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  06.02.2012 Ferienhaus Ostsee
As Time Goes By

2009

Entführter Gouverneur tot

Luis Francisco Cuéllar ist tot. Der am Montag abend (Ortszeit) in der Provinzhauptstadt Florencia entführte Gouverneur des im Süden Kolumbiens gelegenen Departamentos Caquetá wurde keine 24 Stunden später in einem Vorort der Stadt ermordet aufgefunden. Der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe machte umgehend die Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) für das Verbrechen verantwortlich. »Weil sie von den Sicherheitskräften verfolgt wurden, haben die Terroristen dem Herrn Gouverneur die Kehle durchgeschnitten, um nicht schießen zu müssen«, sagte Uribe in Bogotá. Der Staatschef forderte die Armee auf, alle Gefangenen der Guerilla militärisch zu befreien.

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Kein Frieden in Sicht

Der Gouverneur des im Süden Kolumbiens gelegenen Departamentos Caquetá, Luis Francisco Cuéllar, ist am späten Montag abend (Ortszeit) von bislang unbekannten Tätern aus seinem Haus entführt worden. Zehn schwerbewaffnete Männer, die Uniformen einer Spezialeinheit der kolumbianischen Armee trugen, waren in die Residenz des Politikers in der Provinzhauptstadt Florencia eingedrungen und überwältigten dessen Leibwächter. Der Sekretär der Regionalregierung von Caquetá, Ediberto Ramón Endo, bestätigte am Dienstag die Entführung und bezichtigte die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), hinter der Aktion zu stecken. Die Guerilla hat sich bislang nicht zu der Tat bekannt.

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Reiche zur Kasse

Lateinamerika fordert von den Industriestaaten, ihrer Verantwortung für die Klimakatastrophe gerecht zu werden und für die Folgen einzustehen. Es sei nicht hinnehmbar, daß die reichen Länder bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen weniger Geld für die Bekämpfung des Klimawandels anbieten, als sie im zu Ende gehenden Jahr für die Rettung der Banken und für den Krieg im Irak ausgegeben haben, kritisierte der bolivianische UN-Botschafter Pablo Solón.

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Rechtsruck in Chile

Das Rennen um die Präsidentschaft in Chile entscheidet sich zwischen dem Kandidat der Rechten, Sebastián Piñera, und dem Vertreter des Mitte-Links-Bündnisses »Concertación«, Eduardo Frei. Zum ersten Mal nach dem Ende der Pinochet-Diktatur 1989 gelang es bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag einem Vertreter der Rechten, die Mehrheit der Stimmen auf sich zu vereinigen. Mit 44,03 Prozent lag Piñera deutlich vor seinem Konkurrenten Frei, der nur auf 29,62 Prozent kam, verpaßte jedoch die absolute Mehrheit, um im ersten Wahlgang gewählt zu werden. Viele Chilenen sehen mittlerweile offenbar eine Rückkehr der Rechten an die Regierung als weniger schlimm an als ein »weiter so« unter der »Concertación«, die einst als Bündnis aller Demokraten zur Überwindung der Pinochet-Diktatur gegründet worden war. Darauf deutet auch der Achtungserfolg des unabhängigen Kandidaten Marco Enríquez-Ominami hin, der mit 20,12 Prozent einen starken dritten Platz errang. Der von Kommunisten und Christlicher Linken unterstützte Jorge Arrate erreichte 6,12 Prozent.

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Rückkehr der Rechten

Am Sonntag wählt Chile einen neuen Präsidenten. Die vier Kandidaten, die sich um die Nachfolge der scheidenden sozialdemokratischen Staatschefin Michelle Bachelet bewerben, haben am Donnerstag ihre Wahlkampagnen mit Großkundgebungen abgeschlossen. In den Umfragen führt der Vertreter der chilenischen Rechten, Sebastián Piñera. Das Meinungsforschungsinstitut CERC sieht ihn mit 44,1 Prozent deutlich vor dem Christdemokraten und früheren Präsidenten Eduardo Frei, der demnach auf 31 Prozent kommen wird. Abgeschlagen folgen der unabhängige, von Grünen und Humanisten unterstützte Kandidat Marco Enríquez-Ominami, dem 17,7 Prozent vorausgesagt werden, sowie der Vertreter der Kommunisten und Christlichen Linken, Jorge Arrate, der auf 7,2 Prozent kommt. Auch für die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen, die im Januar stattfinden wird, falls kein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen kann, sieht CERC den Rechten vorn.

