Gespräch mit Cecilia Todd. Über ihre Freundschaft mit Mercedes Sosa und Ali Primera, die Faszination des Cuatro und die neuen Perspektiven Lateinamerikas
Cecilia Todd (geb. 1951) ist Sängerin und Schauspielerin. Seit Beginn der 70er Jahre gilt sie als wichtige Interpretin der traditionellen Musik Venezuelas.
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Von einer Bankenkrise möchte die venezolanische Regierung nicht sprechen, aber was sich in den vergangenen Tagen und Wochen in dem südamerikanischen Land zusammengebraut hat, verdient diese Bezeichnung durchaus. Mittlerweile sieben Banken wurden von der Polizei besetzt und unter staatliche Verwaltung gestellt, gegen 30 führende Direktoren der Finanzinstitute wurden Haftbefehle erlassen. Am Dienstag besetzten die Behörden außerdem eine Reihe von Lebensmittelunternehmen, die den verhafteten Managern gehören. Der Minister für Wissenschaft und Technologie, Jesse Chacón, trat am Wochenende von seinem Amt zurück, nachdem bekannt geworden war, daß sein Bruder Arné zu den verhafteten Managern gehört.
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Als eine »Vorkriegssituation« beschreibt der frühere kolumbianische Präsident Ernesto Samper die gegenwärtige Lage an der Grenze zwischen seinem Land und dem Nachbarn Venezuela. Die Errichtung von sieben US-Militärstützpunkten in Kolumbien, von denen sich Venezuela bedroht sieht, sowie das Fehlen regelmäßiger Kontakte zwischen den Regierungen in Bogotá und Caracas belaste die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Staaten, warnte der Politiker, der Kolumbien zwischen 1994 und 1998 regiert hatte. »Die Lage kann sich weiter verschärfen, und es kann zum Äußersten kommen«, unterstrich er.
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Ein brutales Verbrechen im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela belastet erneut die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Staaten. Am vergangenen Sonnabend wurden in dem venezolanischen Grenzstaat Táchira die Leichen von zehn aus Kolumbien stammenden Männern entdeckt. Sie gehörten zu einer zwölfköpfigen Gruppe, die zwei Wochen zuvor in der venezolanischen Ortschaft Chururú entführt worden waren. Örtliche Medien hatten die Opfer der Entführung zunächst als Sportmannschaft beschrieben, da sie gerade Fußball gespielt hatten, als eine Gruppe Bewaffneter sie am 11. Oktober zwang, drei Lastwagen zu besteigen.
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Die Einwohner von Venezuelas Hauptstadt Caracas werden ab kommender Woche zeitweise auf dem Trockenen sitzen. Wie der Präsident des staatlichen Wasserversorgers Hidrocapital, Alejandro Hitcher, am Sonnabend ankündigte, soll die Wasserversorgung in den verschiedenen Vierteln der Stadt ab dem 2. November planmäßig für bis zu 48 Stunden in der Woche abgeschaltet werden. Hintergrund ist, daß derzeit jeder Einwohner der Millionenstadt im Durchschnitt 400 Liter Wasser am Tag verbraucht. »Schon ein Pro-Kopf-Verbrauch von mehr als 180 Litern Wasser wird von internationalen Organisationen wie der UNO als verantwortungslos eingeschätzt«, erläuterte Hitcher und warnte, neben Aufklärungskampagnen werde es künftig auch Strafmaßnahmen gegen übermäßigen Wasserverbrauch geben. »Wer Trinkwasser verschwendet, wird fünfmal mehr bezahlen müssen, als es eigentlich kosten würde«, warnte Hitcher.
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Das erste Infocentro Europas wurde jetzt in Berlin eröffnet – in der Botschaft des Landes. Ein Gespräch mit Karen López.
Karen López von der venezolanischen Botschaft ist Betreuerin des Infocentro »Manuela Sáenz« in Berlin
Vor kurzem wurde in den Räumen der Botschaft Venezuelas in Berlin das erste »Infocentro« in Europa eröffnet. Was ist darunter zu verstehen?
