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  09.09.2010 Ferienhaus Ostsee
As Time Goes By

Honduras 2009

Journalisten im Visier

Der »Übergangspräsident« des Putschregimes in Honduras, Roberto Micheletti, habe eine Diktatur im Stile des 1979 durch die Sandinisten vertriebenen nicaraguanischen Diktators Somoza errichtet, sagte in dieser Woche der rechtmäßige Präsident des zentralamerikanischen Landes, Manuel Zelaya, der seit mehr als drei Monaten in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa ausharrt. Ein halbes Jahr nach dem Staatsstreich und einen Monat nach der unter Kontrolle des Regimes durchgeführten Wahlfarce ist eine Rückkehr zur Demokratie in Honduras weiterhin nicht absehbar. Für das zweite Halbjahr 2009 verzeichnet die Menschenrechtsorganisation COFADEH mindestens 4234 Menschenrechtsverletzungen, darunter Morde und Mordversuche, Mißhandlungen, Einschüchterungsversuche, Entführungen und willkürliche Razzien. Nun verschärfen Polizei und Militär ihr Vorgehen gegen unabhängige Journalisten des Landes.

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Neue Strategie

Die Widerstandsbewegung in Honduras sieht den Kampf um eine Rückkehr des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya in sein Amt als verloren an. Wie der Generalkoordinator der Nationalen Front gegen den Staatsstreich, Juan Barahona, dem lateinamerikanischen Fernsehsender TeleSur sagte, werde sie nun die in den vergangenen Monaten entstandenen Strukturen nutzen, um für die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung zu kämpfen.

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Wahlfarce in Honduras

Fast auf den Tag genau fünf Monate nach dem gewaltsamen Sturz des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya ist Honduras am vergangenen Sonntag dem Wolf zum Fraß vorgeworfen worden. Bei einer von Betrugsvorwürfen und Gewalt überschatteten Wahlfarce wurde offiziellen Angaben zufolge Porfirio Lobo ("Wolf") zum neuen Präsidenten des zentralamerikanischen Landes gewählt. Das Oberste Wahlgericht (TSE) teilte mit, der Kandidat der Nationalen Partei (PNH) sei auf gut 57 Prozent der Stimmen gekommen. Weit abgeschlagen folgte demnach der Vertreter der Liberalen Partei, Elvin Santos, mit gerade einmal 33 Prozent.

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Honduras: Putschisten bleiben stur

Mit 111 gegen 14 Stimmen hat der Kongreß von Honduras am Mittwoch nach stundenlanger Debatte eine Rückkehr des am 28. Juni gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya in sein Amt abgelehnt. Die Abstimmung war durch das Ende Oktober zwischen Vertretern der rechtmäßigen Regierung und der Putschisten geschlossene »Abkommen San José – Tegucigalpa« notwendig geworden. Allerdings hatte das Regime die parlamentarische Beratung wochenlang verzögert. So gerieten die Abgeordneten nicht in Gefahr, noch im Wahlkampf Farbe bekennen zu müssen.

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Aufgepeppte Ergebnisse

Nach der Wahlfarce in Honduras sind weitere Unregelmäßigkeiten bekanntgeworden. Seit Sonntag um Mitternacht (Ortszeit) hat das Oberste Wahlgericht (TSE) keine neuen Auszählungsergebnisse mehr veröffentlicht. Wie die in San Pedro Sula erscheinende Tageszeitung Tiempo am späten Montag abend (Ortszeit) berichtete, waren zahlreiche Politiker zu den Auszählungszentren gekommen, die in zwei Hotels der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa eingerichtet worden waren. Dort jedoch mußten die Aspiranten auf Abgeordneten- oder Bürgermeistermandate feststellen, daß keine neuen Informationen über den Fortgang der Auszählung vorlagen. Marvin Ponce von der linken UD, der für das Parlament kandidiert hatte, äußerte die Befürchtung, das Regime wolle die Ergebnisse »aufpeppen«, damit ihm genehme Personen als Sieger aus der Abstimmung hervorgehen. Auf der Homepage des TSE führt der Link zu den offiziellen Resultaten ins Nichts, und auch von der Online-Ausgabe der den Putschisten verbundenen Tageszeitung El Heraldo wurden die Ergebnisse in erstaunlicher Eile entfernt.

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Massenhafter Boykott

Fast auf den Tag genau fünf Monate nach dem gewaltsamen Sturz des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya waren 4,2 Millionen Honduraner am Sonntag aufgerufen, den künftigen Präsidenten, die Abgeordneten des Kongresses sowie die Bürgermeister in den Städten zu wählen. Doch die Abstimmung wurde vom wochenlangen Belagerungszustand, willkürlichen Verhaftungen, Morden an Aktivisten der Widerstandsbewegung und der Schließung von Rundfunk- und Fernsehstationen überschattet. Der unabhängige Präsidentschaftskandidat Carlos H. Reyes sowie zahlreiche Vertreter der Liberalen Partei, der sozialdemokratischen PINU und der linken UD hatten ihre Kandidaturen zurückgezogen, um sich dieser Farce nicht zu unterwerfen.

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Putschgewinnler des Tages: Porfirio Lobo

Seine Jugendsünden hat er lange hinter sich gelassen, und an seinen Besuch der Patrice-Lumumba-Universität in Moskau mag er nicht so gerne erinnert werden. Obwohl er nun zur am weitesten rechts stehenden Partei von Honduras, den Nationalisten (PN), gehört, wird dem Oligarchensohn und Großgrundbesitzer von seinen Gegnern seine linke Vergangenheit noch immer vorgehalten. Elvin Santos, der mit Lobo um das Präsidentenamt konkurriert hatte, nannte ihn sogar die – nach ­Zelaya – »zweite Wahl von Chávez«. Zumal Lobo zunächst offengelassen hatte, ob Honduras unter seiner Führung aus der Bolivarischen Allianz ALBA austreten würde, in die der am 28. Juni gestürzte Manuel Zelaya das zentralamerikanische Land geführt hatte.

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»Keine freie Wahl in Militärdiktatur« - Gespräch mit Silvia Ayala

Silvia Ayala ist Abgeordnete der Partei Demokratische Vereinigung (UD) im Parlament von Honduras. Im Januar nimmt sie in Berlin an der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2010 teil

Seit dem Putsch gegen Präsident Zelaya sind nun fünf Monate vergangen. Wie würden Sie das Handeln des De-facto-Regimes von Roberto Micheletti in dieser Zeit beschreiben?

In den ersten Monaten nach dem Putsch reagierte das Regime auf die großen Protestdemonstrationen mit ihrer gewaltsamen Auflösung, der Verhängung von Ausgangssperren, der Schließung von Medien, Tränen- und Pfeffergas usw. Nach den internationalen Protesten von Menschenrechtsorganisationen sind sie dann zu anderen, weniger sichtbaren Formen der Unterdrückung übergegangen. Dazu gehören selektive Entführungen von Führungspersönlichkeiten des Widerstandes, Medienkampagnen gegen die wichtigsten Organisationen und Genossen, die Störung von Rundfunk- und Fernsehsignalen. Das Regime konnte sich diese fünf Monate nur durch militärische und polizeiliche Gewalt gegen die unbewaffnete Bevölkerung an der Macht halten.

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»Gepanzerte Wahl«

Zehntausende Soldaten und Polizisten sollen am Sonntag jede Störung der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Honduras verhindern. Fast auf den Tag genau fünf Monate nach dem Putsch und dem Sturz von Präsident Manuel Zelaya sollen die Menschen in dem zentralamerikanischen Land über dessen Amtsnachfolger abstimmen, als ob nichts passiert wäre.

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Protest gegen Wahlfarce

Der rechtmäßige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, hat eine Verschiebung der für den 29. November vorgesehenen Wahlen in dem zentralamerikanischen Land gefordert. »Die Wahlen zu verschieben muß eine Bedingung dafür sein, sie zu legitimieren, damit sie uns den Rechtsstaat, die verfassungsmäßige Ordnung und internationale Glaubwürdigkeit zurückgeben können«, so der am 28. Juni gestürzte Staatschef.