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Neue Herausforderung

Evo Morales darf sich freuen. Seine Wiederwahl und der erdrutschartige Sieg seiner Bewegung zum Sozialismus (MAS) bei der Abstimmung am Sonntag öffnen dem unter seiner Regierung begonnenen Veränderungsprozeß die notwendige mittelfristige Perspektive, um nachhaltige Ergebnisse zu zeitigen. Es ist auch ein Erfolg für das antiimperialistische Staatenbündnis ALBA, denn ein Großteil der Erfolge, die Bolivien in den vergangenen Jahren erreicht hat, wäre ohne die Arbeit kubanischer Ärzte und Lehrer und ohne die materielle Solidarität Venezuelas kaum denkbar gewesen. Die Integration Lateinamerikas eröffnet somit auch den ärmsten Ländern des Kontinents neue Perspektiven.

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Ehrung für Victor Jara

Victor Jara soll 36 Jahre nach seinem Tod endlich ein würdiges Begräbnis bekommen. Der chilenische Volkssänger war kurz nach dem Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende im Stadion von Santiago de Chile, das heute seinen Namen trägt, brutal ermordet worden. Seine Witwe Joan Jara durfte ihn damals nur in aller Stille und in Begleitung von zwei Personen bestatten. Jahrzehntelang blieb das Verbrechen ungesühnt, bis vor wenigen Monaten die chilenische Justiz endlich begann, gegen die mutmaßlichen Mörder Jaras zu ermitteln. Sein Leichnam wurde auf Anordnung des Richters Juan Eduardo Fuentes Belmar exhumiert und dem Gerichtsmedizinischen Dienst übergeben. Dessen Untersuchungen bestätigten, daß Jara von den Putschisten gefoltert und anschließend mit zahlreichen Schüssen ermordet worden.

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Angst und Hoffnung

In Kolumbien spitzt sich das Ringen um eine Freilassung des seit mehr als zwölf Jahren von der Guerilla der Revolutionären Streitkräfte (FARC) festgehaltenen Unteroffiziers Pablo Emilio Moncayo zu. Am Dienstag berichtete dessen Vater, der als »Friedenswanderer« bekannt gewordene Gustavo Moncayo, in Bogotá den Medien, daß die Familie von einem lokalen Rundfunksender darüber informiert worden sei, daß seinem Sohn möglicherweise die Flucht aus der Gefangenschaft gelungen sei. Dieses Gerücht wurde am Mittwoch jedoch von der kolumbianischen Regierung dementiert. Trotzdem hat den Lehrer, der zu Fuß Tausende Kilometer durch Kolumbien marschiert war, um für eine Freilassung seines Sohnes zu demonstrieren, diese Nachricht alarmiert. Und auch seine Tochter, Pablo Emilios Schwester Yury Tatiana, sorgt sich um ihren Bruder. »Ich mache die Regierung Kolumbiens für alles verantwortlich, was von jetzt an meinem Bruder zustößt«, sagte sie gegenüber jW.

