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  06.02.2012 Ferienhaus Ostsee
As Time Goes By

Bolivarische Republik Venezuela

Agentenposse in Miami

Miami ist nicht nur ein Zentrum rechtsextremer Auslandskubaner, es hat sich in den vergangenen Jahren auch zu einer Hochburg venezolanischer Regierungsgegner entwickelt, die sich in der karibisch geprägten Stadt im US-Bundesstaat Florida niedergelassen haben. Unterstützer von Venezuelas Präsident Hugo Chávez haben hier einen schweren Stand. Davon zeugen etwa die Ergebnisse von Wahlen, bei denen die im Ausland lebenden Venezolaner ihre Stimme in den Botschaften und Konsulaten des Landes abgeben können. Bei der letzten Parlamentswahl 2010 etwa bekam das Oppositionsbündnis hier fast 90 Prozent der Stimmen, während auf die regierende PSUV gerade einmal 1,3 Prozent entfielen. Doch seit Tagen ist das venezolanische Konsulat in Miami geschlossen und wird dies offenbar auf längere Zeit bleiben.

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Chávez will Oktoberrevolution

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hofft auf eine »Oktoberrevolution« im kommenden Herbst. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im Regierungssitz Miraflores gab er seinen Anhängern für die am 7. Oktober 2012 stattfindenden Wahlen, bei der er sich um eine weitere Amtszeit bewirbt, das Ziel aus, zehn Millionen oder 70 Prozent der Stimmen zu gewinnen. Der Abstand zum Kandidaten der Opposition dürfe »nicht weniger als vier Millionen Stimmen« betragen, so der Comandante. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Die Mitte November veröffentlichte jüngste Umfrage des regierungsnahen Meinungsforschungsinstituts GIS-XXI prognostizierte nur 56 Prozent der Stimmen für den Präsidenten, wenn die Wahlen bereits jetzt wären.

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Neue Gewerkschaft

In Venezuela soll am heutigen Donnerstag ein neuer Gewerkschaftsbund gegründet werden. Rund 3500 Delegierte aus dem ganzen Land werden sich als Vertreter von 17 Branchenverbänden in einem Sportzentrum in Maiquetia, nahe dem internationalen Flughafen der venezolanischen Hauptstadt Caracas, zusammenfinden, um die neue »Sozialistische Arbeiterzentrale« (CST) aus der Taufe zu heben. Das kündigte der Vorsitzende der Gewerkschaft für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst FETRASEP, Franklin Rondón, gegenüber dem staatlichen Fernsehen VTV an.

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Der Countdown läuft

Ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen in Venezuela bleibt Amtsinhaber Hugo Chávez der klare Favorit. Einer am Donnerstag von der Tageszeitung Correo del Orinoco veröffentlichten Meinungsumfrage des regierungsnahen Instituts GIS-XXI zufolge würde Chávez derzeit 58 Prozent der Stimmen erreichen. Auf alle Vertreter der Opposition, die derzeit noch um die Nominierung eines gemeinsamen Kandidaten streiten, würden demnach zusammengenommen 26 Prozent entfallen. Als populärster Regierungsgegner gilt demnach der derzeitige Gouverneur des Bundesstaates Miranda, Henrique Capriles Radonski, auf den acht Prozent der Stimmen entfallen würden. Der Nationale Wahlrat (CNE), die oberste Wahlbehörde des südamerikanischen Landes, hat als Termin für die Abstimmung den 7. Oktober kommenden Jahres festgelegt. Einige Wochen später, am 16. Dezember 2012, finden Regionalwahlen statt, bei denen über die Gouverneure und Parlamente der Bundesstaaten Venezuelas entschieden wird. Der Zyklus wird schließlich am 14. April 2013 mit den Kommunalwahlen abgeschlossen.

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Zeugnisse eines Schamanen in der jW-Ladengalerie

Farbenfrohe Bilder, die die Kultur der Indígenas Venezuelas widerspiegeln, sind unter dem Titel »Zeugnisse eines Schamanen« bis zum 11. November in der jW-Ladengalerie zu sehen. Die 1947 in Caracas geborene Künstlerin JADE – Hai­dee Violeta Marrero – eröffnete die Ausstellung am Donnerstag abend gemeinsam mit der venezolanischen Botschaftsrätin Laura Medina. Ihre Bilder seien, so die Künstlerin, ein Protest gegen das jahrhundertelange Verschweigen des Erbes der Eingeborenen ihres Landes, während zugleich bis vor einigen Jahren die Kinder und Jugendlichen Venezuelas gezwungen wurden, alljährlich am 12. Oktober die »Entdeckung« des Kontinents durch Christoph Kolumbus zu feiern. Erst vor einigen Jahren hat die venezolanische Regierung dieses Datum umgewidmet, seither wird er als »Tag des indigenen Widerstandes« begangen.

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Mit Göttern und Natur

Vielleicht hat die traditionelle Heilungszeremonie geholfen, die Angehörige der Kariña-Indígenas am Montag im Hotel Alba Caracas im Zentrum der venezolanischen Hauptstadt durchgeführt haben, um sich nicht auf die westliche Medizin allein verlassen zu müssen. Aus Anlaß des Internationalen Tags der indigenen Frau riefen sie die Natur und die Götter ihrer Vorfahren an, damit Venezuelas Präsident Hugo Chávez seine Krebserkrankung überwinden kann. Diesem geht es offenbar tatsächlich besser. Schon am vergangenen Freitag ließ er sich, begleitet von einer langen Autokarawane, aus dem Militärkrankenhaus »Carlos Arvelo« in Caracas, wo er sich zum dritten Mal der Chemotherapie unterzogen hatte, in den Präsidentenpalast Miraflores zurückbringen. Beim Verlassen des Krankenhauses scherzte Chávez, er habe in der Woche der Behandlung anderthalb Kilo zugenommen und müsse aufpassen, daß er nicht zu dick werde. Auch sein behandelnder Arzt Earle Siso bestätigte gegenüber Medienvertretern, der Präsident werde »sowohl physisch wie seelisch in besserem Zustand« entlassen.

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Terroristen zu Gast

Am heutigen Dienstag feiert Venezuela den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeitserklärung von der spanischen Kolonialherrschaft. Pünktlich zu diesem Datum ist Präsident Hugo Chávez am Montag nach seiner Krebsoperation in Havanna nach Hause zurückgekehrt – rechtzeitig, um die Veranstaltungen zu leiten. Die politische Ausrichtung der Feierlichkeiten ist klar. Venezuela werde seine Unabhängigkeit weiter aufbauen und mit allen Ländern Beziehungen pflegen, mit denen man es für notwendig halte, unterstrich etwa Außenminister Nicolás Maduro Ende Juni in Caracas. »Es kann kein dekadentes Imperium kommen und uns darauf festlegen wollen, mit wem wir Beziehungen haben oder nicht.«

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Historische Wegmarke

Die Krebserkrankung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez hat die politische Tagesordnung nicht nur des südamerikanischen Landes, sondern des gesamten Kontinents durcheinandergebracht. Am 5. Juli begeht Venezuela den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit, und eigentlich sollte dieser Tag auch als Datum der offiziellen Gründung der Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik (CELAC) in die Geschichte eingehen. Dazu sollten die Staats- und Regierungschefs des gesamten Kontinents – mit Ausnahme der USA und Kanadas – auf der venezolanischen Ferieninsel Margarita zusammenkommen. Daraus wird nun zunächst nichts. In einer am 29. Juni verbreiteten offiziellen Erklärung des Außenministe­riums teilte die Regierung in Caracas mit, daß man in Absprache mit den übrigen Regierungen des Kontinents vereinbart habe, das Gipfeltreffen abzusagen und es an einem noch zu vereinbarenden Datum vor Ende des Jahres nachzuholen.1

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Chávez räumt Krebserkrankung ein

Venezuelas Präsident Hugo Chávez ist doch schwerer erkrankt, als dies die offiziellen Stellen des südamerikanischen Landes bislang zugeben wollten. Am späten Donnerstag abend (Ortszeit) trat er in Havanna vor die Fernsehkameras und räumte in einer von allen venezolanischen Rundfunk- und TV-Stationen übertragenen Ansprache ein, daß die ihn behandelnden Ärzte einen Tumor mit bösartigen Krebszellen entfernt hätten. Dieser sei entdeckt worden, nachdem die kubanischen Mediziner einen Abszeß an seiner Hüfte behandelt hätten.

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Gipfel verschoben

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit Venezuelas fällt aus. Ursprünglich sollten am 5. und 6. Juli die Staats- und Regierungschefs aller Länder des Kontinents außer den USA und Kanadas auf der venezolanischen Ferieninsel Margarita zusammenkommen, um dort die Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik (CELAC) offiziell zu gründen. Das hat die Erkrankung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez nun verhindert. Zwar befinde er sich auf gutem Weg der Erholung, hieß es aus Regierungskreisen in Caracas. Trotzdem müsse die Konferenz verschoben werden und solle noch vor Jahresende nachgeholt werden, teilte das Außenministerium in einer offiziellen Erklärung mit. Die Gründung der neuen Organisation war im Februar 2010 beim »Gipfeltreffen der lateinamerikanisch-karibischen Einheit« im mexikanischen Playa del Carmen beschlossen worden. In ihr wollen sich die Länder der Region erstmals in einer festen Form zusammenschließen, ohne daß daran die USA und Kanada oder europäische Staaten wie Spanien beteiligt wären.

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Absetzung gescheitert

So einfach werden sie Hugo Chávez doch nicht los. Abgeordnete der Opposition haben am Dienstag gefordert, daß der venezolanische Staatschef die Amtsgeschäfte an Vizepräsident Elías Jaua übergeben solle. Sein derzeitiger Aufenthalt in Kuba sei nicht vom Parlament genehmigt worden, und es könne nicht sein, daß Chávez Venezuela von Kuba aus regiere, behauptete die Oppositionsabgeordnete María Corina Machado. Vertreter des Regierungslagers wiesen den Antrag zurück und warfen dem rechten Lager vor, eine »Show« zu veranstalten. Auch Vizepräsident Jaua selbst erklärte, außerhalb des Landes zu sein, schränke den Präsidenten nicht ein. »Er ist körperlich und geistig voll handlungsfähig«, unterstrich Jaua gegenüber dem Fernsehsender Globovisión, und er selbst werde das Mandat des Präsidenten Chávez mit seinem Leben verteidigen. In der anschließenden Abstimmung lehnten die Abgeordneten mehrheitlich die Anträge der Regierungsgegner ab und erteilten dem Staatschef die offizielle Erlaubnis, sich so lange in Kuba aufzuhalten, wie es nötig sei.

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»Venezuela darf in Kolumbien kein Kriegsteilnehmer werden«

Künstler engagieren sich für die Freilassung des inhaftierten FARC-Sängers Julián Conrado. Ein Gespräch mit Ali Manaure. Ali Manaure ist Volkssänger in Caracas und Mitglied der Künstlervereinigung »Frente de Creadores Militantes«

Sie haben eine Kampagne gegen die Auslieferung des in Venezuela festgenommenen mutmaßlichen FARC-Mitglieds Julián Conrado initiiert. Warum?


Julián Conrado ist die aufständische Stimme des kolumbianischen Volkes, dem innerhalb der demokratischen Welt alle Türen verschlossen werden, es ist von Verfolgung, Ermordungen und Massakern bedroht. Wir erinnern an den Fall der Patriotischen Union, deren Mitglieder zu Tausenden ermordet wurden, oder an die erst kürzlich entdeckten Massengräber in La Macarena, für die der gegenwärtige Präsident Kolumbiens direkt verantwortlich ist. Deshalb haben wir als Künstler und im Kulturbereich aktive Menschen, vor allem als revolutionäre Sänger, unsere Stimme gegen die drohende Auslieferung des Genossen Julián Conrado erhoben. Mit seinen Versen und seiner Gitarre klagt er den Irrweg des kapitalistischen Systems an, das ein System der Ausbeutung und Entfremdung des Menschen ist.

