Mit einem landesweiten Testlauf hat der Nationale Wahlrat (CNE) Venezuelas am Sonntag ausprobiert, ob die Technik und Infrastruktur für die Parlamentswahlen am 26. September bereit sind. CNE-Chefin Tibisay Lucena zeigte sich anschließend zufrieden mit den Ergebnissen und vor allem mit der Beteiligung durch die Bevölkerung. »Eine große Zahl der Wählerinnen und Wähler ist dem Aufruf des CNE gefolgt und hat an dieser Probe teilgenommen. Die Beteiligung war beeindruckend und höher, als wir erwartet haben.« Das mache Hoffnung auf eine hohe Beteiligung am eigentlichen Wahltag.
Weiterlesen...
Kolumbiens neuer Staatschef Juan Manuel Santos und Venezuelas Präsident Hugo Chávez wollen einen Neustart in den Beziehungen der beiden südamerikanischen Staaten wagen. »Wir haben uns entschlossen, die Seite umzuschlagen und bei Null zu beginnen«, erklärte Santos bei der gemeinsamen Pressekonferenz und vermied damit eine Aussage zu der Frage, ob Bogotá an den Vorwürfen festhält, wonach die kolumbianische Guerilla Stützpunkte auf venezolanischem Staatsgebiet unterhalte. Chávez selbst bekräftigte: »Die von mir geführte Regierung unterstützt und erlaubt keine Präsenz der Guerilla, des Terrorismus und des Drogenhandels auf venezolanischem Territorium.« Nichts Neues sei hingegen, daß illegale Gruppen in Venezuela eindringen, betonte Chávez und erinnerte daran, daß er selbst schon 1975 als junger Soldat an der Überwachung der Grenze zum Nachbarland beteiligt war.
Weiterlesen...
Auch nach dem Außenministertreffen der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) am Donnerstag (Ortszeit) in Quito zeichnet sich keine Lösung der Krise zwischen Kolumbien und Venezuela ab. »Der Außenminister Kolumbiens verabschiedet sich als Lügner von der UNASUR«, sagte der Chef der venezolanischen Diplomatie, Nicolás Maduro. Jaime Bermúdez habe »dieselbe groteske Show« geboten wie bereits sein Botschafter Luis Alfonso Hoyos bei der Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) am 22. Juli in Washington. Kolumbiens scheidender Staatschef Álvaro Uribe seinerseits wetterte gegen Brasiliens Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Dieser habe den Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela so dargestellt, »als gehe es um persönliche Angelegenheiten« und dadurch »die Bedrohung Kolumbiens und des Kontinents« durch die »Präsenz der FARC-Terroristen in Venezuela« ignoriert. Lula hatte zuvor erklärt, er könne keinen wirklichen Konflikt zwischen beiden Ländern erkennen: »Was ich gesehen habe, ist ein verbaler Streit, wie wir ihn oft in Lateinamerika erleben.« Man müsse Geduld haben und auf die Amtsübernahme durch Uribes Nachfolger Juan Manuel Santos am 7. August warten.
Weiterlesen...
Im Grenzgebiet zu Kolumbien ist es der venezolanischen Kriminalpolizei gelungen, die Kommandeurin einer paramilitärischen Gruppierung und mehrere ihrer Gefolgsleute zu verhaften. Wie der zuständige Kommissar Jhonny Marques am Dienstag abend (Ortszeit) erklärte, wird Sandra Patricia Barrero unter anderem die Ermordung des Bürgermeisters von Coloncito, Giovani Álvarez, im vergangenen September zur Last gelegt. Ebenfalls am Dienstag wurde auch die Kolumbianerin Gloria Amparo festgenommen, die der im Drogenschmuggel aktiven Bande »Los Indios« angehören soll. Amparo wird von der niederländischen Justiz gesucht, weil sie für den Schmuggel von Rauschgift aus Kolumbien über Venezuela und die niederländische Kolonie Aruba nach Europa verantwortlich gewesen sein soll. Mit ihrer Festnahme steigt die Zahl der seit Jahresbeginn in Venezuela verhafteten ausländischen »Paten« auf 13, die meisten von ihnen stammen Polizeiangaben zufolge aus Kolumbien.
Weiterlesen...
Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat kurzfristig seine Teilnahme an einem derzeit in Kuba stattfindenden bilateralen Gipfeltreffen beider Länder abgesagt. Damit konnte er auch nicht, wie ursprünglich geplant, an der gestrigen Festveranstaltung in Santa Clara zum Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne am 26. Juli 1953 teilnehmen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung der von ihm geführten Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) verwies Chávez am Sonntag abend (Ortszeit) in Caracas als Begründung auf die gegenwärtige Kolumbien-Krise: »Nach der Auswertung einer Reihe von Geheimdiensteinschätzungen, die wir auf verschiedenen Wegen erhalten haben, muß ich sagen, daß eine bewaffnete Aggression gegen Venezuela von kolumbianischem Territorium aus derzeit wahrscheinlicher ist als je zuvor.« Chávez drohte, im Falle eines vom »Yankee-Imperium« betriebenen Angriffs auf Venezuela die Erdöllieferungen an die USA einzustellen, »selbst wenn wir Steine essen müßten«.
Weiterlesen...
Die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) will eine Eskalation des Konflikts zwischen Kolumbien und Venezuela verhindern. Bogotá hatte erklärt, Guerilleros der FARC und der ELN fänden Zuflucht im Nachbarland und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eingeschaltet. Die venezolanische Regierung brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien ab und versetzte ihre Truppen an der Grenze in Alarmbereitschaft. Im Laufe der Woche sollen nun die Außenminister der zwölf unabhängigen Staaten Südamerikas in Quito zusammenkommen, um nach einem diplomatischen Ausweg aus der Krise zu suchen. Anfang August will außerdem UNASUR-Generalsekretär Néstor Kirchner als Vermittler Venezuela und Kolumbien besuchen.
Weiterlesen...
Venezuela hat am Donnerstag alle diplomatischen Kontakte zu Kolumbien abgebrochen und seine Truppen an der Grenze zum Nachbarland in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Den kolumbianischen Diplomaten wurde eine Frist von 72 Stunden gesetzt, das Land zu verlassen, die venezolanische Botschaft in Bogotá wurde geschlossen. »Wenn wir unsere Würde bewahren wollen, bleibt uns keine andere Möglichkeit, als alle diplomatischen Beziehungen mit unserem Bruderland abzubrechen «, erklärte Venezuelas Präsident Hugo Chávez in Caracas. Er hoffe, daß in den wenigen Tagen bis zum Ende der Amtszeit des scheidenden kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe »nichts Schlimmes« mehr passiere.
Weiterlesen...
Uribe will ablenken. Wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit ist die Bilanz des scheidenden kolumbianischen Präsidenten weit von dem entfernt, was er einst versprochen hatte. Die offizielle Erwerbslosenrate liegt konstant über zwölf Prozent und hatte im vergangenen Januar mit 14,6 Prozent den höchsten Wert der vergangenen sechs Jahre erreicht. Unzählige Skandale erschütterten die Regierung immer wieder, seien es die Verhaftung von Abgeordneten der Regierungsparteien wegen ihrer Verbindungen zu den paramilitärischen Banden oder das Abhören von Oppositionellen und ausländischen Staatschefs. Auch die Ermordung unschuldiger Jugendlicher, die dann vom Militär als »im Kampf gefallene Guerilleros« präsentiert wurden, fällt in seine Verantwortung. In dieser Woche hätte die Arbeit einer internationalen Untersuchungskommission, die in La Macarena mehrere Massengräber untersucht, Schlagzeilen machen können. Bogotá verhinderte dies erfolgreich mit der unvermittelten Präsentation von »Beweisen« über die Präsenz von Guerilleros in Venezuela.
Weiterlesen...
Venezuelas Regierung bekommt offenbar großen Einfluß auf einen ihrer schärfsten Widersacher, den Fernsehkanal Globovisión. Mitte Juni hatten die venezolanischen Behörden die Kontrolle über das angeschlagene Finanzinstitut Banco Federal und seine Tochterunternehmen übernommen, darunter auch von Sindicato Ávila, das mit 20 Prozent an Globovisión beteiligt ist. Hinzu kommen Regierungsangaben zufolge die 5,8-Prozent-Beteiligung eines weiteren Unternehmens aus der Banco-Federal-Gruppe sowie ein 20-Prozent-Anteil des 2007 verstorbenen Mitbegründers von Globovisión, Luis Teófilo Núñez. Da nach dem venezolanischen Mediengesetz erteilte Lizenzen nicht vererbt werden können, sei auch dieser Anteil an den Staat gefallen, erläuterte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Dienstag in Caracas. Daraus ergebe sich, daß die Regierung nun 48,5 Prozent der Anteile von Globovisión halte und deshalb auch einen Vertreter in den Vorstand des Medienunternehmens entsenden könne.
Weiterlesen...
Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) soll sich am Donnerstag nach dem Willen der kolumbianischen Regierung mit der angeblichen Präsenz führender Aktivisten der Guerillaorganisationen FARC und ELN in Venezuela befassen. Dazu will Bogotá ein Dossier mit zehn Videos, den Aussagen von zwölf ehemaligen Guerilleros, rund 20 Fotoaufnahmen und Koordinaten von angeblichen Stützpunkten auf venezolanischem Staatsgebiet vorlegen.
Weiterlesen...
Der Erzbischof von Caracas, Jorge Urosa, muß am heutigen Dienstag vor dem venezolanischen Parlament seine Angriffe auf die Legislative und Staatschef Hugo Chávez rechtfertigen. Parlamentspräsidentin Cilia Flores bestellte den Geistlichen ein, nachdem dieser Ende Juni in der Tageszeitung El Universal den Regierenden seines Landes vorgeworfen hatte, durch das Durchsetzen einer »marxistisch-kommunistischen Linie« in allen Aspekten des Lebens »das Gemeinwohl, die Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden« aufs Spiel zu setzen. Diese Linie führe »in den Ruin, zur Zerstörung der Wirtschaft, zu noch größerer Armut«. »Das Problem ist groß, denn wir sind auf dem Weg in ein neues Kuba«, behauptete der Kardinal. Zugleich räumte er ein, daß eine Reihe von Priestern in Venezuela den Kurs von Hugo Chávez unterstützen, »weil sie im Präsidenten einen Robin Hood sehen, der den Reichen nimmt, um den Armen zu geben«. Es dürfe aber nicht darum gehen, den einen zu nehmen, um den anderen zu geben, »sondern um eine in Freiheit entfaltete Wirtschaft« im Interesse des Wachstums. »Ich glaube, das gesellschaftliche Verantwortungsbewußtsein der Unternehmer ist stark gewachsen«, so Urosa.