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Suche nach Frieden

Südamerikas Einfluß in der Weltpolitik wächst spürbar. Das zeigt sich dieser Tage vor allem an zahlreichen Besuchern aus dem Nahen und Mittleren Osten, die bei den Regierungen des Subkontinents Schlange stehen. Den Anfang machte vor knapp zwei Wochen der israelische Präsident Shimon Peres, der seinen brasilianischen Amtskollegen Luiz Inácio Lula da Silva dazu einlud, sich an den Friedensbemühungen im Konflikt zwischen Israel und Palästina zu beteiligen. Nach der Unterredung in Brasilia sagte Peres, die israelische Regierung sei auch zu einem »nicht perfekten Frieden« bereit, der immer noch besser sei »als die perfekte Fortsetzung des Blutvergießens und des Krieges«. Zugleich forderte er aber auch eine Absage des bevorstehenden Besuchs von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad in Brasilien. Damit stieß er bei seinem Gastgeber jedoch auf taube Ohren. »Im Nahen Osten kann der notwendige Frieden nicht aufgebaut werden, wenn man nicht mit allen politischen und religiösen Kräften spricht, die den Frieden wollen oder sich ihm widersetzen«, beschied Lula seinem Gast. »Wir haben nichts dagegen, mit wem auch immer zu sprechen, solange aus diesen Gesprächen etwas hervorgeht, das zum Aufbau eines dauerhaften Friedens beitragen kann.«

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Großdemo für Ortega

Hunderttausende Menschen sind am Samstag in Managua für die sandinistische Regierung auf die Straße gegangen. Offizieller Anlaß für die Großdemonstration, an der Berichten örtlicher Medien zufolge bis zu 350000 Menschen teilnahmen, waren der erste Jahrestag des sandinistischen Erfolgs bei den Kommunalwahlen vor einem Jahr sowie die von der Regierung seit dem Amtsantritt von Daniel Ortega im Januar 2007 erreichten sozialen Errungenschaften. Eigentlicher Hintergrund war jedoch der Protest gegen die zunehmenden Aktivitäten der rechten Opposition in dem zentralamerikanischen Land, die Befürchtungen der Sandinisten zufolge einen Staatsstreich wie im benachbarten Honduras vorbereiten.

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Paraguay vor dem Putsch?

Steht nun auch Paraguay vor einem Staatsstreich nach honduranischem Muster? Teile der »Radikalen Authentischen Liberalen Partei« (PLRA) wollen den seit 15 Monaten amtierenden Präsidenten des südamerikanischen Landes, Fernando Lugo, durch einen politischen Prozeß stürzen. »Lugo bleiben nur noch sechs Monate an der Spitze der Regierung«, verkündete der PLRA-Senator Alfredo Luis Jaeggli am Dienstag.

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ALBA – Souveränität und soziale Entwicklung

"Mitten im 21. Jahrhundert erleben wir, dass mehr als eine Milliarde Menschen Hunger leiden, einer von sechs Menschen auf der Welt, 50 Millionen von ihnen in Lateinamerika", beklagte Chiles Präsidentin Michelle Bachelet am 23. September vor der UNO-Vollversammlung in New York.

"Das ist viel mehr als eine Statistik. Das ist ein Kind, eine Mutter, die in einem Land stirbt, obwohl in den entwickelten Ländern Überfluss herrscht. Milliarden von Dollar sind in den vergangenen Monaten ausgegeben worden, um das Finanzsystem zu retten und die Ökonomie zu reaktivieren. Aber das Lebensmittelprogramm der Vereinten Nationen muss in diesem Jahr seinen Haushalt um mehr als die Hälfte einschränken. Ein trauriger Widerspruch." Nur 0,1 Prozent der in den Rettungsplänen vorgesehenen Summe wäre nötig, um die Lebensmittelkrise in zahlreichen Ländern zu lösen, unterstrich Bachelet.

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Kolonie Kolumbien

Kolumbien sei zu einer Kolonie der USA geworden, erklärte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Sonntag in seiner wöchentlichen Fernsehsendung »Aló, Presidente«. Die Unterzeichnung des Abkommens über die Einrichtung US-amerikanischer Militärstützpunkte durch die Regierungen in Washington und Bogotá bedeute eine »vollständige Auslieferung des Landes« unter die Interessen Washingtons.Weiter zitierte er eine am vergangenen Freitag veröffentlichte »Reflexion« des früheren kubanischen Präsidenten Fidel Castro, in der dieser geschrieben hatte, Kolumbien sei von den Vereinigten Staaten »annektiert« worden. »Wir haben das mit anderen Worten ausgedrückt, aber Fidel sagt das auf seine Weise und mit dem Gewicht seiner historischen Autorität«, fügte Chávez hinzu.