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Strafe für Iran-Geschäfte

Empört hat die Regierung in Caracas auf Sanktionen reagiert, die das US-Außenministerium am Dienstag unter anderem gegen den staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA verhängt hat. Man behalte sich die »am meisten angemessene Reaktion auf diese imperialistische Aggression« vor, die das Völkerrecht und die Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen verletzte, sagte Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro gegenüber Journalisten.

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Drogenboß ausgeliefert

Kolumbien hat am Montag den einstigen Großunternehmer Walid Makled an Venezuela ausgeliefert. Am Dienstag morgen (Ortszeit) wurde er in Caracas dem Haftrichter vorgeführt. Was auf den ersten Blick wie eine Antwort Bogotás auf die Ende April erfolgte Überstellung des schwedischen Journalisten kolumbianischer Abstammung Joaquín Pérez Becerra durch Venezuela aussieht (jW berichtete), ist tatsächlich das Ende eines monatelangen diplomatischen Tauziehens zwischen Caracas, Bogotá und Washington.

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Betteln um Dollars

Eine Woche nach der Verhaftung des Journalisten Joaquín Pérez Becerra in Venezuela und seiner folgenden Auslieferung an Kolumbien wächst der Druck auf die venezolanische Regierung, ihr Verhalten zu rechtfertigen. Der schwedische Staatsbürger war am Karfreitag aus Frankfurt kommend nach seiner Landung am internationalen Flughafen Maiquetia von den venezolanischen Behörden verhaftet worden, nachdem Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos eigenen Angaben zufolge seinen venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez um diesen Schritt gebeten hatte. Trotz zahlreicher Proteste von Menschenrechtsvereinigungen und linken Gruppen wurde Pérez Becerra am Montag nach Bogotá abgeschoben, wo er von den dortigen Behörden sofort verhaftet wurde. Kolumbien wirft dem Chef der von Stockholm aus arbeitenden Nachrichtenagentur ANNCOL vor, unter dem Namen Alberto Martínez »Botschafter der FARC in Europa« gewesen zu sein. Dieser bestreitet eine Mitgliedschaft in der Guerillaorganisation und sieht in seiner Verhaftung einen Schlag gegen die alternative Agentur, deren Berichterstattung über den Konflikt in Kolumbien der Regierung nicht gefalle.

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Proteste in Caracas

Venezuelas Präsident Hugo Chávez präsentierte sich am Dienstag in Caracas als Gastgeber der zweiten Außenministerkonferenz der Lateinamerikanischen und Karibischen Staatengemeinschaft (CELAC). Das Treffen diente der Vorbereitung des offiziellen Gipfeltreffens am 5. Juli in der venezolanischen Hauptstadt, bei der die erste Kontinentalorganisation, an der die USA und Kanada nicht beteiligt sind, offiziell gegründet werden soll. Seinen Auftritt vor den Diplomaten nutzte Chávez dazu, sich für eine politische Lösung aller Konflikte weltweit auszusprechen. In die Statuten der CELAC sollten neben einer Demokratieklausel auch ein Verbot von Bombenangriffen und der Einmischung in die inneren Angelegenheiten der einzelnen Länder aufgenommen werden. Niemand habe das Recht, ein anderes Land zu bombardieren, weil es ihm nicht paßt, »so wie es derzeit mit Libyen passiert«. Venezuela werde seine Anstrengungen für eine friedliche Lösung des Konflikts in dem nordafrikanischen Land fortsetzen, kündigte Chávez an und teilte zugleich mit, daß sich seit mehreren Tagen eine libysche Delegation in seinem Land aufhalte, um über einen politischen Ausweg zu beraten.

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An Kolumbien verkauft

Gegen den wütenden Protest zahlreicher linker Organisationen aus ganz Lateinamerika haben die venezolanischen Behörden am Montag abend (Ortszeit) einen schwedischen Journalisten kolumbianischer Herkunft an Bogotá ausgeliefert. Während Staatschef Hugo Chávez gerade in einer über alle Fernsehsender des Landes ausgestrahlten Ansprache eine Erhöhung des Mindestlohns um 25 Prozent zum 1. Mai ankündigte, wurde Joaquín Pérez Becerra in ein Flugzeug gesetzt und nach Bogotá geflogen. Dort wurde er von den kolumbianischen Behörden triumphierend den Fernsehkameras vorgeführt, bevor er von schwerbewaffneten Polizisten gefesselt weggebracht wurde.

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Chávez auf Abwegen

Was hat Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez dazu getrieben, Joaquín Pérez Becerra an Kolumbien auszuliefern? Ein Anruf seines kolumbianischen Amtskollegen Juan Manuel Santos genügte, damit die venezolanischen Behörden den schwedischen Journalisten tagelang in Isolationshaft festhielten, ihm den Beistand des schwedischen Konsulats verweigerten und ihn dann nicht etwa aufgrund eines internationalen Haftbefehls an Bogotá auslieferten, sondern ihn ganz einfach abschoben – und zwar nach Bogotá. Damit sollten die bürokratischen Verfahren abgekürzt werden, hieß es dazu in Caracas.

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Fasten gegen Chávez

Die rechte Opposition in Venezuela hat Hungerstreiks als neue Ausdrucksform für ihre Propaganda entdeckt. Insgesamt habe es seit Jahresbeginn bereits mehr als 35 Hungerstreiks gegeben, während es in den zwölf Monaten zuvor 105 und im Jahr 2009 nur neun gewesen seien, sagte Marco Antonio Ponce von der Organisation Provea. Die jüngste Aktion ist ein Protest von Krankenhausangestellten, die seit Tagen vor der brasilianischen Botschaft in Caracas ausharren. Vor allem junge Frauen fordern hier im Namen der »Vereinigung pensionierter Krankenschwestern und Pfleger« eine Erhöhung der Rentenzahlungen.

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Ausstieg vor dem Einstieg

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat angekündigt, das Atomprogramm des südamerikanischen Landes bis auf weiteres auf Eis zu legen. »Es gibt nicht den geringsten Zweifel, daß das, was in Japan mit den dortigen Reaktoren passiert, weltweit die Pläne zur Entwicklung der Kernenergie umwirft«, erklärte der Staatschef am Dienstag abend (Ortszeit) während der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen dem chinesischen Staatsunternehmen CITIC und der venezolanischen Industrie- und Handelsbank über die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens zur Entwicklung von Projekten im Erdöl- und Bergbaubereich. Er habe Energieminister Rafael Ramírez beauftragt, die entsprechenden Vorarbeiten, die sich noch »in einem sehr frühen Stadium« befunden hätten, bis auf weiteres einzustellen.

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»Wir wollen einen sozialistischen Tourismus«

Im Gespräch mit Alejandro FlemingEin Gespräch mit Alejandro Fleming, Tourismusminister der Bolivarischen Republik Venezuela

In Deutschland gibt es ein wachsendes Interesse von Menschen, die nach Venezuela reisen möchten, um sich selbst ein Bild vom bolivarischen Prozeß zu machen. Viele sprechen aber kein Spanisch, und sie wollen auch nicht in Hotelburgen festsitzen. Was empfehlen Sie diesen Menschen?


Der beste Werber für den Tourismus in Venezuela ist Präsident Hugo Chávez, denn er hat dafür gesorgt, daß für die Menschen Chávez und Venezuela einfach zusammengehören. Manche sprechen deshalb von politischem Tourismus. Jeder Tourist, der nach Venezuela kommt, erlebt auf die eine oder andere Weise die Realität unseres Landes, sowohl in einem Fünf-Sterne-Hotel wie in einem Hotel ohne Sterne, in einer Herberge oder in einer Privatunterkunft. Überall wird er die Revolution erleben, denn die spiegeln sowohl die Arbeiter in den Hotels als auch deren Eigentümer wider. Die Revolution ist außerdem im ganzen Land zu erleben, nicht nur in Caracas. Deshalb möchte ich die Deutschen einladen, nicht nur die Hauptstadt zu besuchen, sondern das Land zu bereisen.

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Merkwürdige Veranstaltung

Elena Linarez ist wütend. »Es ist doch merkwürdig, daß sie hier erzählen, daß die Veranstaltung von einer Nichtregierungsorganisation in Deutschland organisiert wird, und in Deutschland sagen sie, daß sie hier von der Frauenbewegung ›Ana Soto‹ veranstaltet wird«, sagt die Vorsitzende der venezolanischen Frauenorganisation »Clara Zetkin« gegenüber junge Welt . Gemeint ist die »Weltkonferenz der Basisfrauen«, die Anfang März in Venezuela stattfinden soll. Gerechnet wird von den Veranstaltern offiziell mit Teilnehmerinnen aus 30 Ländern, aus Deutschland haben sich demzufolge bislang rund 200 Frauen angemeldet. Doch in Venezuela selbst spielt die Konferenz praktisch keine Rolle, weder in den Medien, noch im Regierungsapparat oder in den politischen Organisationen. »Das Frauenministerium unterstützt sie nicht, und auch wir sind politisch mit der Konferenz nicht einverstanden. Wir sind Teil der Internationalen Demokratischen Frauenföderation und gegen die Spaltung der weltweiten revolutionären und Volksbewegung«, so Linárez, die auch dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) angehört.

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Das Dutzend ist voll

Venezuela begeht am heutigen Mittwoch den zwölften Jahrestag des Amtsantritts von Staatspräsident Hugo Chávez. In 70 Ländern der Welt sind aus diesem Anlaß Solidaritätsveranstaltungen angekündigt, teilte Rodrigo Cabezas von der Führung der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) am Montag (Ortszeit) in Caracas mit. Es seien unter anderem Demonstrationen in Washington, Havanna, Buenos Aires, Bogotá und Madrid geplant, so Cabezas. In Berlin ruft die DKP zu einer Kundgebung um 17 Uhr vor der venezolanischen Botschaft in Berlin (Schillstr. 9-10) auf, anschließend wird in den Räumen der diplomatischen Vertretung um 19 Uhr der Film »Al Sur de la Frontera« von Oliver Stone in spanischer Fassung mit englischen Untertiteln gezeigt.

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»Wir wollen Unabhängigkeit!«

Venezuela begeht am 5. Juli 2011 den 200. Jahrestag der Unterzeichnung seiner Unabhängigkeitserklärung. Der Präsident des Landes, Hugo Chávez, erinnerte deshalb in seinem jährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Parlament an die heftigen Diskussionen, die der damaligen Entscheidung in der "Patriotischen Gesellschaft" vorausgingen. Manchen erschien die Ausrufung der Unabhängigkeit verfrüht, andere fürchteten sich vor der Reaktion der spanischen Kolonialmacht. Doch letztlich setzte sich der radikale Flügel dieser Bewegung durch. Ihr wichtigster Vertreter, Simón Bolívar, rief damals aus: "Setzen wir den Grundstein der südamerikanischen Freiheit, denn Schwanken bedeutet Verlieren!" Diese Diskussion sei auch heute noch aktuell, so der venezolanische Präsident am 15. Januar in seiner siebenstündigen Ansprache: "Ein unabhängiges Heimatland oder eine Kolonie, diese Diskussion ist noch immer lebendig. Wir wollen die Unabhängigkeit", rief er aus, und wandte sich damit indirekt an die Abgeordneten der Opposition, die erstmals seit Jahren wieder in relevanter Zahl im Parlament vertreten sind. Nach den Wahlen im September hatte sich die Nationalversammlung Anfang Januar zu ihrer neuen Legislaturperiode konstituiert. Im neuen Parlament stellt die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) 97 Abgeordnete, die mit ihr verbündete Kommunistische Partei (PCV) ist mit einem Abgeordneten vertreten. Ihnen stehen 65 Vertreter der Opposition gegenüber.