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Auf der Seite der Putschisten

Die Putschisten in Honduras wollen mit aller Gewalt an der Durchführung der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 29. November festhalten.So gedenken sie, ihren Staatsstreich vom 28. Juni, bei dem der rechtmäßige Präsident Manuel Zelaya gestürzt worden war, nachträglich zu legitimieren. Das Regime setzt dabei auf rechte Regierungen wie die Kolumbiens, die bereits eine Anerkennung der Wahlen in Aussicht gestellt haben. Auch in Washington mehren sich die Zeichen dafür, daß die Obama-Administration von ihrer Position der offiziellen Ablehnung des Regimes abrücken könnte. Diesbezüglich erklärte Zeleya am Donnerstag (Ortszeit) dem Radiosender Globo: »Die Vereinigten Staaten werden angesichts des Diktators schwach«. Anstatt weiter für Zeleyas sofortige Wiedereinsetzung einzutreten, wollten die USA jetzt die Präsidentenwahl unter Regimekontrolle abwarten.

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Putschisten wollen dranbleiben

In Tegucigalpa schlägt die Stimmung um. Nach der Euphorie vom vergangenen Wochenende, als die Menschen in Honduras überschwenglich das erreichte Abkommen zwischen den Putschisten und den Vertretern der rechtmäßigen Regierung bejubelt hatten, macht sich nun Ernüchterung breit. Die Putschisten denken ganz offensichtlich nicht daran, die Macht abzugeben. Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat der »Übergangspräsident« des Regimes, Roberto Micheletti, einen Brief an den gestürzten Staatschef Manuel Zelaya geschrieben und diesen aufgefordert, Namen für die laut dem Abkommen bis zum heutigen Donnerstag zu bildende Übergangsregierung zu nennen. Ganz offensichtlich hat Micheletti vor, selbst dieser Regierung vorzustehen, denn in dem Schreiben kündigt er an, aus den zehn von Zelaya zu benennenden Personen »die Diener der Öffentlichkeit auszuwählen, die ab dem 6. November der Regierung der nationalen Einheit und Versöhnung angehören« sollen.

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Situation in Honduras - Interview bei Radio Corax

Im Morgenradio von Radio Corax, einem freien Radio aus Halle, gab es heute morgen ein ausführliches Interview mit mir über die Situation in Honduras. Das Gespräch wurde von den Kollegen zum Download ins Netz gestellt.

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Neue Hoffnung

Trotz eines Abkommens zwischen den Verhandlungsdelegationen des rechtmäßigen Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, und der Putschisten bleibt die Situation in dem zentralamerikanischen Land angespannt, die weitere Entwicklung ist offen. Am Donnerstag abend hatte US-Vizeaußenminister Thomas Shannon einen neuen Vermittlungsversuch unternommen, und der Druck Washingtons reichte aus, um die bis dahin unnachgiebigen Putschisten zu einem Abkommen zu bewegen, das auch die Wiedereinsetzung Zelayas in sein Amt enthält.

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Putschistenlogik

Absurdes Theater in Tegucigalpa. Das Putschistenregime in Honduras versucht allen Ernstes, Brasilien wegen der »Einmischung in die inneren Angelegenheiten« des Landes vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu verklagen. Mit der Aufnahme des vor vier Monaten gestürzten Präsidenten des Landes, Manuel Zelaya, der sich seit dem 21. September in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa aufhält, habe Brasilien internationales Recht verletzt, beklagen dieselben Herren, die den rechtmäßigen Staatschef am 28. Juni frühmorgens aus dem Bett holten und ihn in einem Flugzeug ins Ausland abschoben.

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Verhandlungen gescheitert

Die Delegation des rechtmäßigen Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, hat am Freitag die seit dem 7. Oktober geführten Verhandlungen mit dem Regime der Putschisten für beendet erklärt. Zuvor hatte Zelaya dem Regime in einem letzten Ultimatum Zeit bis Mitternacht (Ortszeit) gegeben, um seiner Wiedereinsetzung in das Präsidentenamt zuzustimmen. Anschließend erklärte sein Verhandlungsführer Víctor Meza, die Bemühungen um einen Dialog seien erschöpft. »Wir dürfen den Putschisten nicht noch mehr Zeit geben, um sich an der Macht festzusetzen«, sagte er. »Unser Volk kann nicht mehr warten, wir haben bereits zwölf Tote, Tausende Mißhandelte, und unser Präsident befindet sich in einer empörenden Lage ständiger Angriffe und Verleumdungen«, unterstrich der Minister der verfassungsmäßigen Regierung. Seine Kollegin Mayra Mejía fügte hinzu, die Delegation werde sich erst wieder am Verhandlungsort, einem Hotel im Zentrum der Hauptstadt Tegucigalpa, einfinden, um die Unterzeichnung der Wiedereinsetzung Zelayas in sein Amt entgegenzunehmen.

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Nervenkrieg in Honduras

Honduras erlebte in den vergangenen zwei Wochen einen Nervenkrieg. Mit immer neuen Winkelzügen versuchte das Regime der Putschisten, eine Vereinbarung mit der rechtmäßigen Regierung des am 28. Juni gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya zu verzögern. So hatte der von den Putschisten als "Übergangspräsident" eingesetzte Roberto Micheletti gefordert, der Oberste Gerichtshof solle über eine Wiedereinsetzung Zelayas entscheiden, die selben Richter also, die auch den Staatsstreich legitimiert hatten. Neuester Winkelzug war am Montagabend (Ortszeit) dann der Vorschlag, die Delegationen sollten offizielle Berichte des Parlaments und des Gerichts abwarten, bevor die Delegationen dann auf dieser Grundlage eine Entscheidung treffen. Ganz offensichtlich geht es dem Regime nur darum, Zeit zu gewinnen, um die für den 29. November geplante Präsidentschaftswahl kontrollieren zu können. Die Verhandlungen hatten am 7. Oktober in Anwesenheit mehrerer lateinamerikanischer Außenminister begonnen und waren bis Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen.Dabei hatten sich die Unterhändler dem Vernehmen nach bereits in "90 Prozent der Punkte" geeinigt.

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Am toten Punkt

Die Verhandlungen zwischen der rechtmäßigen Regierung von Honduras und den Putschisten sind an einem toten Punkt angelangt, nachdem der am 28. Juni gestürzte Präsident Manuel Zelaya in der Nacht zum Dienstag die neuesten Vorschläge der Unterhändler von De-facto-Präsident Roberto Micheletti als »beleidigend« abgelehnt hatte. Auch der Sprecher von Zelayas Verhandlungsdelegation, Víctor Meza, kritisierte die »offenkundige Verzögerungstaktik« des Regimes. Man werde sich erst wieder mit der Gegenseite an einen Tisch setzen, wenn diese »ernsthafte und konstruktive Vorschläge« vorlege.

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Unter der Lupe

Eine Kommission der Vereinten Nationen untersucht seit Sonntag in Honduras die Situation der Menschenrechte nach dem Putsch vom 28. Juni. Die dreiköpfige Delegation, die voraussichtlich bis zum 7. November in dem mittelamerikanischen Land bleiben wird, soll anschließend der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, einen detaillierten Bericht vorlegen. Neben Gesprächen mit Vertretern der Widerstandsbewegung stehen auf dem Programm der Delegation auch Unterredungen mit offenen Unterstützern des Staatsstreichs wie dem honduranischen Menschenrechtskommissar Ramón Custodio. Die Namen der UN-Vertreter und weitere Details über die Aktivitäten der Gruppe wurden »aus Sicherheitsgründen« nicht mitgeteilt.

