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As Time Goes By

2003

"Chávez ruft zu einer lateinamerikanischen Revolution auf"

Interview mit der Kommunistischen Jugend Venezuelas vom 5. Oktober 2003

David Velasquez (25) ist Generalsekretär der Kommunistischen Jugend Venezuelas (JCV) , Sonia Romero (24) ist Mitglied des Zentralrates des Verbandes. Beide gehören auch dem ZK der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) an. Ich traf die beiden im Sitz der Alphabetisierungskampagne "Mission Robinson", bei der beide derzeit beschäftigt sind. Mit dieser Kampagne ist es dem revolutionären Venezuela gelungen, bis Jahresende 1,1 Millionen Menschen Lesen und Schreiben beizubringen – von 1,5 Millionen Analphabetinnen und Analphabeten, die es in Venezuela bislang gab.

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Ein Besuch bei Baduel - So hätte ich mir einen General nicht vorgestellt

Die Ruhe und die leeren Straßen sind das erste, was auffällt. Wer nach einer zweistündigen Autofahrt aus der venezolanischen Hauptstadt Caracas kommend nach Maracay einfährt, registriert unweigerlich den Gegensatz zwischen der völlig überfüllten Acht-Millionen-Stadt Caracas und dem wohlhabenden und sauberen Maracay. Zwar gibt es auch in Maracay Arme, die in selbstgebauten Häuschen oder Hütten leben, aber das Stadtbild prägen sie nicht.

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Catuche - Ein Beispiel bolivarianischer Demokratie

"Ich hätte auch lieber kleine, weiße Häuschen gebaut, aber die Leute wollten das nicht." César Martín hat es schwer. Er arbeitet als Architekt im Barrio Catuche, einer der unzähligen wilden Siedlungen aus selbstgebauten Häuschen und Hütten, die sich rings um die venezolanische Hauptstadt Caracas die Berghänge hochziehen. Die Menschen kamen meist aus dem Landesinneren auf der Suche nach Arbeit in die schon völlig überfüllte Stadt. Sie siedelten an Bächen und Rinnsalen, um zumindest dieses Wasser zu haben. Doch die Nähe zum Wasser und das Leben am Berghang wurde den Menschen von Catuche zum Verhängnis, als Ende 1999 tagelange Regenfälle den Bach anschwellen ließen und der Berg ins Rutschen kam. Mehrere Hundert Hütten begrub der Schlamm unter sich.

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Eine Reise in die Revolution - Streiflichter aus Venezuela

"Kommt es so sehr auf den Namen an?" reagierte Venezuelas Vizepräsident José Vicente Rangel auf meine Frage, ob die Entwicklung in dem südamerikanischen Land tatsächlich als eine Revolution bezeichnet werden kann. "Heute werden in Venezuela Dinge unternommen, die es hier vorher nie gegeben hat", erläuterte Rangel. "1,5 Millionen Menschen in Venezuela können nicht Lesen und Schreiben. Um dies zu ändern, haben wir die Mission Robinson in Angriff genommen. Einer halben Million Abiturienten, die bisher keine Hochschule besuchen konnten, garantieren wir ein Studium an der Bolivarianischen Universität. Wir bringen zum ersten Mal Ärzte in die Barrios, in die Siedlungen der Armen. Durch die Vergabe von Kleinkrediten bekommen zu ersten Mal diejenigen ein Startkapital, denen nie ein Kredit gewährt wurde. Wir fördern die Bildung von Kooperativen und entwickeln eine Verteilung von Lebensmitteln alternativ zu dem kapitalistischen System, das wir haben. Wir haben die demokratischste und fortgeschrittenste Verfassung der Welt, eine neue öffentliche Ordnung, die dicht mehr nur auf Repression beruht. Wir Verfolgen eine Politik der Einheit Lateinamerikas, eine nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Integration. All das kann man nennen wie man will, aber vor dem Hintergrund der Geschichte Venezuelas können wir diesen Prozeß durchaus als eine Revolution bezeichnen. Wir haben den Reichen nicht ihr Häuschen genommen, aber die Macht, sich Regierungen anzueignen."

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Halbzeit für Chávez - Opposition am Ende?

Hunderttausende von Menschen – offizielle Stellen sprachen von zwei Millionen – demonstrierten am vergangenen Sonnabend im Zentrum der venezolanischen Hauptstadt Caracas ihre Solidarität mit dem Präsidenten Hugo Chávez und der Bolivarianischen Revolution. Anlaß war der dritte Jahrestag des erneuten Regierungsantritts von Chávez nach den Neuwahlen im Jahr 2000, als nach der Annahme der neuen bolivarianischen Verfassung in „Mega-Wahlen“ alle Staatsorgane des Landes neu gewählt worden waren. Mit dem dritten Jahrestag hatte Chávez die Hälfte seiner Amtszeit erreicht, ein wichtiger Zeitpunkt, denn ab diesem Moment erlaubt die Verfassung die Durchführung einer Volksabstimmung über die Absetzung des Präsidenten.

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