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Zoff zum Auftakt

Mit einem verbalen Schlagabtausch zwischen der sozialistischen Mehrheitsfraktion und den Abgeordneten der Opposi­tion hat die neugewählte Nationalversammlung Venezuelas am Mittwoch in Caracas ihre Arbeit aufgenommen. Den 97 Abgeordneten der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV), die von einem Parlamentarier der Kommunistischen Partei (PCV) unterstützt werden, stehen 65 Abgeordnete des Oppositionsbündnisses »Tisch der demokratischen Einheit« (MUD) und der Partei Heimatland für alle (PPT) gegenüber.

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Opposition kehrt zurück

Am heutigen Mittwoch nehmen in Caracas die am 26. September neugewählten Abgeordneten des venezolanischen Parlaments ihre Arbeit auf. Damit endet auch die Zeit einer fast vollständig vom Regierungslager kontrollierten Nationalversammlung. Bislang hatten die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) und ihre Verbündeten vom Wahlboykott der Regierungsgegner Ende 2005 profitiert. Nun werden 65 der 165 Sitze im Parlament vom Oppositionsbündnis »Tisch der demokratischen Einheit« (MUD) besetzt, zwei Abgeordnete stellt die sich als »dritte Kraft« verstehende Partei »Heimatland für alle« (PPT). Trotzdem verfügen die Unterstützer von Staatspräsident Hugo Chávez mit den 97 Abgeordneten der PSUV und einem Vertreter der Kommunistischen Partei (PCV) über eine bequeme absolute Mehrheit. Lediglich bei Gesetzen, die eine Zweidrittelmehrheit benötigen, sind die Linken künftig auf die Unterstützung von Oppositionsabgeordneten angewiesen.

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Streit um Botschafter eskaliert

Trotz der aktuellen Spannungen zwischen Caracas und Washington haben Venezuelas Präsident Hugo Chávez und US-Außenministerin Hillary Clinton die Amtseinführung der neuen brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff am Sonnabend in Brasilia zu einem kurzen Meinungsaustausch genutzt. Die Begegnung kam offenbar zufällig zustande, wie Chávez anschließend berichtete. Man habe sich aber »über zwei oder drei Dinge unterhalten« können.

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Auf den letzten Drücker

Am 5. Januar treten die im vergangenen September gewählten Abgeordneten der venezolanischen Nationalversammlung ihr Mandat an. Dann endet für das Regierungslager die bequeme Situation der vergangenen fünf Jahre, in denen die Koalition um die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) dank des Boykotts der Wahl 2005 durch die Opposition nahezu uneingeschränkt Schalten und Walten konnte. Zwar behält das Regierungslager, das bei der Wahl im September 48,13 Prozent der Stimmen erreichte, aufgrund der Besonderheiten des Wahlrechts mit 98 Abgeordneten eine deutliche Mehrheit in der Nationalversammlung. Für Entscheidungen, die eine Zweidrittelmehrheit benötigen, ist es künftig aber auf die Unterstützung von einigen der 65 oppositionellen Abgeordneten angewiesen, deren Bündnis 47,22 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

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Erfolgreiche Medienoffensive

Am 24. Juli beging der lateinamerikanische Fernsehsender TeleSur in Caracas sein fünfjähriges Bestehen. Ende November beschlossen die öffentlichen Rundfunksender Südamerikas, eine gemeinsame Radiostation als Stimme ihres Staatenbundes UNASUR zu gründen. Das sind zwei Beispiele einer Medienoffensive, mit der Lateinamerika darangeht, die eigenen Interessen zu vertreten.

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Wahl trotz Fluten

Der venezolanische Bundesstaat Amazonas wird künftig von der Opposition gegen die Zentralregierung des Präsidenten Hugo Chávez regiert, doch der Gouverneur bleibt derselbe. Liborio Guarulla regiert die dünnbesiedelte Region im Süden des Landes bereits seit dem Jahr 2001, als dort die Regionalwahlen vom Vorjahr aufgrund einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wiederholt werden mußten. Seither wird in Amazonas regelmäßig zu anderen Terminen als in den anderen Teilen des Landes gewählt. Guarulla gehört der Mitte-Links-Partei »Heimatland für alle« (PPT) an, die bis Anfang diesen Jahres Bestandteil der Regierungskoalition um die von Chávez gegründete Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) gewesen war. 2001 und 2005 mit Unterstützung der Chavistas gewählt, kandidierte er am Sonntag nach dem Bruch seiner Partei mit dem Regierungslager jedoch als Vertreter der PPT und des Oppositionsbündnisses »Tisch der Demokratischen Einheit« (MUD) und konnte sich mit 51 Prozent knapp gegen Edgildo Palau von der PSUV durchsetzen.

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Ansehen sinkt

Die US-Botschaft in Caracas macht sich Sorgen über das rapide schwindende Ansehen der Vereinigten Staaten in Venezuela. So hätten vor dem Amtsantritt des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez noch 65 Prozent der Venezolaner ein positives Bild von den USA gehabt, bis März 2008 sei dieser Wert in Folge »wohlbegründeteter Angriffe« auf die USA jedoch auf 31 Prozent gefallen. Das geht aus einem der Dokumente hervor, die dem Internetdienst Wikileaks zugespielt wurden und das in dieser Woche von der spanischen Tageszeitung El País ins Netz gestellt wurde. In dem als »geheim« eingestuften Schreiben bittet die Botschaft in Caracas das US-Verteidigungsministerium in Washington – und nicht etwa das eigentlich zuständige State Department – um Unterstützung für eine Kampagne, mit der »Einfluß auf die Informationslandschaft innerhalb Venezuelas« genommen werden sollte.

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Enteignungswelle

Venezuelas Unternehmer rufen für den kommenden Sonnabend zu einer Demonstration gegen die anhaltende Welle von Verstaatlichungen in dem südamerikanischen Land auf. Der Chef des Industriellenverbandes Fedecámaras, Noel Álvarez, warf der venezolanischen Regierung vor, eine »Kampagne gegen das Privateigentum« zu führen, und verwies auf die jüngsten Enteignungen von Agroisleña, einem spanischen Produzenten von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln, des US-Glasfabrikanten Owens-Illinois und des Stahlproduzenten Sidetur. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden Zeitungsberichten zufolge in Venezuela 347 Unternehmen nationalisiert, die Hälfte davon allein in diesem Jahr – und ein Ende ist nicht abzusehen. Grundlage dafür ist die 1999 verabschiedete Verfassung des Landes, in der es heißt, daß Enteignungen nur »aus Gründen des öffentlichen Nutzens oder gesellschaftlichen Interesses« und gegen Entschädigung erfolgen dürfen.

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Aufräumarbeiten

Studierende der Universität von Georgetown haben am Dienstag (Ortszeit) den früheren kolumbianischen Staatschef Álvaro Uribe beim US-Justizministerium angezeigt. Es gäbe »Tausende dokumentierter Fälle« über außergerichtliche Hinrichtungen durch Paramilitärs und Angehörige der regulären Streitkräfte während der acht Regierungsjahre Uribes, dessen Amtszeit im August endete. Mit ihrer Anzeige reagierten die Mitglieder der Gruppe »Adiós Uribe« auf den Aufruf einer Abteilung des Justizministeriums in Washington. Diese hatte darum gebeten, Informationen über Menschenrechtsverletzer zu erhalten, die in die USA einreisen. Das ist bei Uribe der Fall, denn der Expräsident hat seit Anfang September einen Lehrauftrag in Georgetown erhalten. »Uribe sollte vor Gericht gestellt werden, anstatt eine Plattform zu erhalten«, sagte dazu die Jurastudentin Charity Ryerson.

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Radikal gegen Wohnungsnot

In Venezuela fehlen offiziellen Zahlen zufolge rund 2,5 Millionen Wohnungen. Um sein Versprechen einhalten zu können, bis zum Jahr 2021 die Wohnungsnot zu beseitigen, greift der venezolanische Präsident Hugo Chávez deshalb nun zu drastischen Maßnahmen. Am Sonntag kündigte der Staatschef in seiner wöchentlichen Fernsehsendung »Aló, Presidente« die Verstaatlichung von sechs Immobilienprojekten im Großraum der Hauptstadt Caracas und die zeitweilige Besetzung von acht weiteren Projekten durch die Nationalgarde an. Durch diese Maßnahmen soll die stockende Fertigstellung der Wohnungen vorangetrieben werden. Chávez kritisierte, daß die hinter den Projekten stehenden Unternehmen den Abschluß der Arbeiten mutwillig hinausgezögert und zugleich versucht hätten, von ihren Kunden überhöhte Preise zu kassieren: »Wir werden nicht zulassen, daß die Mittelschicht weiter ausgebeutet wird.« Die Unternehmen hätten das Geld von ihren Kunden kassiert, dann aber teilweise den Bau der Wohnungen eingestellt. Nun werde die Regierung die Bauten vollenden und den rechtmäßigen Käufern übergeben. Den betrügerischen Unternehmen drohen hingegen Geldstrafen in Höhe von umgerechnet knapp 51000 Euro für jeden ihrer Kunden, der durch diese Machenschaften geschädigt wurde.

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Solidaritätsbesuch

Die iranische Regierung zeigt sich von den Sanktionen unbeeindruckt, die vor allem die USA und die Europäische Union gegen das Land am Golf verhängt haben. Am Dienstag erklärte »Revolutionsführer« Ayatollah Sayyed Ali Khamenei bei einer Rede in der den Schiiten heiligen Stadt Ghom, das Embargo habe keine spürbaren Folgen hinterlassen. Die »Feinde Irans« seien mit der Absicht gescheitert, das Volk von der Regierung zu entfremden, sagte das religiöse Staatsoberhaupt.

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Abzug aus Deutschland

Nach einer jahrelangen Hängepartie hat sich Venezuela von seinem 50-Prozent-Anteil an der »Ruhr Oel GmbH« und deren vier Raffinerien in Deutschland getrennt. »Ich habe mich von einer großen Last befreit«, kommentierte Venezuelas Präsident Hugo Chávez diesen Schritt am Wochenende während eines Besuchs in Minsk. »Dort wurde kein venezolanisches Rohöl raffiniert, wurden keine Venezolaner beschäftigt und keine Gewinne an Venezuela gemeldet, alles blieb in Deutschland«, so der Staatschef, der damit auch der in seinem Land geäußerten Kritik entgegentrat, der Preis für die Aktien sei zu gering gewesen. Dieser soll sich auf 1,6 Milliarden US-Dollar belaufen. Der einstige venezolanische Erdölminister Humberto Calderón Berti, in dessen Amtszeit Venezuela 1983 die Anteile an »Ruhr Oel« erworben hatte, schätzt den Wert der Aktien auf mindestens das Doppelte. »Sie verschenken die venezolanischen Anteile«, wetterte er deshalb in der oppositionellen Tageszeitung El Universal.

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Selbstanzeige

Die von spanischen und internationalen Medien geführte Kampagne über eine angebliche Ausbildung von ETA-Mitgliedern in Venezuela könnte sich gegen Madrid wenden. José Arturo Cubillas Fontán, der in zahlreichen Medienberichten als mutmaßlicher Ausbilder von Aktivisten der baskischen Untergrundorganisation und der kolumbianischen FARC-Guerilla in dem südamerikanischen Land genannt wurde, reichte am Montag nachmittag (Ortszeit) entsprechend der venezolanischen Strafprozeßordnung eine Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Caracas ein, damit diese die gegen ihn erhobenen Vorwürfe untersucht. Er fühle sich von den auch in venezolanischen Zeitungen veröffentlichten Beschuldigungen beleidigt und sehe seine Reputation angegriffen, schreibt Cubillas in dem dreiseitigen Dokument. Bei den Untersuchungen soll es jedoch nicht nur um die von zwei baskischen Gefangenen erhobenen Anschuldigungen gehen, in Venezuela von Cubillas militärisch ausgebildet worden zu sein. Ermittelt werden soll auch, wie diese Aussagen entstanden sind. Deshalb hat Cubillas beantragt, »alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen um festzustellen, ob diese Bürger baskischer Abstammung Opfer von Folter oder in einer anderen Form zu ihren Aussagen genötigt worden sind«.

