitierte das <em>Neue Deutschland</em> aus einem Beitrag der <em>Süddeutschen Zeitung</em>, wonach der Verfassungsschutz nach <em>904</em> fahnde: »Der Sender führe seine Tätigkeit im ›Raum von Hannover‹ durch, sei jedoch ein ›fliegender Sender‹, heißt es in der Zeitung.«</p>
<p>Tatsächlich stand die Sendeanlage in Burg bei Magdeburg. Obwohl das im Westen bald kein Geheimnis mehr war, blieb der Reiz des Verbotenen. Zudem konnte <em>904</em> mit überraschend detaillierten Nachrichten aufwarten, zum Beispiel mit Warnungen vor Verkehrskontrollen oder – an die Soldaten der Bundeswehr gerichtet – mit Hinweisen auf bevorstehende Nachtübungen.</p>
<p>»Selbstverständlich bezog <em>DFS 904</em> zum Teil Informationen aus den westdeutschen Zeitungen und ihren Lokal- und Regionalausgaben«, schrieben Becker und Canjé 2006 in der <em>jW</em>. »Wesentlicher waren aber die eigenen Recherchen vor Ort. Dabei galt Faktenbezug und Detailtreue in der Darstellung als erstes Gebot. (…) Wenn dann am Abend desselben oder nächsten Tages ein entsprechender Beitrag über den Sender ging oder zum Beispiel ›Kohlemax‹, ein Ruhrgebietler von echtem Schrott und Korn, seine mit diesen Fakten angereicherte Betrachtung in den Äther sprach, dann kam das bei der arbeitenden Bevölkerung gut an (…) Hin und wieder gab es Tage später einen freundlichen Händedruck von einem Arbeiter, der sich (trotz aller Konspiration) daran erinnerte, dass er uns informiert oder gar ins Mikrofon gesprochen hatte.«</p>
<p>Hinzu kamen immer wieder rätselhafte Durchsagen: »Wir rufen den Stellvertreter von Drosselbart. Die Karawane trifft zwei Stunden früher ein.« Viele Hörer vermuteten, dass sich diese Ansagen an Gruppen der KPD im Untergrund richteten. Tatsächlich waren die »Eidechsen«, wie diese kurzen Statements bei den Mitarbeitern genannt wurden, vor allem ein Werbegag.</p>
<p>Hauptgrund, <em>904</em> einzuschalten, war für die meisten Hörer jedoch die Musik. Auf dem <em>Freiheitssender</em> gab es die neuesten Hits, ohne dass die Moderatoren aus Rücksicht auf die um ihre Umsätze besorgte Schallplattenindustrie in die Lieder hineinquatschten. Die Stücke besorgte man sich einfach bei der Konkurrenz im Westen oder auch bei Piratensendern wie <em>Radio Caroline</em>, das von einem Schiff in der Nordsee aus funkte (siehe <em>jW</em> vom 15.8.2019). »Wir haben mitgeschnitten auf Teufel komm raus«, erzählte Canjé in einem Interview, das im August 2006 in der <em>jW</em> erschien. »Schallplattenkauf war auch eine ganz wichtige Sache auf unseren Reisen. Wir haben nicht nur Streikberichterstattung gemacht, sondern auch in den Musikgeschäften aktuelle Raritäten gekauft.«</p>
<p>15 Jahre lang sendete der <em>Freiheitssender</em> mehrmals täglich – bis zum 30. September 1971. Knapp zwei Wochen später meldete das Nachrichtenmagazin <em>Der Spiegel</em>: »Mit dem Sendeschluss, so vermuten westliche Geheimdienstler, will die DDR das Ende der verfassungswidrigen KPD signalisieren, deren Chef Max Reimann am 27. September Mitglied der (1968 gegründeten) Deutschen Kommunistischen Partei geworden ist.«</p>
<p>Erschienen am 16. Januar 2020 in der <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/370672.stimme-der-kommunisten-kohlemax-auf-mittelwelle.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tageszeitung <em>junge Welt</em></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rundfunk in der Deutschen Demokratischen Republik</title>
		<link>https://www.andre-scheer.de/rundfunk-in-der-deutschen-demokratischen-republik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Aug 1991 15:32:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rundfunk in der DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Welle]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Demokratische Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Freiheitssender 904]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Soldatensender]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandsender]]></category>
		<category><![CDATA[Ferienwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendradio DT 64]]></category>
		<category><![CDATA[Radio DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Radio Moskau]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Sender Frieden und Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Stimme der DDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Hier findet Ihr den Text meiner Brosch&#252;re &#252;ber den Rundfunk in der DDR, die im August 1991 im Kurzwellen-Pressedienst erschienen[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-793" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_ddr_cover.gif" hspace="6" alt="Rundfunk in der DDR" title="Rundfunk in der DDR" border="0" style="float: left;" width="250" height="357" />Hier findet Ihr den Text meiner Brosch&uuml;re &uuml;ber den Rundfunk in der DDR, die im August 1991 im Kurzwellen-Pressedienst erschienen ist. <span id="more-803"></span> </p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Anf&auml;nge in Tr&uuml;mmern</h1>
<p> Berlin liegt in Tr&uuml;mmern. Der Zweite Weltkrieg ist erst seit Stunden beendet, erst zwei Tage sind seit dem Ende des Krieges vergangen, der ganz Europa in Tr&uuml;mmern legte und &uuml;ber Millionen und Abermillionen von Menschen Tod und Elend brachte. </p>
<p>Es ist der 10. Mai 1945. Gerade 48 Stunden sind seit der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation Deutsch&shy;lands vergangen. An diesem Tage unterzeichnet der sowjet&shy;ische Generaloberst N.E. Bersarin, seit der Eroberung Berlins durch sowjetische Truppen am 28. April 1945 Stadtkomm&shy;andant, die Erlaubnis f&uuml;r die Errichtung eines Rundfunk&shy;senders durch deutsche Antifaschisten &#8211; Kommunisten und Mitglieder des &quot;Nationalkomitees Freies Deutschland&quot;, das bereits w&auml;hrend des Krieges von der Sowjetunion aus den Sender Freies Deutschland betrieben hatte. </p>
<p> <em>&quot;Hier spricht Berlin! Hier spricht Berlin auf Wellenl&auml;nge 356 Meter! Wir beginnen unsere Sendung!&quot;</em> </p>
<p>Mit diesen Worten ist am 13. Mai 1945, nur f&uuml;nf Tage nach Ende von zw&ouml;lf Jahren des Grauens, wieder ein deutscher Sender zu h&ouml;ren. </p>
<p>Alles ist provisorisch. Ein heiles Studio gibt es in der zerst&ouml;rten Stadt naturgem&auml;&szlig; nicht. Der Sprecher dieser ersten Sendung sitzt in einem notd&uuml;rftig hergerichteten Raum im Geb&auml;ude des Senden Berlin-Tegel. Mit Balken ist die br&uuml;chige Decke abgest&uuml;tzt, durch die zerbrochenen Scheiben klingt vom Hof Stimmengewirr herauf. Unmittel&shy;bar vor Beginn der ersten Sendung um 20.00 Uhr st&uuml;rzt der Sprecher an das Fenster und ruft in den Hof herunter, man m&ouml;ge ruhig sein, er beginne jetzt mit der Sendung. </p>
<p>70 Minuten dauert diese Sendung, bis der Sprecher sich um 21.10 Uhr mit der Ank&uuml;ndigung verabschiedet, man w&uuml;rde sich am n&auml;chsten Tag um 12.00 Uhr wieder melden. </p>
<p>Die Sendar sind zuvor von sowjetischen Nachrichten-Offizieren geschaltet worden. Eine Leitung zwischen Studio und Sender gibt es nicht. Die erste Sendung wird direkt am Sender gesprochen, nach dem Umzug in die notd&uuml;rftig instandgesetzten R&auml;umlichkeiten im Funkhaus an der Masurenallee werden die vorproduzierten B&auml;nder mit dem Auto zum Sender transportiert. </p>
<p>In den folgenden Tagen legen sowjetische Pioniere ein Telefon-Feldkabel zwischen dem Funkhaus und dem Sender. Dank dieser Verbindung kann die Sendezeit ausgeweitet werden, die in den ersten Tagen nur zwei t&auml;gliche Stun&shy;den betragen hatte. Innerhalb einer Woche steigt die Sende&shy;zeit auf 19 Stunden t&auml;glich, so da&szlig; man zwischen 6.00 und 1.00 Uhr sendet. Doch noch sind St&ouml;rungen h&auml;ufig. Das eiligst &uuml;ber die Tr&uuml;mmer verlegte Kabel wird durch herabst&uuml;rzende Tr&uuml;mmer besch&auml;digt oder scheuert sich durch. Immer beheben sowjetische Soldaten die Sch&auml;den, so da&szlig; der Sendebetrieb fortgesetzt werden kann. </p>
<p>Die Aufgaben des jungen Rundfunks werden ihm von der Milit&auml;rregierung gestellt. Er soll dazu beitragen, die Deutschen im Sinne einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung zu erziehen. Das beinhaltet die Berichterstattung &uuml;ber die Bildung demokratischer Parteien gem&auml;&szlig; dem Befehl Nummer 2 der sowjetischen Milit&auml;rregierung, das hei&szlig;t, da&szlig; der neue Rundfunk dazu beitr&auml;gt, die &Uuml;berreste des Hitlerregimes zu beseitigen, den Kampf gegen Hunger und Obdachlosigkeit anzugehen. Er propagiert den Aufbau demo&shy;kratischer Selbstverwaltungsorgane, die Enteignung der Kriegsverbrecher und Nazibonzen und die Schaffung eines Blocks von antifaschistisch-demokratischen Parteien. Wie dieser Ansatz endete, wissen wir. </p>
<p>Nach dem Beginn der Sendungen stellt sich nun die Aufgabe, alle Teile der sowjetischen Besatzungszone mit dem Rundfunkprogramm des Berliner Rundfunks zu erreichen. Und das bedeutet nat&uuml;rlich den Aufbau eines Sendernetzes. </p>