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Neue Man

Honduras schwankt zwischen Hoffnung und Zweifeln. Zunächst hatte am Mittwoch Víctor Meza, einer von drei Vertretern des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya bei den seit vergangener Woche laufenden Verhandlungen mit den Putschisten, eine Einigung beider Seiten in der Frage der Wiedereinsetzung Zelayas in sein Amt verkündet. Mit dieser Einigung, deren Inhalt Meza zunächst nicht bekanntgeben wollte, seien alle strittigen Fragen gelöst worden. Nun müßten nur noch Zelaya und der von den Putschisten als »Übergangspräsident« eingesetzte Roberto Micheletti ihre Zustimmung zu dem Abkommen geben. Wenige Stunden später dementierten jedoch die Putschisten jeden Durchbruch in dieser Frage: »Der Dialog über diesen Punkt war freundlich, und beide Seiten haben wichtige Fortschritte erreicht. Aber bis jetzt gibt es keine abschließende Einigung über diesen Punkt. Presseberichte, die das Gegenteil behaupten, sind falsch«, heißt es in einer offiziellen Erklärung des Regimes. Micheletti selbst erklärte gegenüber Medienvertretern, die Verhandlungspartner hätten sich darauf geeinigt, das Parlament über eine Rückkehr Zelayas in sein Amt abstimmen zu lassen. Das sei jedoch eine juristische Frage, die deshalb vom Obersten Gerichtshof entschieden werden müsse. Da beide Institutionen von den Putschisten kontrolliert werden, gehen Beobachter davon aus, daß Micheletti damit vor allem Zeit gewinnen will. Zelaya hatte in der vergangenen Woche eine Frist gesetzt, die gestern aber ausgelaufen ist. Sollte er bis dahin nicht wieder in sein Amt eingeführt worden sein, könne man die Wahlen nicht wie geplant am 29. November durchführen, hatte Zelaya gewarnt.

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Eklat in Tegucigalpa

Ohne greifbare Ergebnisse ist am Donnerstag in Honduras die Vermittlungsmission von fünf lateinamerikanischen Außenministern und weiteren hochrangigen Regierungsvertretern zu Ende gegangen. Anstatt auf die Forderungen der internationalen Delegation nach einer Wiedereinsetzung des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya in sein Amt einzugehen, sorgte Putschistenpräsident Roberto Micheletti für einen Eklat. »Sie kennen die Wahrheit nicht oder Sie wollen sie nicht kennen«, fuhr er die Mitglieder der Delegation an, die sich im Präsidentenpalast von Tegucigalpa mit dem De-facto-Staatschef versammelt hatten. Vor laufenden Fernsehkameras nutzte Micheletti fast die Hälfte der gut eine Stunde dauernden Unterredung dazu, sich über die Verurteilung des Staatsstreiches durch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu beklagen. »Jetzt, wo wir die Korruption stoppen, werden wir von euch angeklagt«, behauptete der Diktator. Mehrfach schlugen die Außenminister während der Tiraden Michelettis die Hände über dem Kopf zusammen. Der kanadische Staatsminister im Außenministerium, Peter Kent, wies Michelettis Kritik umgehend zurück: »Ein demokratisch gewählter Politiker – wie auch immer er sich in den letzten Jahren verhalten hat – wurde undemokratisch gestürzt«, erinnerte der Politiker mit Blick auf den Putsch vom 28. Juni, als Zelaya von Militärs aus seiner Residenz geholt und noch im Schlafanzug nach Costa Rica transportiert worden war.

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Der Diktator knickt ein

In Honduras wird mit Spannung auf die heute beginnende Vermittlung durch eine hochrangige Delegation mehrerer Außenminister aus Lateinamerika gewartet. Hinter den Kulissen haben die Verhandlungen zwischen Vertretern der gestürzten Regierung von Manuel Zelaya und den Putschisten aber bereits begonnen. So hat das Regime mit der Aufhebung des Ausnahmezustandes am Montag abend eine der wichtigsten Forderungen des rechtmäßigen Präsidenten für die Aufnahme von Verhandlungen erfüllt. Der von den Putschisten als Staatschef eingesetzte Roberto Micheletti schloß außerdem zum ersten Mal eine Rückkehr Zelayas in sein Amt nicht mehr aus, diese dürfe aber erst nach der für den 29.November vorgesehenen Präsidentschaftswahl erfolgen. Zelaya würde dann das Amt noch für einige Wochen übernehmen, um es im Februar 2010 an einen unter Kontrolle der Putschisten »gewählten« Nachfolger zu übergeben.

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Morde vor Verhandlungen

Vor der am Mittwoch erwarteten Ankunft einer iberoamerikanischen Außenministerdelegation in Tegucigalpa sind zwei weitere Aktivisten der Widerstandsbewegung in Honduras ermordet worden. Wie das »Komitee der Familienangehörigen von verschwundenen Verhafteten« (COFADEH) informierte, wurde der Lehrer Mario Contreras, der als Vizedirektor ein Bildungszentrum mit 2000 Schülern geleitet hatte, am vergangenen Freitag von zwei Unbekannten durch Schüsse ins Gesicht ermordet. Zeugenaussagen zufolge müsse von einer gezielten Ermordung des Lehrers ausgegangen werden, da es die Täter offenbar nicht auf Wertsachen abgesehen hatten, teilte das Zentrum für Folteropfer CPTRT mit. Ebenfalls am Freitag wurde auch Antonio Leiva, ein Angehöriger der Lenca-Indígenas, tot aufgefunden, nachdem er wenige Stunden zuvor in Tegucigalpa verschleppt worden war. Beide Opfer waren aktive Mitglieder der Widerstandsbewegung, die seit dem Staatsstreich vom 28. Juni gegen den Sturz des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya protestiert.

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100 Tage Widerstand

Als ein Militärkommando am 28. Juni die Residenz des Präsidenten von Honduras in Tegucigalpa stürmte, den gewählten Staatschef Manuel Zelaya im Schlafanzug aus dem Bett zerrte und per Flugzeug nach Costa Rica verbannte, hatten sich die Drahtzieher dieses Staatsstreiches durchaus auf einige heiße Tage eingerichtet. Um die Legalität der Vorgänge zu demonstrieren, präsentierte man ein Rücktrittsschreiben Zelayas, berief sich auf bestehende Haftbefehle und rief das Parlament zusammen, das dann einstimmig den Parlamentspräsidenten Roberto Micheletti zum neuen Staatschef wählte. Doch die Schmierenkomödie funktionierte nur kurz, dann bekam das Bild von einer »rechtmäßigen Ablösung« Zelayas Risse. Das Rücktrittsschreiben stellte sich als Fälschung heraus. Menschenrechtsorganisationen stellten fest, daß die angeblichen Haftbefehle gegen Zelaya in den Akten der honduranischen Staatsanwaltschaft weder am 28. Juni noch in den Tagen zuvor vermerkt worden waren, erst drei Tage nach dem Putsch wurde ihre Ausstellung notiert. Und die »einstimmige« Parlamentsentscheidung kam nur zustande, weil die Abgeordneten der Linkspartei UD und andere, die dem Zelaya-Lager zugerechnet wurden, einfach nicht zur Sitzung eingeladen worden waren. Damit die leeren Reihen nicht auffielen, wurden Journalisten und Polizisten auf die Plätze der fehlenden Abgeordneten gesetzt.

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Unternehmer auf Lösungssuche

In Honduras bröckelt die Unterstützung für das Regime der Putschisten. Bereits am Montag hatten Abgeordnete der den Staatsstreich unterstützenden Parteien das Dekret abgelehnt, mit dem das Regime den Ausnahmezustand über das zentralamerikanische Land verhängt und die verfassungsmäßigen Grundrechte aufgehoben hatte.

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TV- und Radiosender gest

Drei Monate nach dem Putsch gegen den rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya hat sich die Lage in Honduras am Wochenende dramatisch zugespitzt. Das Putschistenregime verhängte für 45 Tage den Ausnahmezustand über das mittelamerikanische Land und hob die Bürgerrechte auf. So gelten die Unverletzbarkeit der persönlichen Freiheit und das Verbot willkürlicher Verhaftungen ebenso nicht mehr wie das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.