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Die Revolution verteidigt die Mehrheit

Die revolutionären Parteien Venezuelas behalten die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Bei den Parlamentswahlen vom vergangenen Sonntag erreichte die Allianz aus Vereinter Sozialistischer Partei (PSUV) und Kommunistischer Partei Venezuelas (PCV) 98 Sitze in der 165 Abgeordnete umfassenden Legislative, einer von ihnen gehört der Kommunistischen Partei an. Außerdem entsendet die Partei mit dem roten Hahn fünf Ersatzabgeordnete in die Nationalversammlung. Das Oppositionsbündnis "Tisch der demokratischen Einheit" musste sich mit 64 Abgeordneten zufrieden geben. Trotzdem bejubelten die Regierungsgegner dieses Ergebnis, als wenn sie die Wahlen gewonnen hätten. Doch tatsächlich erreichte dieser äußerst heterogene Zusammenschluss aus rechtsextremen Gewalttätern, neoliberalen "Reformern", konterrevolutionären Sozialdemokraten und ähnlichen Figuren nur sein Minimalziel: die Linken haben nun keine Zwei-Drittel-Mehrheit mehr.

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Mehrheit für Sozialismus

junge Welt vom 28. September 2010Die von Venezuelas Präsident Hugo Chávez gegründete Vereinte Sozialistische Partei (PSUV) bleibt die stärkste Kraft in dem südamerikanischen Land. Bei den Parlamentswahlen am Sonntag holte sie im Bündnis mit der Kommunistischen Partei (PCV) und kleineren Organisationen vorläufigen offiziellen Angaben des Nationalen Wahlrats (CNE) zufolge mindestens 95 der 165 Sitze in der Nationalversammlung. Die Opposition, die vor fünf Jahren die Abstimmung boykottiert hatte, erreichte demnach 65 Sitze. Zwei Mandate ergatterte die Partei Heimatland für alle (PPT), die zu Jahresbeginn aus der Regierungskoalition ausgeschert war und sich im Wahlkampf als »dritte Kraft« präsentierte. Damit verfehlten die Linken ihr proklamiertes Ziel deutlich, eine Zweidrittelmehrheit von 110 Abgeordneten im Parlament zu erreichen. Diese Mehrheit wäre nötig gewesen, um wichtige Gesetze zu verabschieden oder zu ändern. Außerdem ermöglicht eine solche Mehrheit die Kontrolle über die nationale Wahlbehörde und den Obersten Gerichtshof, deren Mitglieder mit einer solchen Mehrheit gewählt werden.

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Letzte Warnung

Venezuelas Opposition feiert einen Sieg, obwohl das Regierungslager bei der Parlamentswahl am Sonntag eine deutliche absolute Mehrheit erringen konnte. Das ist absurd, aber auch die überschwenglichen Freudenfeiern der von Präsident Hugo Chávez gegründeten und geführten Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) lenken von der eigentlichen Botschaft des Wahlergebnisses ab.

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Katastrophen im Wahlkampf

Eine Reihe von Unglücken hat in den vergangenen Tagen in Venezuela den Parlamentswahlkampf überschattet. Am Montag stürzte im Bundesstaat Bolívar eine Maschine der staatlichen Fluggesellschaft Conviasa ab, 16 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Bereits am vergangenen Sonnabend waren drei kleine Passagierboote, die Touristen von der Urlaubsinsel Margarita zu vorgelagerten Atollen bringen sollten, vom Kurs abgekommen und erst nach Tagen auf hoher See entdeckt worden. Während die Passagiere dieser Boote gerettet werden konnten, stürzte während der Suche ein Armeehubschrauber ab, wobei zwei Besatzungsmitglieder starben. Ebenfalls am Wochenende starb der Gouverneur des Bundesstaates Guárico, Willian Lara, bei einem Verkehrsunfall. Lara war international bekannt geworden, als er in seiner damaligen Funktion als Parlamentspräsident am 11. April 2002 öffentlich den Putsch gegen Präsident Hugo Chávez anprangerte. Am Sonnabend meldete die regierungsnahe Tageszeitung Vea außerdem den Tod ihres Gründers und Chefs Guillermo García Ponce, der einem Krebsleiden erlegen war.

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Mit Chávez gegen Lenin?

junge Welt, 26. August 2010Basisdemokratie oder Personenkult? Auch fast zwölf Jahre nach Beginn der »Bolivarischen Revolution« in Venezuela bemüht sich die Linke hierzulande darum, das Phänomen dort und in anderen Ländern Lateinamerikas zu verstehen. Das spiegelte sich in den vergangenen Wochen auch auf diesen Seiten wider. Während Günter Pohl am 22. Juni darauf hinwies, daß die Erfolge der linken Bewegung in der Region nicht unumkehrbar und angesichts jüngster Erfolge der Rechten sogar akut gefährdet sind, betonte Helge Buttkereit am 18. August, daß die Stärke der Basisbewegungen vor allem in Venezuela ein solches »Roll Back« verhindern werde.

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Generalprobe

Mit einem landesweiten Testlauf hat der Nationale Wahlrat (CNE) Venezuelas am Sonntag ausprobiert, ob die Technik und Infrastruktur für die Parlamentswahlen am 26. September bereit sind. CNE-Chefin Tibisay Lucena zeigte sich anschließend zufrieden mit den Ergebnissen und vor allem mit der Beteiligung durch die Bevölkerung. »Eine große Zahl der Wählerinnen und Wähler ist dem Aufruf des CNE gefolgt und hat an dieser Probe teilgenommen. Die Beteiligung war beeindruckend und höher, als wir erwartet haben.« Das mache Hoffnung auf eine hohe Beteiligung am eigentlichen Wahltag.

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Bei Null anfangen

Kolumbiens neuer Staatschef Juan Manuel Santos und Venezuelas Präsident Hugo Chávez wollen einen Neustart in den Beziehungen der beiden südamerikanischen Staaten wagen. »Wir haben uns entschlossen, die Seite umzuschlagen und bei Null zu beginnen«, erklärte Santos bei der gemeinsamen Pressekonferenz und vermied damit eine Aussage zu der Frage, ob Bogotá an den Vorwürfen festhält, wonach die kolumbianische Guerilla Stützpunkte auf venezolanischem Staatsgebiet unterhalte. Chávez selbst bekräftigte: »Die von mir geführte Regierung unterstützt und erlaubt keine Präsenz der Guerilla, des Terrorismus und des Drogenhandels auf venezolanischem Territorium.« Nichts Neues sei hingegen, daß illegale Gruppen in Venezuela eindringen, betonte Chávez und erinnerte daran, daß er selbst schon 1975 als junger Soldat an der Überwachung der Grenze zum Nachbarland beteiligt war.

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Keine Entspannung

Auch nach dem Außenministertreffen der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) am Donnerstag (Ortszeit) in Quito zeichnet sich keine Lösung der Krise zwischen Kolumbien und Venezuela ab. »Der Außenminister Kolumbiens verabschiedet sich als Lügner von der UNASUR«, sagte der Chef der venezolanischen Diplomatie, Nicolás Maduro. Jaime Bermúdez habe »dieselbe groteske Show« geboten wie bereits sein Botschafter Luis Alfonso Hoyos bei der Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) am 22. Juli in Washington. Kolumbiens scheidender Staatschef Álvaro Uribe seinerseits wetterte gegen Brasiliens Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Dieser habe den Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela so dargestellt, »als gehe es um persönliche Angelegenheiten« und dadurch »die Bedrohung Kolumbiens und des Kontinents« durch die »Präsenz der FARC-Terroristen in Venezuela« ignoriert. Lula hatte zuvor erklärt, er könne keinen wirklichen Konflikt zwischen beiden Ländern erkennen: »Was ich gesehen habe, ist ein verbaler Streit, wie wir ihn oft in Lateinamerika erleben.« Man müsse Geduld haben und auf die Amtsübernahme durch Uribes Nachfolger Juan Manuel Santos am 7. August warten.

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Bogotá will keinen Friedensplan

Im Grenzgebiet zu Kolumbien ist es der venezolanischen Kriminalpolizei gelungen, die Kommandeurin einer paramilitärischen Gruppierung und mehrere ihrer Gefolgsleute zu verhaften. Wie der zuständige Kommissar Jhonny Marques am Dienstag abend (Ortszeit) erklärte, wird Sandra Patricia Barrero unter anderem die Ermordung des Bürgermeisters von Coloncito, Giovani Álvarez, im vergangenen September zur Last gelegt. Ebenfalls am Dienstag wurde auch die Kolumbianerin Gloria Amparo festgenommen, die der im Drogenschmuggel aktiven Bande »Los Indios« angehören soll. Amparo wird von der niederländischen Justiz gesucht, weil sie für den Schmuggel von Rauschgift aus Kolumbien über Venezuela und die niederländische Kolonie Aruba nach Europa verantwortlich gewesen sein soll. Mit ihrer Festnahme steigt die Zahl der seit Jahresbeginn in Venezuela verhafteten ausländischen »Paten« auf 13, die meisten von ihnen stammen Polizeiangaben zufolge aus Kolumbien.

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Uribe provoziert

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat kurzfristig seine Teilnahme an einem derzeit in Kuba stattfindenden bilateralen Gipfeltreffen beider Länder abgesagt. Damit konnte er auch nicht, wie ursprünglich geplant, an der gestrigen Festveranstaltung in Santa Clara zum Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne am 26. Juli 1953 teilnehmen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung der von ihm geführten Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) verwies Chávez am Sonntag abend (Ortszeit) in Caracas als Begründung auf die gegenwärtige Kolumbien-Krise: »Nach der Auswertung einer Reihe von Geheimdiensteinschätzungen, die wir auf verschiedenen Wegen erhalten haben, muß ich sagen, daß eine bewaffnete Aggression gegen Venezuela von kolumbianischem Territorium aus derzeit wahrscheinlicher ist als je zuvor.« Chávez drohte, im Falle eines vom »Yankee-Imperium« betriebenen Angriffs auf Venezuela die Erdöllieferungen an die USA einzustellen, »selbst wenn wir Steine essen müßten«.

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Eskalation droht

Die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) will eine Eskalation des Konflikts zwischen Kolumbien und Venezuela verhindern. Bogotá hatte erklärt, Guerilleros der FARC und der ELN fänden Zuflucht im Nachbarland und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eingeschaltet. Die venezolanische Regierung brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien ab und versetzte ihre Truppen an der Grenze in Alarmbereitschaft. Im Laufe der Woche sollen nun die Außenminister der zwölf unabhängigen Staaten Südamerikas in Quito zusammenkommen, um nach einem diplomatischen Ausweg aus der Krise zu suchen. Anfang August will außerdem UNASUR-Generalsekretär Néstor Kirchner als Vermittler Venezuela und Kolumbien besuchen.

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Bruch mit Bogotá

Venezuela hat am Donnerstag alle diplomatischen Kontakte zu Kolumbien abgebrochen und seine Truppen an der Grenze zum Nachbarland in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Den kolumbianischen Diplomaten wurde eine Frist von 72 Stunden gesetzt, das Land zu verlassen, die venezolanische Botschaft in Bogotá wurde geschlossen. »Wenn wir unsere Würde bewahren wollen, bleibt uns keine andere Möglichkeit, als alle diplomatischen Beziehungen mit unserem Bruderland abzubrechen «, erklärte Venezuelas Präsident Hugo Chávez in Caracas. Er hoffe, daß in den wenigen Tagen bis zum Ende der Amtszeit des scheidenden kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe »nichts Schlimmes« mehr passiere.