Weiterlesen...
Knapp 180 Jahre nach seinem Tod ist Simón Bolívar zumindest symbolisch wieder mit seiner Gefährtin Manuela Sáenz vereinigt. Aus Anlaß des 199. Jahrestags der Unabhängigkeit Venezuelas überführten der Präsident des südamerikanischen Landes, Hugo Chávez, und sein aus Ecuador angereister Amtskollege Rafael Correa am Montag die »Befreierin des Befreiers« symbolisch in die Ruhmeshalle von Caracas, den Panteón Nacional. Da Sáenz aber nach ihrem Tod 1856 in einem Massengrab verscharrt worden war, enthält der nun feierlich aufgebahrte Sarg lediglich Erde aus der Ruhestätte.
Weiterlesen...
Vor den Parlamentswahlen am 26. September wollen radikale Teile der venezolanischen Opposition offenbar mit Anschlägen für Unruhe sorgen. Das geht aus den Aussagen des international gesuchten Terroristen Francisco Chávez Abarca hervor, der am vergangenen Donnerstag auf dem internationalen Flughafen Maiquetía festgenommen wurde. Venezuelas Innenminister Tareck El Aissami sagte am Samstag bei einer Pressekonferenz in Caracas, Chávez Abarca habe gestanden, in Venezuela eine Reihe von Attentaten geplant zu haben, um Gewalt zu provozieren und die Lage zu destabilisieren. Dazu habe er Verbindung zu »faschistischen Gruppen der Konterrevolution« aufgenommen, die ihn dabei unterstützen sollten. Der Minister zeigte sich überzeugt, daß im Zuge der Ermittlungen auch aufgeklärt werden könne, wer den Terroristen bezahlt habe und welche Organisationen hinter den geplanten Anschlägen steckten.
Weiterlesen...
Interview mit Yoel Capriles. Yoel Capriles wohnt im Viertel »23 de Enero« in Caracas und ist aktiv in einem Kommunalen Rat sowie in der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas
Sie arbeiten in Ihrem Stadtviertel in einem Kommunalen Rat mit. Was muß man sich darunter vorstellen?
Die Kommunalen Räte sind Organe zur Beteiligung des Volkes, hier wird die Regierung auf Gemeindeebene ausgeübt. Ihre Leitungen werden gebildet aus den Sprecherinnen und Sprechern aller Abteilungen, also den Bereichen Exekutive, Finanzverwaltung und gesellschaftliche Kontrolle. Die wichtigste Aufgabe eines Rates ist organisatorischer Natur – er soll Antworten auf die Bedürfnisse der Bevölkerung in unseren Gemeinden finden.
Weiterlesen...
Gespräch mit Ramón Lameda
Ramón Lameda lebt in Caracas und lehrt Sozialökonomie an der Nationalen Experimentellen Universität der Streitkräfte
Venezuela und Lateinamerika wurden in der Vergangenheit häufig mit Wirtschaftskrisen, Armut und sozialen Unruhen in Verbindung gebracht. Wie ist die Situation heute?
Wir erleben momentan eine Zeit der Veränderungen, und jede Veränderung bedeutet eine Phase der Instabilität. Das bezieht sich jedoch nicht auf den politischen Bereich, denn hier in Venezuela haben wir mittlerweile eine stabile Demokratie. Die politischen Diskussionen in der Gesellschaft haben sich vervielfacht, und die Menschen fühlen sich als Protagonisten der Entwicklung im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Dazu gehören auch die wirtschaftlichen Aktivitäten der Zivilgesellschaft. Es wird dabei nicht in privaten oder staatlichen Unternehmen produziert, sondern in Zusammenschlüssen, die wir als soziale Ökonomie bezeichnen. Dadurch können sie die Lebensbedingungen der Gemeinden in ihrer Umgebung verbessern und auch zu einer Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit beitragen.
Weiterlesen...
Knapp 6500 Menschen wollen sich am 26. September um die 165 Sitze der venezolanischen Nationalversammlung bewerben. Am heutigen Donnerstag entscheiden die regionalen Wahlausschüsse in dem südamerikanischen Land darüber, wer von denjenigen, die sich bis zum vergangenen Wochenende als Kandidaten eingeschrieben haben, tatsächlich auf den Stimmzetteln auftauchen wird. Für manche wird der Traum vom Mandat dann schon ausgeträumt sein. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Contraloría General, eine grob mit dem Bundesrechnungshof vergleichbare Einrichtung, die aber weitergehende Befugnisse hat, den Ausschluß von acht Kandidaten angekündigt. Zu den Betroffenen gehören drei wegen ihrer Verwicklung in den Putschversuch vom 11. April 2002 zu 30 Jahren Haft verurteilte Polizisten, aber auch mehrere frühere Gouverneure, denen Veruntreuung und Korruption während ihrer Amtszeit zur Last gelegt wird. Zwei Vertreter der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) zählen ebenfalls zu den Ausgeschlossenen. Trotzdem sieht die Opposition wie schon bei früheren Wahlen in diesen Maßnahmen Versuche einer »bereits geschlagenen« Regierung, Einheitskandidaturen der Opposition zu verhindern.
Weiterlesen...
Venezuelas Präsident Hugo Chávez ist jetzt bewaffnet. Bei jeder Gelegenheit zückt er ein kleines schwarzes Gerät mit Internetanschluß, einen sogenannten BlackBerry, und loggt sich im Onlinedienst Twitter ein. Dort schreibt der Staatschef dann kurze Mitteilungen über seine Aktivitäten oder beantwortet Anfragen: »Uns bleibt keine andere Möglichkeit, als die Regulierung des kapitalistischen Marktes zu verschärfen«, und kurz darauf: »Gut, ich glaube, es ist jetzt Zeit, ein bißchen auszuruhen.« Obwohl er sonst für seine langen Reden bekannt ist, muß sich Chávez bei Twitter wie alle anderen Nutzer mit 140 Zeichen pro Mitteilung begnügen. Trotzdem haben seit Ende April mehr als 375000 Menschen die Kurzinfos des venezolanischen Präsidenten abonniert.
Weiterlesen...
Verschnupft hat die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) auf Äußerungen des Präsidenten Hugo Chávez reagiert. Dieser hatte am Sonntag bei seiner wöchentlichen Fernsehsendung »Aló, Presidente« den in den 50er Jahren herrschenden Diktator Marcos Pérez Jiménez als den »besten Präsidenten« bezeichnet, den Venezuela in seiner Geschichte gehabt habe. PCV-Generalsekretär Oscar Figuera wies bei einer Pressekonferenz seiner Partei am Montag abend diese Aussage zurück. Der beste Präsident »der gesamten politischen Geschichte des XX. und des bisherigen XXI. Jahrhunderts« sei niemand anderes als Hugo Chávez selbst, der sich für Gleichberechtigung und die Einheit Lateinamerikas einsetze. Das Regime von Pérez Jiménez sei hingegen Teil der rechten Militärdiktaturen gewesen, die der US-Imperialismus Lateinamerika aufgezwungen habe, erklärte Figuera und erinnerte daran, daß die Kommunisten damals in die Illegalität getrieben und blutig verfolgt wurden. Pérez Jiménez war am 23. Januar 1958 durch einen Volksaufstand gestürzt worden. Bisher hatte sich auch Chávez positiv auf die damaligen Ereignisse bezogen, und nur den in der Folge für 40 Jahre an die Macht gekommenen bürgerlichen Parteien AD, URD und Copei vorgeworfen, den demokratischen Aufbruch verraten zu haben.
Weiterlesen...
Mit einem Bekenntnis zur Souveränität der Völker Lateinamerikas und zum Aufbau des Sozialismus ist am Montag abend (Ortszeit) in Caracas das neunte Gipfeltreffen der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) zu Ende gegangen. »ALBA hat eine Plattform der wirklichen Einheit und Integration errichtet, die in der Solidarität, der Zusammenarbeit, der Gegenseitigkeit, dem Respekt, der Gerechtigkeit und der Gleichberechtigung die Grundlagen für die Festigung von Alternativen zu den Dynamiken und Mechanismen sieht, die heute die globale Hegemonie des Kapitalismus sichern«, heißt es in der von den Staatschefs der Mitgliedsländer Bolivien, Kuba, Antigua und Barbuda, Dominica, Ecuador, Nicaragua, San Vicente und die Grenadinen sowie Venezuela unterzeichneten Abschlußerklärung. Passend zur Zweihundertjahrfeier des Beginns des Kampfes um die Unabhängigkeit Venezuelas, deren Bestandteil der ALBA-Gipfel war, erinnert die Erklärung auch an die Schlacht von Ayacucho im Dezember 1824, die als entscheidender Sieg der Freiheitskämpfer über die Truppen der spanischen Kolonialmacht gilt. »Aber das Ayacucho des XXI. Jahrhunderts wird der Sieg des Sozialismus sein, die einzige Garantie für wirkliche Unabhängigkeit und Souveränität mit Gerechtigkeit für das Volk«, stellen die Regierungschefs fest.
Weiterlesen...
Mit einer Militärparade, einer Festsitzung des Parlaments und vielen weiteren Veranstaltungen hat Venezuela am Montag den 200. Jahrestag des Beginns seines Kampfes um die Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialherrschaft begangen. Am 19. April 1810 hatte das Bürgertum von Caracas den damaligen Statthalter Spaniens abgesetzt. Diese Aktion gilt heute als Auftakt für einen Prozeß, der am 5. Juli 1811 zur offiziellen Unabhängigkeitserklärung Venezuelas führte.
Weiterlesen...