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Regime des Schreckens

In Honduras haben am Donnerstag Gespräche begonnen, um die durch den Staatsstreich vom 28. Juni ausgelöste Krise zu überwinden. In den Räumen der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa, in der sich Manuel Zelaya, seit dem vergangenen Montag aufhält, empfing der rechtmäßige Staatschef des Landes die Präsidentschaftskandidaten der bürgerlichen Parteien. Sowohl der Kandidat der Liberalen, Elvin Santos, als auch sein wichtigster Konkurrent, Porfirio Lobo von der Nationalen Partei, sowie der Christdemokrat Felícito Ávila und der Sozialdemokrat Bernard Martínez hatten den Sturz Zelayas und die Ernennung Roberto Michelettis zum »Übergangspräsidenten« unterstützt. Die beiden Kandidaten, die den Widerstand gegen den Staatsstreich unterstützen, nahmen an dem Gespräch nicht teil, eine Begegnung des Kandidaten der Linkspartei Demokratische Vereinigung (UD), César Ham, und des Unabhängigen Carlos H. Reyes mit Zelaya war für Freitag (nach jW-Redaktionsschluß) angekündigt worden.

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Tote in Tegucigalpa

Vier Tage nach der überraschenden Rückkehr des rechtmäßigen honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya in sein Heimatland bleibt die Lage in der Hauptstadt Tegucigalpa extrem angespannt. Das Gebäude der brasilianischen Botschaft, in dem sich Zelaya seit Montag gemeinsam mit Familienangehörigen und Unterstützern aufhält, ist weiterhin von Polizei und Militär belagert und von der Versorgung mit Essen und Trinkasser abgeschnitten. Während Soldaten in den Vierteln der Hauptstadt Razzien durchführen und willkürlich Menschen verhaften, sind die Zufahrten zur Stadt abgeriegelt, um die Einreise von Unterstützern des Präsidenten aus anderen Teilen des Landes zu verhindern. Wie Amnesty International informierte, wurde am Mittwoch auch das Gebäude der honduranischen Menschenrechtsorganisation COFADEH von den Putschisten mit Tränengasgranaten angegriffen, obwohl sich Schutz suchende Frauen und Kinder in dem Gebäude befanden.

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Die Fratze des Faschismus

Mit Razzien, willkürlichen Verhaftungen und dem Einsatz von Todesschwadronen gehen die Putschisten in Tegucigalpa und anderen honduranischen Städten gegen Demonstranten vor. Seit der überraschenden Rückkehr des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya sieht sich das Regime in der Defensive. Der am 28. Juni gestürzte Staatschef war mit Unterstützung mehrerer lateinamerikanischer Staaten am Montag nach Tegucigalpa zurückgekehrt und hält sich seither in der Botschaft Brasiliens auf. Angesichts mehrerer Übergriffe auf die diplomatische Vertretung hat Brasilien eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt.

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Putschisten geschockt

Fast drei Monate nach dem Putsch ist der rechtmäßige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, am Montag völlig überraschend in die Hauptstadt Tegucigalpa zurückgekehrt. Der am 28. Juni gestürzte Staatschef fand zunächst Zuflucht in der brasilianischen Botschaft, nachdem er offenbar von El Salvador aus über die grüne Grenze nach Honduras gereist war. Er habe eine fünfzehnstündige, anstrengende Reise hinter sich, bei der er aus Sicherheitsgründen mehrfach das Fahrzeug gewechselt habe, berichtete Zelaya nach seiner Ankunft in Tegucigalpa.

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Honduras: Das Volk ist im Kampf gewachsen

Gilda Rivera ist Direktorin des Zentrums für Frauenrechte (CDH) in Tegucigalpa

In den ersten Tagen nach dem Putsch konnte man den Eindruck gewinnen, daß die Widerstandsaktionen vor allem von Frauen getragen wurden. Täuscht dieser Eindruck?

Nein, das war tatsächlich so. Auch wenn wir Feministinnen Zelaya vorher nicht in allen Punkten unterstützt haben, sind wir sofort auf die Straße gegangen, weil der Putsch einen gewaltigen Rückschritt für die Demokratie in Honduras bedeutet. Wir hatten eine ganz starke Präsenz und waren sehr sichtbar in den Aktionen. Wir sind auch weiterhin dabei, aber natürlich müssen wir auch unsere alltäglichen Pflichten wahrnehmen, und außerdem reihen sich Tag für Tag mehr Menschen in die Widerstandsbewegung ein. Trotzdem bleibt die Präsenz der Feministinnen, der Frauen im Widerstand, in den Aktionen sehr stark.

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Ganz demokratisch

Mit der Rückkehr von Manuel Zelaya hat sich die Lage in Honduras schlagartig geändert. Die Tage des Putschistenregimes scheinen gezählt zu sein. Unsicher ist jedoch, welche Konsequenzen sich aus einer Rückkehr Zelayas in das Präsidentenamt ergeben würden. Sein Mandat endet regulär im kommenden Februar, dann würde ein Nachfolger die Präsidentschaft übernehmen. Über diesen soll bei der für den 29. November vorgesehenen Wahl entschieden werden. Bislang laufen die Vorbereitungen für die Abstimmung aber unter völliger Kontrolle der Putschisten. Die beiden linken Kandidaten, die sich dem Staatsstreich vor drei Monaten entgegengestellt haben, wurden mehrfach verhaftet und misshandelt. Für die organisatorische Durchführung der Wahl wären nach den honduranischen Gesetzen dieselben Militärs verantwortlich, die mit ihrem Putsch am 28. Juni die Verfassung des Landes mit Füßen getreten haben.  Freie und transparente Wahlen?

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Putschisten geschockt

junge Welt vom 23. September 2009Fast drei Monate nach dem Putsch ist der rechtmäßige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, am Montag überraschend in die Hauptstadt Tegucigalpa zurückgekehrt. Der am 28. Juni gestürzte Staatschef fand zunächst Zuflucht in der brasilianischen Botschaft, nachdem er offenbar von El Salvador aus über die grüne Grenze nach Honduras gereist war. Er habe eine fünfzehnstündige, anstrengende Reise hinter sich, bei der er aus Sicherheitsgründen mehrfach das Fahrzeug gewechselt habe, berichtete Zelaya nach seiner Ankunft in Tegucigalpa.

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Zwischenstopp Palmerola

Manuel Zelaya, Honduras’ rechtmäßiger Präsident, kündigte Ende vergangener Woche in Washington eine baldige Rückkehr in sein Land an. Derzeit sei er dabei, so Zelaya im Gespräch mit dem lateinamerikanischen Nachrichtensender TeleSur, »den Prozeß der internationalen Diplomatie auszuschöpfen«. Keinesfalls habe er »die Vollendung meines Mandats als Präsident aufgegeben«. Wenn er zurückkehre, werde das Volk ihn begleiten, zeigte er sich überzeugt.

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Putschisten wollen wählen

Mehr als zwei Monate nach dem Staatsstreich gegen den rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya zeichnet sich in Honduras kein Ausweg aus der Krise ab. Die Putschisten hätten sich geirrt, als sie glaubten, daß die Bevölkerung den Bruch der verfassungsmäßigen Ordnung hinnehmen und die Proteste nach wenigen Tagen abflauen würden, sagte der Gewerkschaftsführer und Koordinator der Widerstandsfront, Juan Barahona. »Das Volk ist erwacht, und der Kampf des Volkes wird so lange weitergehen, bis die Niederlage der Putschisten und die Wiedereinsetzung des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya erreicht ist«, betonte er. Aber auch nach einer Rückkehr Zelayas werde der Kampf noch nicht beendet, denn dann gehe es um die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung. Das Ziel müsse ein Grundgesetz sein, das eine wirkliche partizipative Demokratie und soziale Veränderungen vorsieht, erklärte Barahona.

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Honduras: Lage verschärft sich

Ohne konkrete Ergebnisse ist am Dienstag die zweitägige Reise von sieben amerikanischen Außenministern und dem Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, nach Honduras zu Ende gegangen. Wie die Minister aus Argentinien, Kanada, Costa Rica, Jamaica, Mexiko, Panama und der Dominikanischen Republik einräumten, konnten sie die Vertreter des Putschisten-Regimes nicht zu einer Annahme des »Abkommens von San José« bewegen. Dieser von dem costaricanischen Präsidenten Óscar Arias vorgelegte Plan sieht eine Rückkehr Manuel Zelayas in das Präsidentenamt, eine Amnestie für die Putschisten, den Verzicht auf die Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung sowie die Durchführung der für den 29. November geplanten Wahlen unter internationaler Kontrolle vor.