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Spiel mit dem Feuer

Uribe will ablenken. Wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit ist die Bilanz des scheidenden kolumbianischen Präsidenten weit von dem entfernt, was er einst versprochen hatte. Die offizielle Erwerbslosenrate liegt konstant über zwölf Prozent und hatte im vergangenen Januar mit 14,6 Prozent den höchsten Wert der vergangenen sechs Jahre erreicht. Unzählige Skandale erschütterten die Regierung immer wieder, seien es die Verhaftung von Abgeordneten der Regierungsparteien wegen ihrer Verbindungen zu den paramilitärischen Banden oder das Abhören von Oppositionellen und ausländischen Staatschefs. Auch die Ermordung unschuldiger Jugendlicher, die dann vom Militär als »im Kampf gefallene Guerilleros« präsentiert wurden, fällt in seine Verantwortung. In dieser Woche hätte die Arbeit einer internationalen Untersuchungskommission, die in La Macarena mehrere Massengräber untersucht, Schlagzeilen machen können. Bogotá verhinderte dies erfolgreich mit der unvermittelten Präsenta­tion von »Beweisen« über die Präsenz von Guerilleros in Venezuela.

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Aufregung um »Globovisión«

Venezuelas Regierung bekommt offenbar großen Einfluß auf einen ihrer schärfsten Widersacher, den Fernsehkanal Globovisión. Mitte Juni hatten die venezolanischen Behörden die Kontrolle über das angeschlagene Finanzinstitut Banco Federal und seine Tochterunternehmen übernommen, darunter auch von Sindicato Ávila, das mit 20 Prozent an Globovisión beteiligt ist. Hinzu kommen Regierungsangaben zufolge die 5,8-Prozent-Beteiligung eines weiteren Unternehmens aus der Banco-Federal-Gruppe sowie ein 20-Prozent-Anteil des 2007 verstorbenen Mitbegründers von Globovisión, Luis Teófilo Núñez. Da nach dem venezolanischen Mediengesetz erteilte Lizenzen nicht vererbt werden können, sei auch dieser Anteil an den Staat gefallen, erläuterte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Dienstag in Caracas. Daraus ergebe sich, daß die Regierung nun 48,5 Prozent der Anteile von Globovisión halte und deshalb auch einen Vertreter in den Vorstand des Medienunternehmens entsenden könne.

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Schweres Erbe

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) soll sich am Donnerstag nach dem Willen der kolumbianischen Regierung mit der angeblichen Präsenz führender Aktivisten der Guerillaorganisationen FARC und ELN in Venezuela befassen. Dazu will Bogotá ein Dossier mit zehn Videos, den Aussagen von zwölf ehemaligen Guerilleros, rund 20 Fotoaufnahmen und Koordinaten von angeblichen Stützpunkten auf venezolanischem Staatsgebiet vorlegen.

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Putschisten gegen Robin Hood

Der Erzbischof von Caracas, Jorge Urosa, muß am heutigen Dienstag vor dem venezolanischen Parlament seine Angriffe auf die Legislative und Staatschef Hugo Chávez rechtfertigen. Parlamentspräsidentin Cilia Flores bestellte den Geistlichen ein, nachdem dieser Ende Juni in der Tageszeitung El Universal den Regierenden seines Landes vorgeworfen hatte, durch das Durchsetzen einer »marxistisch-kommunistischen Linie« in allen Aspekten des Lebens »das Gemeinwohl, die Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden« aufs Spiel zu setzen. Diese Linie führe »in den Ruin, zur Zerstörung der Wirtschaft, zu noch größerer Armut«. »Das Problem ist groß, denn wir sind auf dem Weg in ein neues Kuba«, behauptete der Kardinal. Zugleich räumte er ein, daß eine Reihe von Priestern in Venezuela den Kurs von Hugo Chávez unterstützen, »weil sie im Präsidenten einen Robin Hood sehen, der den Reichen nimmt, um den Armen zu geben«. Es dürfe aber nicht darum gehen, den einen zu nehmen, um den anderen zu geben, »sondern um eine in Freiheit entfaltete Wirtschaft« im Interesse des Wachstums. »Ich glaube, das gesellschaftliche Verantwortungsbewußtsein der Unternehmer ist stark gewachsen«, so Urosa.

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Neue Einheit

Knapp 180 Jahre nach seinem Tod ist Simón Bolívar zumindest symbolisch wieder mit seiner Gefährtin Manuela Sáenz vereinigt. Aus Anlaß des 199. Jahrestags der Unabhängigkeit Venezuelas überführten der Präsident des südamerikanischen Landes, Hugo Chávez, und sein aus Ecuador angereister Amtskollege Rafael Correa am Montag die »Befreierin des Befreiers« symbolisch in die Ruhmeshalle von Caracas, den Panteón Nacional. Da Sáenz aber nach ihrem Tod 1856 in einem Massengrab verscharrt worden war, enthält der nun feierlich aufgebahrte Sarg lediglich Erde aus der Ruhestätte.

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Endstation Caracas

Vor den Parlamentswahlen am 26. September wollen radikale Teile der venezolanischen Opposition offenbar mit Anschlägen für Unruhe sorgen. Das geht aus den Aussagen des international gesuchten Terroristen Francisco Chávez Abarca hervor, der am vergangenen Donnerstag auf dem internationalen Flughafen Maiquetía festgenommen wurde. Venezuelas Innenminister Tareck El Aissami sagte am Samstag bei einer Pressekonferenz in Caracas, Chávez Abarca habe gestanden, in Venezuela eine Reihe von Attentaten geplant zu haben, um Gewalt zu provozieren und die Lage zu destabilisieren. Dazu habe er Verbindung zu »faschistischen Gruppen der Konterrevolution« aufgenommen, die ihn dabei unterstützen sollten. Der Minister zeigte sich überzeugt, daß im Zuge der Ermittlungen auch aufgeklärt werden könne, wer den Terroristen bezahlt habe und welche Organisationen hinter den geplanten Anschlägen steckten.

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»Oppositionsgruppen haben Kandidaten ausgekungelt«

Interview mit Yoel Capriles. Yoel Capriles wohnt im Viertel »23 de Enero« in Caracas und ist aktiv in einem Kommunalen Rat sowie in der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas

Sie arbeiten in Ihrem Stadtviertel in einem Kommunalen Rat mit. Was muß man sich darunter vorstellen?


Die Kommunalen Räte sind Organe zur Beteiligung des Volkes, hier wird die Regierung auf Gemeindeebene ausgeübt. Ihre Leitungen werden gebildet aus den Sprecherinnen und Sprechern aller Abteilungen, also den Bereichen Exekutive, Finanzverwaltung und gesellschaftliche Kontrolle. Die wichtigste Aufgabe eines Rates ist organisatorischer Natur – er soll Antworten auf die Bedürfnisse der Bevölkerung in unseren Gemeinden finden.

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»Griechenland sollte Emissäre nach Lateinamerika schicken«

Gespräch mit Ramón Lameda

Ramón Lameda lebt in Caracas und lehrt Sozialökonomie an der ­Nationalen Experimentellen Universität der ­Streitkräfte

Venezuela und Lateinamerika wurden in der Vergangenheit häufig mit Wirtschaftskrisen, Armut und sozialen Unruhen in Verbindung gebracht. Wie ist die Situation heute?


Wir erleben momentan eine Zeit der Veränderungen, und jede Veränderung bedeutet eine Phase der Instabilität. Das bezieht sich jedoch nicht auf den politischen Bereich, denn hier in Venezuela haben wir mittlerweile eine stabile Demokratie. Die politischen Diskussionen in der Gesellschaft haben sich vervielfacht, und die Menschen fühlen sich als Protagonisten der Entwicklung im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Dazu gehören auch die wirtschaftlichen Aktivitäten der Zivilgesellschaft. Es wird dabei nicht in privaten oder staatlichen Unternehmen produziert, sondern in Zusammenschlüssen, die wir als soziale Ökonomie bezeichnen. Dadurch können sie die Lebensbedingungen der Gemeinden in ihrer Umgebung verbessern und auch zu einer Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit beitragen.

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Opposition hofft

Knapp 6500 Menschen wollen sich am 26. September um die 165 Sitze der venezolanischen Nationalversammlung bewerben. Am heutigen Donnerstag entscheiden die regionalen Wahlausschüsse in dem südamerikanischen Land darüber, wer von denjenigen, die sich bis zum vergangenen Wochenende als Kandidaten eingeschrieben haben, tatsächlich auf den Stimmzetteln auftauchen wird. Für manche wird der Traum vom Mandat dann schon ausgeträumt sein. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Contraloría General, eine grob mit dem Bundesrechnungshof vergleichbare Einrichtung, die aber weitergehende Befugnisse hat, den Ausschluß von acht Kandidaten angekündigt. Zu den Betroffenen gehören drei wegen ihrer Verwicklung in den Putschversuch vom 11. April 2002 zu 30 Jahren Haft verurteilte Polizisten, aber auch mehrere frühere Gouverneure, denen Veruntreuung und Korruption während ihrer Amtszeit zur Last gelegt wird. Zwei Vertreter der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) zählen ebenfalls zu den Ausgeschlossenen. Trotzdem sieht die Opposition wie schon bei früheren Wahlen in diesen Maßnahmen Versuche einer »bereits geschlagenen« Regierung, Einheitskandidaturen der Opposition zu verhindern.

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Medienguerilla und kein Papier

Venezuelas Präsident Hugo Chávez ist jetzt bewaffnet. Bei jeder Gelegenheit zückt er ein kleines schwarzes Gerät mit Internetanschluß, einen sogenannten BlackBerry, und loggt sich im Onlinedienst Twitter ein. Dort schreibt der Staatschef dann kurze Mitteilungen über seine Aktivitäten oder beantwortet Anfragen: »Uns bleibt keine andere Möglichkeit, als die Regulierung des kapitalistischen Marktes zu verschärfen«, und kurz darauf: »Gut, ich glaube, es ist jetzt Zeit, ein bißchen auszuruhen.« Obwohl er sonst für seine langen Reden bekannt ist, muß sich Chávez bei Twitter wie alle anderen Nutzer mit 140 Zeichen pro Mitteilung begnügen. Trotzdem haben seit Ende April mehr als 375000 Menschen die Kurzinfos des venezolanischen Präsidenten abonniert.

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Mit Gott und dem Teufel

Verschnupft hat die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) auf Äußerungen des Präsidenten Hugo Chávez reagiert. Dieser hatte am Sonntag bei seiner wöchentlichen Fernsehsendung »Aló, Presidente« den in den 50er Jahren herrschenden Diktator Marcos Pérez Jiménez als den »besten Präsidenten« bezeichnet, den Venezuela in seiner Geschichte gehabt habe. PCV-Generalsekretär Oscar Figuera wies bei einer Pressekonferenz seiner Partei am Montag abend diese Aussage zurück. Der beste Präsident »der gesamten politischen Geschichte des XX. und des bisherigen XXI. Jahrhunderts« sei niemand anderes als Hugo Chávez selbst, der sich für Gleichberechtigung und die Einheit Lateinamerikas einsetze. Das Regime von Pérez Jiménez sei hingegen Teil der rechten Militärdiktaturen gewesen, die der US-Imperialismus Lateinamerika aufgezwungen habe, erklärte Figuera und erinnerte daran, daß die Kommunisten damals in die Illegalität getrieben und blutig verfolgt wurden. Pérez Jiménez war am 23. Januar 1958 durch einen Volksaufstand gestürzt worden. Bisher hatte sich auch Chávez positiv auf die damaligen Ereignisse bezogen, und nur den in der Folge für 40 Jahre an die Macht gekommenen bürgerlichen Parteien AD, URD und Copei vorgeworfen, den demokratischen Aufbruch verraten zu haben.