Der Gründonnerstag des Jahres 1810 begann in Caracas so, wie es in einer katholisch geprägten spanischen Kolonie in Südamerika zu sein hatte. Die guten Bürger und Aristokraten machten sich auf den Weg zum Gottesdienst in die Kathedrale, und auch der seit elf Monaten als Generalkapitän von Venezuela amtierende Vertreter des spanischen Königs, Vicente de Emparan y Orbe, richtete sich an diesem 19. April darauf ein, seine gute Christenpflicht zu erfüllen. Der 63jährige frühere Gouverneur der Provinz Cumaná war 1808 von den französischen Eroberern der Iberischen Halbinsel als Regent der Kolonie Venezuela eingesetzt worden, nachdem Napoleon Bonaparte seinen Bruder Joseph als König von Spanien ausgerufen hatte. Dieser erreichte seinen Thron in der Hauptstadt Madrid nur gegen den Widerstand spanischer Truppen und mußte sich auch in den folgenden Monaten gegen eine bewaffneten Guerilla behaupten. In Aranjuez wurde mit der »Junta Suprema Central« eine Gegenregierung gebildet, die sich als Vertretung des von Napoleon nicht anerkannten und in Valençay gefangengehaltenen Königs Ferdinand VII. ansah und den Widerstand gegen die Besatzer führte.
Weiterlesen...
Die Verhaftung von acht Kolumbianern in den venezolanischen Bundesstaaten Aragua und Barinas belastet erneut die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarstaaten. Venezuelas Innenminister Tareck El Aissami hatte am Dienstag darüber informiert, daß bereits vor Ostern im Süden von Aragua zunächst zwei Männer in der Nähe eines Kraftwerks festgenommen wurden, als sie Fotos von verschiedenen Einrichtungen des venezolanischen Stromversorgungsnetzes machten. Die weiteren Ermittlungen führten dann zur Verhaftung von sechs weiteren Personen in Barinas, die der Militärstaatsanwaltschaft von Aragua überstellt wurden. Bei zwei der Verhafteten wurden später offenbar Dienstausweise der kolumbianischen Armee gefunden.
Weiterlesen...
Die Menschen in Venezuela haben in der kommenden Woche frei. Während Gründonnerstag und Karfreitag in dem südamerikanischen Land ohnehin Feiertage sind, überraschte der venezolanische Präsident Hugo Chávez seine Landsleute am Mittwoch mit der Ankündigung, daß auch Montag, Dienstag und Mittwoch nicht gearbeitet werden muß. »Der wichtigste Grund dafür ist nicht Faulheit, sondern die Notwendigkeit, Strom zu sparen«, sagte Chávez in einer Fernsehansprache. Ausgenommen von der Arbeitsbefreiung sind lediglich die Branchen, die für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens notwendig sind, darunter Krankenhäuser, Lebensmittelgeschäfte und der Nahverkehr. Erwartungsgemäß wenig erfreut reagierte darauf der Unternehmerverband Fedecámaras. Gegenüber dem scharf regierungsfeindlichen Fernsehsender Globovisión kritisierte Verbandschef Noel Álvarez die Maßnahme als »populistisch«. »Alle Bürger müssen für die Ineffizienz der nationalen Regierung große Opfer bringen«, beklagte er sich.
Weiterlesen...
Seine jede Woche mehrere Stunden dauernde Fernsehsendung »Aló, Presidente« reicht dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez schon lange nicht mehr. Seit über einem Jahr ist er auch unter die Kolumnisten gegangen und veröffentlicht Sonntag für Sonntag in der venezolanischen Presse seine Kommentare »Las líneas de Chávez«. Doch auch das ist ihm offenbar nicht mehr genug, jetzt geht er auch noch unter die Blogger. Wie Chávez am Sonntag – natürlich – in seiner Fernsehsendung ankündigte, will er in irgendeiner Ecke des Präsidentenpalastes Miraflores einen Computer aufstellen und von dort aus seine eigene Webseite betreiben. »Ich werde meinen eigenen Schützengraben im Internet haben, für die Schlacht im Netz«, sagte er. »Ich garantiere dir, ich werde dort ganz viele Informationen einstellen: Ich habe das unterzeichnet, ich unterschreibe gerade dieses, ich diskutiere, ich habe mit dem einen und dann mit dem anderen gesprochen usw.« Es werde ein »Bombardement« mit Informationen sein, »und wir organisieren uns schon, um das Bombardement von Antworten zu empfangen, einschließlich der vom Feind. Sollen sie mir Zunder geben, ich antworte ihnen auch«, unterstrich er. Die ideologische Schlacht könne nicht nur mit Demos auf der Straße ausgefochten werden, sondern müsse auch in sozialen Netzwerken wie »Twitter« geführt werden, forderte Chávez. Nur so könnten die im Internet betriebenen Kampagnen gegen Venezuela neutralisiert werden.
Weiterlesen...
Eine rechtsextreme Internetseite verbreitet gezielt Falschmeldungen, legt dem Militär einen Staatsstreich nahe, verbreitet manipulierte Fotos und Leserkommentare, in denen offen zur Ermordung bekannter Politiker und Journalisten aufgerufen wird. Nun ist Venezuelas Präsident Hugo Chávez endlich der Kragen geplatzt. Am Sonnabend forderte er die Staatsanwaltschaft des Landes auf, Ermittlungen gegen die Internetseite »Noticiero Digital« einzuleiten. Konkreter Anlaß war eine von dieser Seite tagelang verbreitete Falschmeldung über die angebliche Ermordung des Ministers für öffentliche Arbeiten, Diosdado Cabello. Kurz darauf erklärte dasselbe Onlinemagazin den quicklebendigen Fernsehmoderator Mario Silva ebenfalls für tot.
Weiterlesen...
Am Donnerstag hat die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) interne Vorwahlen begonnen, um über die Nominierung ihrer Kandidaten für die Wahlen zur Nationalversammlung am 26. September zu entscheiden. Über ein Onlineformular auf der Homepage des Nationalen Wahlrates (CNE) können sich Parteimitglieder bis zum 10. März selbst als Kandidaten vorschlagen. Im Mai sollen dann die offiziell mehr als sieben Millionen Parteimitglieder in geheimer Wahl über ihre 113 Wahlkreiskandidaten abstimmen. Über 52 weitere Kandidaten, die sich über die Parteilisten um einen Sitz im venezolanischen Parlament bewerben, will hingegen die Parteiführung entscheiden. Dadurch sollen Vorschläge aus den mit der PSUV verbündeten Organisationen wie der Kommunistischen Partei (PCV) oder »Heimatland für alle« (PPT) berücksichtigt werden können, um eine Spaltung zu vermeiden. Die stärkste Partei der venezolanischen Linken will so die Konsequenz aus den Regionalwahlen von 2008 ziehen, als Konkurrenzkandidaturen das eigene Lager schwächten und so der rechten Opposition Wahlerfolge in einigen Bundesstaaten und in der Hauptstadt Caracas ermöglicht hatten.
Weiterlesen...
Luis Britto García (geboren 1940 in Caracas) ist einer der bekanntesten Schriftsteller, Essayisten und Literaturwissenschaftler Venezuelas. Auf der Internationalen Buchmesse in Havanna stellte er seinen neuen Roman »Pirata« vor
Welchen Eindruck haben Sie von der Internationalen Buchmesse in Havanna?
Einige meiner Kollegen haben gesagt, diese Messe gleiche eher einem Rockkonzert oder einem Fußballendspiel. Es ist immer wieder beeindruckend, wie neue Bücher so viele Menschen anziehen können. Wir kennen so etwas von Großveranstaltungen wie der Buchmesse in Frankfurt, aber in Lateinamerika, das noch immer vom Analphabetismus geprägt ist, ist eine solche Veranstaltung, die so viele Menschen anzieht, die sich neue Bücher ansehen wollen, einzigartig und beispielhaft.
Weiterlesen...
Nach Monaten verhältnismäßiger Ruhe spitzt sich die politische Lage in Venezuela wieder zu. Aus dem südamerikanischen Land erreichen uns wieder Meldungen über gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der Polizei, rechten Oppositionsgruppen und Unterstützern der revolutionären Regierung von Präsident Hugo Chávez. Am 1. Februar warnte Carlos Aquino vom Politbüro der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) bei einer Pressekonferenz im Parteisitz "Cantaclaro" in Caracas, dass eine Eliteeinheit des kolumbianischen Militärs in Venezuela eingedrungen sei, um führende Repräsentanten des revolutionären Prozesses zu ermorden. Diese Truppe halte sich wahrscheinlich bereits in der Hauptstadt Caracas auf, warnte Aquino, der zugleich die Sicherheitskräfte und die revolutionäre Bewegung aufrief, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um diese "faschistische Provokation" aufzudecken und zu neutralisieren. Aquino verwies in diesem Zusammenhang auf eine detaillierte Liste, die seiner Partei vorliege und in der das kolumbianische Kommando Kader der Revolution aufgeführt habe, die Ziel von Angriffen werden sollen. Auf dieser Liste stehe unter anderem PCV-Generalsekretär Óscar Figuera. Weitere Namen bekannter Aktivisten wollte Aquino nicht nennen, da dies mit den anderen Personen nicht abgestimmt sei und sich die PCV nicht autorisiert fühle, sie ohne Rücksprache öffentlich zu machen.
Weiterlesen...
Venezuelas Botschafter bei den Vereinten Nationen, Jorge Valero, hat am Mittwoch energisch gegen Äußerungen des UN-Sonderbeauftragten für die Förderung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, Frank La Rue, protestiert. La Rue habe sich »in nicht akzeptabler Weise« in die inneren Angelegenheiten Venezuelas eingemischt und müsse aufpassen, nicht den Namen der Vereinten Nationen zu beschädigen, so Valero. Der aus Guatemala stammende La Rue hatte zuvor erklärt, er sei »tief besorgt« über die »kollektive Abschaltung« mehrerer Kabelfernsehsender in Venezuela, »darunter RCTV Internacional«.
Weiterlesen...