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Soldaten statt Lebensmittel

Die Dominikanische Republik schottet sich ab und schickt 600 zusätzliche Soldaten an die Grenze zu Haiti, um die illegale Einreise von Flüchtlingen aus dem bitterarmen Nachbarland zu verhindern. Schätzungen zufolge versuchen jede Woche mehr als 100 Menschen, die Grenze illegal zu überqueren. Besonders in der dominikanischen Grenzstadt Dajabón konzentrieren sich die Flüchtlinge, denn viele Menschen aus Haiti nutzen auch den Markt der Stadt, um sich mit lebensnotwendigen Waren wie Reis, Mehl oder Brennstoff einzudecken, die es in ihrem Land kaum mehr zu kaufen gibt. Mehrmals in der Woche wird auch die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince mit Lastwagen von Dajabón aus versorgt.

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Der Gegenentwurf

Wenn die Regierenden der mächtigen Staaten dieser Erde zu ihren Gipfeltreffen zusammenkommen, gleichen sich die Bilder immer wieder. Schwer bewaffnete Polizisten schotten das Tagungsgelände ab, Demonstrationen werden verboten und mit Wasserwerfern angegriffen. Die Kosten für die Tagungen mit ihren selten nennenswerten Ergebnissen gehen in die Millionen – wie für den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 mit über 100 Millionen Euro. In Pittsburgh, so schätzte die Stadtverwaltung, seien allein für die Sicherung des G-20-Treffens im September 20 Millionen US-Dollar aufgewandt worden. Dafür übermitteln uns die Agenturen und Fernsehstationen dann die immergleichen Bilder von höchst wichtigen Funktionsträgern, die sich mit wichtiger Miene in Andeutungen à la »Wir glauben, daß wir gut aufgestellt sind« (Angela Merkel beim G-20-Gipfel in London) vom Stapel lassen.

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Hoffnung nach Jahren

Seit zwölf Jahren befindet sich der mittlerweile 31 Jahre alte Pablo Emilio Moncayo in der Gewalt der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), der ältesten und größten Guerillaorganisation des südamerikanischen Landes. 1997 war der Unteroffizier einer Kommunikationseinheit der kolumbianischen Armee bei Gefechten der Guerilla in die Hände gefallen. Keine andere Geisel der Rebellen befindet sich länger in Gefangenschaft.

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»Soziale Ungleichheit ist Ursache der Gewalt«

Uribe verhindert eine humanitäre Lösung. Gespräch mit Yury Tatiana Moncayo

Yury Tatiana Moncayo (23) setzt sich aktiv für die Freiheit ihres Brudes Pablo Emilio ein.


Bereits im April kündigte die FARC-Guerilla die Freilassung Ihres Bruders Pablo Emilio und des Soldaten José Daniel Calvo an, aber seither ist ein halbes Jahr vergangen, ohne daß etwas geschehen wäre. Warum?


Die FARC stellen keinerlei Bedingungen für die Freilassung von Pablo Emilio, außer daß die Senatorin Piedad Córdoba und mein Vater persönlich die Gefangenen entgegennehmen, denn die FARC vertrauen Piedad Córdoba, weil sie in der Vergangenheit bereits die Freilassung anderer Soldaten oder aus politischen Gründen Entführter vermittelt hat. Deshalb fordern wir, daß Córdoba auch in diesem Fall als Vermittlerin arbeiten darf. Jetzt sind schon rund sechs Monate vergangen, aber wir haben auf diese Bitte noch immer keine positive Antwort der Regierung erhalten.

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»Einheiten des Militärs in Konzernanlagen stationiert« - Gespräch mit Rodolfo Vecino Acevedo

Rodolfo Vecino Acevedo ist Mitglied des nationalen Vorstands der kolumbianischen Erdölarbeitergewerkschaft USO

Kolumbien gilt seit Jahren als das für Gewerkschafter gefährlichste Land der Welt. Wie ist die aktuelle Situation?