<p>Am 29. August 1945 &uuml;bertr&auml;gt der Sender Leipzig erstmals probeweise das Programm aus Berlin, der regul&auml;re Sende&shy;betrieb beginnt am 15. September. In Magdeburg geht ein schwacher Gleichwellensender in Betrieb und am 15. Novem&shy;ber beginnt ein 300-Watt-Mittelwellensender in Weimar mit der Ausstrahlung des Berliner Programmes. Dresden beginnt am 7. Dezember, Schwerin am 24. Dezember und der Langwellensender K&ouml;nigs Wusterhausen am 25. Dezember mit der Ausstrahlung des Berliner Rundfunks. So stehen am Ende des Jahres 1945 sieben Sender f&uuml;r die Ausstrahlung des neuen Rundfunks zur Verf&uuml;gung. </p>
<p>Am 21. Dezember 1945 unterstellt der Stellvertreter des Leiters der Propagandaabteilung der Sowjetischen Milit&auml;radministration in Deutschland (SMAD), Oberst Tulpanow, den gesamten Rundfunk der Zentralverwaltung f&uuml;r Volks&shy;bildung, die am 10. August 1945 gebildet worden ist. Gleichzeitig beginnen Vorbereitungen, neben den Funkh&auml;usern in Berlin und Leipzig, in dem schon seit dem 22. Septem&shy;ber 1945 eine Au&szlig;enstelle des Berliner Rundfunks besteht, in allen Landesteilen selbst&auml;ndige Landessender in Betrieb zu nehmen. Diese Landessender in Dresden, Halle, Schwerin und Weimar sollen die deutschen Verwaltungen unterst&uuml;tzen und die Autorit&auml;t der Landesregierungen st&auml;rken. </p>
<p>Ein Rundfunkstudio in Weimar ist am 1. Dezember 1945 feierlich eingeweiht worden und am 1. Januar 1946 sagt der Berliner Rundfunk erstmals den Landessender Weimar als angeschlossene Station an. </p>
<p>Die erste Sendung des Dresdener Senders geht am 7. Dezember &uuml;ber den &Auml;ther. Dieser Tag ist der Geburtstag des Mitteldeutschen Rundfunks mit Sendern in Dresden und Leipzig. Die Sendungen bestehen zun&auml;chst aus 15 bis 20 Minuten Nachrichten aus dem mitteldeutschen Raum. Damit ist der Mitteldeutsche Rundfunk die zweite Senderkette, die in der Sowjetischen Besatzungszone ein Programm ausstrahlt, das keine &Uuml;bernahme aus Berlin ist. </p>
<p> Vom ersten Tage des Bestehens des Senders Schwerin gibt es auch Sendungen des Landessenders Schwerin. </p>
<p>Am 20. Juni 1946 spricht um 6.20 Uhr der Vizepresident der Provinzialverwaltung der Mark Brandenburg, Heinrich Rau, die Er&ouml;ffnungsworte des Landessenders Potsdam. </p>
<p>Die Gr&uuml;ndungsphase der f&uuml;nf Landessender wird abgeschlossen, als am 24. Dezember 1946 der Landessender Halle sein erstes Programm ausstrahlt. Mit der Inbetriebnahme des Senders Bernburg wird der zu schwache Gleichwellensender in Magdeburg abgeschaltet. </p>
<p>In der Folge werden leistungsf&auml;higere Sender aufgebaut und einige Landessender ziehen in bessere Funkh&auml;user um. Ab 1947 werden die Sendekapazit&auml;ten ausgebaut und weitere Sender in Betrieb genommen, so Leipzig II, der das Programm des Berliner Rundfunks &uuml;bernimmt. </p>
<p>Am 3. Oktober 1948 beginnen die Sendungen des Deutsch&shy;landsenders, der sich an H&ouml;rerinnen und H&ouml;rer in &quot;ganz Deutschland&quot; wendet &#8211; die Wiedervereinigung ist noch Ziel der DDR-Politik. </p>
<p>Die Zeit der eigenst&auml;ndigen Landessender, die relativ unabh&auml;ngig von der Zentrale in Berlin ihre Programme produzieren k&ouml;nnen &#8211; wenn auch immer unter der Kontrolle der Staatsorgane -, w&auml;hrt jedoch nicht lange. Schon bald nach der Gr&uuml;ndung der Deutschen Demokratischen Republik am 7. Oktober 1949 wird ein Kurs der Zentrali&shy;sierung eingeschlagen, der seinen H&ouml;hepunkt in der Auf&shy;l&ouml;sung der L&auml;nder und der Schaffung von Regierungsbe&shy;zirken findet. </p>
<p>Von dieser Zentralisierung wird auch der Rundfunk nicht verschont. Im September 1952 werden alle Landessender, der Deutschlandsender und der Berliner Rundfunk zum Deutschen Demokratischen Rundfunk zusammengeschlossen. </p>
<p>Ab dem 7. September 1952 gibt es nur noch drei Programme, die zentral in Berlin produziert werden. Die westdeutsche Zeitschrift &quot;Rundfunk und Fernsehen&quot; nennt in der Mitte der 50er Jahre die drei Programme Berlin I, Berlin II und Berlin III. </p>
<p>Bei Berlin I handelt es sich um den Deutschlandsender, der sein &quot;gesamtdeutsches Kampfprogramm&quot; ausstrahlt &uuml;ber die Mittelwellensender Berlin-K&ouml;penick (220 kW &#8211; 782 kHz), Schwerin (20 kW &#8211; 728 kHz), Erfurt (20 kW -801 kHz) und &uuml;ber die Kurzwellensender in K&ouml;nigs Wusterhausen auf 6115 und 7150 kHz. Dar&uuml;berhinaus ist in Berlin der UKW-Sender 94,5 MHz in Betrieb. </p>
<p>Bei Berlin II d&uuml;rfte es sich um einen Vorl&auml;ufer des sp&auml;ter startenden Radio DDR handeln. Das Programm be&shy;handelt &quot;Fragen des Marxismus-Leninismus&quot; und das &uuml;ber den Langwellensender K&ouml;nigs Wusterhausen (100 kW &#8211; 185 kHz) und &uuml;ber die Mittelwellensender Dresden I (2 kW &#8211; 910 kHz), Dresden II (2 kW &#8211; 1016 kHz) und Bernburg (20 kW -1196 kHz). </p>
<p>Der &quot;Pflege des Nationalen Kulturerbes&quot; widmet sich das Programm von Berlin III, wobei es sich hier um den Berliner Rundfunk handeln d&uuml;rfte. Neben dem Berliner UKW-Sender 92,5 MHz l&auml;uft Berlin III &uuml;ber die Mittel&shy;wellensender Leipzig I (70 kW &#8211; 1042 kHz), Plauen (20 kW -1484 kHz), Potsdam (20 kW &#8211; 1570 kHz) und &uuml;ber den Kurz&shy;wellensender Leipzig II auf 9730 kHz. </p>
<p> In der Woche vom 21.9. bis zum 27.9.1952 sah der Anteil von Wort- und Musiksendungen bei den Programmen der DDR so aus:   </p>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left">
<tbody>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin I</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin II</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin III</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="2" style="vertical-align: top; text-align: left">Wortsendungen</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">3072 Min.</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">3072 Min.</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">3439 Min.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">38,06%</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">37,65%</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">30,71%</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="2" style="vertical-align: top; text-align: left">Musiksendungen</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">4891 Min.</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">5101 Min.</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">5477 Min.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">59,50%</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">63,44%</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">67,61%</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>	   Die Bezeichnung &quot;Berlin I/II/III&quot; ist ansonsten ungebr&auml;uchlich. </p>
<p>Seit dem 14. August 1952 unterstehen alle Rundfunksender in der DDR dem Staatlichen Komitee f&uuml;r Rundfunk, dessen Vorsitzender bis zum 1. August 1958 Kurt Hei&szlig; (nat&uuml;rlich SED) ist. Er wird von Prof. Herman Ley abgel&ouml;st. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Deutschlandsender</h1>
<div align="center"><img decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-794" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_deutschlandsender.gif" hspace="6" alt="Deutschlandsender" title="Deutschlandsender" border="0" style="float: left;" width="79" height="150" /></div>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left">
<tbody>
<tr>
<td rowspan="15" style="text-align: left; vertical-align: top"><span style="font-weight: bold">Sender (1968):</span></td>