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OAS abgeblitzt - Putschisten in Honduras provozieren die Welt

Ohne konkrete Ergebnisse ist am Dienstag die zweitägige Reise von sieben amerikanischen Außenministern und dem Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, nach Honduras zu Ende gegangen. Wie die Minister aus Argentinien, Kanada, Costa Rica, Jamaika, Mexiko, Panama und der Dominikanischen Republik einräumten, konnten sie die Vertreter des Putschisten-Regimes nicht zu einer Annahme des »Abkommens von San José« bewegen. Dieser von dem costaricanischen Präsidenten Óscar Arias vorgelegte Plan sieht eine Rückkehr Manuel Zelayas in das Präsidentenamt, eine Amnestie für die Putschisten, den Verzicht auf die Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung sowie die Durchführung der für den 29. November geplanten Wahlen unter ausländischer Kontrolle vor.

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»Die üblichen Lügen der Putschisten«

Der Putsch in Honduras und die US-Militärbasen stehen im Zentrum des 15. Sao Paulo-Forums. In Mexiko-Stadt tagt dieser breite Zusammenschluß aller wichtigen Parteien der lateinamerikanischen Linken, der 1990 auf Initiative der brasilianischen Arbeiterpartei (PT) gegründet worden war, seit Donnerstag. Am Sonntag sollen die Beratungen zu Ende gehen.

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An der Seite des Widerstands

In Mexiko hat am Donnerstag das XV. Forum von Sao Paulo begonnen, ein breiter Zusammenschluß aller wichtigen Parteien der lateinamerikanischen Linken. Im Mittelpunkt der diesjährigen Beratungen stehen vor allem der Putsch in Honduras und die Frage der neuen US-Militärstützpunkte in Kolumbien.

Honduras wird bei dem 1990 auf Initiative der brasilianischen Arbeiterpartei (PT) gegründeten Forum durch die Linkspartei UD vertreten, deren Parlamentsabgeordnete Silvia Ayala sowie UD-Generalsekretär Martín Pineda nach Mexiko gereist sind, um über die Situation in ihrem Land zu berichten. Gegenüber Prensa Latina kritisierte Silvia Ayala vor allem, daß nach mehr als 50 Tagen unter der Herrschaft der Putschisten in Honduras Repression und Kriminalität massiv zunehmen. Das Regime von Roberto Micheletti tue alles, um an der Macht in Honduras zu bleiben und eine Rückkehr von Präsident Manuel Zelaya zu verhindern. Zugleich gewinne die Widerstandsbewegung aber weiter an Stärke und habe neue Schichten der Bevölkerung in ihre Aktionen einbeziehen können, so Silvia Ayala. So habe sich eine Vereinigung von »Rechtsanwälten im Widerstand« gebildet, die im ganzen Land kostenlos die Verteidigung der von den Putschisten wegen ihrer Beteiligung an den Protesten verhafteten oder aus ihren Unternehmen entlassenen Menschen übernimmt.

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Bericht vom Putsch

Noch bis Freitag versucht eine Delegation der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH), sich einen Überblick über die Situation in Honduras unter dem Regime der Putschisten zu verschaffen. In der Hauptstadt Tegucigalpa wurde ein Büro eingerichtet, in dem Opfer täglich zwischen neun und 17 Uhr über Verletzungen der Menschenrechte berichten können. Anschließend wird die von CIDH-Präsidentin Luz Patricia Mejia, eine Venezolanerin, geleitete Delegation einen Bericht an die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verfassen, damit diese über weitere Maßnahmen beraten kann.

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Fragen nach Washingtons Rolle

Die US-Luftwaffenbasis »José Enrique Soto Cano« in Palmerola war offenbar direkter in den Sturz des rechtmäßigen Präsidenten von Honduras, José Manuel Zelaya, am 28. Juni einbezogen, als bisher angenommen.. Darauf haben jetzt mehrere lateinamerikanische Staatschefs und hochrangige Vertreter der verfassungsmäßigen Regierung des mittelamerikanischen Landes hingewiesen.

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Rote Karte für Botschafterin

Die Proteste gegen die Putschisten in Honduras gehen weiter. »Etwa 5000 Menschen«, so Agenturberichte, versammelten sich am Donnerstag vor der Polizeizentrale und verlangten Auskunft über den Verbleib von 27 Demonstranten, die am Vortag verhaftet wurden. Am Freitag gingen erneut Tausende in Tegucigalpa und anderen Städten auf die Straße.Unterdessen verschärft das Regime knapp 50 Tage nach dem Staatsstreich die Repression gegen die Demokratiebewegung des mittelamerikanischen Landes.

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45 Tage Widerstand

Nach einer Großdemonstration Zehntausender Menschen, die in Tegucigalpa die Rückkehr des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya forderten, ist es am Dienstag in der honduranischen Hauptstadt erstmals zu größeren Ausschreitungen gekommen. Nach Schüssen eines Verkehrspolizisten auf einen demonstrierenden Motorradfahrer setzten wütende Demonstranten ein Schnellrestaurant sowie einen Bus in Brand. Nach den Zwischenfällen gingen Spezialeinheiten der Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die sich bereits auf dem Heimweg befindlichen Demonstranten vor. Auch auf das Gelände der Universität, auf das sich zahlreiche Menschen geflüchtet hatten, wurden Tränengasgranaten abgefeuert. Das Regime verhängte in der Hauptstadt von 22 bis fünf Uhr morgens eine Ausgangssperre.

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Sternmarsch nach Tegucigalpa

Zu Großkundgebungen gegen die honduranischen Putschisten wurden am Dienstag Zehntausende Menschen in Tegucigalpa und San Pedro Sula erwartet. Nachdem Demonstrationszüge aus allen Teilen des Landes tagelang unterwegs waren, sollten die verschiedenen Marschsäulen in den beiden wichtigsten Städten Honduras’ zusammentreffen. Erneut sollte ein mächtiges Zeichen des Protestes gegen das am 28. Juni an die Macht geputschte Regime und der Unterstützung des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya gesetzt werden. Zugleich wurde weltweit zu Solidaritätsaktionen für das honduranische Volk aufgerufen.

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Honduras: Meteorologen im politischen Streik. Flugverkehr stark beeinträchtigt

Tegucigalpa. Die Putschisten in Honduras sehen sich einem unerwarteten Problem gegenüber. Die Meteorologen des mittelamerikanischen Landes haben sich den Streiks im öffentlichen Dienst angeschlossen, um gegen den Staatsstreich vom 28. Juni zu protestieren. Der Ausstand soll bis zur Rückkehr des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya fortgesetzt werden, kündigten Gewerkschaftssprecher an. Als unmittelbare Folge wird der Flugverkehr auf den honduranischen Flughäfen massiv behindert, da die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), eine UN-Einrichtung, die für die Festlegung internationaler Standards im Luftverkehr zuständig ist, das Starten und Landen von Flugzeugen verbietet, wenn keine aktuellen Wetterdaten vorliegen. Die Fluggesellschaft TACA aus dem benachbarten El Salvador hat bereits die Konsequenzen gezogen und alle Flüge von und nach Honduras abgesagt.

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Der Widerstand auf dem Marsch

Mit brutaler Gewalt ist die Polizei am Mittwoch in Tegucigalpa gegen etwa 3000 Studierende vorgegangen, die an der Nationalen Autonomen Universität von Honduras (UNAH) gegen das Regime der Putschisten demonstriert hatten. Auf dem Gelände der Hochschule wurde auch die Rektorin der Universität, Julieta Castellanos, von Polizisten geschlagen, bis sie zu Boden ging. Augenzeugen berichteten, daß es von seiten der Polizei keine Räumungsaufforderungen oder sonstige Ansagen gegeben habe. Die Polizei sei angerückt und habe sofort begonnen, Tränengasgranaten in die friedlich protestierende Menge zu schießen.