Nach wie vor werden hier Kolleginnen und Kollegen ermordet. Erst kürzlich wurde ein Aktivist der Indígena-Bewegung umgebracht, im September starb in Córdoba ein Funktionär der Lehrergewerkschaft. Seit Jahresbeginn wurden bislang 21 Führungsmitglieder der sozialen Organisationen und der Gewerkschaften ermordet. Damit ist die Zahl der seit dem Amtsantritt von Álvaro Uribe Velez als Präsident 2002 ermordeten Aktivisten auf rund 470 angestiegen.

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Gipfel gegen Ausbeutung

Cochabamba, die viertgrößte Stadt Boliviens, ist ab dem heutigen Freitag der Schauplatz des siebenten regulären Gipfeltreffens der Bolivarischen Allianz für die Völker unseres Amerikas (ALBA). Dazu werden die Präsidenten der mittlerweile neun Mitgliedsstaaten dieses vor knapp fünf Jahren von Kuba und Venezuela gegründeten Bündnisses erwartet. Bislang mußte lediglich der rechtmäßige honduranische Präsident Manuel Zelaya absagen, der in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa festsitzt. Auch Beobachter wie Paraguays Präsident Fernando Lugo werden in Cochabamba wurden erwartet.

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Tag des Widerstandes

Mehr als 25000 Angehörige der indigenen Gemeinden sind am Montag in Kolum­bien auf die Straße gegangen, um gegen die Verletzung ihrer Rechte zu protestieren und Respekt für die kulturellen Traditionen ihrer Völker einzufordern. Die Demonstrationen sollen bis zum Wochenende fortgesetzt werden und zielen auf eine »Befreiung der Mutter Erde« von der kapitalistischen Ausplünderung und ein Ende des Krieges in Kolumbien, bei dem die indigenen Völker immer wieder zwischen die Fronten geraten. Diesem Ziel soll auch ein Dialog zwischen den Indigenen und der Guerilla dienen, wie der Präsident der Nationalen Indígena-Organisation ONIC, Luis Andrade, ankündigte. Seine Organisation habe den »Revolutionären Streitkräften Kolumbiens« (FARC) Gespräche unter internationaler Aufsicht angeboten, so Andrade.

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Forderungen an Europa

Venezuelas Präsident Hugo Chávez und sein Amtskollege aus Bolivien, Evo Morales, haben sich in Madrid die Türklinke in die Hand gegeben. Nachdem Chávez am Freitag mit dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero und König Juan Carlos zusammengetroffen war, traf Morales am Sonntag abend in der spanischen Hauptstadt ein. Auf der Agenda seines bis zum heutigen Dienstag dauernden Besuchs stehen neben Gesprächen mit Zapatero und Juan Carlos vor allem Treffen mit europäischen Unternehmern, die sich für Investitionen in dem Andenstaat interessieren.

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Großer Schritt

Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe hat vermutlich schon angenehmere Stunden verlebt als am vergangenen Freitag im argentinischen Bariloche. Bei einem außerordentlichen Gipfeltreffen der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) mußte er seinen elf Amtskollegen aus der Region, die zu der Konferenz angereist waren, Rede und Antwort über die geplanten sieben US-Militärbasen in seinem Land stehen.

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»Die Vertriebenen leben am Rand der Gesellschaft«. Ein Gespräch mit Ligia Uribe

Ligia Uribe ist Präsidentin der Assoziation lateinamerikanischer und aus der Karibik stammender Flüchtlinge (ARLAC) in Brüssel

Eine Statistik des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge geht davon aus, daß fast eine halbe Million Kolumbianer als Flüchtlinge im Ausland leben –mehrheitlich in Ecuador und Venezuela. Drei Millionen Menschen wurden außerdem innerhalb des Landes vertrieben – wie ist ihre Lage?