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Union der Völker

Mit einem Bekenntnis zur Souveränität der Völker Lateinamerikas und zum Aufbau des Sozialismus ist am Montag abend (Ortszeit) in Caracas das neunte Gipfeltreffen der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) zu Ende gegangen. »ALBA hat eine Plattform der wirklichen Einheit und Integration errichtet, die in der Solidarität, der Zusammenarbeit, der Gegenseitigkeit, dem Respekt, der Gerechtigkeit und der Gleichberechtigung die Grundlagen für die Festigung von Alternativen zu den Dynamiken und Mechanismen sieht, die heute die globale Hegemonie des Kapitalismus sichern«, heißt es in der von den Staatschefs der Mitgliedsländer Bolivien, Kuba, Antigua und Barbuda, Dominica, Ecuador, Nicaragua, San Vicente und die Grenadinen sowie Venezuela unterzeichneten Abschlußerklärung. Passend zur Zweihundertjahrfeier des Beginns des Kampfes um die Unabhängigkeit Venezuelas, deren Bestandteil der ALBA-Gipfel war, erinnert die Erklärung auch an die Schlacht von Ayacucho im Dezember 1824, die als entscheidender Sieg der Freiheitskämpfer über die Truppen der spanischen Kolonialmacht gilt. »Aber das Ayacucho des XXI. Jahrhunderts wird der Sieg des Sozialismus sein, die einzige Garantie für wirkliche Unabhängigkeit und Souveränität mit Gerechtigkeit für das Volk«, stellen die Regierungschefs fest.

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Sozialismus bis 2030

Mit einer Militärparade, einer Festsitzung des Parlaments und vielen weiteren Veranstaltungen hat Venezuela am Montag den 200. Jahrestag des Beginns seines Kampfes um die Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialherrschaft begangen. Am 19. April 1810 hatte das Bürgertum von Caracas den damaligen Statthalter Spaniens abgesetzt. Diese Aktion gilt heute als Auftakt für einen Prozeß, der am 5. Juli 1811 zur offiziellen Unabhängigkeitserklärung Venezuelas führte.

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»Ich will auch nicht mehr«

Der Gründonnerstag des Jahres 1810 begann in Caracas so, wie es in einer katholisch geprägten spanischen Kolonie in Süd­amerika zu sein hatte. Die guten Bürger und Aristokraten machten sich auf den Weg zum Gottesdienst in die Kathedrale, und auch der seit elf Monaten als Generalkapitän von Venezuela amtierende Vertreter des spanischen Königs, Vicente de Emparan y Orbe, richtete sich an diesem 19. April darauf ein, seine gute Christenpflicht zu erfüllen. Der 63jährige frühere Gouverneur der Provinz Cumaná war 1808 von den französischen Eroberern der Iberischen Halbinsel als Regent der Kolonie Venezuela eingesetzt worden, nachdem Napoleon Bonaparte seinen Bruder Joseph als König von Spa­nien ausgerufen hatte. Dieser erreichte seinen Thron in der Hauptstadt Madrid nur gegen den Widerstand spanischer Truppen und mußte sich auch in den folgenden Monaten gegen eine bewaffneten Guerilla behaupten. In Aranjuez wurde mit der »Junta Suprema Central« eine Gegenregierung gebildet, die sich als Vertretung des von Napoleon nicht anerkannten und in Valençay gefangengehaltenen Königs Ferdinand VII. ansah und den Widerstand gegen die Besatzer führte.

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Nur Touristen

Die Verhaftung von acht Kolumbianern in den venezolanischen Bundesstaaten Aragua und Barinas belastet erneut die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarstaaten. Venezuelas Innenminister Tareck El Aissami hatte am Dienstag darüber informiert, daß bereits vor Ostern im Süden von Aragua zunächst zwei Männer in der Nähe eines Kraftwerks festgenommen wurden, als sie Fotos von verschiedenen Einrichtungen des venezolanischen Stromversorgungsnetzes machten. Die weiteren Ermittlungen führten dann zur Verhaftung von sechs weiteren Personen in Barinas, die der Militärstaatsanwaltschaft von Aragua überstellt wurden. Bei zwei der Verhafteten wurden später offenbar Dienstausweise der kolumbianischen Armee gefunden.

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Freie Ostern

Die Menschen in Venezuela haben in der kommenden Woche frei. Während Gründonnerstag und Karfreitag in dem südamerikanischen Land ohnehin Feiertage sind, überraschte der venezolanische Präsident Hugo Chávez seine Landsleute am Mittwoch mit der Ankündigung, daß auch Montag, Dienstag und Mittwoch nicht gearbeitet werden muß. »Der wichtigste Grund dafür ist nicht Faulheit, sondern die Notwendigkeit, Strom zu sparen«, sagte Chávez in einer Fernsehansprache. Ausgenommen von der Arbeitsbefreiung sind lediglich die Branchen, die für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens notwendig sind, darunter Krankenhäuser, Lebensmittelgeschäfte und der Nahverkehr. Erwartungsgemäß wenig erfreut reagierte darauf der Unternehmerverband Fedecámaras. Gegenüber dem scharf regierungsfeindlichen Fernsehsender Globovisión kritisierte Verbandschef Noel Álvarez die Maßnahme als »populistisch«. »Alle Bürger müssen für die Ineffizienz der nationalen Regierung große Opfer bringen«, beklagte er sich.

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Blogger des Tages: Hugo Chávez

Seine jede Woche mehrere Stunden dauernde Fernsehsendung »Aló, Presidente« reicht dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez schon lange nicht mehr. Seit über einem Jahr ist er auch unter die Kolumnisten gegangen und veröffentlicht Sonntag für Sonntag in der venezolanischen Presse seine Kommentare »Las líneas de Chávez«. Doch auch das ist ihm offenbar nicht mehr genug, jetzt geht er auch noch unter die Blogger. Wie Chávez am Sonntag – natürlich – in seiner Fernsehsendung ankündigte, will er in irgendeiner Ecke des Präsidentenpalastes Miraflores einen Computer aufstellen und von dort aus seine eigene Webseite betreiben. »Ich werde meinen eigenen Schützengraben im Internet haben, für die Schlacht im Netz«, sagte er. »Ich garantiere dir, ich werde dort ganz viele Informationen einstellen: Ich habe das unterzeichnet, ich unterschreibe gerade dieses, ich diskutiere, ich habe mit dem einen und dann mit dem anderen gesprochen usw.« Es werde ein »Bombardement« mit Informationen sein, »und wir organisieren uns schon, um das Bombardement von Antworten zu empfangen, einschließlich der vom Feind. Sollen sie mir Zunder geben, ich antworte ihnen auch«, unterstrich er. Die ideologische Schlacht könne nicht nur mit Demos auf der Straße ausgefochten werden, sondern müsse auch in sozialen Netzwerken wie »Twitter« geführt werden, forderte Chávez. Nur so könnten die im Internet betriebenen Kampagnen gegen Venezuela neutralisiert werden.

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Zweierlei Maß

Eine rechtsextreme Internetseite verbreitet gezielt Falschmeldungen, legt dem Militär einen Staatsstreich nahe, verbreitet manipulierte Fotos und Leserkommentare, in denen offen zur Ermordung bekannter Politiker und Journalisten aufgerufen wird. Nun ist Venezuelas Präsident Hugo Chávez endlich der Kragen geplatzt. Am Sonnabend forderte er die Staatsanwaltschaft des Landes auf, Ermittlungen gegen die Internetseite »Noticiero Digital« einzuleiten. Konkreter Anlaß war eine von dieser Seite tagelang verbreitete Falschmeldung über die angebliche Ermordung des Ministers für öffentliche Arbeiten, Diosdado Cabello. Kurz darauf erklärte dasselbe Onlinemagazin den quicklebendigen Fernsehmoderator Mario Silva ebenfalls für tot.

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Risse im linken Bündnis

Am Donnerstag hat die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) interne Vorwahlen begonnen, um über die Nominierung ihrer Kandidaten für die Wahlen zur Nationalversammlung am 26. September zu entscheiden. Über ein Onlineformular auf der Homepage des Nationalen Wahlrates (CNE) können sich Parteimitglieder bis zum 10. März selbst als Kandidaten vorschlagen. Im Mai sollen dann die offiziell mehr als sieben Millionen Parteimitglieder in geheimer Wahl über ihre 113 Wahlkreiskandidaten abstimmen. Über 52 weitere Kandidaten, die sich über die Parteilisten um einen Sitz im venezolanischen Parlament bewerben, will hingegen die Parteiführung entscheiden. Dadurch sollen Vorschläge aus den mit der PSUV verbündeten Organisationen wie der Kommunistischen Partei (PCV) oder »Heimatland für alle« (PPT) berücksichtigt werden können, um eine Spaltung zu vermeiden. Die stärkste Partei der venezolanischen Linken will so die Konsequenz aus den Regionalwahlen von 2008 ziehen, als Konkurrenzkandidaturen das eigene Lager schwächten und so der rechten Opposition Wahlerfolge in einigen Bundesstaaten und in der Hauptstadt Caracas ermöglicht hatten.

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»Lieber zuviel Freiheit«

Luis Britto García (geboren 1940 in Caracas) ist einer der bekanntesten Schriftsteller, Essayisten und Literaturwissenschaftler Venezuelas. Auf der Internationalen Buchmesse in Havanna stellte er seinen neuen Roman »Pirata« vor



Welchen Eindruck haben Sie von der Internationalen Buchmesse in Havanna?


Einige meiner Kollegen haben gesagt, diese Messe gleiche eher einem Rockkonzert oder einem Fußballendspiel. Es ist immer wieder beeindruckend, wie neue Bücher so viele Menschen anziehen können. Wir kennen so etwas von Großveranstaltungen wie der Buchmesse in Frankfurt, aber in Lateinamerika, das noch immer vom Analphabetismus geprägt ist, ist eine solche Veranstaltung, die so viele Menschen anzieht, die sich neue Bücher ansehen wollen, einzigartig und beispielhaft.

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Mit Marx und Christus

Nach Monaten verhältnismäßiger Ruhe spitzt sich die politische Lage in Venezuela wieder zu. Aus dem südamerikanischen Land erreichen uns wieder Meldungen über gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der Polizei, rechten Oppositionsgruppen und Unterstützern der revolutionären Regierung von Präsident Hugo Chávez. Am 1. Februar warnte Carlos Aquino vom Politbüro der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) bei einer Pressekonferenz im Parteisitz "Cantaclaro" in Caracas, dass eine Eliteeinheit des kolumbianischen Militärs in Venezuela eingedrungen sei, um führende Repräsentanten des revolutionären Prozesses zu ermorden. Diese Truppe halte sich wahrscheinlich bereits in der Hauptstadt Caracas auf, warnte Aquino, der zugleich die Sicherheitskräfte und die revolutionäre Bewegung aufrief, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um diese "faschistische Provokation" aufzudecken und zu neutralisieren. Aquino verwies in diesem Zusammenhang auf eine detaillierte Liste, die seiner Partei vorliege und in der das kolumbianische Kommando Kader der Revolution aufgeführt habe, die Ziel von Angriffen werden sollen. Auf dieser Liste stehe unter anderem PCV-Generalsekretär Óscar Figuera. Weitere Namen bekannter Aktivisten wollte Aquino nicht nennen, da dies mit den anderen Personen nicht abgestimmt sei und sich die PCV nicht autorisiert fühle, sie ohne Rücksprache öffentlich zu machen.