Allgemein gesprochen ist ein Infocentro ein mit Technik ausgestattetes Begegnungszentrum, in dem alle an den Veränderungen in Venezuela Interessierten zusammenkommen können – zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch, für Diskussionen oder um etwas über die sozialen Prozesse in meinem Land oder über den Umgang mit dem Internet zu erfahren. Diese Initiative ist in Venezuela selbst entstanden – ausgehend von der 1999 verabschiedeten Verfassung, die das Recht der Bevölkerung auf Zugang zu den Informationstechnologien festschreibt.
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Zum zweiten Mal hat die venezolanische Regierung ein großes Haus der US-amerikanischen Hotelkette Hilton in Staatseigentum überführt. Nachdem bereits vor einigen Jahren das damalige Caracas Hilton wegen Steuerschulden der Nordamerikaner unter staatliche Kontrolle gestellt wurde und heute als Hotel Alba Caracas bevorzugte Unterkunft für Teilnehmer an Kongressen und Veranstaltungen in der venezolanischen Hauptstadt ist, hat es in dieser Woche nun das Hilton auf der Ferieninsel Margarita getroffen. Margarita ist das beliebteste Reiseziel Venezuelas für den internationalen Tourismus, darunter auch für die meisten der gut 37000 Menschen aus Deutschland, die Jahr für Jahr das Land besuchen. Formell begründete die Regierung die Übernahme des Hotels in Porlamar mit dem am 13. Oktober erfolgten Auslaufen der auf zwanzig Jahre befristeten Konzession, die das Unternehmen von der damaligen venezolanischen Regierung erhalten hatte. Eigentlicher Hintergrund ist aber offenbar, daß die Hoteleigner wenig professionell mit ihren Gästen umgegangen waren, wenn diese dort auf Einladung der venezolanischen Regierung abstiegen.
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Staatschefs und hochrangige Regierungsvertreter aus nicht weniger als 61 Ländern sind am vergangenen Wochenende auf der venezolanischen Urlaubsinsel Margarita zum zweiten Süd-Süd-Gipfeltreffen zusammengekommen. Zwölf südamerikanische und 49 afrikanische Staaten berieten dabei über eine weitere Stärkung der Zusammenarbeit beider Regionen, deren Wirtschaftsaustausch allein seit dem ersten Gipfel 2006 im nigeranischen Abuja um mehr als 50 Prozent gewachsen ist, wie Brasiliens Präsident Luiz Inacio »Lula« da Silva anmerkte. »Wenn sich die mehr als eine Milliarde Einwohner Afrikas und Südamerikas zusammentun, gibt es keine Herausforderung weltweit, der nicht begegnet werden kann. Die regionale Integration und die Süd-Süd-Kooperation sind die Waffen für den Aufbau einer gerechteren Welt«, fügte der brasilianische Staatschef hinzu, der nach der UN-Vollversammlung in New York und dem Gipfeltreffen der G20 in Pittsburgh seinen dritten Gipfel innerhalb einer Woche absolvierte.