<td rowspan="9" style="text-align: left; vertical-align: top">UKW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Sonneberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">94,2 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Schwerin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">95,25 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Leipzig</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">96,6 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Marlow</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">96,65</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dequede</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">96,9 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Karl-Marx-Stadt</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,05 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Inselsberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,15 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Brocken</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,4 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin-K&ouml;penick</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,65 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">3 kW</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="3" style="text-align: left; vertical-align: top">MW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Burg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">782 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">250 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Schwerin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">728 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">250 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Suhl</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">692 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">250 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">LW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">K&ouml;nigs Wusterhausen</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">185 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">200/1000 kW</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">KW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">6115 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">7185 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">5 kW</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> Der Deutschlandsender ist als &quot;gesamtdeutsches Kampfpro&shy;gramm&quot; konzipiert und wendet sich sowohl an H&ouml;rer in der DDR als auch in der Bundesrepublik. Sein Sendestart ist am 3. Oktober 1948 als zweites Programm f&uuml;r die gesamte damalige Sowjetische Besatzungszone. </p>
<p> Die &quot;S&uuml;ddeutsche Zeitung&quot; schreibt &uuml;ber die Programme des Deutschlandsenders: </p>
<p>&quot;Der Deutschlandsender besteht seit 1949. Seitdem funkte er t&auml;glich 24st&uuml;ndig &uuml;ber Lang-, Mittel- und Kurzwelle Agitationsnachrichten gen Westen, gest&uuml;tzt auf Berichte von Korrespondenten, die mehr im tr&uuml;ben denn im Licht der Bundesrepublik fischten. Seine &#39;operative&#39; Arbeit hatte rein subversiven Charakter. Gelenkt vom Zentralkomitee der SED, &#39;westlich&#39; aufgemacht, versuchte der Deutschlandsender Meinung zu manipulieren, ohne R&uuml;cksicht auf den Wahrheitsgehalt der Nachricht. <br />(&#8230;) Nie scheut man vor l&uuml;gen&shy;haften Verdrehungen zur&uuml;ck. Ein Meister dieser Taktik ist der Chefkommentator Karl-Eduard von Schnitzler. Er ist der geisti&shy;ge Urheber der antiwestlichen Argumentation. Ihm kam nur noch der zeitweilige Vorsitzende des Rundfunkkomitees, Gerhart Eisler, gleich. Der inzwischen gestorbene Agitator nannte bei&shy;spielsweise Adenauer einen &#39;l&auml;cher&shy;lichen, b&ouml;sartigen Zwerg&#39;, den ehemaligen NATO-General Norstad einen &#39;niedertr&auml;chtigen Halunken&#39;, wie &uuml;berhaupt seiner Meinung nach in Bonn nur &#39;politische Mi&szlig;geburten&#39; sa&szlig;en. <br />Der Stil hat sich inzwischen ein wenig gewandelt. Man gibt sich sach&shy;licher, doch nicht ohne Sch&auml;rfe. Der H&ouml;rer wird stets h&ouml;flich begr&uuml;&szlig;t: &#39;Einen wundersch&ouml;nen Abend w&uuml;nsche ich Ihnen, meine H&ouml;rerinnen und H&ouml;rer.&#39; Oft werden Heine und Goethe strapaziert. Auch das Funktion&auml;rsdeutsch ist aus den Nachrichten und Kommentaren ver&shy;schwunden. Morgens &#39;leichtes Fr&uuml;hpro&shy;gramm&#39;, vormittags Jugend-, Schul- und Kinderfunk sowie Sendungen f&uuml;r die Hausfrau.&quot; (SZ, 8. 11. 1971) </p>
<p>Bei seinem Sendestart kriegt der Deutschlandsender seinen Auftrag mitgeteilt. Danach soll er als einziger Sender, der in ganz Deutschland geh&ouml;rt werden kann, vor allem an die westdeutschen H&ouml;rer wenden. &quot;In seiner Aufkl&auml;rungs&shy;arbeit&quot;, hei&szlig;t es in dem Programmauftrag, &quot;bek&auml;mpft er die L&uuml;genhetze und widerlegt sie durch Tatsachen aus dem Leben der Werkt&auml;tigen im &ouml;stlichen Deutschland.&quot; Eine seiner ersten Sendungen hei&szlig;t &quot;Wir sprechen f&uuml;r Westdeutschland&quot;, Gru&szlig;sendungen wie &quot;Von Hafen zu Hafen&quot; oder &quot;F&uuml;r die Kumpel an Ruhr und Saar&quot; sollen Einflu&szlig; auf die Menschen in der Bundesrepublik nehmen. Die &quot;S&uuml;ddeutsche Zeitung&quot; schreibt in ihrem bereits oben zitierten Artikel weiter: </p>
<p>&quot;Lange Zeit verstand er sich als Parteisender der KPD. Nie verheimlichte er, da&szlig; er die Abl&ouml;sung der Gesell&shy;schaftsordnung in der Bundesrepublik vorbereiten sollte. Keine Unruhe war ihm zu klein, keine Unzufriedenheit zu gering, um sie nicht politisch auszuschlachten. Seine Korrespondenten vermittelten stets ein d&uuml;steres Bild der Zerrissenheit und des gesellschaft&shy;lichen Niedergangs in der Bundesrepublik. Reportagen von Demonstrationen und Kundgebungen, von Streiks und Preisbe&shy;wegungen wurden tagelang hintereinander wiederholt, so da&szlig; der Eindruck ent&shy;stehen mu&szlig;te, als sei die Unruhe in der Bundesrepublik ein Dauerzustand.&quot; </p>
<p> Pausenzeichen des Deutschlandsenders ist die Auftaktmelodie zu Wagners Meistersingern. </p>
<p>Ein Beispiel f&uuml;r die Sendungen des Deutschlandsenders ist eine Sondersendung &uuml;ber die Osterm&auml;rsche, die am Ostermontag 1966 ausgestrahlt wird: </p>
<p> <em>&quot;Guten Abend, meine H&ouml;rer. Der gro&szlig;e Marsch der Vernunft geht zu Ende. In den heutigen Nachmittagsstunden fanden in dreizehn gro&szlig;en St&auml;dten der Bundesrepublik mmachtvolle Abschlu&szlig;kundgebungen statt. Wir werden im Verlaufe dieser Sendung davon berichten. 145.000 waren dabei. So die offizielle Zahl der Kampagne f&uuml;r Abr&uuml;stung, die wir soeben erhielten. Die Anziehungs&shy;kraft der Ideen des Ostermarsches hat sich also auch in diesem Jahr, 1966, erneut bewiesen. (&#8230;) Zu den Tausenden, die unterwegs waren, gesellten sich ausl&auml;ndische Atomwaffen&shy;gegner: Belgier, Amerikaner, Franzosen, Griechen, Spanier&#8230;, wer z&auml;hlt die V&ouml;lker, nennt die Namen? Junge Franzosen verteilten w&auml;hrend des Marsches rote Freundschaftsnelken. In Heidelberg fanden sich am Sonntag&shy;abend amerikanische, spanische, japa&shy;nische und deutsche Studenten zusammen, sangen ihre Lieder. Im Ruhrgebiet marschierte der Sohn Willy Brandts, Peter Brandt, im Zug der Demonstranten mit. Was sich vor dem Marsch mit der Unterzeichnung des Aufrufes schon andeutete, unter den 10.000 SPD-Mit&shy;gliedern waren 14 Landtagsabgeordnete, die mit ihrer Unterschrift die Ziele der Kampagne f&uuml;r Abr&uuml;stung unterst&uuml;tzten, was sich, wie gesagt, vor dem Marsch andeutete, das fand w&auml;hrend der Ostertage nun seine Best&auml;tigung. Der Ostermarsch 1966 war eine Demonstration der friedliebenden Menschen in der Bundesrepublik, einer Macht, die dem Atomstreben einiger Herren in Bonn ein lautstarkes Veto entgegensetzt.&quot;</em> </p>
<p> Ein weiteres Beispiel ist die Sendung <em>&quot;Denken ist die erste B&uuml;rgerpflicht &#8211; eine Sendereihe des Deutschlandsen&shy;ders f&uuml;r westdeutsche H&ouml;rer&quot;</em>. Ebenfalls am Ostermontag 1966 klang das so: </p>
<p> <em>&quot;Von einer Gruppe sozialdemokratischer Genossen, die sich in der Woche vor Ostern in der Hauptstadt der DDR aufhielten, wurde der Briefwechsel zwischen SPD und SED lebhaft begr&uuml;&szlig;t. Sie stimmten zu, da&szlig; im Mittelpunkt der Gespr&auml;che zwischen beiden Parteien die Kernfragen der deutschen Politik stehen m&uuml;ssen. Doch hielten es einige von ihnen gleichzeitig f&uuml;r opportun, da&szlig; der SPD-Fraktionsvorsitzende Fritz Erler bei seinen Unterredungen in Washington eine nukleare Teilhabe der Bundesrepublik bef&uuml;rwortet hat.</em> (&#8230;) <br /><em>Der stellvertretende SPD-Vorsitzende, Erler, hat nun sogar ge&auml;u&szlig;ert, da&szlig; ein wiedervereinigtes Deutschland nicht neutral sein, sondern sich an den Westen anlehnen solle. Damit macht er es uns mehr als schwer, einen Unterschied zwischen seiner Auffassung und den Eroberungspl&auml;nen zu entdecken, wie sie von Erhardt oder von Rassel im Namen der westdeutschen Imperialisten vorgetragen werden. Erler geht offensichtlich davon aus, da&szlig; die sozialistische DDR liquidiert werden m&uuml;sse. Damit widerspricht er der in der offenen Antwort der SPD gegebenen Zusicherung: &#39;Eine L&ouml;sung der Deutschlandfrage, von der abh&auml;ngt, da&szlig; Europa zum Frieden kommt, wird aber erst dann und nur dann m&ouml;glich werden, wenn keine poli&shy;tische Partei einer anderen politischen Partei unter Ausnutzen von Gewalt ihre Auffassung aufzwingt.&#39; <br />Wir sind jedoch nach wie vor davon &uuml;berzeugt, da&szlig; auch die Mehrheit der Sozialdemokraten alles getan w&uuml;nscht, damit kein neuer Krieg von deutschem Boden ausgeht.&quot;</em> </p>
<p> Der Deutschlandsender hat ausgedient, als sich die DDR immer weiter gegen den Westen abschottet und das Ziel der Wiedervereinigung zu den Akten gelegt wird. Im Rahmen einer gr&ouml;&szlig;eren Umstrukturierung stellt der Deutschlandsender am 14. November 1971 seine Sendungen ein &#8211; zu&shy;sammen mit der Berliner Welle. Aus ihnen entsteht am darauffolgenden Tag die Stimme der DDR. </p>