In seinem jährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Parlament des Landes hat Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Freitag eine positive Bilanz der vergangenen zwölf Monate gezogen. Er erinnerte daran, daß das Jahr 2009 im Zeichen der Weltwirtschaftskrise gestanden habe, die seiner Ansicht nach noch nicht beendet ist. »Das Schlimmste ist noch nicht vorüber. Wir müssen die Gründe für die Krise suchen, und diese Gründe lassen sich in einem einzigen Wort zusammenfassen: Kapitalismus.« Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion habe man vom Ende der Geschichte gesprochen, das kapitalistische Modell habe sich durchgesetzt. »20 Jahre sind seither vergangen, und was nun geschieht, ist eine Demonstration dafür, daß der Kapitalismus keine Alternative für die Menschheit ist. Der Kapitalismus und Neoliberalismus sind eine erschreckende Perversion der menschlichen Existenz. Deshalb erhebt sich heute erneut die sozialistische Alternative«, erklärte Chávez.
Weiterlesen...
Mit einem Ansturm auf die Elektronikgeschäfte haben zahlreiche Menschen in Venezuela am Wochenende auf die von Präsident Hugo Chávez am Freitag angekündigte Abwertung der Landeswährung Bolívar reagiert. Zahlreiche Geschäfte in der Hauptstadt Caracas schlossen jedoch ihre Türen und teilten ihren Kunden mit, sie seien gerade in Inventur, oder ein Ausfall der Computertechnik machten einen Handel unmöglich. Beides kam wenig überraschend, denn während der offizielle Wechselkurs seit Montag statt wie bislang 2,15 nun 2,60 Bs. beträgt, führte die Regierung des südamerikanischen Landes einen zweiten Wechselkurs ein, der unter dem Namen »Erdöldollar« für die meisten Wirtschaftsbereiche gilt und sich auf 4,30 Bs. beläuft.
Weiterlesen...
Venezuela verfüge über Beweise dafür, daß von der niederländischen Karibikinsel Curaçao Militäroperationen ausgehen, die die Souveränität des Landes verletzen, sagte der venezolanische Vizepräsident Ramón Carrizalez am Dienstag in La Guaira. »Am 17. Mai 2009 startete ein US-Kriegsflugzeug von Curaçao, verletzte unseren Luftraum und eine Überflugsverbotszone, die Luftwaffenbasis La Orchila«, sagte Carrizalez. »Uns liegen die Aufzeichnungen der Gespräche des Kontrollturms mit dem Flugzeug vor, in denen angefragt wurde, ob die Besatzung die notwendigen Genehmigungen für das Überfliegen der Zone besäßen«.
Weiterlesen...
Stärkere Süd-Süd-Beziehungen und Verteidigung der Souveränität: Venezuela und Iran erweitern kontinuierlich ihre Beziehungen. Ein Gespräch mit David Velásquez
David Velásquez ist Botschafter Venezuelas im Iran
Iran ist einer der wichtigsten Partner Venezuelas. Warum?
Venezuela und Iran haben auf ökonomischem, politischem und energiepolitischem Gebiet sehr enge und aktive Beziehungen aufbauen können, weil beide Regierungen in den Zielen der Wirtschaftskooperation übereinstimmen – vor allem mit Blick auf Technologietransfer – und weil deren Grundlage Solidarität und gegenseitige Unterstützung sind. Venezuela und Iran ermöglichen gemeinsam die Stärkung der Süd-Süd-Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen regionalen Blöcken wie zwischen den Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz ALBA mit den Ländern des Mittleren Ostens. Ein weiteres Element ist die Förderung einer multipolaren Weltordnung. In diesem Sinne sind Venezuela und der Iran strategische Verbündete.
Weiterlesen...
Gespräch mit Cecilia Todd. Über ihre Freundschaft mit Mercedes Sosa und Ali Primera, die Faszination des Cuatro und die neuen Perspektiven Lateinamerikas
Cecilia Todd (geb. 1951) ist Sängerin und Schauspielerin. Seit Beginn der 70er Jahre gilt sie als wichtige Interpretin der traditionellen Musik Venezuelas.
Weiterlesen...
Von einer Bankenkrise möchte die venezolanische Regierung nicht sprechen, aber was sich in den vergangenen Tagen und Wochen in dem südamerikanischen Land zusammengebraut hat, verdient diese Bezeichnung durchaus. Mittlerweile sieben Banken wurden von der Polizei besetzt und unter staatliche Verwaltung gestellt, gegen 30 führende Direktoren der Finanzinstitute wurden Haftbefehle erlassen. Am Dienstag besetzten die Behörden außerdem eine Reihe von Lebensmittelunternehmen, die den verhafteten Managern gehören. Der Minister für Wissenschaft und Technologie, Jesse Chacón, trat am Wochenende von seinem Amt zurück, nachdem bekannt geworden war, daß sein Bruder Arné zu den verhafteten Managern gehört.
Weiterlesen...
Als eine »Vorkriegssituation« beschreibt der frühere kolumbianische Präsident Ernesto Samper die gegenwärtige Lage an der Grenze zwischen seinem Land und dem Nachbarn Venezuela. Die Errichtung von sieben US-Militärstützpunkten in Kolumbien, von denen sich Venezuela bedroht sieht, sowie das Fehlen regelmäßiger Kontakte zwischen den Regierungen in Bogotá und Caracas belaste die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Staaten, warnte der Politiker, der Kolumbien zwischen 1994 und 1998 regiert hatte. »Die Lage kann sich weiter verschärfen, und es kann zum Äußersten kommen«, unterstrich er.
Weiterlesen...
Ein brutales Verbrechen im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela belastet erneut die Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Staaten. Am vergangenen Sonnabend wurden in dem venezolanischen Grenzstaat Táchira die Leichen von zehn aus Kolumbien stammenden Männern entdeckt. Sie gehörten zu einer zwölfköpfigen Gruppe, die zwei Wochen zuvor in der venezolanischen Ortschaft Chururú entführt worden waren. Örtliche Medien hatten die Opfer der Entführung zunächst als Sportmannschaft beschrieben, da sie gerade Fußball gespielt hatten, als eine Gruppe Bewaffneter sie am 11. Oktober zwang, drei Lastwagen zu besteigen.
Weiterlesen...
Die Einwohner von Venezuelas Hauptstadt Caracas werden ab kommender Woche zeitweise auf dem Trockenen sitzen. Wie der Präsident des staatlichen Wasserversorgers Hidrocapital, Alejandro Hitcher, am Sonnabend ankündigte, soll die Wasserversorgung in den verschiedenen Vierteln der Stadt ab dem 2. November planmäßig für bis zu 48 Stunden in der Woche abgeschaltet werden. Hintergrund ist, daß derzeit jeder Einwohner der Millionenstadt im Durchschnitt 400 Liter Wasser am Tag verbraucht. »Schon ein Pro-Kopf-Verbrauch von mehr als 180 Litern Wasser wird von internationalen Organisationen wie der UNO als verantwortungslos eingeschätzt«, erläuterte Hitcher und warnte, neben Aufklärungskampagnen werde es künftig auch Strafmaßnahmen gegen übermäßigen Wasserverbrauch geben. »Wer Trinkwasser verschwendet, wird fünfmal mehr bezahlen müssen, als es eigentlich kosten würde«, warnte Hitcher.
Weiterlesen...
Das erste Infocentro Europas wurde jetzt in Berlin eröffnet – in der Botschaft des Landes. Ein Gespräch mit Karen López.
Karen López von der venezolanischen Botschaft ist Betreuerin des Infocentro »Manuela Sáenz« in Berlin
Vor kurzem wurde in den Räumen der Botschaft Venezuelas in Berlin das erste »Infocentro« in Europa eröffnet. Was ist darunter zu verstehen?
Allgemein gesprochen ist ein Infocentro ein mit Technik ausgestattetes Begegnungszentrum, in dem alle an den Veränderungen in Venezuela Interessierten zusammenkommen können – zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch, für Diskussionen oder um etwas über die sozialen Prozesse in meinem Land oder über den Umgang mit dem Internet zu erfahren. Diese Initiative ist in Venezuela selbst entstanden – ausgehend von der 1999 verabschiedeten Verfassung, die das Recht der Bevölkerung auf Zugang zu den Informationstechnologien festschreibt.
Weiterlesen...
Zum zweiten Mal hat die venezolanische Regierung ein großes Haus der US-amerikanischen Hotelkette Hilton in Staatseigentum überführt. Nachdem bereits vor einigen Jahren das damalige Caracas Hilton wegen Steuerschulden der Nordamerikaner unter staatliche Kontrolle gestellt wurde und heute als Hotel Alba Caracas bevorzugte Unterkunft für Teilnehmer an Kongressen und Veranstaltungen in der venezolanischen Hauptstadt ist, hat es in dieser Woche nun das Hilton auf der Ferieninsel Margarita getroffen. Margarita ist das beliebteste Reiseziel Venezuelas für den internationalen Tourismus, darunter auch für die meisten der gut 37000 Menschen aus Deutschland, die Jahr für Jahr das Land besuchen. Formell begründete die Regierung die Übernahme des Hotels in Porlamar mit dem am 13. Oktober erfolgten Auslaufen der auf zwanzig Jahre befristeten Konzession, die das Unternehmen von der damaligen venezolanischen Regierung erhalten hatte. Eigentlicher Hintergrund ist aber offenbar, daß die Hoteleigner wenig professionell mit ihren Gästen umgegangen waren, wenn diese dort auf Einladung der venezolanischen Regierung abstiegen.
Weiterlesen...
Staatschefs und hochrangige Regierungsvertreter aus nicht weniger als 61 Ländern sind am vergangenen Wochenende auf der venezolanischen Urlaubsinsel Margarita zum zweiten Süd-Süd-Gipfeltreffen zusammengekommen. Zwölf südamerikanische und 49 afrikanische Staaten berieten dabei über eine weitere Stärkung der Zusammenarbeit beider Regionen, deren Wirtschaftsaustausch allein seit dem ersten Gipfel 2006 im nigeranischen Abuja um mehr als 50 Prozent gewachsen ist, wie Brasiliens Präsident Luiz Inacio »Lula« da Silva anmerkte. »Wenn sich die mehr als eine Milliarde Einwohner Afrikas und Südamerikas zusammentun, gibt es keine Herausforderung weltweit, der nicht begegnet werden kann. Die regionale Integration und die Süd-Süd-Kooperation sind die Waffen für den Aufbau einer gerechteren Welt«, fügte der brasilianische Staatschef hinzu, der nach der UN-Vollversammlung in New York und dem Gipfeltreffen der G20 in Pittsburgh seinen dritten Gipfel innerhalb einer Woche absolvierte.