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Erstmals seit seiner legendären »Schwefel-Rede« von 2006 ist Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Donnerstag wieder vor der UNO-Vollversammlung in New York aufgetreten. Hatte er damals US-Präsident George W. Bush mit dem Teufel verglichen, lobte er diesmal dessen Amtsnachfolger Barack Obama: »Hier riecht es nicht mehr nach Schwefel, hier riecht es nach Hoffnung.« Zugleich kritisierte er jedoch die Widersprüche zwischen dessen Rede einen Tag zuvor und der Realität der US-Außenpolitik. »Obama hat gestern gesagt, daß keinem Volk ein politisches System aufgezwungen werden dürfe, daß jedes Volk und seine Souveränität respektiert werden müßten. Also dann, Präsident Obama, worauf warten Sie noch, um das Ende der brutalen und mörderischen Blockade Kubas aufzuheben?« Konkret kritisierte der venezolanische Präsident, daß der niederländische Elektronikkonzern Philips sich vor dem Hintergrund der bestehenden Blockade geweigert habe, den Regierungen Kubas und Venezuelas medizinische Geräte zu liefern, die diese für den weiteren Ausbau ihres für die Patienten kostenlosen Gesundheitssystems nutzen wollten. Als Grund für die Weigerung habe Philips darauf verwiesen, daß die US-Administration Druck auf den Konzern ausgeübt habe. »Obama, bist du das, oder ist das ein anderer Obama? Ich will an den Obama von gestern glauben, den ich hier gesehen habe, aber solche Dinge passieren und gefährden das Leben von Millionen Menschen.«
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Am Wochenende kommen 54 Staatschefs aus Afrika und ihre Amtskollegen aus zwölf Staaten Südamerikas auf der venezolanischen Urlaubsinsel Margarita zu ihrem zweiten Süd-Süd-Gipfeltreffen zusammen. Bereits heute tagen dort die Außenminister der teilnehmenden Länder. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen neben den Folgen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise auch Themen wie die Zusammenarbeit im Bereich des Sports und der Bildung sowie eine stärkere Kooperation auf wissenschaftlich-technischem Gebiet. Venezuelas Präsident Hugo Chávez erinnerte in seinem wöchentlichen Zeitungskommentar an die gemeinsame Geschichte Afrikas und Lateinamerikas, die beide unter der europäischen Kolonialherrschaft gelitten haben. Millionen Sklaven, die aus Afrika auf den amerikanischen Kontinent verschleppt worden waren, haben dort bleibende Spuren hinterlassen. »Auch wir zum Teil Afrikaner«, betont Chávez. »Deshalb gibt es ein natürliches Bündnis, das in der Praxis entschlossen gefestigt werden muß. Unsere Probleme sind dieselben, ihre Gründe und Wurzeln ebenfalls. Gemeinsam haben wir diesen Kontinent schon einmal befreit, und wir werden es wieder tun. In diesem Prozeß werden die Völker des großen Afrika mit uns gemeinsam wieder ihre Heimat und ihre Geschichte befreien. Wenn es etwas gibt, das eine multipolare Weltordnung ankündigt, dann ist dies die Rettung und der Schutz unserer Identität, unserer Geschichte und unserer Welt, der Welt der Armen.« Das sei die Hauptaufgabe des bevorstehenden Treffens, so der venezolanische Präsident.
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Auf »50 oder 60 Millionen« Teilnehmer hoffen die Organisatoren einer »weltweiten Demonstration« gegen den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, die am Freitag um 12 Uhr kolumbianischer Ortszeit (19 Uhr MESZ) zeitgleich auf »den zentralen Plätzen der wichtigsten Städte der Welt« stattfinden soll. Das Konzept der Organisatoren gleicht einer Aktion gegen die »Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens« (FARC) am 4. Februar 2008, als in Kolumbien mehrere tausend Menschen gegen die Guerilla auf die Straße gegangen waren. Auch damals war zunächst eine Gruppe im Internet-Netzwerk »Facebook« installiert worden, die dann von rechten Medien eifrig beworben wurde. So konnte der Eindruck erweckt werden, es handele sich um eine Basisinitiative und nicht etwa um eine Aktion der kolumbianischen Regierung.
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Ohne Gegenstimmen hat die venezolanische Nationalversammlung am Donnerstag ein neues Bildungsgesetz verabschiedet, das von der Opposition scharf angegriffen wird. Die Fraktionen der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV), der Kommunistischen Partei (PCV), der Partei Heimatland für alle (PPT) und andere unterstützten das neue Gesetz. Die Vertreter der Oppositionspartei Podemos und der PSUV-Abspaltung Humanistische Volksfront (FPH) verließen unter Protest das Plenum. Sie wollen nun ein Referendum gegen das Gesetz anstreben.