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Jammernde Generäle

Als sie putschten, hätten sie einen »expansionistischen Plan von Hugo Chávez« verhindert. So brüsteten sich die führenden Generäle der honduranischen Streitkräfte am Dienstag im Fernsehen des mittelamerikanischen Landes. Durch die »Absetzung« von Präsident Manuel Zelaya am 28. Juni sei das Vorhaben des venezolanischen Präsidenten vereitelt worden, Honduras und anderen Ländern »bis hin zu den USA« einen »als Demokratie verkleideten Sozialismus« aufzuzwingen.

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USA gut informiert

Honduras’ christdemokratischer Präsidentschaftskandidat Felícito Ávila hat in einem Gespräch mit der den Putschisten ergebenen Tageszeitung El Heraldo betont, daß der US-Botschafter in Tegucigalpa, Hugo Llorens, von den Planungen für den Staatsstreich gewußt hat. Sicherlich habe Llorens auch das State Department in Washington informiert.

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US-Rechte stehen hinter Putsch

Hunderte Menschen haben am Samstag in Tegucigalpa an einer Trauerfeier für Roger Abraham Vallejo teilgenommen. Der 38jährige Lehrer war am Donnerstag während des brutalen Vorgehens von Polizei und Militär gegen eine friedliche Demonstration für die Wiederherstellung der Demokratie in Honduras durch Schüsse schwer verwundet worden und zwei Tage später seinen Verletzungen erlegen. Vallejo, der eine Frau und einen zehn Monate alten Sohn hinterläßt, hatte sich an den Streiks im öffentlichen Dienst beteiligt, mit denen die Gewerkschaften des mittelamerikanischen Landes gegen das Regime der Putschisten protestieren.

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Mit »friedlicher Volksarmee« nach Honduras

Er wolle »in den nächsten Tagen« gemeinsam mit der aus seinen Anhängern gebildeten »friedlichen Volksarmee« erneut nach Honduras einreisen, um sein Amt in Tegucigalpa wieder zu übernehmen. Das kündigte der rechtmäßige honduranische Präsident Manuel Zelaya am Donnerstag in Ocotal an, ohne allerdings ein konkretes Datum zu nennen. Er habe dabei die Unterstützung des nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega, der ihm das Grenzgebiet Nicaraguas zu Honduras zur Verfügung gestellt habe, um seine Rückkehr durchzusetzen, sagte Zelaya.

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Zelaya gründet »Volkswiderstandsmilizen«. Nicaraguas Rechte macht Druck auf Ortega

Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya will die mehreren hundert Menschen, die derzeit auf nicaraguanischem Territorium an der Grenze zu Honduras ausharren, in jeweils 20 Personen starken »Volkswiderstandsmilizen« organisieren Im nicaraguanischen Ocotal kündigte Zelaya am Mittwoch an (Foto), daß die Ausbildung zum gewaltfreien Vorgehen in den umliegenden Bauernhöfen am Donnerstag beginnen werde. Sobald eine »kritische Masse« erreicht ist, will der Präsident dann offenbar gemeinsam mit seinen Anhängern über die Berge in sein Land zurückkehren.

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Auf beiden Seiten

Im Grenzgebiet zwischen Honduras und Nicaragua hält die unerträgliche Situation für tausende dort festsitzende Menschen an, nachdem das Regime der Putschisten in Tegucigalpa die seit Freitag über das Gebiet verhängte Ausgangssperre erneut bis zum gestrigen Mittwoch verlängert hatte. Nach wie vor halten die Putschisten Straßensperren aufrecht, mit denen sie die Unterstützer des rechtmäßigen honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya davon abhalten wollen, zum Grenzort Las Manos vorzudringen, an dem sich Zelaya auf nicaraguanischem Gebiet aufhält.

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30 Tage danach

Einen Monat nach dem Sturz des honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya durch das Militär ist in dem mittelamerikanischen Land kein Ende der Krise abzusehen. Während die Anhänger Zelayas ihre Protestaktionen fortsetzen und Zelaya selbst in Nicaragua nur wenige Meter von der honduranischen Grenze entfernt auf eine Gelegenheit wartet, in sein Land zurückzukehren, greift das Regime der Putschisten immer offener zu gewaltsamer Repression, um die Proteste zu ersticken.

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Einladung an die Grenze

Der honduranische Präsident Manuel Zelaya hat einen für den heutigen Dienstag angekündigten Besuch in Washington bei US-Außenministerin Hillary Clinton abgesagt. »Wenn jemand mit mir sprechen will, soll er hierher nach Ocotal kommen; hier kann ich ihn empfangen«, sagte Zelaya in dem nicaraguanischen, unmittelbar an der Grenze zu Honduras gelegenen Ort Las Manos, an dem er seit dem vergangenen Freitag ausharrt. Zugleich kritisierte er, daß international zuwenig Druck auf die Putschisten in Tegucigalpa ausgeübt werde, die gegenwärtig »sehr schwach« seien. An die US-Administration gerichtet forderte Zelaya auf, sie solle der Diktatur »kraftvoll« entgegentreten. Präsident Barack Obama müsse jetzt handeln, damit deutlich werde, »welches die wirkliche Haltung seiner Regierung zu dem Staatsstreich ist«.

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Auf Schleichwegen

Ein am Freitag verhafteter Unterstützer des gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya ist am Samstag an der Grenze zu Nicaragua tot aufgefunden worden. Nur wenige Meter von einer der durch das Militär eingerichteten Straßensperren entfernt entdeckten Anwohner auf einem unbebauten Grundstück den von Folterspuren gezeichneten Leichnam. Wie der lateinamerikanische Nachrichtensender TeleSur berichtete, war Pedro Ezequiel zuvor von der honduranischen Polizei in El Paraíso festgenommen worden, weil er angeblich Marihuana geraucht habe. El Paraíso war am Wochenende zum Treffpunkt Tausender Unterstützer Zelayas geworden, die ihn dort bei seiner Rückkehr nach Honduras empfangen wollten.

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Blockaden und Generalstreik für Zelaya

Der honduranische Präsident Manuel Zelaya ist auf dem Weg nach Hause. Am Donnerstag abend (Ortszeit) traf er in Begleitung des venezolanischen Außenministers Nicolás Maduro und des einstigen nicaraguanischen Guerilla-Comandante Edén Pastora in Estelí ein, der letzten nicaraguanischen Stadt vor Honduras. Am Freitag setzte er seine Reise an die Grenze fort, die er in der Nacht zum Samstag (nach jW-Redaktionsschluß) überschreiten wollte.Während sich in Honduras zahlreiche Präsidentenanhänger auf den Weg an die Grenze zu Nicaragua machten, um ihn dort zu begrüßen, verhängte das Regime erneut eine Ausgangssperre in der Region.

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Mit Putschisten kann man nicht verhandeln

Der rechtmäßige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, will an diesem Wochenende in sein Land zurückkehren, aus dem er während des Staatsstreiches vom 28. Juni vertrieben wurde. Das kündigte Zelaya am vergangenen Sonntag in Nicaraguas Hauptstadt Managua an und reagierte damit auf das Scheitern der Verhandlungen, die Costa Ricas Präsident Oscar Arias geleitet hatte.

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Zelaya auf dem Weg

Mit einem Generalstreik sowie mit erneuten Demonstrationen und Straßenblockaden haben Tausende von Menschen in Honduras am Donnerstag erneut eine Wiedereinsetzung des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya gefordert. Der Ausstand, zu dem die großen Gewerkschaftsverbände aufgerufen haben, sollte mindestens bis zum heutigen Freitag abend dauern. Über die Beteiligung daran und an angekündigten Straßenblockaden lagen bei jW-Redaktionsschluß noch keine genaueren Informationen vor.