Weiterlesen...
Erstmals seit seiner legendären »Schwefel-Rede« von 2006 ist Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Donnerstag wieder vor der UNO-Vollversammlung in New York aufgetreten. Hatte er damals US-Präsident George W. Bush mit dem Teufel verglichen, lobte er diesmal dessen Amtsnachfolger Barack Obama: »Hier riecht es nicht mehr nach Schwefel, hier riecht es nach Hoffnung.« Zugleich kritisierte er jedoch die Widersprüche zwischen dessen Rede einen Tag zuvor und der Realität der US-Außenpolitik. »Obama hat gestern gesagt, daß keinem Volk ein politisches System aufgezwungen werden dürfe, daß jedes Volk und seine Souveränität respektiert werden müßten. Also dann, Präsident Obama, worauf warten Sie noch, um das Ende der brutalen und mörderischen Blockade Kubas aufzuheben?« Konkret kritisierte der venezolanische Präsident, daß der niederländische Elektronikkonzern Philips sich vor dem Hintergrund der bestehenden Blockade geweigert habe, den Regierungen Kubas und Venezuelas medizinische Geräte zu liefern, die diese für den weiteren Ausbau ihres für die Patienten kostenlosen Gesundheitssystems nutzen wollten. Als Grund für die Weigerung habe Philips darauf verwiesen, daß die US-Administration Druck auf den Konzern ausgeübt habe. »Obama, bist du das, oder ist das ein anderer Obama? Ich will an den Obama von gestern glauben, den ich hier gesehen habe, aber solche Dinge passieren und gefährden das Leben von Millionen Menschen.«
Weiterlesen...
Am Wochenende kommen 54 Staatschefs aus Afrika und ihre Amtskollegen aus zwölf Staaten Südamerikas auf der venezolanischen Urlaubsinsel Margarita zu ihrem zweiten Süd-Süd-Gipfeltreffen zusammen. Bereits heute tagen dort die Außenminister der teilnehmenden Länder. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen neben den Folgen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise auch Themen wie die Zusammenarbeit im Bereich des Sports und der Bildung sowie eine stärkere Kooperation auf wissenschaftlich-technischem Gebiet. Venezuelas Präsident Hugo Chávez erinnerte in seinem wöchentlichen Zeitungskommentar an die gemeinsame Geschichte Afrikas und Lateinamerikas, die beide unter der europäischen Kolonialherrschaft gelitten haben. Millionen Sklaven, die aus Afrika auf den amerikanischen Kontinent verschleppt worden waren, haben dort bleibende Spuren hinterlassen. »Auch wir zum Teil Afrikaner«, betont Chávez. »Deshalb gibt es ein natürliches Bündnis, das in der Praxis entschlossen gefestigt werden muß. Unsere Probleme sind dieselben, ihre Gründe und Wurzeln ebenfalls. Gemeinsam haben wir diesen Kontinent schon einmal befreit, und wir werden es wieder tun. In diesem Prozeß werden die Völker des großen Afrika mit uns gemeinsam wieder ihre Heimat und ihre Geschichte befreien. Wenn es etwas gibt, das eine multipolare Weltordnung ankündigt, dann ist dies die Rettung und der Schutz unserer Identität, unserer Geschichte und unserer Welt, der Welt der Armen.« Das sei die Hauptaufgabe des bevorstehenden Treffens, so der venezolanische Präsident.
Weiterlesen...
Auf »50 oder 60 Millionen« Teilnehmer hoffen die Organisatoren einer »weltweiten Demonstration« gegen den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, die am Freitag um 12 Uhr kolumbianischer Ortszeit (19 Uhr MESZ) zeitgleich auf »den zentralen Plätzen der wichtigsten Städte der Welt« stattfinden soll. Das Konzept der Organisatoren gleicht einer Aktion gegen die »Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens« (FARC) am 4. Februar 2008, als in Kolumbien mehrere tausend Menschen gegen die Guerilla auf die Straße gegangen waren. Auch damals war zunächst eine Gruppe im Internet-Netzwerk »Facebook« installiert worden, die dann von rechten Medien eifrig beworben wurde. So konnte der Eindruck erweckt werden, es handele sich um eine Basisinitiative und nicht etwa um eine Aktion der kolumbianischen Regierung.
Weiterlesen...
Ohne Gegenstimmen hat die venezolanische Nationalversammlung am Donnerstag ein neues Bildungsgesetz verabschiedet, das von der Opposition scharf angegriffen wird. Die Fraktionen der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV), der Kommunistischen Partei (PCV), der Partei Heimatland für alle (PPT) und andere unterstützten das neue Gesetz. Die Vertreter der Oppositionspartei Podemos und der PSUV-Abspaltung Humanistische Volksfront (FPH) verließen unter Protest das Plenum. Sie wollen nun ein Referendum gegen das Gesetz anstreben.
Weiterlesen...
Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat am Wochenende vor einem drohenden Krieg mit Kolumbien gewarnt und dazu aufgerufen, einen solchen mit aller Macht zu verhindern. Er sei überzeugt davon, daß »das Imperium« einen Krieg zwischen den beiden Nachbarstaaten provozieren wolle. Dieser könnte als Vorwand für eine Intervention dienen, um »uns ihren Frieden aufzuzwingen« und – vor allem – um die Kontrolle über Venezuelas Öl- und Gasreserven zu übernehmen.
Weiterlesen...
Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mußten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die derzeit laufende Kampagne der venezolanischen Regierung zu einer Neuregulierung der Medienlandschaft in dem südamerikanischen Land einen neuen Höhepunkt erreicht, der von den Betreibern dieser kommerziellen Sender wie üblich als »Angriff auf die Meinungsfreiheit« verurteilt wurde.
Weiterlesen...
Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mussten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die Kampagne der venezolanischen Regierung zur Neuregulierung der Medienlandschaft einen neuen Höhepunkt erreicht, der von den Betreibern dieser kommerziellen Sender wie üblich als "Angriff auf die Meinungsfreiheit" verurteilt wurde.
Weiterlesen...
Zwei Fernsehsender und 32 Radiostationen mußten am vergangenen Wochenende in Venezuela ihren Betrieb einstellen. Damit hat die derzeit laufende Kampagne der venezolanischen Regierung zu einer Neuregulierung der Medienlandschaft in dem südamerikanischen Land einen neuen Höhepunkt erreicht. Betreiber dieser kommerziellen Sender verurteilten dies wie üblich als »Angriff auf die Meinungsfreiheit«.
Weiterlesen...
Die vor knapp fünf Jahren von Kuba und Venezuela gegründete Staatengemeinschaft ALBA ist am Mittwoch auf neun Mitglieder angewachsen. Bei einem Gipfeltreffen im venezolanischen Maracay erklärten Ecuador, San Vicente und die Grenadinen sowie Antigua und Barbuda ihren Beitritt zu der Organisation und wurden von den bisherigen Mitgliedern Kuba, Venezuela, Bolivien, Nicaragua, Honduras und Dominica begrüßt.
Weiterlesen...
Hugo Chávez auf Rekordkurs. Seit Donnerstag ist im venezolanischen Fernsehen die Jubiläumsausgabe der normalerweise wöchentlich am Sonntag ausgestrahlten Sendung »Aló, Presidente« zu sehen, in der Venezuelas Staatschef die Politik seiner Regierung erläutert und das Gespräch mit der Bevölkerung sucht. Dauern soll die in mehrere Kapitel aufgeteilte und natürlich von Pausen unterbrochene Sonderausgabe bis in den späten Sonntag abend.
Weiterlesen...
Nach den scharfen Reaktionen aus Caracas auf den in der vergangenen Woche vorgelegten Jahresbericht der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) wird nun über einen bevorstehenden Austritt Venezuelas aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) spekuliert. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hatte einen solchen Schritt am Wochenende angedeutet, als er daran erinnerte, daß die CIDH ein Instrument der OAS ist und diese den »imperialen Interessen der USA untergeordnet« sei. Venezuela könne die OAS verlassen und die Völker des Kontinents einladen, sich von diesen alten Strukturen zu befreien und an ihrer Stelle eine Organisation der freien Völker Lateinamerikas zu gründen.
Weiterlesen...
Havanna und Caracas haben empört auf den jüngsten Jahresbericht der »Interamerikanischen Menschenrechtskommission« (CIDH) reagiert. Neben den von Gewalt erschütterten Staaten Kolumbien und Haiti sind Kuba und Venezuela die einzigen Länder der Region, die in dem Bericht mit eigenen Kapiteln behandelt werden, weil »ihre Praktiken im Bereich der Menschenrechte besondere Aufmerksamkeit« erforderten, wie es in dem Vorwort des Berichts heißt.
Weiterlesen...
Der frühere Oberbürgermeister von Caracas, Juan Barreto, muß am kommenden Mittwoch bei den Justizbehörden Venezuelas erscheinen, um zu Korruptionsvorwürfen Stellung zu nehmen, die gegen ihn erhoben werden. Wie die Staatsanwaltschaft in Caracas am vergangenen Mittwoch mitteilte, wird gegen Barreto seit Ende 2007 wegen Unregelmäßigkeiten während seiner Amtszeit zwischen 2004 und 2008 ermittelt. Konkret nannten die Ermittler ein Projekt zur Luftraumüberwachung über der venezolanischen Hauptstadt sowie den Ankauf großer LED-Bildschirme, mit denen im Zentrum von Caracas Informationen der Stadtregierung verbreitet werden.
Weiterlesen...
Die Bolivarische Revolution hat sich wieder gefangen und repräsentiert auch zehn Jahre nach dem Amtsantritt des Präsidenten Hugo Chávez die Mehrheit der Bevölkerung in Venezuela. Das dürfte das wichtigste Ergebnis der Volksabstimmung am 15. Februar gewesen sein.
Weiterlesen...
Auf Einladung des chinesischen Präsidenten Hu Jintao ist Venezuelas Staatschef Hugo Chávez am Dienstag zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres zu einem Arbeitsbesuch in Peking eingetroffen. Auf dem Internationalen Flughafen der chinesischen Hauptstadt wurde er von der venezolanischen Botschafterin in China, Rocio Maneiro, und Chinas Vizeaußenminister Li Keqiang empfangen.