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Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat am Wochenende vor einem drohenden Krieg mit Kolumbien gewarnt und dazu aufgerufen, einen solchen mit aller Macht zu verhindern. Er sei überzeugt davon, daß »das Imperium« einen Krieg zwischen den beiden Nachbarstaaten provozieren wolle. Dieser könnte als Vorwand für eine Intervention dienen, um »uns ihren Frieden aufzuzwingen« und – vor allem – um die Kontrolle über Venezuelas Öl- und Gasreserven zu übernehmen.
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Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mußten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die derzeit laufende Kampagne der venezolanischen Regierung zu einer Neuregulierung der Medienlandschaft in dem südamerikanischen Land einen neuen Höhepunkt erreicht, der von den Betreibern dieser kommerziellen Sender wie üblich als »Angriff auf die Meinungsfreiheit« verurteilt wurde.
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Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mussten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die Kampagne der venezolanischen Regierung zur Neuregulierung der Medienlandschaft einen neuen Höhepunkt erreicht, der von den Betreibern dieser kommerziellen Sender wie üblich als "Angriff auf die Meinungsfreiheit" verurteilt wurde.
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Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mußten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die derzeit laufende Kampagne der venezolanischen Regierung zu einer Neuregulierung der Medienlandschaft in dem südamerikanischen Land einen neuen Höhepunkt erreicht. Betreiber dieser kommerziellen Sender verurteilten dies wie üblich als »Angriff auf die Meinungsfreiheit«.
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Die vor knapp fünf Jahren von Kuba und Venezuela gegründete Staatengemeinschaft ALBA ist am Mittwoch auf neun Mitglieder angewachsen. Bei einem Gipfeltreffen im venezolanischen Maracay erklärten Ecuador, San Vicente und die Grenadinen sowie Antigua und Barbuda ihren Beitritt zu der Organisation und wurden von den bisherigen Mitgliedern Kuba, Venezuela, Bolivien, Nicaragua, Honduras und Dominica begrüßt.
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Hugo Chávez auf Rekordkurs. Seit Donnerstag ist im venezolanischen Fernsehen die Jubiläumsausgabe der normalerweise wöchentlich am Sonntag ausgestrahlten Sendung »Aló, Presidente« zu sehen, in der Venezuelas Staatschef die Politik seiner Regierung erläutert und das Gespräch mit der Bevölkerung sucht. Dauern soll die in mehrere Kapitel aufgeteilte und natürlich von Pausen unterbrochene Sonderausgabe bis in den späten Sonntag abend.
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Nach den scharfen Reaktionen aus Caracas auf den in der vergangenen Woche vorgelegten Jahresbericht der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) wird nun über einen bevorstehenden Austritt Venezuelas aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) spekuliert. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hatte einen solchen Schritt am Wochenende angedeutet, als er daran erinnerte, daß die CIDH ein Instrument der OAS ist und diese den »imperialen Interessen der USA untergeordnet« sei. Venezuela könne die OAS verlassen und die Völker des Kontinents einladen, sich von diesen alten Strukturen zu befreien und an ihrer Stelle eine Organisation der freien Völker Lateinamerikas zu gründen.
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Havanna und Caracas haben empört auf den jüngsten Jahresbericht der »Interamerikanischen Menschenrechtskommission« (CIDH) reagiert. Neben den von Gewalt erschütterten Staaten Kolumbien und Haiti sind Kuba und Venezuela die einzigen Länder der Region, die in dem Bericht mit eigenen Kapiteln behandelt werden, weil »ihre Praktiken im Bereich der Menschenrechte besondere Aufmerksamkeit« erforderten, wie es in dem Vorwort des Berichts heißt.
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Der frühere Oberbürgermeister von Caracas, Juan Barreto, muß am kommenden Mittwoch bei den Justizbehörden Venezuelas erscheinen, um zu Korruptionsvorwürfen Stellung zu nehmen, die gegen ihn erhoben werden. Wie die Staatsanwaltschaft in Caracas am vergangenen Mittwoch mitteilte, wird gegen Barreto seit Ende 2007 wegen Unregelmäßigkeiten während seiner Amtszeit zwischen 2004 und 2008 ermittelt. Konkret nannten die Ermittler ein Projekt zur Luftraumüberwachung über der venezolanischen Hauptstadt sowie den Ankauf großer LED-Bildschirme, mit denen im Zentrum von Caracas Informationen der Stadtregierung verbreitet werden.