<p>Erst nach der Wende im November 1989 erh&auml;lt die Stimme der DDR wieder den alten Namen Deutschlandsender, als die Mitarbeiter des Senders &#8211; von den Fesseln gel&ouml;st &#8211; dem deutsch-deutschen einsetzenden Vereinigungsproze&szlig; Rechnung tragen wollen. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Berliner Welle</h1>
<div align="center"><img decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-795" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_berlinerwelle.gif" hspace="6" alt="Berliner Welle" title="Berliner Welle" border="0" style="float: left;" width="75" height="61" /></div>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left">
<tbody>
<tr>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">Sender (1968):</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">UKW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin-K&ouml;penick</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">99,7 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">MW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin-K&ouml;penick</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1358 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">50 kW</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die Berliner Welle ist das Berliner Gegenst&uuml;ck des Deutschlandsenders. W&auml;hrend dieser sich vornehmlich an H&ouml;ror in der Bundesrepublik wendet, sendet die Berliner Welle f&uuml;r Menschen in Westberlin. </p>
<p>Auch in der Programmstruktur ist die Berliner Welle mit dem Deutschlandsender vergleichbar, da auch sie ihr Programm in westlichem Stil pr&auml;sentiert und besonders Berichte von Westberliner Widerstandsaktionen sendet. </p>
<p>Am 14. November 1971 &#8211; dem gleichen Tag wie &#8211; dem gleichen Tag wie der Deutschlandsender &#8211; stellt die Berliner Welle ihren Betrieb ein. Am n&auml;chsten Tag meldet sich auf ihren Frequenzen, wie auch auf den Wellen des Deutschlandsenders, die bis zur Wende sendende Stimme der DDR.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Berliner Rundfunk</h1>
<div align="center"><img loading="lazy" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-796" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_berlinerrundfunk.gif" hspace="6" alt="Berliner Rundfunk" title="Berliner Rundfunk" border="0" style="float: left;" width="79" height="66" /></div>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left">
<tbody>
<tr>
<td rowspan="15" style="vertical-align: top; text-align: left">Sender (1968):</td>
<td rowspan="10" style="text-align: left; vertical-align: top">UKW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Karl-Marx-Stadt</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">89,8 MHz</td>
<td rowspan="10" valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dresden</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">90,1 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Inselsberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">90,2 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Leipzig</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">90,4 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">91,4 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Brocken</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">91,55 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Sonneberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">91,7 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Marlow</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">93,5 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Schwerin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">98,55 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dequede</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">98,9 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="5" style="text-align: left; vertical-align: top">MW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Karl-Marx-Stadt</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">602 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin-K&ouml;penick</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">611 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">500 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Potsdam</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">656 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Reichenbach</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">917 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Plauen</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1079 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>  Der Berliner Rundfunk ist der &auml;lteste Rundfunksender der DDR und sendet seit dem 13. Mai 1945, f&uuml;nf Tage nach Kriegsende. </p>
<p> Nachdem mit dem Fortschreiten des Ausbaus des DDR-Sen&shy;dernetzes weitere Programme f&uuml;r die Information &uuml;ber das Geschehen in der DDR und f&uuml;r die DDR-weite Propa&shy;ganda der SED und ihrer Blockparteien CDU, LDPD, NDPD und DBD genutzt werden k&ouml;nnen, entwickelt sich der Ber&shy;liner Rundfunk immer mehr zu einem Berliner Regional&shy;sender, der nichtsdestotrotz im gesamten DDR-Gebiet ausgestrahlt wird. </p>
<p>Im Gegensatz zu den Informationssendern Berliner Welle und Deutschlandsender ist der Berliner Rundfunk zum einen mehr auf die Unterhaltung eingestellt und beschr&auml;nkt sich zudem haupts&auml;chlich auf die Berichterstattung aus der DDR. Die H&ouml;rer im Westen peilt man nicht an, was schon durch die Frequenzwahl deutlich wird (im Gegensatz zum Deutschlandsender keine Kurzwellen). </p>
<p>Der Berliner Rundfunk hat ein ausgepr&auml;gtes Jugendprogramm, das praktisch als Sendung des Zentralrates der FDJ be&shy;zeichnet werden kann. Ab dem Deutschlandtreffen 1964 und den damit verbundenen ausgeweiteten Jugendsendungen hei&szlig;en die Programme Jugendstudio DT 64 und werden mehrere Stunden t&auml;glich &uuml;ber die Sender geschickt. </p>
<p>Wie alle Sender der DDR propagiert nat&uuml;rlich auch der Berliner Rundfunk die offizielle Politiklinie. So hei&szlig;t es in einem Kommentar &#8211; gesprochen von Chefkommentator Karl-Eduard von Schnitzler -, als in Berlin und der gesamten DDR Arbeiter gegen Normerh&ouml;hungen auf die Stra&szlig;e gehen, am 17. Juni 1953: </p>
<p> <em>&quot;Amerikanische Offiziere in voller Uniform dirigierten mitten in der Demonstration Unter den Linden die faschistischen Trupps zur Aufwiegelung der Bev&ouml;lkerung. Aus amerikani&shy;schen Funkwagen wurde diesen faschist&shy;ischen Banden Weisung erteilt. Aus amerikanischen Flugzeugen wurden &uuml;ber dem demokratischen Sektor Flug&shy;bl&auml;tter abgeworfen mit der Aufforderung zum Aufruhr und zur Fortsetzung des Streiks. &Uuml;ber die Sektorengrenze wollten die Provokateure vorgestern den Zug der Bauarbeiter f&uuml;hren. Das gelang ihnen nicht. &Uuml;ber die Sekto&shy;rengrenze schlie&szlig;lich verschleppten Burschen mit halblangen Ami-Hosen und bunten Texas-Hemden den greisen aber ungebrochenen Stellvertreter des Ministerpr&auml;sidenten, Otto Nuschke. Wir sind Zeugen des Versuchs geworden, einen Anschlag auf den Frieden zu unternehmen, eine internationale Verwicklung herbeizuf&uuml;hren. Mit dem Einzug sowjetischer Panzer in die Stra&szlig;en des demokratischen Sektors ist nach der Verwirrung der f&uuml;r Stun&shy;den aufgewiegelten Werkt&auml;tigen, nach den Ausschreitungen des faschistischen P&ouml;bels und der Gefahr von Zwischen&shy;f&auml;llen, die das Pulverfa&szlig; Berlin und damit Deutschland erneut zum Ausgangspunkt eines Krieges h&auml;tte machen k&ouml;nnen, das Element der Ruhe eingezogen, die feste, &ouml;ffentliche Ordnung.&quot;</em> </p>
<p> Im Laufe der Zeit entwickelt sich der Berliner Rundfunk immer mehr zu einem kulturellen Sender der DDR, immer von der Warte der Hauptstadt aus berichtend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Radio DDR</h1>
<div align="center"><img loading="lazy" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-797" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_radioddr.gif" hspace="6" alt="Radio DDR" title="Radio DDR" border="0" style="float: left;" width="79" height="79" /></div>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left">
<tbody>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Sender (1968)</td>
<td colspan="3" valign="middle" style="text-align: left">Radio DDR 1</td>
<td colspan="2" valign="middle" style="text-align: left">Radio DDR 2</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="13" style="text-align: left; vertical-align: top">UKW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Inselsberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">87,85 MHz</td>