Weiterlesen...
»Während die G20 und die G8 die wirkliche Stimme des Südens nicht hören wollen, treffen die G2 (Iran und Venezuela) Entscheidungen, die wirklich Auswirkungen auf die Realität haben«, sagte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Donnerstag in Teheran gegenüber dem staatlichen Fernsehen seines Landes.
Weiterlesen...
Obwohl die globale Wirtschaftskrise auch seinem Land zusetzt, sieht Präsident Hugo Chávez Chancen: »Je härter die Krise des Kapitalismus ist, desto sicherer und klarer wird der Weg des venezolanischen Sozialismus sein«, schrieb er vor einer Woche in seiner wöchentlichen Zeitungskolumne. Die Opposition sei mit ihren »ständigen schlechten Vorhersagen« auf ihrer »vagen Hoffnung sitzengeblieben, »daß unsere Anstrengungen darauf gerichtet sein könnten, die privilegierten Gruppen zu bevorzugen, die immer mit dem Schicksal aller Venezolanerinnen und Venezolaner gehandelt haben«, so das Staatsoberhaupt. Zuvor hatte Chávez umfangreiche Maßnahmen angekündigt, mit denen Venezuela die Folgen der Weltwirtschaftskrise auffangen will. So wurden die zu erwartenden Einnahmen aus der Erdölproduktion auf der Grundlage eines Preises von 40 US-Dollar je Faß (159 Liter) neu berechnet. Bei der Erstellung des gegenwärtigen Haushalts, als der Weltmarktpreis noch bei über 100 Dollar gelegen hatte, war man von 60 Dollar ausgegangen. Seit Monaten allerdings pendelt der Faßpreis an den Märkten zwischen 40 und 50 Dollar. Das zwingt die Regierung zu Einschränkungen.
Weiterlesen...
In Venezuela hat sich die Inflationsrate im Februar gegenüber dem Vormonat nahezu halbiert. Waren die Preise im Januar um 2,3 Prozent gestiegen, betrug die Rate im vergangenen Monat noch 1,3 Prozent. Die Versuche der venezolanischen Regierung, die Inflation in den Griff zu bekommen, scheinen damit erste Erfolge aufzuweisen. 2008 hatte die Inflation auf das Jahr gerechnet bei 30,9 Prozent gelegen, was die Regierung zu einem Großteil auf eine künstliche Verknappung von Lebensmitteln und anderen Handelsgütern durch die Konzerne zurückführte.
Weiterlesen...
Mit mehr als 1,1 Millionen Stimmen Vorsprung hat Venezuela abgestimmt: Nur das Volk und nicht eine Einschränkung in der Verfassung wird entscheiden, ob Hugo Chávez auch nach der nächsten Präsidentschaftswahl 2012 an der Spitze des Landes stehen wird.
Am Sonntag waren gut 16,7 Millionen Menschen aufgerufen, über eine Änderung der Verfassung abzustimmen. Etwas mehr als 70 Prozent der Wahlberechtigten machten von ihrem Recht Gebrauch, 54,85 Prozent stimmten mit "Ja" und damit "für die Revolution, für den Sozialismus, für Chávez", wie der Präsident nach Bekanntgabe der Ergebnisse durch den Nationalen Wahlrat von einem Balkon des Präsidentenpalastes aus den dort versammelten Menschen zurief.
Weiterlesen...
»Alle, die heute mit Ja stimmten, haben für den Sozialismus und für die Revolution gestimmt«, rief Venezuelas Präsident Hugo Chávez den Tausenden Menschen zu, die am Sonntag abend zum Präsidentenpalast Miraflores in Caracas geströmt waren, um den Sieg des »Ja« beim Referendum über die Verfassungsänderung zu feiern. »Die Türen zur Zukunft stehen weit offen«, so Chávez, der ankündigte, sich 2012 erneut zur Wahl zu stellen – solange Gott und das venezolanische Volk nichts anderes geplant hätten. Unmittelbar zuvor hatte die Präsidentin des Nationalen Wahlrates (CNE), Tibisay Lucena, die ersten offiziellen Zahlen bekanntgegeben.
Weiterlesen...
Mehrere hunderttausend Menschen haben am Donnerstag (Ortszeit) im Zentrum von Caracas ihre Unterstützung für den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und die angestrebte Verfassungsänderung demonstriert. Mit der Großkundgebung schlossen die Unterstützer der Regierung ihre Werbekampagne für das am Sonntag stattfindende Referendum ab. Fast 17 Millionen Menschen sind aufgerufen, über die Abänderung von fünf Artikeln des Grundgesetzes abzustimmen. Bislang beschränkt die Verfassung die Möglichkeit auf eine Wiederwahl von Amtsinhabern der verschiedenen Ebenen auf ein einziges Mal. Dadurch könnte zum Beispiel Chávez bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2012 nicht mehr antreten.
Weiterlesen...
Carlos Aquino ist der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Sekretär des Politbüros der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) und Chefredakteur der Parteizeitung Tribuna Popular. Er vertritt seine Partei im »Kommando Simón Bolívar«, dem zentralen Wahlkampfstab der Unterstützer der Verfassungsänderung.
Welche Position hat die Kommunistische Partei Venezuelas zur angestrebten Verfassungsänderung?
Für die PCV war es seit Beginn dieser Diskussion vor fast zwei Jahren eine klare Sache, daß es ein Recht des Volkes ist, denjenigen zu wählen, den es will, und ihn auch so oft zu wählen, wie es will. Deshalb unterstützt die PCV das Ja und arbeitet für einen Erfolg beim Referendum. In der Nationalversammlung haben die kommunistischen Abgeordneten diese Position bei den Beratungen im Dezember deutlich gemacht, und seit sich das nationale Wahlkampfkommando »Simón Bolívar« aus allen revolutionären Kräften Venezuelas gebildet hat, mobilisiert die PCV mit ihrer ganzen Struktur und all ihren Kräften für einen Erfolg am 15. Februar.
Weiterlesen...
Auch in Deutschland wird am Sonntag abgestimmt. Gut 750 venezolanische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben und entsprechend im Wahlregister eingetragen sind, können ihre Stimme in der venezolanischen Botschaft in Berlin sowie in den Generalkonsulaten in Hamburg und Frankfurt/Main abgeben.
Weiterlesen...
Eine Woche vor dem Referendum über eine Änderung der venezolanischen Verfassung haben in Caracas Tausende von Menschen für und gegen das von der Nationalversammlung beschlossene Vorhaben demonstriert. Die vorgesehene Änderung von fünf Artikeln des venezolanischen Grundgesetzes betreffen das passive Wahlrecht. Nach den gegenwärtigen Bestimmungen können Abgeordnete, Gouverneure, Bürgermeister und der Präsident der Republik lediglich einmal wiedergewählt werden, was von vielen Parlamentariern als Einschränkung des Wahlrechts angesehen wird. So könnte Venezuelas Präsident Hugo Chávez bei der nächsten Wahl 2012 nicht mehr antreten.
Weiterlesen...
Rund 15 Personen haben am vergangenen Wochenende in Caracas die jüdische Synagoge im Stadtteil Maripérez überfallen, zwei Wachleute überwältigt, die Thora-Rollen geschändet und weitere religiöse Gegenstände beschädigt sowie antisemitische Parolen an die Wände gesprüht. Die Ermittlungen der Polizei werden dadurch erschwert, daß die Täter offenbar sehr sorgfältig vorgegangen sind, keine Fingerabdrücke oder andere verwertbare Spuren hinterließen und außerdem die Videoaufnahmen der Überwachungskameras entwendet und mitgenommen haben.
Weiterlesen...
Trotz strömenden Regens haben Tausende Menschen am Montag in Caracas an den zehnten Jahrestag der »Bolivarischen Revolution« erinnert. Genau zehn Jahre zuvor war Hugo Chávez als Präsident Venezuelas vereidigt worden und hatte damit einen tiefgreifenden Reformprozeß in Gang gesetzt, der bis heute anhält.
Weiterlesen...
Mit zahlreichen Veranstaltungen und einem internationalen Gipfeltreffen begeht Venezuela heute den zehnten Jahrestag der »Bolivarischen Revolution«. Am 2. Februar 1999 hatte Hugo Chávez sein Amt als Präsident des Landes angetreten, nachdem er zwei Monate zuvor die Wahl gewonnen hatte. Den Amtseid legte er auf die »dem Untergang geweihte« Verfassung ab und nutzte seine erste Amtshandlung dafür, erstmals in der Geschichte Venezuelas eine Volksbefragung anzusetzen, mit der die Menschen über die Erarbeitung einer neuen Verfassung entscheiden sollten. Dieses im April 1999 durchgeführte Referendum machte den Weg frei für die Wahl einer verfassunggebenden Versammlung, in der die Anhänger von Chávez deutlich in der Überzahl waren. Sie verabschiedete schließlich eine »Magna Charta«, die noch im Dezember desselben Jahres in einem weiteren Referendum gegen den erbitterten Widerstand von alten Parteien, katholischer Kirche und Großgrundbesitzern mit überwältigender Mehrheit bestätigt wurde.
Weiterlesen...
Am 15. Februar sind die Menschen in Venezuela erneut an die Urnen gerufen. Diesmal stimmen sie darüber ab, ob fünf Artikel der Verfassung ihres Landes geändert werden sollen. Mit dieser Änderung soll die Regel aufgehoben werden, dass gewählte Volksvertreter nur einmal wiedergewählt werden dürfen. Die Parlamentsabgeordneten, Bürgermeister, Gouverneure der Bundesstaaten sowie der Präsident der Republik könnten dann immer wieder kandidieren, bis eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler gegen sie und für einen Gegenkandidaten stimmt.
Weiterlesen...