Die Mehrzahl der Vertriebenen sind Bauern, Indígenas und afrikanischstämmige Bürger, die vor allem in Großstädten untergekommen sind und dort die Elendsgürtel weiter wachsen lassen. Die Vertriebenen leben am Rand der Gesellschaft, sie kommen nicht in den Genuß öffentlicher Dienstleistungen, ihr Leben ist durch Krankheiten und Unterernährung gefährdet. Die Mehrheit von ihnen wird von den Paramilitärs verfolgt, viele wurden Opfer der »sozialen Säuberungskampagnen«, das heißt: Sie wurden ermordet.

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Sandinisten-ABC

Vor Tausenden Menschen erklärte Nicaraguas Präsident Daniel Ortega sein Land am vergangenen Wochenende für vom Analphabetismus befreit. Der Anteil der erwachsenen Bevölkerung des mittel­amerikanischen Staates, der weder lesen noch schreiben kann, sei seit der Rückkehr der Sandinisten an die Regierung im Januar 2007 von 21 Prozent auf nun 3,56 Prozent zurückgegangen. Das habe auch die UNESCO bestätigt, so Ortega. Die für Bildung zuständige Unterorganisation der Vereinten Nationen verlangt eine Analphabetenrate von unter vier Prozent, damit ein Land als voll alphabetisiert gelten kann. Nach Kuba, Venezuela und Bolivien ist Nicaragua nun das vierte Mitgliedsland der Bolivarischen Allianz ALBA, das diesen Erfolg feiern konnte.

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Epochenwandel forcieren

Mit einem Aufruf zur Solidarität mit dem Widerstand in Honduras und der Ankündigung eines kontinentalen Gipfeltreffens der amerikanischen Linken im kommenden Jahr ist am Sonntag in Mexiko das diesjährige Treffen des »Forums von Sao Paulo« zu Ende gegangen. Drei Tage lang hatten 520 Delegierte aus 32 Ländern, die 62 linke Parteien und Bewegungen Lateinamerikas vertraten, über die aktuellen Herausforderungen beraten. Neben dem Putsch in Honduras waren das vor allem die Pläne der USA, in Kolumbien sieben Militärstützpunkte einzurichten, sowie die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Region.

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»Massaker an der Verfassung von 1991«

Der kolumbianische Senat, das Oberhaus des Parlaments, hat am Mittwoch die Durchführung einer Volksabstimmung beschlossen. Durch diese soll dem gegenwärtigen konservativen Präsidenten Álvaro Uribe mittels Verfassungsänderung eine erneute Kandidatur für das höchste Staatsamt ermöglicht werden. Uribes Amtszeit läuft 2010 ab, nach der gegenwärtig gültigen Verfassung könnte er nicht wieder antreten. Am kommenden Dienstag wird das Repräsentantenhaus über das Projekt abstimmen. Auch hier wird mit einer Mehrheit für Uribe gerechnet. Wenn anschließend das Verfassungsgericht keine Einwände gegen das Referendum erhebt, ist der Weg für die Volksbefragung frei.

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Mitglied Nummer acht

Ecuadors Präsident Rafael Correa hat offiziell angekündigt, daß sein Land am 24. Juni bei einem außerordentlichen Gipfeltreffen in Venezuela Mitglied der Bolivarischen Alternative für die Völker Unseres Amerika (ALBA) werden wird. Damit bestätigte er eine Ankündigung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez vom vergangenen Mittwoch in Caracas. In den bürgerlichen Medien Ecuadors hatte diese für Kritik gesorgt. Kommentatoren forderten von der Regierung in Quito einen Protest gegen die »Einmischung in die inneren Angelegenheiten« des Landes.

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Radikale Wende

Nach Jahrzehnten rechter und rechtsextremer Regierungen gehört El Salvador nun zu den Ländern Lateinamerikas, in denen fortschrittliche Regierungen im Amt sind. Am Montag wurde Mauricio Funes von der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) offiziell in sein Amt als neuer Präsident des mittelamerikanischen Landes eingeführt.