<td rowspan="8" valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">92,55 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Marlow</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">88,25 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">91,05 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Leipzig</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">88,45 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">93,85 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Brocken</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">88,95 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">94,6 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Schwerin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">89,2 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">92,75 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dequede</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">89,4 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">94,9 MHz</td>
<td rowspan="3" valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">95,8 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,05 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Helpterberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">95,95 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Reinsberg</td>
<td colspan="2" rowspan="5" valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">90,5 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dresden</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">92,25 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Karl-Marx-Stadt</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">92,85 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">G&ouml;rlitz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">95,4 MHz</td>
<td rowspan="2" valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Cottbus</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">98,6 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="10" style="text-align: left; vertical-align: top">MW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Schwerin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">529 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">220 kW</td>
<td colspan="2" rowspan="10" valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Greifswald</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">557 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">5 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Leipzig</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">575 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">120 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Erfurt</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">629 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Cottbus</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">746 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">881 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dresden</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1043 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">220 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Suhl</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1052 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Seelow</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1546 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">5 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Bernburg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1570 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">20 kW</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> Reine Inlandsprogramme ohne Ausrichtung auf den Westen sind Radio DDR l und Radio DDR 2. Sie sind f&uuml;r Aufgaben wie regionale Berichterstattung, ernste Musik und Schulfunk sowie f&uuml;r ausf&uuml;hrliche Berichte &uuml;ber Paraden und Massenaufm&auml;rsche von SED und DDR-Staatsinstitutionen zust&auml;ndig. </p>
<p>Im Rahmen von Radio DDR l finden wir leichte Musik, Nachrich&shy;ten und andere Informationssendungen sowie Magazine. Das Programm von Radio DDR l ist &#8211; &auml;hnlich wie das des Berliner Rundfunks, aber f&uuml;r das gesamte DDR-Gebiet &#8211; auf Unterhal&shy;tung ausgerichtet, die die Botschaft &#8211; die Politik der DDR &#8211; transportieren soll. Wie in allen Rundfunkprogrammen der DDR &#8211; ausgenommen nat&uuml;rlich die Geheimsender &#8211; mu&szlig; auch im Radio DDR l der Anteil inl&auml;ndischer Musik am Musik&shy;programm die H&auml;lfte betragen. Rock-, Jazz-, Beat- und andere westliche Musik ist ohnehin als &quot;bourgeois&quot; und &quot;imperialistisch&quot; verp&ouml;nt. </p>
<p>Radio DDR 2 strahlt &uuml;ber seine Sender am Vormittag die Sendungen der Regionalsender der DDR aus. Es sind dies: der Sender Rostock, der Sender Schwerin, der Sender Neu&shy;brandenburg, der Sender Potsdam, der Sender Frankfurt/Oder, die Sender Magdeburg und Halle, der Sender Cottbus, der auch Sendungen in sorbischer Sprache f&uuml;r die in diesem Bezirk lebende sorbische Minderheit ausstrahlt, der Sender Leipzig, der Sender Dresden, der Sender Karl-Marx-Stadt und schlie&szlig;lich der Sender Weimar mit dem ihm angeschlos&shy;senen Studio Gera. Alle Regionalsendungen bestehen fast ausschlie&szlig;lich aus Regionalnachrichten und Geburtstags&shy;gru&szlig;- und Wunschkonzertsendungen. </p>
<p>In den Schulfunksendungen wird viel Wert auf die Vermitt&shy;lung der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung ge&shy;legt. Besonders die Leben deutscher kommunistischer F&uuml;hrer werden beleuchtet, beispielsweise Rosa Luxemburg und Ernst Th&auml;lmann &#8211; wobei Schwachpunkte und Fehler dieser &quot;genialen F&uuml;hrer&quot; verharmlost, ganz verschwiegen oder als &quot;den ge&shy;schichtlichen Bedingungen entsprechend&quot; abgehandelt werden, wenn sie nicht der damaligen &quot;jugendlichen Unerfahrenheit&quot; oder der &quot;noch nicht gefestigten Ideologie&quot; zugeschrieben werden. </p>
<p>Ansonsten ist Radio DDR 2 vor allem der Sender f&uuml;r ernste Musik &#8211; wenn nicht gerade zum 1. Mai stundenlang alte Arbeiterkampflieder gespielt werden. Besonders beliebt dabei: &quot;Die Partei, die Partei, die hat immer Recht&quot;. </p>
<p>Ist Radio DDR 2 zun&auml;chst noch ein Erg&auml;nzungsprogramm zu Radio DDR l so wird es im Laufe der Zeit immer weiter zu einem eigenst&auml;ndigen Vollprogramm ausgebaut. </p>
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<p>&nbsp;</p>
<h1>Radio DDR Ferienwelle</h1>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left">
<tbody>
<tr>
<td rowspan="7" style="text-align: left; vertical-align: top">Sender (1985)</td>
<td rowspan="3" style="text-align: left; vertical-align: top">UKW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Marlow</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">91,05 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Schwerin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">88,55 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Putbus</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">88,6 MHz</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="4" style="text-align: left; vertical-align: top">MW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Rostock</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">558 kHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Neubrandenburg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">558 kHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Putbus</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">729 kHz</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">G&uuml;strow</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1602 kHz</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> Ab dem 1. Mai 1967 sendet die Radio DDR Ferienwelle allj&auml;hrlich zwischen dem &quot;Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse&quot; und dem 1. September, dem Ende der DDR-weiten Sommerferien, ein Unterhaltungs&shy;programm f&uuml;r die Urlauber an der Ostseek&uuml;ste. Neben viel Musik gibt es auf der Ferienwelle nat&uuml;rlich auch die Nachrichten mit den diversen Plan(&uuml;ber)erf&uuml;llungen und Selbstverpflichtungen. Ab 1973 gibt es auch Infor&shy;mationen in polnischer und tschechischer Sprache. </p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-798" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_qsl_ferienwelle.gif" hspace="6" alt="QSL-Karte der Radio DDR Ferienwelle" title="QSL-Karte der Radio DDR Ferienwelle" border="0" style="float: left;" width="400" height="280" />&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Deutscher Freiheitssender 904 </h1>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left; width: 100%">
<tbody>
<tr>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">Sender:</td>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">MW</td>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">Burg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">904 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">m&ouml;glicherweise auch: 908 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">250 kW</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> Der Deutsche Freiheitssender 904 ist eine Rundfunksta&shy;tion der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und sendet seit deren Verbot am 18. August 1956. Der Frei&shy;heitssender gibt vor, von einem illegalen Sender inner&shy;halb der Bundesrepublik betrieben zu werden, l&auml;uft aber &uuml;ber den Mittelwellensender Burg bei Magdeburg mit einer Sendeleistung von 100 kW (andere Angaben sprechen von einer Sendeleistung von 250 kW und der Frequenz 908 kHz). </p>