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Die Bolivarische Revolution hat sich wieder gefangen und repräsentiert auch zehn Jahre nach dem Amtsantritt des Präsidenten Hugo Chávez die Mehrheit der Bevölkerung in Venezuela. Das dürfte das wichtigste Ergebnis der Volksabstimmung am 15. Februar gewesen sein.
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Auf Einladung des chinesischen Präsidenten Hu Jintao ist Venezuelas Staatschef Hugo Chávez am Dienstag zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres zu einem Arbeitsbesuch in Peking eingetroffen. Auf dem Internationalen Flughafen der chinesischen Hauptstadt wurde er von der venezolanischen Botschafterin in China, Rocio Maneiro, und Chinas Vizeaußenminister Li Keqiang empfangen.
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»Während die G20 und die G8 die wirkliche Stimme des Südens nicht hören wollen, treffen die G2 (Iran und Venezuela) Entscheidungen, die wirklich Auswirkungen auf die Realität haben«, sagte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Donnerstag in Teheran gegenüber dem staatlichen Fernsehen seines Landes.
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Obwohl die globale Wirtschaftskrise auch seinem Land zusetzt, sieht Präsident Hugo Chávez Chancen: »Je härter die Krise des Kapitalismus ist, desto sicherer und klarer wird der Weg des venezolanischen Sozialismus sein«, schrieb er vor einer Woche in seiner wöchentlichen Zeitungskolumne. Die Opposition sei mit ihren »ständigen schlechten Vorhersagen« auf ihrer »vagen Hoffnung sitzengeblieben, »daß unsere Anstrengungen darauf gerichtet sein könnten, die privilegierten Gruppen zu bevorzugen, die immer mit dem Schicksal aller Venezolanerinnen und Venezolaner gehandelt haben«, so das Staatsoberhaupt. Zuvor hatte Chávez umfangreiche Maßnahmen angekündigt, mit denen Venezuela die Folgen der Weltwirtschaftskrise auffangen will. So wurden die zu erwartenden Einnahmen aus der Erdölproduktion auf der Grundlage eines Preises von 40 US-Dollar je Faß (159 Liter) neu berechnet. Bei der Erstellung des gegenwärtigen Haushalts, als der Weltmarktpreis noch bei über 100 Dollar gelegen hatte, war man von 60 Dollar ausgegangen. Seit Monaten allerdings pendelt der Faßpreis an den Märkten zwischen 40 und 50 Dollar. Das zwingt die Regierung zu Einschränkungen.
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In Venezuela hat sich die Inflationsrate im Februar gegenüber dem Vormonat nahezu halbiert. Waren die Preise im Januar um 2,3 Prozent gestiegen, betrug die Rate im vergangenen Monat noch 1,3 Prozent. Die Versuche der venezolanischen Regierung, die Inflation in den Griff zu bekommen, scheinen damit erste Erfolge aufzuweisen. 2008 hatte die Inflation auf das Jahr gerechnet bei 30,9 Prozent gelegen, was die Regierung zu einem Großteil auf eine künstliche Verknappung von Lebensmitteln und anderen Handelsgütern durch die Konzerne zurückführte.
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Mit mehr als 1,1 Millionen Stimmen Vorsprung hat Venezuela abgestimmt: Nur das Volk und nicht eine Einschränkung in der Verfassung wird entscheiden, ob Hugo Chávez auch nach der nächsten Präsidentschaftswahl 2012 an der Spitze des Landes stehen wird.
Am Sonntag waren gut 16,7 Millionen Menschen aufgerufen, über eine Änderung der Verfassung abzustimmen. Etwas mehr als 70 Prozent der Wahlberechtigten machten von ihrem Recht Gebrauch, 54,85 Prozent stimmten mit "Ja" und damit "für die Revolution, für den Sozialismus, für Chávez", wie der Präsident nach Bekanntgabe der Ergebnisse durch den Nationalen Wahlrat von einem Balkon des Präsidentenpalastes aus den dort versammelten Menschen zurief.