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Stifte und High-Tech

Einen Überraschungsgast konnten Ecuadors Präsident Rafael Correa und sein venezolanischer Amtskollege Hugo Chávez am Sonntag in Quito begrüßen. Ohne daß dies zuvor öffentlich bekanntgemacht wurde, war Boliviens Präsident Evo Morales zu den Gesprächen der beiden anderen Staatschefs hinzugekommen, die am Samstag in der ecuadorianischen Hauptstadt begonnen hatten. Gemeinsam nahmen die drei Präsidenten an den offiziellen Feierlichkeiten zum 187. Jahrestag der Schlacht von Pichincha teil, mit der die Unabhängigkeit Ecuadors von der spanischen Kolonialmacht besiegelt worden war.

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Revolution der Bürger

Zehn Jahre lang, von 1996 bis 2006, konnte kein Präsident in Ecuador seine Amtszeit zu Ende bringen. Die vom Internationalen Währungsfonds verlangte neoliberale Wirtschaftspolitik oder auch die Abschaffung der eigenen nationalen Währung im Jahr 2000 und die Übernahme des US-Dollars als Zahlungsmittel führten immer wieder zu Aufständen und Massenprotesten, über die ein Präsident nach dem anderen stolperte.

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Correa bleibt Präsident

Rafael Correa bleibt Präsident von Ecuador. Bei der am Sonntag in dem südamerikanischen Staat durchgeführten Präsidentschaftswahl erreichte der seit Anfang 2007 amtierende Staatschef nach Auszählung von mehr als 63 Prozent der Wahllokale 54 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit ist Correa der erste Kandidat in den vergangenen 30 Jahren, der sich in der ersten Wahlrunde durchsetzen kann. Bei Verfehlen der Marke von 50 Prozent hätte er in einer Stichwahl gegen den mit 28,30 Prozent auf dem zweiten Platz gelandeten Lucio Gutiérrez antreten müssen. Abgeschlagen auf dem dritten Platz landete der als reichster Mann Ecuadors geltende Bananen-Großunternehmer Álvaro Noboa mit nur 12,08 Prozent, nachdem er bei der Wahl 2006 in der ersten Runde die meisten Stimmen auf sich hatte vereinigen können, dann aber in der zweiten Abstimmung Correa unterlegen war.

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Links um!

Südamerika rückt nun auch militärisch enger zusammen. Die Weichen hierfür werden Anfang kommender Woche in Santiago de Chile gestellt, wo die zwölf Verteidigungsminister der Region am Montag und Dienstag zusammenkommen. Dann wollen sie offiziell den Südamerikanischen Verteidigungsrat gründen.

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Bilanz der Heuchler

»Ich werde meine eigenen Energien auf das Thema der Menschenrechte fokussieren, und wie viele andere werde ich mich ebenso bei traditionellen wie nichttraditionellen Herausforderungen engagieren«, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am vergangenen Mittwoch in Washington bei der Vorstellung eines Menschenrechtsberichts, in dem jedes Land der Erde von der US-Administration dahingehend bewertet wird, ob es den nordamerikanischen Vorgaben folgt. In den Hauptstädten Lateinamerikas und anderer Regionen der Welt wurden die Äußerungen Clintons und der Bericht selbst als eine Drohung und eine Anmaßung der nordamerikanischen Supermacht verstanden.

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Das Zauberwort Integration (2008 im Rückblick: Lateinamerika)

Würde es dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gelingen, die Guerilla im Nachbarland Kolumbien zur Freilassung einiger Gefangener zu bewegen? Diese Frage beschäftigte viele Menschen in Lateinamerika vor fast genau einem Jahr. Dramatisches spielte sich ab: Ein erster Befreiungsversuch zwischen den Feiertagen war gescheitert. Die kolumbianischen Streitkräfte führte ausgerechnet in jenem Gebiet Militäroperationen durch, in dem die Übergabe erfolgen sollte. Anfang Januar dann mußte die Regierung in Caracas einräumen, daß zunächst keine keine Gefangenen freikämen.

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