<p>Mit einem auf die Frequenz gelegten Brummton soll bei den H&ouml;rern der Eindruck erweckt werden, die Bundesregie&shy;rung versuche, den Freiheitssender zu st&ouml;ren. Auch wer&shy;den in der Anfangszeit des Sendebetriebes manchmal die Sendungen mit dem Hinweis unterbrochen, man m&uuml;sse kurz abschalten, da ein Peiltrupp der Bundespost vor der T&uuml;r stehe oder um den Standort zu wechseln. </p>
<p>In den Sendungen werden verschl&uuml;sselte Durchsagen ge&shy;bracht. Bis heute ist umstritten, ob es sich dabei tat&shy;s&auml;chlich um Durchsagen f&uuml;r KPD-Gruppen im Untergrund handelt, oder ob diese Durchsagen eher ein Reklamegag des Senders sind. So hei&szlig;t es am 22. April 1959: </p>
<p> <em>&quot;Hier ist der Deutsche Freiheitssender 904. Achtung, wir melden uns mit einer wichtigen Durchsage: Wir rufen den Stellvertreter von Drosselbart. Die Karawane trifft zwei Stunden fr&uuml;her ein. Besondere Ma&szlig;nahmen nicht er&shy;forderlich. Ende der Durchsage.&quot;</em> </p>
<p> Auch in den Beitr&auml;gen versucht der Freiheitssender immer wieder den Eindruck zu erwecken, seine Mitarbeiter be&shy;f&auml;nden sich nicht im Exil in der DDR, sondern h&auml;tten st&auml;ndigen Kontakt mit der westdeutschen Bev&ouml;lkerung: </p>
<p> <em>&quot;Als ich mich gestern nachmittag im Hamburger Stadtpark auf einer Bank ein wenig vom Getriebe der Stadt ver&shy;schnaufen wollte, kam ich mit einem vielleicht zwanzigj&auml;hrigen &#8211; wie sich sp&auml;ter herausstellte &#8211; Motorenschlos&shy;ser ins Gespr&auml;ch. Wir unterhielten uns gerade &uuml;ber die Vor- und Nachtei&shy;le seiner ziemlich neuen DKW-Maschine, als ein Unteroffizier und ein Gefreiter in Bundeswehruniform an uns vor&uuml;ber&shy;gingen.&quot;</em> </p>
<p> Die Sendezeiten des Freiheitssenders werden mehrfach ge&auml;ndert. So wird angesagt: </p>
<p> <em>&quot;Hier ist der Deutsche Freiheitssen&shy;der 904! Wir senden morgens von 5 bis 6 Uhr und abends um 19 Uhr, um 21 Uhr und um 22 Uhr.&quot;</em> </p>
<p> Dagegen hei&szlig;t es in einer Untergrundschrift der KPD, da&szlig; der Freiheitssender um 4.30 Uhr, 5.00 Uhr, 5.30 Uhr&laquo; 19.00 Uhr, 21.00 Uhr und 22.30 Uhr senden w&uuml;rde. </p>
<p>Im Gegensatz zu allen offiziellen DDR-Rundfunksendern &#8211; mit Ausnahme der f&uuml;r Westdeutschland bestimmten Sen&shy;dungen des Deutschlandsenders &#8211; ist das Programm de&laquo; Freiheitssenders sehr &quot;westlich&quot; aufgemacht. In der DDR verp&ouml;nte Jazz- und Tanzmusik geht &uuml;ber den &Auml;ther. </p>
<p>Bevor wegen des Erfolges des Freiheitssenders bei jun&shy;gen Soldaten sein Kollege, der Deutsche Soldatensender, seinen Betrieb aufnimmt, wendet sich 904 vor allem an die Bundeswehr. Dabei verbl&uuml;fft er &#8211; wie sp&auml;ter der Soldatensender &#8211; durch eine detaillierte Kenntnis von Vorg&auml;ngen in den Kasernen. </p>
<p>Nachdem der Soldatensender seinen Betrieb aufgenommen hat, kann sich 904 mehr um die Zivilbev&ouml;lkerung k&uuml;m&shy;mern. So setzt man sich sehr f&uuml;r die Mobilisierung zu den DGB-Demonstrationen am 1. Mai ein, so 1966: </p>
<p> <em>&quot;Es ist 5.30 Uhr, halb sechs. Hier ist der Deutsche Freiheitssender 904, der einzige Sender der Bundesrepublik, der nicht unter Regierungskontrolle steht. <br />F&uuml;r die H&ouml;rer, die sich erst jetzt eingeschaltet haben, einen Blick auf den Kalender: Heute ist Sonntag, der 1. Mai 1966, internationaler Kampf&shy;und Feiertag der Arbeiterklasse. In unserer Fr&uuml;hsendung h&ouml;ren Sie nun als n&auml;chstes Informationen. <br />Wie &uuml;berall in der Welt, r&uuml;sten sich auch in der Bundesrepublik in diesen Stunden die Arbeiter zu den Maikund&shy;gebungen und Demonstrationen der Ge&shy;werkschaften. Allein in Bayern finden heute 500 Maiveranstaltungen des DGB statt. In Baden-W&uuml;rttemberg und Nieder&shy;sachsen werden je 200 Maikundgebungen durchgef&uuml;hrt. <br />Eine scharfe Absage an die Ma&szlig;halte&shy;forderungen des Bundeskanzlers und sein Verlangen nach Mehrarbeit erhob gestern auf der Maifeier des DGB-Kreises Dinslaken der zweite Vorsitzende der IG Bergbau und Energie, Heinz Vetter. &#8230;&quot;</em> </p>
<p> Als Adresse gibt der Freiheitssender ein Wiener Postfach an. Viele Briefe, die an diese Adresse gehen, werden von der &ouml;sterreichischen Post allerdings zur&uuml;ckgeschickt. Massive Drohungen sind auch &uuml;ber 904 kHz zu h&ouml;ren: </p>
<p> <em>&quot;Wer sich in die Dienste der Bonner Schn&uuml;ffelzentralen begibt oder an deren Verfolgung aufrechter K&auml;mpfer f&uuml;r Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Fortschritt teilnimmt, mu&szlig; wissen, da&szlig; er als Volksfeind und Verr&auml;ter betrachtet und schlie&szlig;lich auch zur Verantwort gezogen werden wird.&quot;</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Deutscher Soldatensender</h1>
<div align="center"><img loading="lazy" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-799" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_soldatensender.gif" hspace="6" alt="Deutscher Soldatensender" title="Deutscher Soldatensender" border="0" style="float: left;" width="79" height="96" /></div>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left; width: 100%">
<tbody>
<tr>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">Sender:</td>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">MW</td>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">Burg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">935 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">m&ouml;glicherweise auch: 250 kW</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> Der Deutsche Soldatensender wird in Betrieb genommen, als der gro&szlig;e Erfolg des Deutschen Freiheitssenders 904 bei Soldaten der Bundeswehr bekannt wird. Im Sep&shy;tember 1960 geht die erste Sendung des DSS &uuml;ber den &Auml;ther. Ausgestrahlt werden die Sendungen von Freiheitssender und Soldatensender &uuml;ber den gleichen Mittelwellensender in Burg/DDR. Dies wird offensichtlich, da beide Stationen nie gleichzeitig in der Luft sind und zwischen ihren Sendungen immer eine &uuml;mschaltpause von 15 Minuten liegt. Wie zuvor schon der Freiheitssender, so verf&uuml;gt auch der Deutsche Soldatensender &uuml;ber verbl&uuml;ffende Kenntnis&shy;se aus den Kasernen, die bis zu Wissen &uuml;ber bevorstehende Versetzungen und Bef&ouml;rderungen vor deren offizieller Bekanntgabe reichen. In Berlin ist der Soldatensender nicht zu h&ouml;ren, da hier AFN Berlin, der amerikanische Soldatenfunk, die Frequenz 935 kHz belegt. Offiziell ist auf 935 kHz au&szlig;erdem der sowjetische Sender Lemberg registriert, der seine Sendungen in der Abendstun&shy;den aber reduziert, um nicht den Soldatensender zu st&ouml;&shy;ren. F&uuml;r die KPD ist der Soldatensender augenscheinlich eine Nebensache, zumindestens wird er in in der DDR herausge&shy;gebenen Publikationen der KPD kaum erw&auml;hnt &#8211; im Gegen&shy;satz zu 904. Im Zeichen der zunehmenden Entspannung ist im Sommer 1972 auch f&uuml;r den Soldatensender kein Platz mehr und so mu&szlig; er seinen Betrieb &#8211; ohne jede Vorank&uuml;ndigung &#8211; einstellen. </p>
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<h1>DDR statt Deutschland</h1>
<p> W&auml;hrend immer mehr Staaten der Welt die Deutsche Demokra&shy;tische Republik anerkannt haben und auch in der Bundes&shy;republik der Kurs der Anerkennung eingeschlagen wird, legt man in der Staats- und Parteif&uuml;hrung der DDR das politische Ziel der deutschen Einheit zu den Akten. Man ist nun dabei, eine eigenst&auml;ndige Identit&auml;t als DDR als eigenst&auml;ndiges Land mit eigenst&auml;ndiger Nation und nicht mehr eine Identit&auml;t als &quot;besserer Teil Deutsch&shy;lands&quot; herauszubilden. </p>
<p>Im Zuge dieser Abschottung gegen alle Vereinigungsbe&shy;strebungen wird das Wort &quot;Deutschland&quot; &uuml;berall getilgt, wo es nur m&ouml;glich ist. Die Nationalhymne &quot;Auferstanden aus Ruinen&quot; mit Zeilen wie &quot;Deutschland einig Vaterland&quot; und &quot;Deutschland unser Vaterland&quot; wird nur noch gespielt und nicht mehr gesungen. Der Deutsche Fernsehfunk wird zum Fernsehen der DDR und alle &quot;zu deutschen&quot; Rundfunk&shy;sender werden eingestellt und durch neue Stationen er&shy;setzt. </p>
<p>Der Deutschlandsender und die f&uuml;r ganz Berlin sendende Berliner Welle verschwinden, daf&uuml;r kommt die Stimme der DDR. Auch die f&uuml;r die Bundesrepublik sendenden Untergrundsehder Deutscher Freiheitssender 904 und Deut&shy;scher Soldatensender verschwinden ersatzlos. Auch spe&shy;zielle Sendungen f&uuml;r westdeutsche H&ouml;rer gibt es nicht mehr. </p>