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»Alle, die heute mit Ja stimmten, haben für den Sozialismus und für die Revolution gestimmt«, rief Venezuelas Präsident Hugo Chávez den Tausenden Menschen zu, die am Sonntag abend zum Präsidentenpalast Miraflores in Caracas geströmt waren, um den Sieg des »Ja« beim Referendum über die Verfassungsänderung zu feiern. »Die Türen zur Zukunft stehen weit offen«, so Chávez, der ankündigte, sich 2012 erneut zur Wahl zu stellen – solange Gott und das venezolanische Volk nichts anderes geplant hätten. Unmittelbar zuvor hatte die Präsidentin des Nationalen Wahlrates (CNE), Tibisay Lucena, die ersten offiziellen Zahlen bekanntgegeben.
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Mehrere hunderttausend Menschen haben am Donnerstag (Ortszeit) im Zentrum von Caracas ihre Unterstützung für den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und die angestrebte Verfassungsänderung demonstriert. Mit der Großkundgebung schlossen die Unterstützer der Regierung ihre Werbekampagne für das am Sonntag stattfindende Referendum ab. Fast 17 Millionen Menschen sind aufgerufen, über die Abänderung von fünf Artikeln des Grundgesetzes abzustimmen. Bislang beschränkt die Verfassung die Möglichkeit auf eine Wiederwahl von Amtsinhabern der verschiedenen Ebenen auf ein einziges Mal. Dadurch könnte zum Beispiel Chávez bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2012 nicht mehr antreten.
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Carlos Aquino ist der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Sekretär des Politbüros der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) und Chefredakteur der Parteizeitung Tribuna Popular. Er vertritt seine Partei im »Kommando Simón Bolívar«, dem zentralen Wahlkampfstab der Unterstützer der Verfassungsänderung.
Welche Position hat die Kommunistische Partei Venezuelas zur angestrebten Verfassungsänderung?
Für die PCV war es seit Beginn dieser Diskussion vor fast zwei Jahren eine klare Sache, daß es ein Recht des Volkes ist, denjenigen zu wählen, den es will, und ihn auch so oft zu wählen, wie es will. Deshalb unterstützt die PCV das Ja und arbeitet für einen Erfolg beim Referendum. In der Nationalversammlung haben die kommunistischen Abgeordneten diese Position bei den Beratungen im Dezember deutlich gemacht, und seit sich das nationale Wahlkampfkommando »Simón Bolívar« aus allen revolutionären Kräften Venezuelas gebildet hat, mobilisiert die PCV mit ihrer ganzen Struktur und all ihren Kräften für einen Erfolg am 15. Februar.
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Auch in Deutschland wird am Sonntag abgestimmt. Gut 750 venezolanische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben und entsprechend im Wahlregister eingetragen sind, können ihre Stimme in der venezolanischen Botschaft in Berlin sowie in den Generalkonsulaten in Hamburg und Frankfurt/Main abgeben.
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Eine Woche vor dem Referendum über eine Änderung der venezolanischen Verfassung haben in Caracas Tausende von Menschen für und gegen das von der Nationalversammlung beschlossene Vorhaben demonstriert. Die vorgesehene Änderung von fünf Artikeln des venezolanischen Grundgesetzes betreffen das passive Wahlrecht. Nach den gegenwärtigen Bestimmungen können Abgeordnete, Gouverneure, Bürgermeister und der Präsident der Republik lediglich einmal wiedergewählt werden, was von vielen Parlamentariern als Einschränkung des Wahlrechts angesehen wird. So könnte Venezuelas Präsident Hugo Chávez bei der nächsten Wahl 2012 nicht mehr antreten.