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Krawall im Kabelnetz

Venezuelas Botschafter bei den Vereinten Nationen, Jorge Valero, hat am Mittwoch energisch gegen Äußerungen des UN-Sonderbeauftragten für die Förderung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, Frank La Rue, protestiert. La Rue habe sich »in nicht akzeptabler Weise« in die inneren Angelegenheiten Venezuelas eingemischt und müsse aufpassen, nicht den Namen der Vereinten Nationen zu beschädigen, so Valero. Der aus Guatemala stammende La Rue hatte zuvor erklärt, er sei »tief besorgt« über die »kollektive Abschaltung« mehrerer Kabelfernsehsender in Venezuela, »darunter RCTV Internacional«.

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Positive Bilanz

In seinem jährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Parlament des Landes hat Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Freitag eine positive Bilanz der vergangenen zwölf Monate gezogen. Er erinnerte daran, daß das Jahr 2009 im Zeichen der Weltwirtschaftskrise gestanden habe, die seiner Ansicht nach noch nicht beendet ist. »Das Schlimmste ist noch nicht vorüber. Wir müssen die Gründe für die Krise suchen, und diese Gründe lassen sich in einem einzigen Wort zusammenfassen: Kapitalismus.« Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion habe man vom Ende der Geschichte gesprochen, das kapitalistische Modell habe sich durchgesetzt. »20 Jahre sind seither vergangen, und was nun geschieht, ist eine Demonstration dafür, daß der Kapitalismus keine Alternative für die Menschheit ist. Der Kapitalismus und Neoliberalismus sind eine erschreckende Perversion der menschlichen Existenz. Deshalb erhebt sich heute erneut die sozialistische Alternative«, erklärte Chávez.

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Bolívar abgewertet

Mit einem Ansturm auf die Elektronikgeschäfte haben zahlreiche Menschen in Venezuela am Wochenende auf die von Präsident Hugo Chávez am Freitag angekündigte Abwertung der Landeswährung Bolívar reagiert. Zahlreiche Geschäfte in der Hauptstadt Caracas schlossen jedoch ihre Türen und teilten ihren Kunden mit, sie seien gerade in Inventur, oder ein Ausfall der Computertechnik machten einen Handel unmöglich. Beides kam wenig überraschend, denn während der offizielle Wechselkurs seit Montag statt wie bislang 2,15 nun 2,60 Bs. beträgt, führte die Regierung des südamerikanischen Landes einen zweiten Wechselkurs ein, der unter dem Namen »Erdöldollar« für die meisten Wirtschaftsbereiche gilt und sich auf 4,30 Bs. beläuft.

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Warnung vor Aggression

Venezuela verfüge über Beweise dafür, daß von der niederländischen Karibikinsel Curaçao Militäroperationen ausgehen, die die Souveränität des Landes verletzen, sagte der venezolanische Vizepräsident Ramón Carrizalez am Dienstag in La Guaira. »Am 17. Mai 2009 startete ein US-Kriegsflugzeug von Curaçao, verletzte unseren Luftraum und eine Überflugsverbotszone, die Luftwaffenbasis La Orchila«, sagte Carrizalez. »Uns liegen die Aufzeichnungen der Gespräche des Kontrollturms mit dem Flugzeug vor, in denen angefragt wurde, ob die Besatzung die notwendigen Genehmigungen für das Überfliegen der Zone besäßen«.

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»Strategisch stimmen wir überein«

Botschafter David VelásquezStärkere Süd-Süd-Beziehungen und Verteidigung der Souveränität: Venezuela und Iran erweitern kontinuierlich ihre Beziehungen. Ein Gespräch mit David Velásquez

David Velásquez ist Botschafter Venezuelas im Iran



Iran ist einer der wichtigsten Partner Venezuelas. Warum?


Venezuela und Iran haben auf ökonomischem, politischem und energiepolitischem Gebiet sehr enge und aktive Beziehungen aufbauen können, weil beide Regierungen in den Zielen der Wirtschaftskooperation übereinstimmen – vor allem mit Blick auf Technologietransfer – und weil deren Grundlage Solidarität und gegenseitige Unterstützung sind. Venezuela und Iran ermöglichen gemeinsam die Stärkung der Süd-Süd-Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen regionalen Blöcken wie zwischen den Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz ALBA mit den Ländern des Mittleren Ostens. Ein weiteres Element ist die Förderung einer multipolaren Weltordnung. In diesem Sinne sind Venezuela und der Iran strategische Verbündete.

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»Unsere Lieder sind hochpolitisch«

Gespräch mit Cecilia Todd. Über ihre Freundschaft mit Mercedes Sosa und Ali Primera, die Faszination des Cuatro und die neuen Perspektiven Lateinamerikas

Cecilia Todd (geb. 1951) ist Sängerin und Schauspielerin. Seit Beginn der 70er Jahre gilt sie als wichtige Interpretin der traditionellen Musik Venezuelas.

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Banker im Knast

Von einer Bankenkrise möchte die venezolanische Regierung nicht sprechen, aber was sich in den vergangenen Tagen und Wochen in dem südamerikanischen Land zusammengebraut hat, verdient diese Bezeichnung durchaus. Mittlerweile sieben Banken wurden von der Polizei besetzt und unter staatliche Verwaltung gestellt, gegen 30 führende Direktoren der Finanzinstitute wurden Haftbefehle erlassen. Am Dienstag besetzten die Behörden außerdem eine Reihe von Lebensmittelunternehmen, die den verhafteten Managern gehören. Der Minister für Wissenschaft und Technologie, Jesse Chacón, trat am Wochenende von seinem Amt zurück, nachdem bekannt geworden war, daß sein Bruder Arné zu den verhafteten Managern gehört.

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Kriegsgefahr am Táchira

Als eine »Vorkriegssituation« beschreibt der frühere kolumbianische Präsident Ernesto Samper die gegenwärtige Lage an der Grenze zwischen seinem Land und dem Nachbarn Venezuela. Die Errichtung von sieben US-Militärstützpunkten in Kolumbien, von denen sich Venezuela bedroht sieht, sowie das Fehlen regelmäßiger Kontakte zwischen den Regierungen in Bogotá und Caracas belaste die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Staaten, warnte der Politiker, der Kolumbien zwischen 1994 und 1998 regiert hatte. »Die Lage kann sich weiter verschärfen, und es kann zum Äußersten kommen«, unterstrich er.

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Táchira: Suche nach den Tätern

Ein brutales Verbrechen im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela belastet erneut die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Staaten. Am vergangenen Sonnabend wurden in dem venezolanischen Grenzstaat Táchira die Leichen von zehn aus Kolumbien stammenden Männern entdeckt. Sie gehörten zu einer zwölfköpfigen Gruppe, die zwei Wochen zuvor in der venezolanischen Ortschaft Chururú entführt worden waren. Örtliche Medien hatten die Opfer der Entführung zunächst als Sportmannschaft beschrieben, da sie gerade Fußball gespielt hatten, als eine Gruppe Bewaffneter sie am 11. Oktober zwang, drei Lastwagen zu besteigen.

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Kein Wasser für Caracas

Die Einwohner von Venezuelas Hauptstadt Caracas werden ab kommender Woche zeitweise auf dem Trockenen sitzen. Wie der Präsident des staatlichen Wasserversorgers Hidrocapital, Alejandro Hitcher, am Sonnabend ankündigte, soll die Wasserversorgung in den verschiedenen Vierteln der Stadt ab dem 2. November planmäßig für bis zu 48 Stunden in der Woche abgeschaltet werden. Hintergrund ist, daß derzeit jeder Einwohner der Millionenstadt im Durchschnitt 400 Liter Wasser am Tag verbraucht. »Schon ein Pro-Kopf-Verbrauch von mehr als 180 Litern Wasser wird von internationalen Organisationen wie der UNO als verantwortungslos eingeschätzt«, erläuterte Hitcher und warnte, neben Aufklärungskampagnen werde es künftig auch Strafmaßnahmen gegen übermäßigen Wasserverbrauch geben. »Wer Trinkwasser verschwendet, wird fünfmal mehr bezahlen müssen, als es eigentlich kosten würde«, warnte Hitcher.

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»In Venezuela gibt es 653 solcher Begegnungsräume«

Das erste Infocentro Europas wurde jetzt in Berlin eröffnet – in der Botschaft des Landes. Ein Gespräch mit Karen López.

Karen López von der venezolanischen Botschaft ist Betreuerin des Infocentro »Manuela Sáenz« in Berlin


Vor kurzem wurde in den Räumen der Botschaft Venezuelas in Berlin das erste »Infocentro« in Europa eröffnet. Was ist darunter zu verstehen?


Allgemein gesprochen ist ein Infocentro ein mit Technik ausgestattetes Begegnungszentrum, in dem alle an den Veränderungen in Venezuela Interessierten zusammenkommen können – zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch, für Diskussionen oder um etwas über die sozialen Prozesse in meinem Land oder über den Umgang mit dem Internet zu erfahren. Diese Initiative ist in Venezuela selbst entstanden – ausgehend von der 1999 verabschiedeten Verfassung, die das Recht der Bevölkerung auf Zugang zu den Informationstechnologien festschreibt.

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Sozialismus im Hotel

Zum zweiten Mal hat die venezolanische Regierung ein großes Haus der US-amerikanischen Hotelkette Hilton in Staatseigentum überführt. Nachdem bereits vor einigen Jahren das damalige Caracas Hilton wegen Steuerschulden der Nordamerikaner unter staatliche Kontrolle gestellt wurde und heute als Hotel Alba Caracas bevorzugte Unterkunft für Teilnehmer an Kongressen und Veranstaltungen in der venezolanischen Hauptstadt ist, hat es in dieser Woche nun das Hilton auf der Ferieninsel Margarita getroffen. Margarita ist das beliebteste Reiseziel Venezuelas für den internationalen Tourismus, darunter auch für die meisten der gut 37000 Menschen aus Deutschland, die Jahr für Jahr das Land besuchen. Formell begründete die Regierung die Übernahme des Hotels in Porlamar mit dem am 13. Oktober erfolgten Auslaufen der auf zwanzig Jahre befristeten Konzession, die das Unternehmen von der damaligen venezolanischen Regierung erhalten hatte. Eigentlicher Hintergrund ist aber offenbar, daß die Hoteleigner wenig professionell mit ihren Gästen umgegangen waren, wenn diese dort auf Einladung der venezolanischen Regierung abstiegen.

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Treffen zweier Kontinente

Staatschefs und hochrangige Regierungsvertreter aus nicht weniger als 61 Ländern sind am vergangenen Wochenende auf der venezolanischen Urlaubsinsel Margarita zum zweiten Süd-Süd-Gipfeltreffen zusammengekommen. Zwölf südamerikanische und 49 afrikanische Staaten berieten dabei über eine weitere Stärkung der Zusammenarbeit beider Regionen, deren Wirtschaftsaustausch allein seit dem ersten Gipfel 2006 im nigeranischen ­Abuja um mehr als 50 Prozent gewachsen ist, wie Brasiliens Präsident Luiz Inacio »Lula« da Silva anmerkte. »Wenn sich die mehr als eine Milliarde Einwohner Afrikas und Südamerikas zusammentun, gibt es keine Herausforderung weltweit, der nicht begegnet werden kann. Die regionale Integration und die Süd-Süd-Kooperation sind die Waffen für den Aufbau einer gerechteren Welt«, fügte der brasilianische Staatschef hinzu, der nach der UN-Vollversammlung in New York und dem Gipfeltreffen der G20 in Pittsburgh seinen dritten Gipfel innerhalb einer Woche absolvierte.

