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  06.02.2012 Ferienhaus Ostsee
As Time Goes By

2005

Venezuelas Opposition beging politischen Selbstmord

In angespannter Stimmung, aber letztlich mit nur wenigen Zwischenfällen hat Venezuela am vergangenen Sonntag die Nationalversammlung, das Einkammernparlament des südamerikanischen Landes, neu gewählt. Überschattet wurde die Abstimmung von einem Boykottaufruf der wichtigsten Oppositionsparteien.

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Venezuela weist protestantische Sekte aus - Massnahmen gegen "New Tribes Mission"

Seit Venezuelas Präsident Hugo Chávez 2002 den in Spanien und Lateinamerika als “Tag der Rasse” oder “Tag der Hispanität” begangenen Jahrestag der Landung Christoph Kolumbus’ in Amerika per Dekret in „Tag des indigenen Widerstandes“ umbenannte, hat der 12. Oktober in dem südamerikanischen Land einen deutlich anderen Gehalt bekommen. Sowohl die indigenen Organisationen als auch die venezolanische Regierung thematisieren die Geschichte der Unterdrückung und des Widerstandes der indigenen Bevölkerung und nehmen das Datum zum Anlaß für die Lancierung neuer Projekte. So wurde am 12. Oktober 2003 die Mission Guaicaipuro ins Leben gerufen, die sich an die 33 Ethnien angehörenden rund 500.000 Indigenas Venezuelas richtet und deren Ziel es ist, eine grundsätzliche Verbesserung der Lebensbedingungen der eingeborenen Völker zu erreichen.

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513 Jahre Widerstand - 12. Oktober: Venezuela begeht den Tag des Indigenen Widerstandes

Vor 513 Jahren landeten drei Segelschiffe, die sich völlig verfahren hatten, versehentlich an einer Insel sich später als ein Kontinent herausstellte, den die Europäer bis dahin nicht gekannt hatten. Seither feiern die Europäer, die sich den Kontinent und die dort lebenden Menschen unterwarfen, den 12. Oktober 1492 als Jahrestag der „Entdeckung Amerikas“. Lange wurde dieser Tag, an dem nicht nur Spanien seine Eroberungen, sondern auch viele „unabhängige“ Staaten des Kontinents ihre Unterwerfung feiern, als „Tag der Rasse“ begangen. Heute wird meist „politisch korrekter“ vom „Tag der Begegnung“ gesprochen. Damit wird zugleich vom Fortbestehen der Unterdrückung der indigenen Völker ebenso abgelenkt wie davon, dass in Zeiten des Imperialismus von einer wirklichen Unabhängigkeit Lateinamerikas bis heute nicht gesprochen werden kann, von zwei Ausnahmen abgesehen: Cuba und Venezuela, wobei mit Blick auf die Rechte der Indígenas, den "eigentlichen Herren dieses Landes" (Simón Rodríguez, der Lehrer von Simón Bolívar) besonders Venezuela interessante Entwicklungen zeigt.

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Interview mit André Scheer

1998 wählte die Bevölkerung Venezuelas den Sozialisten Hugo Chávez zum Präsidenten. Cédric Wermuth führte mit André Scheer, Koordinator des Netzwerk Venezuela Deutschland ein Interview.

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In Caracas begann eine neue Etappe - Ein notwendiger Nachtrag zu den Weltfestspielen

Fast alle der 200 Delegierten aus Deutschland, die an den 16. Weltfestspielen der Jugend und Studierenden in Caracas teilgenommen haben, sind wieder zu Hause. Nur diejenigen, die das Glück hatten, noch etwas Urlaub anhängen zu können, touren noch durch Südamerika. Für die anderen hat die Zeit der Auswertung begonnen. Berge von Papier sind auszuwerten, Erinnerungen und Eindrücke zu notieren, Plakate für die Wand im eigenen Zimmer auszuwählen, die nächste Reise zu planen.

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Die Wurzeln des Baums - Venezuelas revolutionärer Prozess zur Überwindung des Kapitalismus

"Ich bin jeden Tag mehr der Überzeugung, dass es notwendig ist, den Kapitalismus zu überwinden. Aber ich füge hinzu: Den Kapitalismus kann man nicht innerhalb des Kapitalismus überwinden. Nein, der Kapitalismus muss auf dem Weg des Sozialismus überwunden werden."

Seit Venezuelas Präsident Hugo Chávez am 30. Januar beim Weltsozialforum in Porto Alegre erstmals vom Sozialismus sprach, zu dem sich sein Land entwickeln müsse, hat sich in Venezuela eine intensive Diskussion entwickelt. Die populäre, regierungsnahe Tageszeitung "Vea" brachte eine mehrteilige Serie mit einführenden Artikeln über den Sozialismus und auch die oppositionellen Medien kamen an der Diskussion nicht mehr vorbei. Mittlerweile spricht sich eine Mehrheit der Bevölkerung Umfragen zufolge für den Aufbau des Sozialismus aus. Und das in einem Land, an dem die antisozialistische Hetze ebenso wenig vorbeigegangen war wie das Triumphgeheul der Herrschenden nach ihrem vermeintlich endgültigen Sieg über den sozialistischen Anlauf in Osteuropa.