In Caracas ist es am Dienstag zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Der von oppositionellen Studentengruppen angekündigte Marsch war vom Bürgermeister des Innenstadtbezirks Libertador, Jorge Rodríguez, verboten worden, weil auf der geplanten Route eine bereits früher angekündigte Kundgebung der linken Partei »Venezolanische Volkseinheit« (UPV) stattfand. Die Demonstration der rechten Gruppen setzte sich trotzdem von der Plaza Brión im Mittelstandsviertel Chacaíto aus in Richtung Stadtzentrum in Bewegung, nachdem der oppositionelle Oberbürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma, die Demonstration genehmigt hatte. Venezuelas Innenminister Tarek El Aissami kritisierte, daß Ledezma damit gewaltsame Zusammenstöße in Kauf nahm.
Weiterlesen...
Venezuela bereitet sich auf eine neue Kraftprobe vor. Wenn es zu keinen unvorhergesehenen Verzögerungen kommt, werden die Abgeordneten des venezolanischen Parlaments, der Nationalversammlung, am Freitag den von ihnen in zweiter Lesung verabschiedeten Antrag auf eine Änderung der Verfassung beim Nationalen Wahlrat (CNE) einreichen, der dann 30 Tage Zeit hat, eine Volksabstimmung durchzuführen. In Venezuela gilt es als ausgemacht, daß das Referendum am 15. Februar stattfinden wird.
Weiterlesen...
Mit deutlicher Mehrheit hat am späten Donnerstag abend die Nationalversammlung Venezuelas in erster Lesung eine Änderung der Verfassung beschlossen. Mit dieser soll dem amtierenden Präsidenten Hugo Chávez eine erneute Kandidatur bei der nächsten Wahl 2012 ermöglicht werden. Nur die Abgeordneten der rechten Oppositionspartei Podemos stimmten gegen den von 146 der 167 Abgeordneten eingebrachten Antrag. Trotz Kritik stimmte auch die PPT (Heimatland für alle) für den Antrag. Ihr Vertreter Simón Calzadilla erklärte vor dem Plenum allerdings, daß die angestrebte Verfassungsänderung zunächst nur die Wiederwahl des Präsidenten ermögliche. Seine Partei fordere jedoch, auch die Amtszeitbegrenzung für alle anderen durch Wahlen vergebenen Ämter aufzuheben, ansonsten werde „die beste Verfassung der Welt« geschwächt.
Weiterlesen...
Als symbolischer Beitrag zu einer breiten Kampagne zur Unterstützung einer erneuten Kanditatur von Präsident Hugo Chávez hat am Mittwoch in der venezolanischen Botschaft in Berlin eine Unterschriftensammlung begonnen. Im Lande selbst hatten binnen weniger Tage zwei Millionen Menschen eine entsprechende Verfassungsänderung befürwortet. Rechtlich bindend sind diese Unterschriften nicht, denn die Initiative zur Verfassungsänderung geht von der Nationalversammlung aus. Für eine Verfassungsänderung ist eine Volksabstimmung nötig, ein erster Anlauf war vor einem Jahr gescheitert.
Weiterlesen...
Auf seiner ersten Auslandsreise seit Übernahme der Amtsgeschäfte vor zehn Monaten ist der kubanische Präsident Raúl Castro am Sonnabend in Caracas eingetroffen. Auf dem internationalen Flughafen von Maiquetia wurde er von seinem venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez erwartet und herzlich begrüßt. »Ich überbringe allen Venezolanern die Grüße und Umarmungen des kubanischen Volkes und des Chefs der Revolution, Fidel Castro Ruz«, sagte der jüngere Bruder des langjährigen Präsidenten. Chávez hieß ihn in seiner Antwort als »eine der treibenden Kräfte dieser großen Revolution« willkommen. »Es ist für uns eine große Ehre. Raúl, wir empfangen dich, und mit dir empfangen wir Fidel, das kubanische Volk, die Guerilleros der Sierra Maestra und den 50. Jahrestag der kubanischen Revolution, dem Beispiel für alle Völker dieses Kontinents.«
Weiterlesen...
In Venezuela haben 146 der 167 Abgeordneten der Nationalversammlung am Dienstag offiziell eine Änderung des Artikels 230 der Verfassung beantragt. Dadurch soll eine erneute Kandidatur des Präsidenten Hugo Chávez bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2011 ermöglicht werden, die nach der gegenwärtig gültigen Formulierung der Verfassung ausgeschlossen wäre. Aus der gegenwärtigen Formulierung »Die Amtszeit des Präsidenten oder der Präsidentin beträgt sechs Jahre. Der Präsident oder die Präsidentin der Republik kann unmittelbar und ein einziges Mal für eine neue Amtszeit wiedergewählt werden« sollen die Worte »unmittelbar und ein einziges Mal für eine neue Amtszeit« gestrichen werden.
Weiterlesen...
Ist es ein Sieg, wenn eine Partei drei Viertel aller Provinzen und 80 Prozent aller Regierungsbezirke für sich gewinnen kann? Das ist das Ergebnis der Regionalwahlen, bei denen am 23. November in Venezuela über die Gouverneure der Bundesstaaten, die Bürgermeister in den Bezirken und die Abgeordneten in den Regionalparlamenten abgestimmt wurde.
Tatsächlich konnte die vom Staatspräsidenten Hugo Chávez geführte Vereinte Sozialistische Partei (PSUV) 17 der 23 zur Wahl stehenden Staaten gewinnen. Mit 264 der 328 zur Wahl stehenden Rathäuser konnte das revolutionäre Lager seine Dominanz sogar weiter ausbauen.
Weiterlesen...
»Spätestens im Februar« soll Venezuela über einen Verfassungszusatz abstimmen, durch den eine erneute Kandidatur des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez bei den Wahlen 2011 ermöglicht werden soll. Das forderte Chávez, der auch Vorsitzender der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV) ist, am Montag bei der Amtseinführung des neuen Bürgermeisters von Valencia, Edgar Parra Oquendo. »Ich werde nicht zulassen, daß weiter mit diesem Thema gespielt wird, denn es ist sehr ernst«, wies er Darstellungen der oppositionellen Medien zurück, die unterstellen, es gehe ihm darum, »ewig« an der Macht zu bleiben.
Weiterlesen...
Als Venezuelas Präsident Hugo Chávez kurz vor dem Washingtoner G-20-Gipfeltreffen vor rund zwei Wochen zu einem eigenen Gipfeltreffen der Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Alternative für die Völker Unseres Amerika (ALBA) einlud, hatte er angekündigt, daß dieses Treffen tatsächliche Ergebnisse bringen müsse. Am Mittwoch kamen nun in Caracas die Präsidenten von Bolivien, Ecuador, Honduras und Nicaragua sowie hochrangige Regierungsvertreter aus Kuba und Dominica zusammen – und wie es aussieht, hat Chávez nicht zu viel versprochen.
Weiterlesen...
Die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) ist die Siegerin der Regionalwahlen vom 23. November. Bei den ersten Wahlen, an denen sie als Partei nach ihrer Gründung teilnahm, wurde die PSUV auf Anhieb stärkste Partei. Sie gewann auch rund eine Million mehr Stimmen als bei dem Referendum über die Verfassungsreform im vergangenen Dezember, als eine knappe Mehrheit den Regierungsvorschlag abgelehnt hatte.
Weiterlesen...
Venezuelas Sozialisten schauen wieder zufriedener in die Zukunft. Nachdem die oppositionellen Wahlerfolge in der Hauptstadt Caracas und in den Bundesstaaten Miranda, Zulia, Nueva Esparta, Táchira und Carabobo den Anhängern des Präsidenten Hugo Chávez in der Nacht zum Montag zunächst die Stimmung verhagelt hatten, wurden sie durch die bis zum Dienstag bekanntgewordenen Ergebnisse der zeitgleich abgehaltenen Kommunalwahlen weitgehend versöhnt.
Weiterlesen...
Ohne größere Zwischenfälle, aber doch mit erheblicher Verzögerung gingen am Sonntag in Venezuela die Wahlen der Gouverneure in den Bundesstaaten und der Bürgermeister in den Bezirken zu Ende. Als dann die ersten verläßlichen Ergebnisse mit mehr als siebenstündiger Verspätung vorlagen, überwog unter den Anhängern von Präsident Hugo Chávez Enttäuschung: Zwar bleibt mit mindestens 17 Gouverneursposten der Großteil der insgesamt 23 am Sonntag vergebenen Führungspositionen auf regionaler Ebene in der Hand der bolivarischen Revolution. Mit Aragua, Guárico, Trujillo und Sucre konnten sogar Bundesstaaten zurückerobert werden. Allerdings verloren die Chavisten zugleich mindestens drei strategisch wichtige Regionen.
Weiterlesen...
Lediglich in 15 der 23 Bundesstaaten Venezuelas sowie in der Hauptstadt Caracas gelang es dem Regierungslager, gemeinsame Kandidatinnen und Kandidaten für den Urnengang am Sonntag aufzustellen. In fünf Staaten treten neben den offiziell Nominierten der von Präsident Hugo Chávez geführten Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV) weitere Bewerber an, die ihrerseits wiederum von wechselnden Bündnissen linker Parteien unterstützt werden.
Weiterlesen...
In Venezuela geben sich hochrangige internationale Gäste gegenwärtig die Klinke in die Hand. Den Auftakt des Besuchsreigens machte am Dienstag der vietnamesische Präsident Nguyen Minh Triet. Neben zahlreichen protokollarischen Terminen standen auf der Agenda des vietnamesischen Gastes vor allem Gespräche mit Ministern der venezolanischen Regierung und am Mittwoch eine als privat deklarierte Begegnung mit Präsident Hugo Chávez. Im Mittelpunkt des Besuchs steht der Wunsch Vietnams nach einer engeren Zusammenarbeit bei der Öl- und Gasproduktion. Chávez bestätigte, daß es in beiden Ländern, die erst seit 1989 diplomatische Beziehungen unterhalten, ein großes Interesse an der Einrichtung eines bilateralen Entwicklungsfonds gibt, wie ihn auch Venezuela und China vereinbart haben. Auch die staatlichen Ölkonzerne PdVSA und PetroVietnam haben eine Reihe gemeinsamer Projekte angekündigt.
Weiterlesen...
