Zehntausende Menschen haben am Freitag in Caracas mit einer Großdemonstration an das Ende der Militärdiktatur des Generals Marcos Pérez Jiménez vor 57 Jahren erinnert. Am 23. Januar 1958 hatten Einheiten des Militärs und Anhänger der in die Illegalität gedrängten Parteien den Alleinherrscher gestürzt und eine Regierungsjunta errichtet. Der damalige Aufstand gilt heute in Venezuela als verratene Revolution, denn die Hoffnungen auf demokratische Verhältnisse wurden enttäuscht, als die bürgerlichen Kräfte einen Pakt schlossen und die Macht untereinander aufteilten, um die damals starke Kommunistische Partei (PCV) auszugrenzen. Deren rote Fahnen waren am Freitag in den ersten Reihen der Großdemonstration unübersehbar. Gewidmet war sie den »Opfern der Oligarchie in den 50er, 60er, 70er, 80er, 90er und 2000er Jahren«. Dieses Motto schlug eine Brücke von den Opfern der Diktatur über die in den 60er und 70er Jahren während der brutalen Aufstandsbekämpfung getöteten Linken bis zu den Opfern der Putschversuche gegen den damaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez 2002 und 2003. Inhaltlich war die Kundgebung jedoch vor allem eine Warnung an die Regierungsgegner, sich angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise in Venezuela nicht wieder auf Abenteuer einzulassen.

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