<p>Themenschwerpunkte sind nun noch verst&auml;rkt das Geschehen in der DDR und den &quot;sozialistischen Bruderstaaten&quot;. &Uuml;ber das Leben im Westen h&ouml;ren die Menschen in der DDR vor allem Stichworte wie Arbeitslosigkeit, Berufsver&shy;bote, Drogen. W&auml;hrend Katastrophen und Unf&auml;lle im Westen breit er&ouml;rtert werden, geschieht dies bei gleichen Ereig&shy;nissen im &quot;sozialistischen Lager&quot; nur nach starken Ver&shy;z&ouml;gerungen und wenn es sich nicht vermeiden l&auml;&szlig;t, z.B. weil die Westmedien bereits ausf&uuml;hrlich &uuml;ber die Ereig&shy;nisse berichten. Ein sehr gutes Beispiel hierf&uuml;r sind die Ungl&uuml;cke in Harrisburg, da&szlig; von der DDR sehr ausge&shy;schlachtet wird, und Tschernobyl, was in den Medien zwischen Rostock und Dresden nur am Rande behandelt wird. </p>
<p>Lediglich die Stimme der DDR wahrt etwas das Zielgebiet Bundesrepublik, was sich dadurch ausdr&uuml;ckt, da&szlig; &uuml;ber Ereignisse in der BRD ausf&uuml;hrlicher berichtet wird, als in den anderen Sendern: Radio DDR l, Radio DDR 2, Ber&shy;liner Rundfunk und ab 1987 Jugendradio DT 64. </p>
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<h1>Internationale Programme</h1>
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<h2>STIMME DER WAHRHEIT <br />(Radiofonikos Stathmos i Foni tis Alithias)</h2>
<p> Die Stimme der Wahrheit sendet ab 1958 als Sender der griechischen Kommunisten in griechischer Sprache nach Griechenland und Zypern. Das Programm, das ab 1969 nach einer Programmerweiterung um 86,5 Prozent w&ouml;chentlich 35 Stunden 35 Minuten lang ausgestrahlt wird, kommt &uuml;ber den Kurzwellensender Leipzig und wahrscheinlich zus&auml;tzlich &uuml;ber einen rum&auml;nischen Sender.</p>
<h2>BIZIM RADYO <br />(Unser Radio)</h2>
<p>Bizim Radyo sendet ab 1958 als Stimme der verbotenen T&uuml;rkischen Kommunistischen Partei in t&uuml;rkischer Sprache f&uuml;r die T&uuml;rkei und Zypern. Sein Wochenprogramm hat die Dauer von 21 Stunden 30 Minuten und kommt &uuml;ber den Leip&shy;ziger Kurzwellensender und wahrscheinlich auch &uuml;ber einen rum&auml;nischen Sender.</p>
<h2>AMERICAN FORCES NETWORK</h2>
<p>W&auml;hrend der Berlin-Krise um den Bau der Mauer wendet sich aus Ost-Berlin ein falsches AFN an die in den Konflikt verwickelten amerikanischen Soldaten auf der Welle von AFN Berlin (und dem Deutschen Soldatensender) 935 kHz. Seine Kennmelodie: &quot;Don&#39;t fence me in&quot; (Z&auml;une mich nicht ein).</p>
<h2>RADIO VLTAVA</h2>
<p>Radio Vltava meldet sich vom ersten Tag des Einmarsches von Truppen des Warschauer Vertrags in die Tschechoslo&shy;wakei an und sendet sechs Monate lang 1968 in tschechischer und slowakischer Sprache. Radio Vltava benutzt haupt&shy;s&auml;chlich die Mittelwellenfrequenz 1430 kHz. Am 13. Febru&shy;ar 1969 beendet der Propagandasender pl&ouml;tzlich seine Sendungen. Wenige Stunden sp&auml;ter ist auf dieser Welle Radio Berlin International zu h&ouml;ren.</p>
<h2>RADIO IRAN-KURIER  <br />(Radio Peyk-e Iran)</h2>
<p>Zwischen 1957 und 1961 (hier&uuml;ber gibt es unterschied&shy;liche Angaben) beginnen Sendungen der iranischen Kommu&shy;nisten &uuml;ber die Anlagen von Radio Berlin International. Ab 1963 wird Radio Iran-Kurier, dessen iranischer Name in Deutschland nicht unbekannt ist, von bulgarischen Sendern ausgestrahlt. Die iranische kommunistische Tudeh-Partei sendet &uuml;ber diesen Sender w&ouml;chentlich 25 Stun&shy;den 40 Minuten.</p>
<h2>RADIO VOLGA</h2>
<p>Der Sender der sowjetischen Streitkr&auml;fte in der DDR sendet &uuml;ber einen 100 kW starken Langwellensender in K&ouml;nigs Wusterhausen auf 263 kHz. Unter der Ansage &quot;Govorit Volga&quot; gibt es t&auml;glich zwischen 19 und 20 Uhr, am Wochenende zus&auml;tzlich vormittags, Musik und Infor&shy;mationen f&uuml;r die sowjetischen Soldaten. In der &uuml;brigen Zeit wird das erste Programm des Moskauer Inlandsrund&shy;funks &uuml;bertragen.</p>
<h2>RADIO MOSKAU  <br />SENDER FRIEDEN UND FORTSCHRITT</h2>
<p>Die sowjetischen Sender Radio Moskau und ab 1964 der Sender Frieden und Fortschritt nutzen neben dem Sender von Radio Volga auch einen eigenen Relaissender in Leipzig auf der Mittelwellenfrequenz 1323 kHz mit einer Sende&shy;leistung von 150 kW</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-800" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_qsl_radiomoskau.gif" hspace="6" alt="QSL-Karte von Radio Moskau" title="QSL-Karte von Radio Moskau" border="0" style="float: left;" width="400" height="494" />&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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<h1>Stimme der DDR</h1>
<div align="center"><img loading="lazy" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-801" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_stimmederddr.gif" hspace="6" alt="Stimme der DDR" title="Stimme der DDR" border="0" style="float: left;" width="79" height="80" /></div>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left">
<tbody>
<tr>
<td rowspan="18" style="vertical-align: top; text-align: left">Sender (1987):</td>
<td rowspan="11" style="text-align: left; vertical-align: top">UKW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,65 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Brocken</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,4 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dequede</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">96,9 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dresden</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,25 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Helpterberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,15 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">30 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Inselsberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,15 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Karl-Marx-Stadt</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">97,0 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Leipzig</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">96,6 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Marlow</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">96,65 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Schwerin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">95,3 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Sonneberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">94,2 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="4" style="text-align: left; vertical-align: top">MW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Burg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">783 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1000 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Wachenbrunn</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">882 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">250 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1170 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">5 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Burg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1575 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">250 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">LW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Oranienburg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">177 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">750 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">KW</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">6155 kHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">50 kW</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="4" valign="middle" style="text-align: left">(&Uuml;ber 1575 kHz und die Kurzwelle werden zeitweise die Sendungen von Radio Berlin International ausgestrahlt)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> 1971 stellen der Deutschlandsender und die Berliner Welle ihre Sendungen ein. Auf ihren Wellen meldet sich ab dem 15. November 1971 die Stimme der DDR &quot;aus der DDR f&uuml;r die DDR und ihre Freunde im Ausland&quot;, wie es im Programmauftrag hei&szlig;t. </p>
<p>Das Programm besteht aus Informations- und Musiksendungen, au&szlig;erdem aus den obligatorischen Nachrichten, Kommentaren und anderen Zeitfunksendungen. Ein bi&szlig;chen st&auml;rker als die anderen Sender des Rundfunks der DDR orientiert man sich auch gen Westen und greift Themen aus der Bundesrepublik immer etwas ausf&uuml;hrlicher auf als die Kollegen. </p>
<p>Nat&uuml;rlich ist man sich in der Nalepastra&szlig;e 18-50, genau wie von allen Stationen auch Sitz der Stimme der DDR, im Klaren dar&uuml;ber, da&szlig; es nicht gelingen kann, ein breites Publikum in der Bundesrepublik zu erreichen. Man ist sich bewu&szlig;t, da&szlig; vor allem Gesinnungsfreunde aus dem Westen die Stimme der DDR h&ouml;ren, um etwas &uuml;ber die offizielle Position der DDR zu diesem oder jenem Thema zu erfahren. Und so befriedigt die Stimme der DDR auch diese speziellen Informationsbed&uuml;rfnisse, zum Beispiel bei Berichten &uuml;ber die Parteitag der DKP: </p>