 Am 23. November entscheiden die Menschen in Venezuela zum dritten Mal seit der Annahme der neuen Verfassung von 1999 über die Gouverneure und die Mitglieder der Gesetzgebenden Räte der Bundesstaaten sowie die Bürgermeister der Regierungsbezirke. Zur Wahl steht außerdem der Oberbürgermeister der Hauptstadt Caracas. Nach dem derzeitigen Stand bewerben sich insgesamt 17.308 Kandidatinnen und Kandidaten um die 603 zu vergebenen Ämter. 59 landesweite und 236 regionale Parteien sowie 491 Wählervereinigungen haben ihre Vertreterinnen und Vertreter nominiert oder offiziell ihre Unterstützung für Repräsentanten anderer Organisationen erklärt. Eine in Deutschland unbekannte Besonderheit venezolanischer Wahlen ist nämlich, dass Parteien auf das Aufstellen eigener Kandidaten verzichten können, aber dennoch auf den Stimmzetteln erscheinen, so dass nach der Wahl sichtbar ist, wie viel die verschiedenen politischen Kräfte zum Erfolg oder Misserfolg eines Kandidaten beigetragen haben. Eine Zersplitterung der politischen Alternativen wird so zugleich vermieden, wie besonders die Präsidentschaftswahlen immer wieder zeigen, wo sich oftmals zwei große Lager herauskristallisieren.
Weiterlesen...
Xichang. »Simón Bolívar« umkreist die Erde. Am Mittwoch wurde vom chinesischen Xichang aus der auf den Befreier Südamerikas getaufte Satellit Venesat-1 an Bord einer Trägerrakete vom Typ »Langer Marsch« in den Orbit geschickt. Etwa 36500 Kilometer über der ecuadorianischen Hauptstadt Quito kann das Signal des ersten venezolanischen Kommunikationssatelliten fast ganz Lateinamerika und die Karibik abdecken.
Weiterlesen...
Noch in diesem Jahr soll die tägliche Arbeitszeit in Venezuela von acht auf sechs Stunden verkürzt werden. Das kündigte Arbeitsminister Roberto Hernández am Mittwoch gegenüber den Medien an. Sein Ministerium bereite gegenwärtig einige Änderungen im Arbeitsgesetz vor, die noch vor Jahresende der Nationalversammlung vorgelegt und beschlossen werden sollen.
Weiterlesen...
Am 23. November werden in Venezuela die neuen Gouverneure der Bundesstaaten und die Bürgermeister der Städte gewählt. Nachdem die revolutionäre Bewegung bei der letzten Wahl am 31.10.2004 alle Bundesstaaten außer Zulia und Nueva Esparta sowie rund 300 Stadtregierungen und die Mehrheit der Abgeordneten in den Lokalparlamenten gewinnen konnte, rechnet sich die Opposition diesmal größere Chancen auf einen Wahlerfolg aus. Tatsächlich sind die Bedingungen heute andere als vor vier Jahren. Damals steckte die Opposition nach dem eindrucksvollen Sieg Chávez´ beim Referendum über seine vorzeitige Abwahl tief in der Krise. Oppositionelle, die wichtige regionale Posten innegehabt hatten, traten zurück und verzichteten auf eine erneute Kandidatur. Andere frühere Gegner des Präsidenten wie Francisco Arias Cárdenas liefen mit ihren Parteien in das Regierungslager über. Die sozialen Missionen im Bildungs- und Gesundheitsbereich zeigten Erfolge und in der Bevölkerung war die Erinnerung an den Putschversuch vom April 2002 und die Erdölsabotage vom Jahreswechsel 2002/03 sehr lebendig.
Weiterlesen...
Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat bei Wahlkampfkundgebungen seiner Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) scharf kritisiert, daß linke Parteien in einigen Bundesstaaten Konkurrenzkandidaturen zu den Regionalwahlen am 23. November aufgestellt haben. Namentlich nannte der Staatschef, der auch Vorsitzender der PSUV ist, die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) und die Partei Heimatland für alle (PPT), denen er »konterrevolutionäres« Verhalten vorwarf.
Weiterlesen...
Ecuadors Wirtschaftsminister Pedro Páez hat am Mittwoch bei einer internationalen wirtschaftspolitischen Konferenz in Caracas die Gründung eines Alternativen Währungsfonds als weiteren Gegenpol zum diskreditierten Internationalen Währungsfonds IWF angeregt. Auch ein Netz der lateinamerikanischen Zentralbanken könne helfen, die Krise zu bewältigen, sagte Páez vor Ökonomen aus mehr als 20 Ländern. Die wollen bis zum Sonnabend »Antworten des Südens auf die Wirtschaftskrise«, so der Titel der Konferenz, suchen.
Weiterlesen...
Venezuela hat am vergangenen Donnerstag den Lateinamerika-Direktor von Human Rights Watch (HRW), José Miguel Vivanco, und seinen Stellvertreter Daniel Wilkinson des Landes verwiesen. Wie es in einer gemeinsamen Erklärung von Innenminister Tarek El Aissami und Außenminister Nicolás Maduro heißt, habe sich Vivanco »illegal in die inneren Angelegenheiten des Landes eingemischt«. Vivanco und Wilkinson sollen das Land noch am gleichen Abend (Ortszeit) verlassen haben.
Weiterlesen...
Eine Woche nach der Aufdeckung von Plänen für eine Ermordung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez haben mehrere hochrangige Militärs ihre Beteiligung an der Verschwörung gestanden. Wie der Journalist und frühere venezolanische Vizepräsident José Vicente Rangel mitteilte, räumten Fliegergeneral Eduardo Báez Torrealba und Marine-Vizeadmiral Carlos Alberto Millán Millán ihre Verwicklung in die Umsturzpläne ein. Beide waren nach der deren Enthüllung verhaftet worden.
Weiterlesen...
Caracas. Venezuela verleiht den seit zehn Jahren in US-Gefängnissen inhaftierten kubanischen Aufklärern den höchsten Orden des Landes. Das kündigte der venezolanische Präsident Hugo Chávez am Sonnabend in Bolívar, 500 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Caracas, an. Antonio Guerrero, Fernando González, Gerardo Hernández, Ramón Labañino und Rene González erhalten den Orden del Libertador (Orden des Befreiers) für ihren Kampf gegen den Terrorismus, erklärte Chávez während des Gründungskongresses des Jugendverbandes der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV).
Weiterlesen...
Geht es nach der venezolanischen Verfassung von 1999, ist die Sache klar: „Jeder, der behindert ist oder entsprechende besondere Bedürfnisse hat, verfügt über das Recht auf volle und eigenständige Entfaltung seiner Fähigkeiten und auf die Integration in Familie und Gemeinschaft...“ (Art. 81) Aber wieder einmal steckt der Teufel im Detail: wie viele Menschen mit Behinderungen gibt es eigentlich in Venezuela? Wer sind sie, was wollen sie und was brauchen sie?
Weiterlesen...
Katholische Kirche und Unterdrückung; Katholische Kirche und Kampf um Befreiung – in kaum einer Region unserer Erde sind diese Phänomene enger miteinander verbunden als in Lateinamerika. Bereits bei der blutigen Eroberung des Kontinents durch die spanischen und portugiesischen Kolonialherren ab 1492 spielte die Religion als Legitimationsideologie der Konquistadoren eine entscheidende Rolle: Mit Schwert und Kreuz wurden die Menschen unterjocht, unzählige fielen den Massakern der „christlichen Herren“ zum Opfer.
Weiterlesen...
Noch bis zum 15. März tagt in Caracas und anderen Städten der Gründungsparteitag der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV). Jeden Freitag treffen sich die Delegierten der venezolanischen Bundesstaaten, um ihre Anliegen abzustimmen, und an den Wochenenden tagt das Plenum der gut 1600 Delegierten. Ihre Aufgabe ist es, die grundlegenden Dokumente der neuen Partei zu verabschieden, die Ideologie und die Strukturen zu bestimmen und nicht zuletzt die Leitungsgremien zu wählen.
Weiterlesen...
 "Wir haben den Krieg gegen Ungerechtigkeit und Ausgrenzung, gegen die Monopole, Großgrundbesitzer und gegen den Imperialismus nicht verloren. Wir sind sicher, dass wir in der Diskussion unter den Revolutionären die Lehren aus diesem Rückschlag ziehen werden", sagte am Montag der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV), Oscar Figuera. Einen Tag zuvor hatte das bolivarianische Lager in Venezuela zum ersten Mal seit 1998 eine Abstimmung nicht gewinnen können. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,7 zu 49,3 Prozent konnten sich die Gegner der von Präsident Hugo Chávez vorgeschlagenen Verfassungsreform durchsetzen und dadurch vorläufig verhindern, dass sich Venezuela offiziell zu einem sozialistischen Staat erklärt.
Weiterlesen...
Mit äußerst knapper Mehrheit haben die Wählerinnen und Wähler in Venezuela die vom Präsidenten Hugo Chávez und der Nationalversammlung vorgeschlagene Verfassungsreform abgelehnt.
Weiterlesen...
Wem gehört die Welt? Sicherlich nicht internationalen Finanzinstitutionen wie Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Aber diese gehören zu den wichtigsten und bekanntesten Machtinstrumenten des internationalen Finanzsystems – auch globalisierter Kapitalismus genannt -, deren offizielle Aufgabe es ist, für Wirtschaftsstabilität und Entwicklung zu sorgen, die aber gleichzeitig durch Auflagen und ihre Position als Gläubiger Druck ausüben können, damit vor allem die Entwicklungsländer nicht vom neoliberalen Weg abweichen.
Weiterlesen...
Am 5. November trat Venezuelas früherer Verteidigungsminister Raúl Isaías Baduel vor die oppositionellen Medien, um zu einer Ablehnung der Verfassungsreform aufzurufen, die er mit dem Staatsstreich vom 11. April 2002 verglich. Für Präsident Hugo Chávez war dieser Auftritt Baduels Verrat - "an sich selbst und an einer jahrzehntelangen Freundschaft", die ihn selbst mit Baduel verbunden hatte. Die meisten Anhänger des Präsidenten teilen diese Einschätzung, zumal Baduel nur 18 Tage vor seinem Auftritt die Verfassungsreform noch wortreich verteidigt hatte. Nicht so der in Mexiko lehrende deutsche Soziologie-Professor Heinz Dieterich, der von manchen deutschen Linken für einen Berater der venezolanischen Regierung gehalten wird.
Weiterlesen...
|