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Über die Grenze

Die drei wichtigsten Gewerkschaftsverbände von Honduras wollen die Wirtschaft in dem zentralamerikanischen Land ab dem heutigen Donnerstag mit einem Generalstreik zum Erliegen bringen. Damit soll der Druck auf das Regime der Putschisten weiter erhöht werden. Wie CGT, CTH und CUTH in Tegucigalpa ankündigten, soll der Ausstand durch Straßenblockaden und die Schließung aller öffentlichen Einrichtungen des Landes unterstützt werden. »Wir werden die Putschisten dort treffen, wo es ihnen weh tut, nämlich an ihren Geldbörsen«, sagte CUTH-Generalsekretär Juan Barahona.

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Gegen »Regime der Bajonette«

Die Gespräche zu Honduras sind gescheitert. Unter Vermittlung des costaricanischen Präsidenten Oscar Arias waren am Sonntag in San José erneut Vertreter der rechtmäßigen Regierung von Honduras und Abgesandte des Putsch-Regimes vom 28. Juni zusammengekommen. Während Arias im Anschluß davon sprach, die Gespräche seien »für 72 Stunden ausgesetzt«, hatte die Delegation der Putschisten am Sonntag abend den von Arias vorgelegten Sieben-Punkte-Katalog für »unannehmbar« erklärt und sich vom Verhandlungstisch zurückgezogen.

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Poker in San José

Während in Honduras die Anspannung stieg und die Putschisten in Erwartung einer unmittelbaren Rückkehr des am 28. Juni gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya die Ausgangssperre ausdehnten, zeichneten sich am Wochenende Fortschritte bei den von Costa Ricas Präsident Oscar Arias geleiteten Gesprächen zwischen Vertretern der rechtmäßigen Regierung und der Putschisten ab. Zelaya erklärte gegenüber internationalen Medien bereits seine Bereitschaft, den von Arias vorgeschlagenen Maßnahmenkatalog umzusetzen. Dagegen erbaten sich die Vertreter des von den Putschisten eingesetzten »Übergangspräsidenten« Roberto Micheletti Bedenkzeit. Daraufhin wurden die Gespräche ausgesetzt; sie sollten am Sonntag abend (nach jW-Redaktionsschluß) fortgesetzt werden.

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Gerüchte über Zelayas Rückkehr

In der Nacht zum Sonnabend ist das Ultimatum abgelaufen, das der rechtmäßige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, den Putschisten gesetzt hatte, die ihn am 28. Juni gestürzt und aus dem Land vertrieben hatten. Zelaya hatte Anfang der Woche erklärt, daß die Widerstandsbewegung »andere Maßnahmen« ergreifen werde, wenn die unter Leitung des Präsidenten von Costa Rica, Óscar Arias, in San José laufenden Gespräche nicht bis zum Wochenende zu einer Wiedereinsetzung der demokratischen Regierung geführt haben. In einem Telefoninterview mit dem venezolanischen Fernsehen VTV sagte Zelaya, zu Beginn habe man von einer Vermittlung von 24 oder 48 Stunden Dauer gesprochen, »dann waren es 72 Stunden, und jetzt sind wir schon über 200 Stunden in diesem Prozeß«. Sprecher der Widerstandsbewegung hatten wiederholt gewarnt, daß die Gespräche in San José vor allem einen Zeitgewinn für die Putschisten bedeuten können.

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Regime am Ende?

Nur drei Tage, nachdem die Putschisten in Honduras mit großer Geste die am Tag des Staatsstreiches verhängte Ausgangssperre aufgehoben haben, wurde sie am Mittwoch für die Zeit zwischen 24 und fünf Uhr Ortszeit erneut verhängt. Unter den Putschisten wächst offenbar die Nervosität angesichts eines am Wochenende auslaufenden Ultimatums des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya sowie der Tatsache, daß die Massenproteste gegen den Sturz des demokratisch gewählten Staatschefs nicht abreißen. Tausende waren am Mittwoch von der Pädagogischen Hochschule, die zum regelmäßigen Ausgangspunkt der Demonstrationen geworden ist, zum Sitz des honduranischen Parlaments gezogen.

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Aufstand proben

In der dritten Woche des Widerstandes gegen den Staatsstreich in Honduras rückt zunehmend die Rolle der USA in den Mittelpunkt des Interesses. Für ihre demonstrative Anerkennung Manuel Zelayas als rechtmäßigen Präsidenten des zentralamerikanischen Landes hatte Washington zunächst Beifall bekommen, und Zelaya selbst zeigte sich in Interviews mehrfach überzeugt davon, daß die US-Administration nicht hinter dem Putsch vom 28. Juni stecke, sondern diesen sogar habe verhindern wollen.

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Zeit des Terrors

In Honduras scheint wieder Normalität eingekehrt zu sein. Diesen Eindruck möchte jedenfalls das Regime erwecken, das seit dem Putsch vom 28. Juni das zentralamerikanische Land regiert. Am Sonntag wurde die seit dem Tag des Staatsstreichs bestehende Ausgangssperre aufgehoben, die jeweils abends zwischen 18.30 und 23 Uhr begonnen und bis in die Morgenstunden gegolten hatte. In diesen Tagen sind mehr als 1 200 Menschen wegen der Verletzung der Ausgangssperre verhaftet worden. Zugleich rühmen sich die Putschisten, daß die Maßnahme zu einem drastischen Rückgang der Kriminalität geführt habe. Die Zahl der Todesopfer durch Gewaltverbrechen sei massiv zurückgegangen, erklärte ein Polizeisprecher.

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Widerstand in Honduras

Jeden Tag demonstrieren in Tegucigalpa und anderen Städten von Honduras Tausende Menschen gegen die nach dem Putsch vom 28. Juni errichtete Diktatur. An den Protesten, zu denen die Nationale Front gegen den Staatsstreich und die wichtigsten Gewerkschaften aufrufen, beteiligen sich Jugend- und Studierendengruppen, feministische Bewegungen, Bauernvereinigungen und andere. Stets präsent sind jedoch auch gelbe Fahnen mit dem roten Schriftzug »UD«.

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Treff in Costa Rica

Der vor anderthalb Wochen gestürzte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, will am heutigen Donnerstag in Costa Rica mit dem von den Putschisten als »Staatschef« eingesetzten Roberto Micheletti zusammentreffen. Nach einem Gespräch mit US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag in Washington hatte Zelaya überraschend mitgeteilt, die angebotene Vermittlung des costaricanischen Präsidenten Óscar Arias zu akzeptieren und angekündigt, am Mittwoch nach San José, die Hauptstadt Costa Ricas, zu fliegen.

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»Alles legal«

Krampfhaft bemühen sich die Putschisten in Honduras, den Anschein von Normalität aufrechtzuerhalten. So forderte der von den Putschisten eingesetzte »Außenminister« Enrique Ortez Colindres die Botschafter des zentralamerikanischen Landes im Ausland auf, sich hinzusetzen und »ein Täßchen Kaffee zu trinken«, denn »hier ist nichts passiert, alles ist legal«.

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Dramatische Stunden

Blutiges Ende eines Tages, der voller Hoffnung begonnen hatte. Das Militär ist in Honduras am Sonntag mit brutaler Gewalt gegen mehrere hunderttausend Menschen vorgegangen, die am Flughafen der Hauptstadt Tegucigalpa auf die Ankunft des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya gewartet hatten. Die Landung des Flugzeuges, in dem neben Zelaya auch der Präsident der UNO-Vollversammlung, Miguel D’Escoto, weitere Funktionäre sowie Journalisten reisten, wurde von den Soldaten durch eine Blockade der Landebahn des Flughafens verhindert. Die Maschine mußte zunächst nach Nicaraguas Hauptstadt Managua ausweichen und flog von dort weiter in die Kapitale El Salvadors.

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Rote OAS-Karte

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat am Samstag die Mitgliedschaft von Honduras suspendiert. Dies gelte solange, bis in dem zentralamerikanischen Land wieder demokratische Verhältnisse einziehen. Der Beschluß wurde mit den Stimmen aller 33 Mitglieder gefaßt. Es war das erste Mal seit 1962 (damals gegenüber Kuba), daß eine solche Maßnahme gegen ein Mitglied ergriffen wurde. Zugleich ist es das erste Mal, daß die OAS in dieser Weise auf einen Militärputsch in Lateinamerika reagiert.