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Kein Schwefel mehr

Erstmals seit seiner legendären »Schwefel-Rede« von 2006 ist Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Donnerstag wieder vor der UNO-Vollversammlung in New York aufgetreten. Hatte er damals US-Präsident George W. Bush mit dem Teufel verglichen, lobte er diesmal dessen Amtsnachfolger Barack Obama: »Hier riecht es nicht mehr nach Schwefel, hier riecht es nach Hoffnung.« Zugleich kritisierte er jedoch die Widersprüche zwischen dessen Rede einen Tag zuvor und der Realität der US-Außenpolitik. »Obama hat gestern gesagt, daß keinem Volk ein politisches System aufgezwungen werden dürfe, daß jedes Volk und seine Souveränität respektiert werden müßten. Also dann, Präsident Obama, worauf warten Sie noch, um das Ende der brutalen und mörderischen Blockade Kubas aufzuheben?« Konkret kritisierte der venezolanische Präsident, daß der niederländische Elektronikkonzern Philips sich vor dem Hintergrund der bestehenden Blockade geweigert habe, den Regierungen Kubas und Venezuelas medizinische Geräte zu liefern, die diese für den weiteren Ausbau ihres für die Patienten kostenlosen Gesundheitssystems nutzen wollten. Als Grund für die Weigerung habe Philips darauf verwiesen, daß die US-Administration Druck auf den Konzern ausgeübt habe. »Obama, bist du das, oder ist das ein anderer Obama? Ich will an den Obama von gestern glauben, den ich hier gesehen habe, aber solche Dinge passieren und gefährden das Leben von Millionen Menschen.«

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Gleiche Wurzeln

Am Wochenende kommen 54 Staatschefs aus Afrika und ihre Amtskollegen aus zwölf Staaten Südamerikas auf der venezolanischen Urlaubsinsel Margarita zu ihrem zweiten Süd-Süd-Gipfeltreffen zusammen. Bereits heute tagen dort die Außenminister der teilnehmenden Länder. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen neben den Folgen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise auch Themen wie die Zusammenarbeit im Bereich des Sports und der Bildung sowie eine stärkere Kooperation auf wissenschaftlich-technischem Gebiet. Venezuelas Präsident Hugo Chávez erinnerte in seinem wöchentlichen Zeitungskommentar an die gemeinsame Geschichte Afrikas und Lateinamerikas, die beide unter der europäischen Kolonialherrschaft gelitten haben. Millionen Sklaven, die aus Afrika auf den amerikanischen Kontinent verschleppt worden waren, haben dort bleibende Spuren hinterlassen. »Auch wir zum Teil Afrikaner«, betont Chávez. »Deshalb gibt es ein natürliches Bündnis, das in der Praxis entschlossen gefestigt werden muß. Unsere Probleme sind dieselben, ihre Gründe und Wurzeln ebenfalls. Gemeinsam haben wir diesen Kontinent schon einmal befreit, und wir werden es wieder tun. In diesem Prozeß werden die Völker des großen Afrika mit uns gemeinsam wieder ihre Heimat und ihre Geschichte befreien. Wenn es etwas gibt, das eine multipolare Weltordnung ankündigt, dann ist dies die Rettung und der Schutz unserer Identität, unserer Geschichte und unserer Welt, der Welt der Armen.« Das sei die Hauptaufgabe des bevorstehenden Treffens, so der venezolanische Präsident.

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Uribe kontra Chávez

Auf »50 oder 60 Millionen« Teilnehmer hoffen die Organisatoren einer »weltweiten Demonstration« gegen den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, die am Freitag um 12 Uhr kolumbianischer Ortszeit (19 Uhr MESZ) zeitgleich auf »den zentralen Plätzen der wichtigsten Städte der Welt« stattfinden soll. Das Konzept der Organisatoren gleicht einer Aktion gegen die »Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens« (FARC) am 4. Februar 2008, als in Kolumbien mehrere tausend Menschen gegen die Guerilla auf die Straße gegangen waren. Auch damals war zunächst eine Gruppe im Internet-Netzwerk »Facebook« installiert worden, die dann von rechten Medien eifrig beworben wurde. So konnte der Eindruck erweckt werden, es handele sich um eine Basisinitiative und nicht etwa um eine Ak­tion der kolumbianischen Regierung.

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Religionsunterricht als »erworbenes Recht«?

Ohne Gegenstimmen hat die venezolanische Nationalversammlung am Donnerstag ein neues Bildungsgesetz verabschiedet, das von der Opposition scharf angegriffen wird. Die Fraktionen der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV), der Kommunistischen Partei (PCV), der Partei Heimatland für alle (PPT) und andere unterstützten das neue Gesetz. Die Vertreter der Oppositionspartei Podemos und der PSUV-Abspaltung Humanistische Volksfront (FPH) verließen unter Protest das Plenum. Sie wollen nun ein Referendum gegen das Gesetz anstreben.

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Chávez’ Warnung

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat am Wochenende vor einem drohenden Krieg mit Kolumbien gewarnt und dazu aufgerufen, einen solchen mit aller Macht zu verhindern. Er sei überzeugt davon, daß »das Imperium« einen Krieg zwischen den beiden Nachbarstaaten provozieren wolle. Dieser könnte als Vorwand für eine Intervention dienen, um »uns ihren Frieden aufzuzwingen« und – vor allem – um die Kontrolle über Venezuelas Öl- und Gasreserven zu übernehmen.

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»Der Staat holt sich Lizenzen zurück«

Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mußten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die derzeit laufende Kampagne der venezolanischen Regierung zu einer Neuregulierung der Medienlandschaft in dem südamerikanischen Land einen neuen Höhepunkt erreicht, der von den Betreibern dieser kommerziellen Sender wie üblich als »Angriff auf die Meinungsfreiheit« verurteilt wurde.

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Großgrundbesitz in der Medienlandschaft

Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mussten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die Kampagne der venezolanischen Regierung zur Neuregulierung der Medienlandschaft einen neuen Höhepunkt erreicht, der von den Betreibern dieser kommerziellen Sender wie üblich als "Angriff auf die Meinungsfreiheit" verurteilt wurde.

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Ohne Lizenz kein Betrieb

Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mußten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die derzeit laufende Kampagne der venezolanischen Regierung zu einer Neuregulierung der Medienlandschaft in dem südamerikanischen Land einen neuen Höhepunkt erreicht. Betreiber dieser kommerziellen Sender verurteilten dies wie üblich als »Angriff auf die Meinungsfreiheit«.

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Neuer Machtfaktor

Die vor knapp fünf Jahren von Kuba und Venezuela gegründete Staatengemeinschaft ALBA ist am Mittwoch auf neun Mitglieder angewachsen. Bei einem Gipfeltreffen im venezolanischen Maracay erklärten Ecuador, San Vicente und die Grenadinen sowie Antigua und Barbuda ihren Beitritt zu der Organisation und wurden von den bisherigen Mitgliedern Kuba, Venezuela, Bolivien, Nicaragua, Honduras und Dominica begrüßt.

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»Aló, Presidente«

Hugo Chávez auf Rekordkurs. Seit Donnerstag ist im venezolanischen Fernsehen die Jubiläumsausgabe der normalerweise wöchentlich am Sonntag ausgestrahlten Sendung »Aló, Presidente« zu sehen, in der Venezuelas Staatschef die Politik seiner Regierung erläutert und das Gespräch mit der Bevölkerung sucht. Dauern soll die in mehrere Kapitel aufgeteilte und natürlich von Pausen unterbrochene Sonderausgabe bis in den späten Sonntag abend.

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Akt der Befreiung

Nach den scharfen Reaktionen aus Caracas auf den in der vergangenen Woche vorgelegten Jahresbericht der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) wird nun über einen bevorstehenden Austritt Venezuelas aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) spekuliert. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hatte einen solchen Schritt am Wochenende angedeutet, als er daran erinnerte, daß die CIDH ein Instrument der OAS ist und diese den »imperialen Interessen der USA untergeordnet« sei. Venezuela könne die OAS verlassen und die Völker des Kontinents einladen, sich von diesen alten Strukturen zu befreien und an ihrer Stelle eine Organisation der freien Völker Lateinamerikas zu gründen.

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Adler und Fliegen

Havanna und Caracas haben empört auf den jüngsten Jahresbericht der »Interamerikanischen Menschenrechtskommission« (CIDH) reagiert. Neben den von Gewalt erschütterten Staaten Kolumbien und Haiti sind Kuba und Venezuela die einzigen Länder der Region, die in dem Bericht mit eigenen Kapiteln behandelt werden, weil »ihre Praktiken im Bereich der Menschenrechte besondere Aufmerksamkeit« erforderten, wie es in dem Vorwort des Berichts heißt.

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Unter Korruptionsverdacht

Der frühere Oberbürgermeister von Caracas, Juan Barreto, muß am kommenden Mittwoch bei den Justizbehörden Venezuelas erscheinen, um zu Korruptionsvorwürfen Stellung zu nehmen, die gegen ihn erhoben werden. Wie die Staatsanwaltschaft in Caracas am vergangenen Mittwoch mitteilte, wird gegen Barreto seit Ende 2007 wegen Unregelmäßigkeiten während seiner Amtszeit zwischen 2004 und 2008 ermittelt. Konkret nannten die Ermittler ein Projekt zur Luftraumüberwachung über der venezolanischen Hauptstadt sowie den Ankauf großer LED-Bildschirme, mit denen im Zentrum von Caracas Informationen der Stadtregierung verbreitet werden.

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Ein Erfolg für die Bolivarische Revolution

Die Bolivarische Revolution hat sich wieder gefangen und repräsentiert auch zehn Jahre nach dem Amtsantritt des Präsidenten Hugo Chávez die Mehrheit der Bevölkerung in Venezuela. Das dürfte das wichtigste Ergebnis der Volksabstimmung am 15. Februar gewesen sein.

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Das Zentrum verlagert sich - Hugo Chávez von Hu Jintao in Peking empfangen

Auf Einladung des chinesischen Präsidenten Hu Jintao ist Venezuelas Staatschef Hugo Chávez am Dienstag zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres zu einem Arbeitsbesuch in Peking eingetroffen. Auf dem Internationalen Flughafen der chinesischen Hauptstadt wurde er von der venezolanischen Botschafterin in China, Rocio Maneiro, und Chinas Vizeaußenminister Li Keqiang empfangen.

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»G2« gegen die Krise

»Während die G20 und die G8 die wirkliche Stimme des Südens nicht hören wollen, treffen die G2 (Iran und Venezuela) Entscheidungen, die wirklich Auswirkungen auf die Realität haben«, sagte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Donnerstag in Teheran gegenüber dem staatlichen Fernsehen seines Landes.

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Chávez will Krise trotzen

Obwohl die globale Wirtschaftskrise auch seinem Land zusetzt, sieht Präsident Hugo Chávez Chancen: »Je härter die Krise des Kapitalismus ist, desto sicherer und klarer wird der Weg des venezolanischen Sozialismus sein«, schrieb er vor einer Woche in seiner wöchentlichen Zeitungskolumne. Die Opposition sei mit ihren »ständigen schlechten Vorhersagen« auf ihrer »vagen Hoffnung sitzengeblieben, »daß unsere Anstrengungen darauf gerichtet sein könnten, die privilegierten Gruppen zu bevorzugen, die immer mit dem Schicksal aller Venezolanerinnen und Venezolaner gehandelt haben«, so das Staatsoberhaupt. Zuvor hatte Chávez umfangreiche Maßnahmen angekündigt, mit denen Venezuela die Folgen der Weltwirtschaftskrise auffangen will. So wurden die zu erwartenden Einnahmen aus der Erdölproduktion auf der Grundlage eines Preises von 40 US-Dollar je Faß (159 Liter) neu berechnet. Bei der Erstellung des gegenwärtigen Haushalts, als der Weltmarktpreis noch bei über 100 Dollar gelegen hatte, war man von 60 Dollar ausgegangen. Seit Monaten allerdings pendelt der Faßpreis an den Märkten zwischen 40 und 50 Dollar. Das zwingt die Regierung zu Einschränkungen.

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