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Rund 15 Personen haben am vergangenen Wochenende in Caracas die jüdische Synagoge im Stadtteil Maripérez überfallen, zwei Wachleute überwältigt, die Thora-Rollen geschändet und weitere religiöse Gegenstände beschädigt sowie antisemitische Parolen an die Wände gesprüht. Die Ermittlungen der Polizei werden dadurch erschwert, daß die Täter offenbar sehr sorgfältig vorgegangen sind, keine Fingerabdrücke oder andere verwertbare Spuren hinterließen und außerdem die Videoaufnahmen der Überwachungskameras entwendet und mitgenommen haben.
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Trotz strömenden Regens haben Tausende Menschen am Montag in Caracas an den zehnten Jahrestag der »Bolivarischen Revolution« erinnert. Genau zehn Jahre zuvor war Hugo Chávez als Präsident Venezuelas vereidigt worden und hatte damit einen tiefgreifenden Reformprozeß in Gang gesetzt, der bis heute anhält.
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Mit zahlreichen Veranstaltungen und einem internationalen Gipfeltreffen begeht Venezuela heute den zehnten Jahrestag der »Bolivarischen Revolution«. Am 2. Februar 1999 hatte Hugo Chávez sein Amt als Präsident des Landes angetreten, nachdem er zwei Monate zuvor die Wahl gewonnen hatte. Den Amtseid legte er auf die »dem Untergang geweihte« Verfassung ab und nutzte seine erste Amtshandlung dafür, erstmals in der Geschichte Venezuelas eine Volksbefragung anzusetzen, mit der die Menschen über die Erarbeitung einer neuen Verfassung entscheiden sollten. Dieses im April 1999 durchgeführte Referendum machte den Weg frei für die Wahl einer verfassunggebenden Versammlung, in der die Anhänger von Chávez deutlich in der Überzahl waren. Sie verabschiedete schließlich eine »Magna Charta«, die noch im Dezember desselben Jahres in einem weiteren Referendum gegen den erbitterten Widerstand von alten Parteien, katholischer Kirche und Großgrundbesitzern mit überwältigender Mehrheit bestätigt wurde.
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Am 15. Februar sind die Menschen in Venezuela erneut an die Urnen gerufen. Diesmal stimmen sie darüber ab, ob fünf Artikel der Verfassung ihres Landes geändert werden sollen. Mit dieser Änderung soll die Regel aufgehoben werden, dass gewählte Volksvertreter nur einmal wiedergewählt werden dürfen. Die Parlamentsabgeordneten, Bürgermeister, Gouverneure der Bundesstaaten sowie der Präsident der Republik könnten dann immer wieder kandidieren, bis eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler gegen sie und für einen Gegenkandidaten stimmt.
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In Caracas ist es am Dienstag zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Der von oppositionellen Studentengruppen angekündigte Marsch war vom Bürgermeister des Innenstadtbezirks Libertador, Jorge Rodríguez, verboten worden, weil auf der geplanten Route eine bereits früher angekündigte Kundgebung der linken Partei »Venezolanische Volkseinheit« (UPV) stattfand. Die Demonstration der rechten Gruppen setzte sich trotzdem von der Plaza Brión im Mittelstandsviertel Chacaíto aus in Richtung Stadtzentrum in Bewegung, nachdem der oppositionelle Oberbürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma, die Demonstration genehmigt hatte. Venezuelas Innenminister Tarek El Aissami kritisierte, daß Ledezma damit gewaltsame Zusammenstöße in Kauf nahm.
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Venezuela bereitet sich auf eine neue Kraftprobe vor. Wenn es zu keinen unvorhergesehenen Verzögerungen kommt, werden die Abgeordneten des venezolanischen Parlaments, der Nationalversammlung, am Freitag den von ihnen in zweiter Lesung verabschiedeten Antrag auf eine Änderung der Verfassung beim Nationalen Wahlrat (CNE) einreichen, der dann 30 Tage Zeit hat, eine Volksabstimmung durchzuführen. In Venezuela gilt es als ausgemacht, daß das Referendum am 15. Februar stattfinden wird.
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