<p> <em>&quot;Mit lang anhaltendem Beifall begr&uuml;&szlig;ten die Delegierten dieses Parteitages Hermann Axen, Mitglied des Politb&uuml;ros und Sekret&auml;r des ZK der SED, als er ans Rednerpult trat: <br />&#39;Liebe Genossinnen und Genossen! Es ist f&uuml;r unsere Delegation eine tiefe Freude, euch, den Delegierten des 8. Parteitages der Deutschen Kommu&shy;nistischen Partei, die herzlichsten, br&uuml;derlichen Kampfesgr&uuml;&szlig;e der Kommunisten der Deutschen Demokratischen Repu&shy;blik, des Zentralkomitees der Sozialist&shy;ischen Einheitspartei Deutschlands und seines Generalsekret&auml;rs, Genossen Erich Honecker, zu &uuml;bermitteln! (&#8230;) Das Banner Ernst Th&auml;lmanns f&uuml;hrt die revolution&auml;re Vorhut der Arbeiter&shy;klasse und des Volkes der Bundesrepu&shy;blik Deutschland, die Deutsche Kommunist&shy;ische Partei, mit unbesiegbarer Kraft voran im Kampf um Frieden, Demokratie und Sozialismus!&quot;</em> </p>
<p> In einer kleinen Werbeschrift &quot;Rundfunk der DDR sendet f&uuml;r Sie!&quot; wird die Stimme der DDR gefeiert: </p>
<p> <em>&quot;Ein Programm nach H&ouml;rerwunsch &#8211; Stimme der DDR. Spritzige Morgenmusik, Infor&shy;mationen und polemische Einblicke, Vormittagsmagazin &#39;Bunte Welle&#39;, popu&shy;l&auml;re Unterhaltung zum Feierabend, festliches Konzert am Samstagabend, Pop-mobil zum Muntermachen in der Nacht. J&auml;hrliche Solidarit&auml;tsaktion &#39;Dem Frieden die Freiheit&#39;.&quot;</em> </p>
<p> Die angesprochene Solidarit&auml;tsaktion &quot;Dem Frieden die Freiheit&quot; ist tats&auml;chlich jedes Jahr einer der H&ouml;hepunkte des Rundfunks der DDR, speziell der Stimme der DDR. Bei dieser Aktion werden Spenden f&uuml;r die nationalen Befreiungsbewegungen in der &quot;Dritten Welt&quot; und f&uuml;r den Aufbau gerade befreiter L&auml;nder gesammelt. In den letzten Jahren der DDR sind vor allem die Sandinisten Nicaraguas und die Befreiungsbewegung SWAPO von Namibia Ziel der Solidarit&auml;t. Die Aktion wird regelm&auml;&szlig;ig durch gro&szlig;e Kon&shy;zerte begleitet, die von Stimme der DDR und dem DDR-Fernsehen direkt &uuml;bertragen werden. </p>
<p>Andere Ereignisse, bei denen Stimme der DDR und ihre Mitfunker auf Hochtouren laufen, sind diverse Festivals der FDJ und der SED, so das &quot;Festival des politischen Liedes&quot;, die FDJ-Pfingsttreffen, die regelm&auml;&szlig;ig stattfindenden &quot;FDJ-Liedersommer&quot; und viele andere, au&szlig;erdem nat&uuml;rlich immer wieder die Feierlichkeiten am 1. Mai und 7. Oktober (Geburtstag der DDR).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Jugendradio DT 64</h1>
<div align="center"><img loading="lazy" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-802" src="http://wp.andre-scheer.de/wp-content/uploads/1991/08/Rundfunk_ddr_dt64.gif" hspace="6" alt="Jugendradio DT 64" title="Jugendradio DT 64" border="0" style="float: left;" width="79" height="46" /></div>
<table border="1" cellspacing="2" cellpadding="2" style="text-align: left">
<tbody>
<tr>
<td rowspan="13" style="text-align: center; vertical-align: top">Sender (1987):</td>
<td rowspan="13" style="text-align: center; vertical-align: top">UKW</td>
<td rowspan="2" style="text-align: left; vertical-align: top">Schwerin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">88,5 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">101,3 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Berlin</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">93,1 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Brocken</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">101,4 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dequede</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">101,0 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Dresden</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">96,2 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Inselsberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">102,2 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Karl-Marx-Stadt</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">100,0 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Leipzig</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">98,5 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">10 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">L&ouml;bau</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">91,8 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Marlow</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">95,5 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Putbus</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">91,5 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
<tr>
<td valign="middle" style="text-align: left">Sonneberg</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">102,7 MHz</td>
<td valign="middle" style="text-align: left">1 kW</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> 1987 versuchen SED und FDJ der Tatsache entgegenzusteuern, da&szlig; immer mehr Jugendliche auf westliche Rundfunksender umschalten, bei denen es keine Regel gibt, da&szlig; die H&auml;lfte der gespielten Musik aus der DDR sein mu&szlig;. Vor allem RIAS 2 erfreut sich wachsender Beliebtheit. So fast man im Zentral&shy;rat der FDJ den Entschlu&szlig;, die Jugendsendungen des Berli&shy;ner Rundfunks, Jugendstudio DT 64, und der Stimme der DDR, Hallo &#8211; Das Jugendjournal, aus dem Programm auszugliedern und ihnen eine eigene Senderkette zu geben. Es entsteht das Jugendradio DT 64, eine Einrichtung, die tats&auml;chlich viele junge Menschen in der DDR anspricht, ohne den Sendern aus der Bundesrepublik und Westberlin ihre Basis zu ent&shy;ziehen. Das gelingt dem Sender, der seinen Namen vom &quot;Deutsch&shy;landtreffen der Jugend 1964&quot;, einem Treffen von FDJ und westdeutschen Jugendlichen mit mehreren hunderttausend Teilnehmern, herf&uuml;hrt, vor allem dadurch, da&szlig; er schon vor der Wende im Vergleich zu den anderen Sendern relativ offen berichtet und auch viel unkonventionelle Musik spielt, so auch Punkrock der &quot;Toten Hosen&quot; und der DDR-Band &quot;Die Skeptiker&quot; mit sehr kritischen Texten: </p>
<p> <em>&quot;Alle wollen mit dem Arsch an die Wand, <br />Schleimer und Kriecher gibt&#39;s in jedem Land, <br />die erste B&uuml;rgerpflicht hei&szlig;t Ord&shy;nung und Ruh&#39;, <br />schlaft gut und macht die Augen nur fest zu.&quot;</em> </p>
<p>Dazu kommt ein sehr auf die Jugend ausgerichtetes Programm&shy;format. Nachrichten sind meist sehr kurz gehalten und ver&shy;f&uuml;gen meist sogar &uuml;ber Inhalt &#8211; im Gegensatz zu den vor Selbstverpflichtungen und Normerf&uuml;llungen triefenden Nach&shy;richten der alten DDR-Sender. </p>
<p>Aber nat&uuml;rlich steht auch DT 64 voll unter Kontrolle von SED und FDJ und die Offenheit findet ihre Grenzen, wenn es um Kritik an den Grundlagen des Systems und an schweren M&auml;ngeln geht. </p>
<p> In der Werbebrosch&uuml;re &quot;Rundfunk der DDR sendet f&uuml;r Sie&quot; klingt die Einrichtung des Jugendsenders so: </p>
<p> <em>&quot;In dem Bem&uuml;hen, den Anspr&uuml;chen der H&ouml;rer nach vielseitiger Infor&shy;mation und Unterhaltung noch besser gerecht zu werden, wurden Ende 1987 die nationalen Programme des DDR-Rundfunks weiter profiliert: <br />Seit dem 1. Dezember 1987 sendet Jugendradio DT 64 &#8211; das seit M&auml;rz 1986 als selbst&auml;ndiger Sender be&shy;steht &#8211; auf eigenen Frequenzen t&auml;g&shy;lich von 4.00 bis 24.00 Uhr f&uuml;r junge Leute. Damit konnten der Ber&shy;liner Rundfunk und die Stimme der DDR, die bis dahin umfangreiche Jugendsendungen ausstrahlten, eine Reihe neuer Programmvorhaben &#8211; vor allem auf dem Gebiet der Musik und der Ratgeberreihen &#8211; verwirklichen.&quot;</em> </p>
<p> Kurz vor und w&auml;hrend der Wende in der DDR geh&ouml;rt DT 64 zu denjenigen, die am schnellsten schalten. Schon vor Honeckers Sturz h&ouml;rt man auf DT 64 bereits vereinzelt kri&shy;tische Beitr&auml;ge, beispielsweise Interviews mit Teilnehmern der Montagsdemonstration. Nach Honeckers Sturz ist das Jugendradio der Sender, der am schnellsten auf die neue Situation umschaltet. Kritik und Offenheit geh&ouml;rt nun fest zum Programm. Doch im Gegensatz zu den meisten Journalisten beweisen die Jugendradio-Mitarbeiter kein Wellenlinienbe&shy;wu&szlig;tsein. Auch als die meisten Journalisten &#8211; in Angst um ihren Posten &#8211; pl&ouml;tzlich der Marktwirtschaft das Wort reden, die sie vorher verdammt haben, bleibt DT 64 eine kritisch fragende Instanz.</p>
<p align="center"><img decoding="async" src="images/stories/Rundfunk/ddr/dt64-demo.jpg" hspace="6" alt="Schwerin, 29. Februar 1992: 5000 meist junge Menschen demonstrieren f
</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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