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Putschisten, verpißt euch

Ein bewaffnetes und vermummtes Kommando der honduranischen Streitkräfte stürmte am vergangenen Sonntag in den frühen Morgenstunden die Residenz des Präsidenten Manuel Zelaya. Ohne ihm auch nur Zeit zu geben, seinen Schlafanzug gegen andere Kleidung auszutauschen, verschleppten sie den Staatschef zunächst auf eine Luftwaffenbasis in der Hauptstadt Tegucigalpa und brachten ihn wenig später nach Costa Rica. Noch im Pyjama wandte sich Zelaya dort auf dem Flughafen in einer improvisierten Pressekonferenz an die Weltpresse und verurteilte den Staatsstreich in seinem Land. An seiner Seite saß Costa Ricas Präsident Oscar Arias, das erste Zeichen einer internationalen Solidaritätswelle, die seither mit Resolutionen, dem Abzug diplomatischer Vertreter und Sanktionen Druck auf die Putschisten ausübt. Besonders zeichneten sich dabei die Mitglieder der Bolivarischen Allianz ALBA aus, deren Mitglied Honduras im vergangenen Jahr geworden war.

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Demokratie verteidigen

Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya hat die Bevölkerung seines Landes aufgefordert, weiterhin gegen seine Absetzung durch das Militär zu protestieren. Seine Unterstützer sollten sich nicht bezwingen lassen und »friedlich in der Hauptstadt Tegucigalpa auf die Straße gehen«. Das sagte Zelaya in der Nacht zu Freitag in El Salvador dem Radiosender Cadena Mi Gente, der auch im benachbarten Honduras viele Zuhörer hat. Der Putsch in Honduras sei nicht rechtens, daher müsse im ganzen Land Widerstand und die Verteidigung »unserer Rechte als Bürger« organisiert werden, fügte der linksgerichtete Zelaya hinzu.

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Ausnahmezustand

Angesichts anhaltender Proteste gelingt es den Putschisten in Honduras immer weniger, den Anschein von Legalität aufrechtzuerhalten. Am Mittwoch (Ortszeit) verhängte das Parlament in Tegucigalpa mit den Stimmen von vier der fünf Fraktionen den Ausnahmezustand über das zentralamerikanische Land. Zudem wurden die in der Verfassung garantierten Grundrechte aufgehoben. Nur die linke Partei »Demokratische Vereinigung« (UD) votierte dagegen.

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Frist für Putschisten

junge Welt, 2. Juli 2009Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat den Putschisten in Honduras am Mittwoch ein Ultimatum von 72 Stunden gesetzt. Entweder wird die demokratische Ordnung in dem zentralamerikanischen Land bis Samstag wiederhergestellt, oder die Mitgliedschaft von Honduras in der OAS wird suspendiert. Eine solche Maßnahme hatte die Organisation bislang erst einmal ergriffen, und zwar 1962 gegen das revolutionäre Kuba. Der Ausschluß Havannas war erst im vergangenen Monat von der OAS-Generalversammlung aufgehoben worden, die damals ausgerechnet in Honduras getagt hatte.

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Putschisten isoliert

Die Putschisten in Honduras gehen mit brutaler Gewalt gegen alle vor, die weiter gegen den Staatsstreich vom Sonntag protestieren. Gegenüber dem lateinamerikanischen Nachrichtensender TeleSur bestätigte der Dokumentarfilmer Angel Palacios am Montag den Tod mindestens eines Demonstranten. Rosel Ulises Peña, ein Angestellter des Telekommunikationsunternehmens Hondutel, sei von einem Militärfahrzeug überrollt und getötet worden, als er versuchte, das Eindringen der Soldaten in die Einrichtungen des Unternehmens zu verhindern. In der Umgebung des Präsidentenpalastes gingen die Truppen gewaltsam gegen die Demonstranten vor, die eine Wiedereinsetzung des verfassungsmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya forderten. Als die Soldaten gegen eine Gruppe der Taxifahrergewerkschaft vorging, die sich dem Generalstreik gegen den Putsch angeschlossen haben, wurde ein Mensch durch Schüsse verletzt. Ärztliche Versorgung wurde ihm Augenzeugenberichten zufolge verweigert, statt dessen wurde der Verletzte zusammen mit anderen Verhafteten an einen unbekannten Ort gebracht.

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Honduras wehrt sich

Der Tag nach dem Putsch in Honduras begann mit Demonstrationen und Blockaden. Sonntag früh hatten maskierte Einheiten des honduranischen Militärs die Residenz des Präsidenten Manuel Zelaya gestürmt und ihn zum Verlassen des Landes gezwungen. Über Nacht hatte sich bereits Massenproteste in dem zentralamerikanischen Land formiert. Am Montag morgen (Ortszeit) lag der Aufruf der Gewerkschaftsverbände zum Generalstreik ebenso vor wie die weltweit nahezu einstimmige Verurteilung der Putschisten. Trotz einer von den Militärs verhängten Ausgangssperre hatten Hunderte Menschen die ganze Nacht über vor dem Präsidentenpalast ausgeharrt. Die Soldaten, die das Gebäude und die angrenzenden Straßen abgeriegelt hatten, gingen zunächst nicht gegen die Demonstranten vor, zogen aber Medienberichten zufolge immer mehr Truppen im Zentrum der Hauptstadt Tegucigalpa zusammen. Sie würden verhindern, daß der von der rechten Opposition ernannte »Übergangspräsident « Roberto Micheletti das Gebäude in Besitz nehmen könne, kündigten Demonstranten an. »Das ist das Haus des legitimen Präsidenten«, erklärten Sprecher der Protestierenden gegenüber Reportern des lateinamerikanischen Nachrichtensenders TeleSur, der am Montag auch Aufnahmen zeigte, auf denen Demonstranten in der Umgebung des Regierungssitzes neue Barrikaden errichteten, während in geringer Entfernung Stoßtruppen der Armee zusammengezogen wurden.

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»Ihr seid umzingelt«

»Falls ihr es noch nicht gemerkt haben solltet: Ihr seid umzingelt! Ergebt euch!« wandte sich Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Sonntag an die Putschisten in Tegucigalpa. Wenige Stunden zuvor hatten diese den demokratisch gewählten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, aus seiner Residenz geholt, in eine Luftwaffenbasis verschleppt und dann in einem Flugzeug nach Costa Rica geschickt. Der venezolanische Staatschef faßte mit seinen knappen Bemerkungen die weltweit nahezu einstimmige Verurteilung des Staatsstreiches in dem zentralamerikanischen Land zusammen. Sogar die US-Regierung erklärte nach stundenlangem Zögern, sie werde nur Manuel Zelaya als rechtmäßigen Staatschef des Landes anerkennen.

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Militärputsch in Honduras

In Honduras hat sich das Militär gegen die demokratisch gewählte Regierung erhoben. Wie der lateinamerikanische Nachrichtensender TeleSur berichtet, stürmten mehrere hundert vermummte Soldaten den Regierungspalast in Tegucigalpa und verschleppten den Staatschef an einen unbekannten Ort. Später hieß es, Manuel Zelaya sei nach Costa Rica gebracht worden. Auch der staatliche Fernsehsender wurde von Soldaten besetzt und abgeschaltet. Die privaten Fernsehsender, die der Opposition nahestehen, strahlten lediglich Zeichentrickfilme aus und berichteten nicht über die Ereignisse. Während alle anderen Regierungsmitglieder offenbar ebenfalls von den Putschisten inhaftiert wurden, konnte die honduranische Außenministerin Patricia Rodas Kontakt mit ausländischen Fernsehstationen aufnehmen. Sie teilte mit, daß ihr Haus von Soldaten und Scharfschützen belagert werde.

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Drohende Putschgefahr

Honduras steht an der Schwelle zu einem Staatsstreich. Hohe Offiziere der honduranischen Streitkräfte, der Oberste Gerichtshof und große Teile des Parlaments haben sich offen gegen Präsident Manuel Zelaya gestellt und wollen die von diesem angestrebte Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung verhindern. Am Sonntag nun soll das Volk befragt werden.

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