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Venezuela Bolivariana – Geschichte, Gegenwart und Perspektive(n)

Im ersten Halbjahr 2005 war ich im Rahmen der Vorbereitungen der 16. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden, die vom 7. bis 15. August 2005 in Venezuela stattfanden, zu zahlreichen Veranstaltungen in vielen Orten der Bundesrepublik und Österreichs eingeladen. Aus den dort gehaltenen Referaten, die sich in ihrer Ausführlichkeit und in ihren Themenschwerpunkten unterschieden, entstand eine Schriftfassung, die ich Euch nachstehend servieren möchte. Bei den OrganisatorInnen der Veranstaltungen möchte ich mich in diesem Zusammenhang nochmal für die oft sehr spannenden Diskussionen bedanken!

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"Wir können auch anders"

“Die Weltfestspiele sind die wichtigste, repräsentativste und breiteste Aktivität der Jugend- und Studierendenbewegung der ganzen Welt, deren Dimension und Reichweite in der Geschichte kein Beispiel kennt,” sagt Alberto Castelar, Präsident der Bolivarianischen Studierendenvereinigung (FBE) und im venezolanischen Vorbereitungskomitee mit für organisatorische Fragen des Festivals zuständig. Zusammen mit rund 40 weiteren Organisationen, Einrichtungen und Ministerien ist seine Organisation Gastgeber der 16. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden, die im August in Venezuela stattfinden werden. Er freut sich darauf, daß unter den erwarteten 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Festivals auch viele tausend Studierende sein werden. “In vielen Ländern werden Studiengebühren eingeführt, verschlechtern sich die Lebensbedingungen auch der Studierenden. Wir zeigen, daß ein anderer Weg möglich ist”, erklärt Castelar, warum Venezuela der richtige Austragungsort für die 16. Ausgabe des Festivals ist, das zum ersten Mal 1947 im noch von deutschen Truppen zerstörten Prag stattfand.

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Venezuelas Weg in die Zukunft - Die Bolivarianische Revolution verdient unsere Unterstützung

Jahrelang galt Venezuela als Krisenherd, in den hiesigen Medien reihten sich Bilder von gewaltsamen Auseinandersetzungen an Berichte über Streiks und Massendemonstrationen gegen den „autoritären“ Präsidenten Hugo Chávez. Doch in den vergangenen Monaten wurde es ruhig im Blätterwald. Was sich nun in Venezuela vollzieht, findet nicht das Gehör und die Aufmerksamkeit der ChefredakteurInnen. Kein Wunder, denn was sich in Venezuela vollzieht, könnte international ein Beispiel sein.

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Marxismus und Bolivarianismus

Die tiefgreifenden Veränderungen, die seit rund sechs Jahren in Venezuela vor sich gehen, stoßen auch in Europa auf immer mehr Interesse. Der Prozess, der von seinen Protagonisten ehrgeizig als „Bolivarianische Revolution“ bezeichnet wird, hat die staatlichen und ökonomischen Strukturen des südamerikanischen Landes durchgeschüttelt und die Klassengegensätze offengelegt. Es sind vor allem die – mehrheitlich weißen – Angehörigen der Mittel- und Oberschicht Venezuelas, die sich den unter der Führung des Präsidenten Hugo Chávez vorangetriebenen Umgestaltungen entgegenstellen. Die Mehrheit der Bevölkerung jedoch unterstützt die Entwicklung, wie sich beim Referendum über eine vorzeitige Abberufung des Präsidenten Chávez am 15. August zeigte und sich auch bei den – nach Redaktionsschluß stattgefundenen – Regionalwahlen vom 31. Oktober abgezeichnet hat.

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Bolívar, Chávez und die Kirchenfürsten

"Der katholische Klerus ist das Krebsgeschwür unserer Gesellschaft.” Diese Aussage stammt nicht etwa von einem engagierten Freidenker, sondern von einem gläubigen Katholiken. Venezuelas Präsident Hugo Chávez charakterisierte so die reaktionäre Rolle, die viele venezolanische Kirchenfürsten spielen. Im Gegensatz zu vielen Priestern, die vor Ort in den armen Vierteln der Großstädte arbeiten, stellt sich der katholische Klerus offen auf die Seite der rechten Opposition des Landes, die alles daran setzt, den seit sechs Jahren vor sich gehenden tiefgreifenden Veränderungsprozeß, die „Bolivarianische Revolution“, aufzuhalten und umzukehren. Das geht so weit, daß die offizielle Kirche nach dem Putsch vom April 2002 dem „Übergangspräsidenten“ Pedro Carmona ihren Segen erteilte und Kardinal José Ignacio Velasco seine Unterschrift unter ein Dokument setzte, in dem er zusammen mit anderen „Repräsentanten der Zivilgesellschaft“ den an die Macht geputschten Diktator anerkannte. Der Putsch scheiterte innerhalb von 48 Stunden am massiven Widerstand von mehreren Millionen Menschen und dem Eingerifen der loyalen Teile des Militärs.

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